Ein europäischer Schriftsteller

Otto Alscher in Wien wiederentdeckt

Ausgabe Nr. 2945

Das Plakat der Ausstellung, die noch bis zum 20. Februar zu besichtigen ist.

Im Bezirksmuseum Neubau in Wien ist derzeit die Sonderausstellung „Otto Alscher – Von der Westbahnstraße in die Wiener Moderne“ zu sehen. Sie widmet sich einem heute wenig bekannten, aber bemerkenswerten Schriftsteller, dessen Leben und Werk exemplarisch für die kulturelle Vielfalt Mitteleuropas um 1900 stehen.Weiterlesen

,,Aus Liebe und Freundschaft“

Interview-Buch mit Franz Hodjak zum Tag der ungarischen Kultur vorgestellt

Ausgabe Nr. 2945

Franz Hodjak: Soha senkire nem lőttem. Zoltán Király és Enikő Szenkovics beszélgetőkönyve. Exit Verlag Kolozsvár Szépirodalmi Figyelő Alapítvány Budapest, 2024, 150 Seiten, ISBN 9786156617170

„Soha senkire nem lőttem“ (Ich habe niemals auf jemanden geschossen) hieß das Buch auf Ungarisch zu dessen Vorstellung der Verein der Hermannstädter Ungarn HÍD am Dienstag, dem 20. Januar ins Spiegelsaal einlud. Das Buch ist nichts anderes als ein Gespräch mit dem gebürtigen Hermannstädter und mit vielen Literaturpreisen ausgezeichneten Franz Hodjak, das Zoltán Király und Enikő Szenkovics mit ihm führten. Mit den beiden sprach im Rahmen der Veranstaltung der Schriftsteller Vincze Ferenc. Die Buchvorstellung gehörte übrigens zur Veranstaltungsreihe der Liga der siebenbürgisch-ungarischen Schriftsteller „Literatur und Gemeinschaft“. Der Anlass war der Tag der ungarischen Kultur vom 22. Januar. An diesem Tag beendete 1823 Ferenc Kölcsey das Gedicht „Hymnus, a’ Magyar nép zivataros századaiból”( Hymne, aus den stürmischen Jahrhunderten des ungarischen Volkes), das später zur ungarischen Nationalhymne wurde.Weiterlesen

,,Eine unglaublich große Ehre“

Fahnenträgerin Rumäniens kommt aus Ravensburg

Ausgabe Nr. 2945

Bei der EM 2026 in Sheffield hat sich Julia Sauter-Czarnik (28) für Olympia qualifiziert.                         Foto: CameraSport via Getty Images

Fahnenträgerin des Rumänien-Teams bei den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026, die vom 6. bis zum 22. Februar in Cortina d’Ampezzo stattfinden, ist die Eiskunstläuferin aus Ravensburg, Julia Sauter-Czarnik (28), die seit Jahren für Rumänien startet. Die zehnmalige rumänische Landesmeisterin sagte gegenüber der Schwäbischen Zeitung: „Ich konnte es erst gar nicht glauben und war auch ein bisschen geschockt. Das ist eine unglaublich große Ehre, ich freue mich riesig. Diese Erinnerung wird ewig bleiben.“Weiterlesen

Dschungel statt Alltag

Manuel Joseph Kugler las im Erasmus-Büchercafé

Ausgabe Nr. 2945

Manuel Joseph Kugler bei seiner Lesung im Erasmus-Büchercafé.
Foto: Eduard RESCHKE

Eine entspannte Atmosphäre prägte die Lesung mit Manuel Joseph Kugler im Erasmus-Büchercafé. In kleiner Runde stellte der Autor seinen Roman „Kakao im Dschungel – Unterwegs zwischen den Welten“ vor und nahm das Publikum mit auf eine Reise zwischen äußeren Landschaften und inneren Bewusstseinsräumen. Es war ein Abend, an dem sinnbildlich der Dschungel ins Büchercafé kam.Weiterlesen

Sülze-Schaukochen

Ausgabe Nr. 2945

Samstag und Sonntag gab es auf dem Gelände des Dorfmarktes im ASTRA-Freilichtmuseum erneut ein Sülze-Schaukochen. Eine Variante wurde nach einem Rezept aus Orlat, aus dem Hermannstädter Umland (Mărginimea Sibiului) zubereitet und die andere von dem Generalmanager des ASTRA-Museums Ciprian Ștefan (im Bild rechts vorne links) persönlich nach einem Rezept aus dessen Geburtsort Blăjeni im Westgebirge (Apuseni). Beide Varianten wurden bis auf den letzten Bissen verzehrt von den Anwesenden, die von dem Duft angelockt worden waren oder speziell dafür den Weg in das Freilichtmuseum im Jungen Wald auf sich genommen hatten, obwohl das Wetter sich nicht gerade von seiner freundlichsten Seite zeigte.                                     Fotos: Cosmin CĂLINESCU

Nachrichten

Ausgabe Nr. 2945

Hermannstadt wird geschätzt

Bukarest. – Laut einer jüngst veröffentlichten Studie von Index Storia konnten Klausenburg und Hermannstadt ihre Position als die zwei bewohnerfreundlichsten Städte in Rumänien auch im Jahr 2025 halten. Klausenburg hat mit einer Gesamtpunktezahl von 44,5 die Nase vorn in Sachen objektive Indikatoren wie Straßenverkehr, urbane Treffpunkte, Luftqualität und Immobilien-Preise.

Hermannstadt führt in Sachen subjektive Einschätzung mit einer Gesamtpunktezahl von 76,9, der 13 von den Bewohnern geschätzte Kriterien zugrunde lagen wie Sicherheit, Radwege, Reinheit, öffentliche Verkehrsmittel, Lärmpegel, Wasserversorgung, Müllabfuhr, allgemeine Lebenserhaltungskosten. Bei der subjektiven Wahrnehmung belegt Kronstadt den zweiten Platz mit 74,2 Punkten, gefolgt von Oradea (73,3), Râmnicu Vâlcea (73,1) und Klausenburg (72,1).

Die drei meistgeschätzten Wohnviertel befinden sich in Hermannstadt: das Goldtal/Valea Aurie mit 84,1 Punkten, das Strand-Viertel (83,8) und der Erlenpark /Sub Arini (83,6). Auf den Plätzen 4 und 5 landeten das Orizont-Viertel in Buzău (82,4), und das Universității-Viertel in Craiova (82,2).

Hermannstadt führt auch in Sachen Reinheit (Drei-Eichen-Viertel/Trei Stejari, 85,9), Radwege (68,4), fließendes Wasser (96,9), Kanalisation (82,7), Zufriedenheit der Bewohner (80,6) und Lebenserhaltungskosten (66). (BU)Weiterlesen

Das muss man erlebt haben

Urzellauf in Agnetheln: 20 Jahre seit der Wiederaufnahme dieses Brauches

Ausgabe Nr. 2944

In zotteligen Anzügen aus grobem Leinen mit aufgenähten schwarzen Stoffstreifen und ausgestattet mit schweren Kuhglocken um die Hüften, Peitschen sowie der Quetsche zogen die Urzeln durch die Straßen.       Foto: Eduard RESCHKE

Agnetheln zeigte sich beim diesjährigen Urzellauf von seiner eindrucksvollsten Seite. Peitschenknallen, Kuhglocken und Blasmusik erfüllten die Stadt am Harbach, während sich Straßen, Fenster und Balkone rasch mit Zuschauerinnen und Zuschauern füllten. Sie waren sich einig: Das muss man erlebt haben. Der Urzellauf am 25. Januar 2026 hatte eine besondere Bedeutung: 20 Jahre sind vergangen, seit der 1689 erstmals urkundlich erwähnte Brauch in Agnetheln wiederbelebt wurde. Entsprechend groß war die Beteiligung. Weiterlesen

Erste Frühlingsboten

Ausgabe Nr. 2944

In Hermannstadt gab es nach einer harten Winterepisode mildere Außentemperaturen und so blühen frühzeitig die Schneeglöckchen in den Gärten, wie hier im Lazarett-Viertel.      

Foto: Zeno-Karl PINTER

Erneut reguläre Leitung

Raluca Teodorescu ist Managerin des Brukenthalmuseums

Ausgabe Nr. 2944

Raluca Teodorescu. Foto: privat

Das Brukenthalmuseum befindet sich seit dem 27. Januar 2026 erneut unter regulärem Management. Dr. Raluca Maria Teodorescu hat den Wettbewerb des Kulturministeriums für sich entschieden.

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Trotz Kürzungen „Niemand muss gehen”

Bilanz 2025 und Pläne für 2026 des ASTRA-Museums wurden vorgestellt

Ausgabe Nr. 2944

Blick auf den zugefrorenen See mitten im ASTRA-Freilichtmuseum bei einem Spaziergang Mitte Januar 2026.                          
Foto: Beatrice UNGAR

Der Manager des ASTRA-Museums, Ciprian Ștefan, stellte in einer Pressekonferenz die Bilanz des Jahres 2025 und die Pläne für 2026 vor. Die Ergebnisse des Vorjahres übertrafen die Erwartungen, doch wegen den angekündigten Kürzungen und Sparmaßnahmen konzentriert sich das Managementteam dieses Jahr darauf, die Gehälter und den obligatorischen Betrieb des Museums zu decken. Unter anderem ist die Organisation von Festivals wie Vin Fest, Guitar Meeting und Astra Rock ungewiss.Weiterlesen

Lieder gegen das Vergessen

Lieder aus der Deportation in die Sowjetunion 1945-1949

Ausgabe Nr. 2944

Am 15. Januar 1945, der in die Geschichte als der „Schwarze Sonntag“ eingegangen ist, wurden 69.332 Angehörige der deutschen Minderheit aus Rumänien in die Sowjetunion deportiert, darunter 30.336 Siebenbürger Sachsen, davon 60 Prozent Frauen – ein Ereignis, das zu der Zersplitterung unserer Gemeinschaft führen sollte. (In einigen Orten wurden sie bereits am 13. und 14. Januar 1945 ausgehoben.) Auch 81 Jahre nach diesem folgenschweren Ereignis bleiben uns Gedenken und Erinnerung an dieses Verbrechen und die kollektiven Leiden von damals Bedürfnis und Pflicht.Weiterlesen