„Sie alle sind wunderbar”

Der Hermannstädter Fotograf Fred Nuss nahm Kulturverdienstorden entgegen

Ausgabe Nr. 2680

Feierliche Übergabe des Ordens am Samstag (v. l. n. r.): Silviu Borş, Raluca Turcan und Fred Nuss.                             Foto: Ruxandra STĂNESCU

Hermannstadts berühmtester Fotograf, Fred Nuss, wurde am 15. Januar d. J. durch Staatspräsident Klaus Johannis mit dem Verdienstorden für Kultur im Rang eines Kavaliers, für seine langjährige Tätigkeit als professioneller Fotograf und damit für die „Förderung der Kultur” ausgezeichnet. Den Orden überbrachte ihm am Samstag Vizepremierministerin Raluca Turcan. Weiterlesen

Schreiben ist Überleben

Interview mit der Autorin und Fernsehjournalistin Christel Ungar-Țopescu

Ausgabe Nr. 2679

 

Christel Ungar-Țopescu in der AKZENTE-Redaktion.  Foto: Alexander SCHWARZ

Jedes Mal, wenn sie in die Redaktion der Hermannstädter Zeitung kommt, ist es, als ob ein Wirbelwind durch die Räume zieht. Lebhaft schildert sie meistens noch im Gehen, was sie gerade erlebt hat und man kann einfach nicht weghören. Man fühlt sich geradezu verpflichtet, auch als introvertierter Mensch, an dem Gespräch teilzunehmen.

Christel Ungar-Țopescu weckt die Lebensgeister mit ihrer fröhlichen, erquickenden Art zu sein. Die meisten kennen sie vom Fernsehen, aus der Sendung „Akzente“, doch sie ist nicht nur Journalistin, sondern auch Dichterin und Musikerin. Christel Ungar-Țopescu hat gerade ihren vierten Gedichtband „Du bist mein Kreuz/ Tu ești crucea mea“ zweisprachig in der Übersetzung von Beatrice Ungar, im Honterus-Verlag publiziert.

Sie feiert jetzt, im Juli, nicht nur ihren 54. Geburtstag, sondern auch 30 Jahre, seitdem sie beim Rumänischen Fernsehen in Bukarest tätig ist. Über Lyrik, Musik und ihre Arbeit als Fernsehjournalistin sprach Christel Ungar-Țopescu mit HZ-Redakteurin Cynthia P i n t e r:  Weiterlesen

Still, gelassen und einfühlsam

Nachruf auf Pfarrer Reinhardt Boltres (1968-2020) / Von Johannes KLEIN

Ausgabe Nr. 2678

Der viel zu früh verstorbene Agnethler Pfarrer Reinhardt Boltres war Jahr für Jahr nach Wiederaufnahme des Brauches des Urzellaufs ein großzügiger und immer freundlicher Gastgeber einer der Parten. Unser Bild: Pfarrer Reinhardt Boltres bedient die Urzeln mit leckeren Krapfen beim Urzellauf 2014. Foto: Werner FINK

„So spricht Gott, der Heilige Israels: Wenn ihr umkehrtet und stille bliebet, so würde euch geholfen; durch Stillesein und Vertrauen würdet ihr stark sein“.
(Jesaja 30,15).

So steht dieser Vers in der Lutherbibel: im Konjunktiv. Diese Interpretation ist nicht falsch, weil das Althebräische keinen Konjunktiv kennt und man diesen in modernen Sprachen zum Verständnis gelegentlich braucht. Im biblischen Kontext ist der Konjunktiv sinnvoll, weil sich das Volk Israel, auf das sich dieser Vers primär bezieht, in der beschriebenen Situation gerade nicht durch Stillesein und Vertrauen stark gemacht hat. Und das tut nicht nur das Volk Israel in dem Fall nicht, sondern die meisten Menschen sind nicht im Stillesein und Vertrauen stark. Es gibt aber durchaus auch Ausnahmen – wie Reinhardt Boltres –, die diesem Bibelvers entsprechen, ohne vorher gemahnt werden zu müssen. Im Andenken an ihn möchte ich deshalb den Bibelvers nach der Übersetzung von Martin Buber und Franz Rosenzweig wiedergeben, die viel näher an der hebräischen Vorlage steht: „In Umkehr und Ruhe werdet ihr befreit, in Stille und Gelassenheit geschieht euer Heldentum.“ Reinhardt Boltres hat sein ganzes Leben lang in seiner Ruhe Freiheit gelebt, er war ein Held der Stille und Gelassenheit. Der lutherische Konjunktiv kann sich auf ihn nicht beziehen. Er ist Mahnmal für uns: vielleicht würden wir stärker sein, wenn wir etwas mehr auf Stille und Vertrauen achten würden.
Reinhardt Boltres wird am 29. April 1968 als Sohn der Katharina und des Reinhardt Boltres in Hermannstadt geboren. Während der Kindheit weilt er oft bei den Großeltern in Reußdörfchen, wenige Kilometer von Hermannstadt entfernt.Weiterlesen

Freudiger Dienst an der Gemeinschaft

Helga Pitters zum 90. Geburtstag / Von Sunhild GALTER

Ausgabe Nr. 2677

Dieses Porträtbild von Helga Pitters ist in dem Bildband ,,Porträts“ von Fred Nuss abgedruckt.                                                        Foto: Fred NUSS

Jeder in Hermannstadt kennt Helga Pitters. Ebenso in unserer Evangelischen Landeskirche. Warum? Weil sie aus einer in Siebenbürgen bekannten Familie von Pfarrern und Lehrern stammt? Nun, vor allem weil sie sich ein Leben lang für die Gemeinschaft eingesetzt hat.

Sie ist eine gebürtige Pfarrerstochter; ihr Vater, Hermann Rehner, der Geschichte und Theologie studiert hatte, war zuerst als Lehrer tätig, übernahm dann aber eine Pfarrstelle in Wolkendorf. Dort verbringt Helga die ersten Jahre ihrer Kindheit unbeschwert, doch unter dem strengen Regiment der aus Österreich stammenden Mutter. 1939 zieht die Familie nach Hermannstadt um. Weiterlesen

,,Eine der Edelfedern der HZ“

Nachruf auf den langjährigen HZ-Redakteur Wolfgang Fuchs

Ausgabe Nr. 2676

Wolfgang Fuchs, ,,eine der Edelfedern der HZ“, wie ihn Konrad Klein in seinem Beitrag ,,Menschen in Hermannstadt“ in der Siebenbürgischen Zeitung vom 22. Januar 2011 beschrieben hat.     Foto: Konrad KLEIN

Der langjährige HZ-Redakteur Wolfgang Werner Fuchs, der am 6. Juni gestorben ist, ist am 7. Juni 1943 in Kronstadt geboren als jüngster Sohn der Friederike Charlotte geb. Fielk und des Joseph Fuchs. Sein Vater war vor seiner Geburt nach Russland deportiert worden und kehrte erst etwa fünf Jahre später zurück, sodass er seinen jüngsten Sohn erst im Kindergartenalter kennenlernte. Wolfgang Fuchs verbrachte seine Kindheit und die Schulzeit gemeinsam mit seinem älteren Bruder Wolfram Dieter (Jahrgang 1941) in Knees/Sat Chinez/Kreis Temeswar im Banat. Später besuchte er das Lenau-Lyzeum in Temeswar.Weiterlesen

Vorläufig nur im Netz zu sehen

Ausstellung zum 100. Geburtstag von Paul Celan

Ausgabe Nr. 2675

Die Gedenkplatte  (kleines Bild) ist auf einem Sockel unmittelbar neben (am Fuße) der Platten-Säule des Celan-Denkmals aus 1992 in Czernowitz aufgestellt. Die Säule krönt eine Celan-Porträt-Skulptur. Foto: Luzian GEIER

Unter dem Titel ,,CELAN 100 – Printre cuvinte/Unter den Wörtern“ veranstaltet das Bukarester Bürgermeisteramt im Nationalmuseum der Rumänischen Literatur (Muzeul Național al Literaturii Române) in Bukarest eine Ausstellung zum 100. Geburtstag des Dichters Paul Celan (1920-1970). Weiterlesen

Die Grande Dame des Klavierspiels

40 Jahre seit dem Tod von Mitzi (Maria) Klein-Hintz

Ausgabe Nr. 2674

Mitzi Klein-Hintz (1891-1980).Foto: Horst BUCHFELNER

Am 14. Mai 1980 versammelte sich eine stattliche Trauergemeinde in der Kapelle des Hermannstädter Waldfriedhofs, um von Mitzi Klein-Hintz, einer bedeutenden siebenbürgischen Künstlerin Abschied zu nehmen. Zwei Tage vorher war die 88-Jährige den Folgen eines Schlaganfalls und chirurgischen Eingriffs erlegen. „Landesbischof Albert Klein hielt die Trauerrede, der Bachchor sang und die Philharmonie spielte“, berichtet der Sänger Ernst Herbert Groh, der zu den treuen und langjährigen Lebensgefährten der Verstobenen zählte. 40 Jahre nach ihrem Ableben sollte nun an diese Künstlerin erinnert werden, die „ein ruhmreiches Kapitel Siebenbürgischer Kunstgeschichte geschrieben hat“, so der damalige Berichterstatter.Weiterlesen

Aus der Sicht der Kunst

Der Kunsthistoriker Marius Joachim Tătaru ist tot

Ausgabe Nr. 2671

Marius Tătaru bei der Vernissage der Ausstellung Susanne Schunn im Siebenbürgischen Museum, Mai 2011.Foto: Werner SEDLER

Am 20. April vollendete sich viel zu früh das Leben eines Menschen, zu dessen fachlichem Werdegang und beruflichem Wirken die kunsthistorische Beschäftigung mit Bildwelten als eine überaus bestimmende und wesentliche Konstante gehörte: des Kunsthistorikers und langjährigen wissenschaftlichen Mitarbeiters des Siebenbürgischen Museums, Marius Joachim Tătaru.Weiterlesen