„Ehrfurcht haben vor allem, was Leben heißt“

Zum 55. Todestag von Dr. Albert Schweitzer / Von Christel WOLLMANN-FIEDLER

Ausgabe Nr. 2688

„Il est Minuit Dr. Schweitzer“ (Es ist Mitternacht Dr. Schweitzer) ist der Titel eines Kinofilms von 1952, den André Haguet nach dem gleichnamigen Theaterstück von Gilbert Cesbron damals mit bekannten französischen Schauspielern und der berühmten Jeanne Moreau drehte. „Beim Oganga von Lambarene“ von dem württembergischen Lehrer Richard Kik, 1954 als Kinderbuch im längst vergessenen Enßlin & Laiblin Verlag in Reutlingen erschienen, bekam ich als Schülerin mit Widmung geschenkt. Durch sämtliche Phasen des Lebens und den vielen Umzügen in alle vier Himmelsrichtungen begleitete mich das Büchlein. Wie viele Male es ein- und ausgepackt und ins Bücherregal gestellt wurde, kann ich kaum sagen. Die Begeisterung für den Theologen Dr. Albert Schweitzer, vor allem für dessen humanistisch-medizinisches Engagement im afrikanischen Urwald, ist über die Jahre geblieben. Weiterlesen

Nachrichten

Ausgabe Nr. 2688

Kommunalwahlen am 27. September

   Hermannstadt. – 19.004.986 Wahlberechtigte werden am 27. September d. J. bei den Kommunalwahlen in Rumänien an den Urnen erwartet. Ihnen stehen 18.755 Wahllokale zur Verfügung. Gewählt werden sollen landesweit insgesamt 3.200 Bürgermeister, 41 Kreisratsvorsitzende und insgesamt 40.000 Gemeinde-, Stadt- und Kreisräte.

In Hermannstadt sind zwölf Kandidaten und Kandidatinnen für das Bürgermeisteramt angemeldet, die Kandidatin des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien (DFDR) ist die amtierende Bürgermeisterin Astrid Fodor. Für den Vorsitz des Hermannstädter Kreisrats gehen ebenfalls zwölf Kandidaten und Kandidatinnen ins Rennen. Seitens des DFDR ist das Gabriel Tischer. (BU)

 

Heute beginnt das Astra Film Festival 2020

   Hermannstadt. – Am Samstag beginnt in Hermannstadt die 27. Auflage des Astra Film Festivals. Bis zum 13. September sind im Freilichtmuseum und in der Altstadt Filme und Konzerte geplant. Dieses Jahr gibt es ein besonderes Angebot: Man kann im Freilichtmuseum an drei Abenden – am Samstag, dem 7. September, am Sonntag, dem 8. September und am Montag, dem 9. September – jeweils ab 20 Uhr, die Filme vom See aus in einem Boot oder in einem Tretboot besichtigen.

Das Festival hat dieses Jahr auch eine online-Etappe, vom 16. bis 25. Oktober. Die hier ausgestrahlten Dokus kann man in Rumänien auch drei Wochen nach Abschluss des Festivals verfolgen.

Das Programm der beiden Etappen ist unter https://www.astrafilm.ro/pro gram-2020/ zu finden. Karten kann man online kaufen, unter https://www.astrafilm.ro/bilete-la-astra-film-festival-2020 und https://eventbook.ro/festival/ast ra-film-festival.

Auf Youtube ist auch ein Präsentationsfilm dieser Auflage des Festivals zu finden: https://youtu.be/w9J64oQxIC0. (RS)Weiterlesen

,,Dieses Konzert hat mich umgehauen“

Streiflichter vom diesjährigen Hermannstädter Jazzfestival auf dem Großen Ring

Ausgabe Nr. 2687

Die im Jahre 2006 von dem Tenor Zoltán András gegründete Formation ,,Jazzapella“ begeisterte alle echten Jazzfans (v. l. n. r.): Alexandru Grăjdeanu (Bass), Oleg Lașcu (Kontrabass), Adina Răducan (Sopran), Zoltán András, Marta Popovici (Alt), Andrada Crețu (Sopran), Teo Manciulea (Tenor).            Foto: Fred NUSS

Das Hermannstädter Jazzfestival lockt Jahr für Jahr Gäste und Künstler aus aller Welt nach Siebenbürgen. In den 1980-ern verhalf es Hermannstadt sogar zum Beinamen „Rumäniens Jazz-Hauptstadt“. Zur 50. Auflage konnte das Festival zwar in diesem Jahr keine internationalen Musiker empfangen, erfreute sich aber am vergangenen Wochenende trotzdem zahlreicher Besucher auf den Großen Ring. Unter Einhaltung der geltenden Hygieneauflagen war es neun rumänischen Gruppen vom 21. bis 23. August möglich, ihr Repertoire zum Besten zu geben: Klassischer Jazz, Swing und Funk trafen auf Blues, Rock und moderne elektronische Musik.Weiterlesen

Ein Erfolg trotz Pandemie

11. Hungarikum-Tage stattgefunden

Ausgabe Nr. 2687

Die elfte Auflage der Hungarikum-Tage veranstaltete das Hermannstädter Ungarischen Kulturvereins HÍD vom 20. bis 23. August. Unser Bild: Während auf dem Dorfmarkt im Freilichtmuseum im Jungen Wald die Mannschaften Gulasch und andere traditionelle Kesselgerichte kochten, unterhielt das Ensemble ,,Operettissimo“ aus Klausenburg am Samstag das Publikum mit Arien aus beliebten Operetten.                                         Foto: Werner FINK

Vergangene Woche fand die elfte Auflage der Hungarikum-Tage statt und sie war trotz der nötigen Maßnahmen wegen der Coronavirus-Pandemie ein Erfolg. An dem traditionellen Gulasch-Kochwettbewerb am Samstag im Freilichtmuseum  im Jungen Wald nahmen zwar weniger Mannschaften als im vergangenen Jahr teil, die Kochwettbewerbslust und gute Laune wurden aber dadurch überhaupt nicht beeinträchtigt und die gekochten Gerichte waren im Nu aufgegessen. Weiterlesen

Verschleppung und Freikauf

Online-Gespräch über das Schicksal der deutschen Minderheit in Rumänien

Ausgabe Nr. 2687

Moderator Cosmin Budeancă mit Hannelore Baier und Ottmar Trașcă (v. l. n. r.).                                                  Foto: Daniel SECĂRESCU

Theater, Filme und Konzerte gibt es seit Beginn der Covid 19-Pandemie online live zu sehen. Die Organisatoren des Rosenauer Film- und Geschichte(n)-Festivals „Film și istorii Râșnov“, das vom 21. bis 30. August stattfindet, haben sich etwas Neues einfallen lassen. Sie schalteten auch höchstinteressante Gespräche online. So geschehen am Samstag, dem 22. August, als auf der Facebook-Seite des Festivals die Debatte „Deutsche in Rumänien nach dem Zweiten Weltkrieg“ live mitzuverfolgen war. Unter der Moderation von Cosmin Budeancă, Forscher bei der Kulturstiftung „Memoria“ in Bukarest, sprachen Hannelore Baier, Journalistin und Historikerin aus Hermannstadt, Remus Gabriel Anghel, Forscher am Institut für die Erforschung der nationalen Minderheiten in Klausenburg und Ottmar Trașcă vom Klausenburger Institut für Geschichte „George Barițiu“.Weiterlesen

Von Hunger, Diebstahl und Verrat

Ausstellung über Siebenbürger Sachsen in sowjetischen Arbeitslagern 1945-1949

Ausgabe Nr. 2687

Frauen in Arbeitskleidung – Pufaika und Schapka. Donbas 1945

Eine Ausstellung zur Russlanddeportation der Siebenbürger Sachsen hat das Siebenbürgische Museum in Zusammenarbeit mit dem Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e. V. und gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien erstellt. 75 Jahre nach Beginn der Verschleppung nimmt die Ausstellung unter dem Titel „Skoro damoi! Hoffnung und Verzweiflung. Siebenbürger Sachsen in sowjetischen Arbeitslagern 1945 –1949“ auf drei Ebenen das subjektive Erleben, die historischen Fakten sowie überlieferte Objekte und Fotografien in den Blick.

Die Ausstellung wird ab dem 5. September  d. J. einen Monat lang in Dinkelsbühl gezeigt, bevor sie ab dem 7. November für ein halbes Jahr in Gundelsheim am Neckar zu sehen ist.

Im Folgenden drucken wir mit freundlicher Genehmigung der Kuratorin Dr. Irmgard Sedler  ihren Begleittext zur Ausstellung ab.Weiterlesen

,,Unverblümt und knallhart ehrlich“

Claudiu Fălămaș trug im BIS-Theatergarten Texte von Charles Bukowski vor

Ausgabe Nr. 2687

Claudiu Fălămaș.                                                       Foto: Radu TOMPA

Der Hermannstädter Claudiu Fălămaș hat sich dem Theater und der Musik verschrieben. Am Donnerstag der Vorwoche zeigte er im BIS-Theatergarten seine Aufführung „Beat Bukowski“, um an Charles Bukowski zu erinnern. Die Aufführung verband Gedichte des amerikanischen Schriftstellers und Poeten mit musikalischer Untermalung durch Gitarre, Schlagzeug und Trompete. Dumpf hallte das Schlagzeug im Sekundentakt. Akkorde gesellten sich dazu, begleitet vom stetigen Plätschern des Regens. Dann ertönte eine Stimme: „Es gibt eine Einsamkeit auf dieser Welt, die so groß ist, dass man sie in der langsamen Bewegung der Zeiger einer Uhr sehen kann.“ Es ist die erste Zeile aus Charles Bukowskis Gedicht „Die Krise“.Weiterlesen

Besorgniserregende Realität

Neueste Theaterpremiere über staatliche Jugendheime in Rumänien

Ausgabe Nr. 2687

Szenenfoto mit Raluca Iani (links) und Iustinian Turcu. Foto: Dan ȘUȘA

„Ich erkenne das sofort. Die hier sind verloren!“ Ein Mann im weißen Kittel schwingt bedrohend seinen Schlagstock. Er heißt Mihai Petre und ist seit zehn Jahren im Jugendheim als Betreuer angestellt. Es gilt, die Neue, Mara Inescu, einzuweisen. Sie glaubt daran, den Jugendlichen helfen zu können, auf die rechte Bahn zu geraten. Im neuen Theaterstück von Alexandra Badea an der rumänischen Abteilung des Hermannstädter Radu Stanca-Nationaltheaters geht es um Gewalt, Prostitution, Korruption und die harte Realität in den rumänischen staatlichen Kinderheimen. „Maternal“ in der Regie von Radu Alexandru Nica hatte am 20., 21. und 22. August, Premiere und wurde online gesendet. Weiterlesen

,,Eine dringende Aufgabe“

Neuer Bildband von Georg Gerster und Martin Rill

Ausgabe Nr. 2687

Georg Gerster und Martin Rill: Schäßburg und die Große Kokel. Buchversand Südost/www.siebenbuergen-buch.de, 2020. 312 Seiten, ISBN 978-3-00-065486-2.

Auch in diesem Jahr überraschen uns Martin Rill und Georg Gerster mit einem neuen Bildband, Hardcover, 300 Seiten, 800 Farbabbildungen,  eine Übersichtskarte, 19 Ortsgrundrisse. Der Bildband „Schäßburg und die Große Kokel“ ergänzt die Reihe mit den Bänden: „Siebenbürgen im Flug“, „ Das Burzenland“, „Hermannstadt und das Alte Land“, „Das Repser und das Fogarascher Land“, „Einblicke ins Zwischenkokelgebiet“.Weiterlesen