Hermannstadt im Herzen

Ricky Dandel wurde Ehrenbürger seiner Heimatstadt

Ausgabe Nr. 2973

Ein neuer Ehrenbürger: „Ricky Dandel macht der Krach erst richtig Spaß, wenn alles im Saal mitsingt“ lautete der Bildkommentar in der Hermannstädter Zeitung Nr. 27 vom 16. August 1968. Spass am Singen und am Mitreißen des Publikums hat der beliebte Hermannstädter Singersongwriter und Entertainer immer noch, sagte er in der Feierstunde am 20. August, in der er die Insignien eines Ehrenbürgers der Stadt Hermannstadt (unser Bild zeigt ihn mit dem Schlüssel der Stadt) von Bürgermeisterin Astrid Fodor entgegennehmen durfte. 
Foto: Beatrice UNGAR

Er habe einen Hauch Westen auf die Bühne und in den Saal des 7 Noiembrie-Arbeiterklubs im Theresianum-Viertel gebracht, stellte Bürgermeisterin Astrid Fodor fest, nachdem sie bei der Feierstunde am 20. August im Rathaus am Großen Ring den Stadtratsbeschluss vom 28. Mai 2026 verlesen hatte, aufgrund dessen Ricky Dandel, den sie gemeint hat, die Ehrenbürgerwürde der Stadt Hermannstadt zuerkannt wurde. Weiterlesen

„Stark im Sterben wie im Leben“

Porträt einer ungewöhnlichen Frau: Mechtild Immenkötter (1936-2025)

Ausgabe Nr. 2970

Bei einem Gartenfest im Sommer 2025 (v. l. n. r.): Elly Tull-Zander, Dr. Monika Langkau-Herrmann, Brigitte Neuss, Mechthild Immenkötter.     Foto: Ljuba GÜNTHER

Als sie sich eingestehen musste, dass sie den Kampf ums Überleben verlieren würde, wollte sie den Zeitpunkt ihres Todes selbst bestimmen. Mit letzter Kraft bestand sie darauf, dass alle Geräte, die sie künstlich am Leben hielten, entfernt wurden. Ihrem Willen mussten auch die Ärzte nachgeben. Sechs Wochen der Qual lagen hinter ihr – künstliche Beatmung, Antibiotika, Schmerzmittel, künstliche Ernährung. Tapfer stand sie den letzten Kampf durch. In diesem Jahr wäre die Rechtswissenschaftlerin Mechtild Immenkötter 90 Jahre alt geworden. Sie war maßgeblich an der Gründung des „Verbands aktiv-unabhängiger Frauen“ (vaf) beteiligt. Die vaf-Geschäftsführerin Dr. Monika Langkau-Herrmann, , Autorin und ehemalige Referatsleiterin Frauenpolitik der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) zeichnet im Folgenden ein Porträt dieser ungewöhnlichen Frau:Weiterlesen

Herausragender Literaturguru

Peter Motzan wurde zu seinem 80. Geburtstag gefeiert

Ausgabe Nr. 2970

„Gestatten Sie mir zu sagen, dass ich verstört und verwirrt bin, dass wir hier heute zusammengekommen sind – eine Begegnung, die wir Hellmut Seiler verdanken, der nicht dabei sein kann“: Selbst dem sonst so sprachgewandten Geehrten Peter Motzan (Bildmitte) fehlten die Worte, als er sich am Schluss für die zu seinem 80. Geburtstag ausgerichtete Feier bedankte. Links der Verleger Traian Pop, rechts Prof. Dr. Waldemar Fromm von der LMU München.                                                             Foto: Konrad Klein

 

Dem aus Hermannstadt stammenden und vor seiner Ausreise in die Bundesrepublik an der Germanistik-Abteilung der Babeș-Bolyai-Universität als Dozent tätigen Honorarprofessor Dr. Peter Motzan, wurde im Münchner „Haus des Deutschen Ostens“ am 25. Juli eine Festveranstaltung gewidmet. Ideengeber und Initiator dieser Veranstaltung war der kürzlich verstorbene Hellmut Seiler. Als langjähriger Weggefährte und Freund war es ihm ein Herzensanliegen, Peter Motzan zu seinem runden Geburtstag am 7. Juli d. J. mit einer Veranstaltung zu ehren. Es sprachen Literaten und Kulturschaffende aus der rumäniendeutschen Literatur: Georg Aescht, Waldemar Fromm, Anneli Ute Gabany, Ion Pop, Traian Pop, Horst Samson, Hans-Werner Schuster, Éva Seiler-Iszlai, Thomas Seiler, Stefan Sienerth, Anton Sterbling und Kurt Thomas Ziegler. Kurt Thomas Ziegler stellte der HZ seinen Beitrag in gekürzter Fassung zur Verfügung:Weiterlesen

Neue Botschafterin Hermannstadts

Ausgabe Nr. 2969

Die Schauspielerin Ofelia Popii wurde im Rahmen eines Festaktes am Donnerstag der Vorwoche, mit dem Ehrentitel einer Botschafterin Hermannstadts ausgezeichnet. Diesen Titel verleiht der Hermannstädter Verschönerungsverein (Asociația pentru înfrumusețarea orașului Sibiu, AIOS) in Absprache mit dem Hermannstädter Bürgermeisteramt Persönlichkeiten mit besonderen Verdiensten. Ofelia Popii ist seit 20 Jahren am Radu Stanca-Nationaltheater erfolgreich tätig und hat sich vor allem durch die Rolle des Mephisto in der Faust-Inszenierung, die seit 2007 bei ausverkauftem Saal aufgeführt wird, einen Namen gemacht. Unser Bild (v. l. n. r.): AIOS-Vorsitzender Tudor Șt. Popa, Ofelia Popii und Bürgermeisterin Astrid Fodor.                                

Bewahren, Bilden, Bewegen

Die amtierende Leiterin des Teutsch-Hauses, Dr. Gerhild Rudolf, im HZ-Gespräch

Ausgabe Nr. 2968

Dr. Gerhild Rudolf im Innenhof des Teutschhauses.
Foto: Johanna MÜNZNER

Dr. Gerhild Rudolf verabschiedet sich nach 14 Jahren als Leiterin des Friedrich Teutsch-Begegnungs- und Kulturzentrums der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien in den Ruhestand und will sich an das Verfassen eines Romans setzen. Im Gespräch mit der HZ-Praktikantin Johanna M ü n z n e r gibt sie Auskunft über ihre bisherige Tätigkeit und ihre Zukunftspläne:Weiterlesen

Ein Anlass zum Schweben

Nachruf auf Hellmut Seiler (1953-2026)

Ausgabe Nr. 2966

Hellmut Seiler (1953-2026) auf Burg Löwenstein.               Foto: Privat

Hellmut Seilers Verszeile „…nur die Schwerelosigkeit empfinden im hohen Bogen…” fängt einen flüchtigen, perfekten Zustand der Freiheit oder gar des Schaffens ein – jenen Moment, in dem man beim Abstoßen von der Erde, vom Alltag, den höchsten Punkt seiner Bahn erreicht und an der Spitze des Bogens verweilt: Aufwärtsstrebende Kraft und abwärtsziehende Gravitation gelangen ins Gleichgewicht. Dieser Moment ist der Zustand reiner Schwerelosigkeit. Man hat dann das Gefühl, ewig zu schweben, doch dieser Schwebezustand ist nur ein flüchtiger Augenblick, ein Moment der Gnade zwischen dem Sich-Entfernen von der Erde und der Rückkehr zu ihr. Weiterlesen

Musik mit einer Botschaft

HZ-Gespräch mit ESC-Dritter Alexandra Căpitănescu

Ausgabe Nr. 2962

Das Highlight des Focus Festivals war der Auftritt der ESC-Dritten Alexandra Căpitănescu (im Bild mit E-Gitarrist Bogdan Stoican) mit ihrer Band am ersten Festivalstag. Foto: Cynthia PINTER

Vor ihrem Auftritt beim „Focus in the Park”-Festival in Hermannstadt sprach die Band um Alexandra Căpitănescu mit HZ-Praktikantin Cristina B r i s c a n über ihre Verbindung zur Stadt, ihre musikalischen Einflüsse und die Erfahrungen, die sie beim Eurovision-Vorentscheid gesammelt hat. Zur Band gehören Alexandra Căpitănescu (die Sängerin), Bogdan Stoican (der Gitarrist), Matei Mihail Cohal (der Bassgitarrist), Thomas Circotă (der Keyboarder) und Luca-Alexandru Sofron (der Schlagzeuger).Weiterlesen

Vom Leben zum Tode in der Pflicht

Nachruf auf Elke Sabiel

Ausgabe Nr. 2960

Elke Sabiel (1941-2026).
Foto: Carmen Elisabeth PUCHIANU

„Machen Sie bitte keine Eintagsfliege aus Ihrer Veranstaltung und schon gar nicht eine dieser, na, wie sage ich das am besten, akademischen Nabelschauen” – hier macht die Sprecherin eine kurze Pause und schmunzelt mir verschmitzt zu, indem sie die Brauen kurz anhebt, als wolle sie mich eher aufmuntern als abkanzeln. „Das habe ich oft beobachtet”, setzt sie dann fort, „und ich denke, man sollte seine kreativen und wissenschaftlichen Fähigkeiten doch effizienter einsetzen, gerade im Bereich von Bildung und Entwicklung.” Ich bin sprachlos, fühle mich überrumpelt von der direkten, nüchternen und unterschwellig ironisch- herausfordernden Art meines Gegenübers: einer etwas zur Molligkeit neigenden Mittfünfzigerin, nicht ganz so hoch wie ich aber durchaus imposant, die dunkelblonden mit etwas Eisengrau gesträhnten Haare zur Pagenfrisur geschnitten, mit blaugrauen Augen, die je nach Kopf- und Körperhaltung manchmal einen dunklen Grundton zeigen und manchmal sehr hell erscheinen. Eine gewisse Ernsthaftigkeit und Strenge kennzeichnen das Gesicht, daran mir das Grübchen am Kinn besonders auffällt sowie die schmale Spalte zwischen den beiden oberen Schneidezähnen. Ich denke mir, dass sie sicher gut pfeifen kann dadurch und ich muss auch lächeln. Dann beginne ich zu stottern und mich zu erklären: „Nun ja, wissen Sie, es ist die erste Fachtagung, die ich veranstalte, nach dem Motto was andere können, kann ich sicher besser… Da können einem Pannen passieren wie etwa der dämliche Fehler im Programm gleich auf der ersten Seite, bedauerlich” (sie zieht wieder ihre Brauen hoch und schmunzelt) „…aber von akademischer Nabelschau oder gar Eintagsfliegentum kann in meinem Fall keine Rede sein. Da kennen Sie mich schlecht, Frau Sabiel!”Weiterlesen

Fünf Alte und vier Neue im Vorstand

Ausgabe Nr. 2955

DFDH-Vorstandswahlen bei der Mitgliederversammlung im Spiegelsaal

Der neue Vorstand des DFDH (v. l. n. r.): Zeno-Karl Pinter, Monika Hay, Friedrich Gunesch, Gertrud Krech, Gabriel Tischer, Andrada Schneider, Wolfgang Alexander Guib, Paul Kuttesch und Christoph Galter. Foto: Beatrice UNGAR

Bei der Mitgliederversammlung des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt, die am Donnerstag, dem 16. April, im Spiegelsaal des Hermannstädter Forums stattfand, wurde Gabriel Tischer erneut zum Vorsitzenden des Hermannstädter Forums gewählt. Auf der Tagesordnung standen aber zunächst ein Bericht des Vorsitzenden, des Jugendreferenten Stefan Kézdi, des Kulturreferenten Sebastian Arion, des Geschäftsführers Raul Rognean, ein Kurzbericht der neuen Leiterin des Forumskindergartens, Alexandra Suciu, die Rechnungslegung 2025 und der Bericht der Rechnungsprüferin sowie die Entlastung des Vorstandes. Die Entlastung erfolgte einstimmig.

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,,Plattformen der Normalität“

Ausgabe Nr. 2955

Deutscher Wirtschaftsclub Siebenbürgen veranstaltete Wirtschaftspanel im Spiegelsaal

Der DWS-Vorsitzende Wolfgang Köber stellt die Panel-Teilnehmer vor: Matthias Wichtler, Markus Teglas, Michael Schmidt, Emil Hurezeanu, Bernd Fabritius, Benjamin Józsa, Bernhard Gehlert und Robert Schwartz (v. l. n. r).
Foto: Laura MICU

Seit mehreren Jahrzehnten ist Deutschland der wichtigste ausländische Investor in Rumänien. Nach Angaben der Rumänischen Notenbank, beliefen sich die deutschen Direktinvestitionen in Rumänien im Jahr 2023 auf 682 Millionen Euro und erreichten insgesamt 17 Milliarden Euro. Im Jahr 2024 überstieg der bilaterale Handelsaustausch 42.5 Milliarden Euro. Zwischen 1990 und 2025 flossen über 43% der deutschen Investitionen in Rumänien in den Produktionssektor und trugen so zur Modernisierung und Entwicklung der rumänischen Industrie bei. Wie kam es aber zu diesen beeindruckenden Zahlen? Mit dieser Frage hat sich das Panel beschäftigt, zu dem der Deutsche Wirtschaftsclub Siebenbürgen (DWS) eingeladen hatte.

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,,Diese Tradition ist Identität“

Ausgabe Nr. 2955

In der Projektwoche zehn Jahre Deutsches Lyzeum in Mühlbach gefeiert

Die Grundschüler sangen unter der Leitung von Elena Sorina Petra und Violeta Bota die Hymne des Deutschen Lyzeums, die eigens für diese Gelegenheit von Elena Sorina Petra und Ioana Giurgiuman in Zusammenarbeit mit Robert Anghelescu komponiert wurde.
Fotos: Werner FINK

„10 Jahre Deutsches Lyzeum in Mühlbach” wurden zwischen dem 30. März und 3. April gefeiert, und zwar im Rahmen der Projektwoche „Școala altfel” (Schule anders), wobei es Ausstellungen, Workshops, siebenbürgisch-sächsische Tänze und Gastronomie sowie die Jubiläumsvorstellung gab. Am Mittwoch, dem 1. April, gab es ein Treffen mit den Freunden und Mitwirkenden, wo u. a. das neue Jahrbuch „Etwas Neues“ vorgestellt wurde. „Wir feiern 10 Jahre Bestehen des Deutschen Lyzeums Mühlbach – 10 Jahre Arbeit, Erfolge, erfüllte Träume und vor allem: 10 Jahre der Fortführung einer Tradition, die in Mühlbach nicht nur Geschichte, sondern Identität ist”, betonte Schuldirektorin Verona Maria Onofrei.

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Arbeitsbesuch

Ausgabe Nr. 2954

Arbeitsbesuch des Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und Nationale Minderheiten, Bernd Fabritius (Bildmitte), im Dr. Carl Wolff Heim in Hermannstadt: Gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Michael Schmidt Stiftung, Dipl. Ing. Michael Horst Schmidt (links), konnten in einem Gespräch am 8. April mit der Leiterin dieser wichtigen Einrichtung der Altenpflege und der Kinder- und Erwachsenen- Hospizarbeit, Ortrun Rhein (rechts), Anliegen der Sozialeinrichtung der deutschen Minderheit in Rumänien erörtert werden. Thematisiert wurden unter anderem auch Anliegen, die in der nächsten Sitzung der deutsch-rumänischen Regierungskommission im Juli 2026 in München adressiert werden sollen. Bundesbeauftragter Fabritius dankte der Michael Schmidt Stiftung für die in den letzten Jahren nachhaltige Unterstützung der Einrichtungen, durch die kurzfristige Haushaltsengpässe und unvorhergesehene Notwendigkeiten überbrückt werden konnten. Mit einer Unterstützung von 120.000 Euro im Jahre 2024 und 60.000 Euro im Jahre 2025 gehört die Michael Schmidt Stiftung zu den bedeutendsten Unterstützern dieser Einrichtung außerhalb der staatlichen Finanzierung aus Rumänien und dem deutschen Bundeshaushalt.    Foto: BMI