Begnadet und dennoch bescheiden

Nachruf auf die Germanistin Johanna Bottesch

Ausgabe Nr. 2705

Johanna Bottesch in der Bibliothek des Deutschen Kulturzentrums Hermannstadt. Foto: DKH

Am 3. Januar 2021 ist Johanna Hermine Bottesch im Alter von 65 Jahren verstorben. Ihre Lehr- und Forschungstätigkeit belegt die fachliche Gründlichkeit, mit der sie die „Wissenschaft von der Sprache“ betrieb, und mit der gleichen Gründlichkeit vermittelte sie anschaulich auch das Wissen um Sprache.

Mit Respekt und Dankbarkeit gedenken wir dem Wirken einer Germanistin, deren pädagogische Begabung, Disziplin, Pflichtbewusstsein und Zuverlässigkeit musterhaft waren. Johanna war von der stillen Sorte und dennoch weit über die Grenzen ihres Wirkungsortes bekannt und geschätzt.Weiterlesen

Freundlich, hingebungsvoll und engagiert

Zum Gedenken an den ehemaligen Großpolder Pfarrer Wolfgang Rehner

Ausgabe Nr. 2705

Pfarrer Wolfgang Rehner (6. v. l.) mit Vikar und Jugendlichen nach dem Gottesdienst in Großpold.                                       Foto: Johann KLUSCH

Stadtpfarrer Wolfgang Rehner i. R., geb. am 13. April 1936, war einst Vikar in Großpold und kam 1968 als gewählter Pfarrer nach Großpold. Ein junger Pfarrer von nur 32 Jahren, in einer sehr herausfordernden Gemeinde. Die Pfarrfamilie bestand aus dem Ehepaar Wolfgang und Gertrud Rehner geb. Knall, der Tochter Gertrud, dem Sohn Wolfgang, der Tochter Maria, sowie dem kleinen Martin, den die Oma im Arm hielt. In der Großpolder Zeit kam später das jüngste Kind, Johannes, zur Welt.

In Großpold wurde viel von ihm erwartet. Da war ein intensiver kirchlicher Unterricht zu gestalten, mehr als 50 Kinder in manchem Jahrgang. Stolze Presbyter, Kirchenväter und Kuratoren, ,,Adjuvanten“ für Festlichkeiten und Trauermusik bei jedem Begräbnis; die Bibelstunden, Frühgottesdienst und Vesper in der Fastenzeit, das ,,Leiden nach dem Evangelisten Matthäus“ im Stile von Heinrich Schütz von den Adjuvanten jeden Gründonnerstag- und Karfreitag aufgeboten. Nachbarschaften, Bruder- und Schwesternschaften. Die auf Pfarrer Scherg aus Kronstadt zurückgehende Sonntagschule. Fromme Frauen, die regelmäßige Andachten brauchten. Das Herz des neuen Pfarrers aber schlug ganz besonders für die Jugendarbeit.Weiterlesen

Ein aufrechter Christ

Nachruf auf Stadtpfarrer Wolfgang Rehner

Ausgabe Nr. 2704

Pfarrer i. R. Wolfgang Rehner (am Rednerpult) bedankt sich für die Honterus-Medaille, die ihm im Rahmen des Großen Sachsentreffens 2017von Martin Bottesch im Namen des Siebenbürgenforums (2. v. r.) und Bischof Reinhart Guib seitens der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien überreicht wurde.                                     Foto: Fred NUSS

Am Sylversterabend 2020, etwa 20 Uhr, hat das Herz von Wolfgang Rehner zu schlagen aufgehört. Er war aus dem Vespergottesdienst nachhause gekommen, hatte sich an den Tisch gesetzt und mit seiner Frau eine Andacht vor dem Abendessen gehalten. Die letzten Worte des gelesenen Psalms lauten: „Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit.” Danach hielt er ein wenig inne. Er wollte seiner Frau noch etwas sagen. Dazu kam es nicht mehr.

Der am 13. April 1936 in Wolkendorf geborene Wolfgang Rehner war Pfarrer mit Leib und Seele. Er hat als Seelsorger in Gergeschdorf angefangen, war längere Zeit Dozent für Religionsgeschichte und Altes Testament an unserm Theologischen Institut, wurde als Pfarrer nach Großpold gerufen und im Jahr 1976 als Stadtpfarrer nach Hermannstadt.Weiterlesen

,,Du wirst nie in deinem Leben Poetin“

Gespräch mit Nora Iuga, der Grande Dame der rumänischen Literatur

Ausgabe Nr. 2704

Am 30. September 2015 überreichte Werner Hans Lauk, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Rumänien, Nora Iuga das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Foto: Christel WOLLMANN-FIEDLER

Nora Iuga, die Grande Dame der rumänischen Literatur feierte am 4. Januar 2021 ihren 90. Geburtstag. Aus diesem Anlass veröffentlichen wir in gekürzter Form ein Interview, das sie vor kurzem der Berliner Fotografin und Autorin Christel Wollmann-Fiedler per Telefon gewährt hat. Christel Wollmann-Fiedler hat Nora Iuga in dem Jahr 2003 kennen und schätzen gelernt, als sie aus Tübingen nach Berlin gezogen ist und Nora Iuga gerade ein DAAD-Stipendium wahrnahm und zahlreiche Lesungen hatte, u. a. in der Inselgalerie.

Hier stellte sie ihr Buch „Die Sechzigjährige und der junge Mann“ vor und begeistert die Anwesenden mit ihrem, so Wollmann-Fiedler, ,,unwiderstehlichen Ductus“.Weiterlesen

Erfolgserlebnisse sind Wegzeichen

Zum 80. Geburtstag des Theologieprofessors Dr. Hans Klein

Ausgabe Nr. 2698

Der damalige DFDH-Vorsitzende Hans Klein begrüßt im Namen der Gastgeber die Anwesenden bei der Feier des 50. Gründungsjubiläums der Hermannstädter Zeitung am 25. Februar 2018 im Spiegelsaal des Forumshauses. Foto: Fred NUSS

,,Hans Klein ist in die Arbeit des Forums seit dessen Anfängen mitverantwortlich eingebaut“ heißt es auf der Rückseite des neuesten Buches, das der Theologieprofessor Hans Klein kurz vor seinem 80. Geburtstag publiziert hat, den er am 9. November d. J. gefeiert hat. Wird diese Aussage dem Jubilar gerecht? Schließlich blickt der  Mitbegründer und langjährige Vorsitzende des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt auf eine bemerkenswerte theologische und politische Laufbahn zurück. Diese war, wie aus dem Buch immer wieder hervorgeht von Stichworten geprägt, die gleichzeitig seinen Lebenslauf bestimmt haben: Vertrauen, Hoffnung, Mut, neue Wege zu beschreiten, Ausschau halten nach offenen Türen, Gemeinwesen, Gemeinschaft, Zuverlässigkeit, Vision, konstruktiver Optimismus, Zuversicht.Weiterlesen

,,Facettenreiche Arbeit im Kulturbereich“

Gespräch mit der ifa-Kulturmanagerin Aurelia Brecht

Ausgabe Nr. 2698

Aurelia Brecht.                                                   Foto: Winfried ZIEGLER

Aurelia Brecht, 1987 in Frankfurt am Main geboren, hat Geschichte und Französisch an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz sowie an der Université de Bourgogne in Dijon, Frankreich, studiert und hat dort die Licence-Prüfung (Bachelor) abgelegt. Im Rahmen des Freiwilligendienstes „kulturweit“ des Auswärtigen Amtes verbrachte sie im Jahr 2010 sechs Monate am Goethe-Institut in Bukarest. Zurück in Mainz schrieb sie ihre Magisterarbeit zum Thema „Zwischen Ausharren und Aufgeben – Die Auswanderung der Siebenbürger Sachsen ab 1967“; im Herbst 2017 zog es sie schließlich wieder nach Rumänien – dieses Mal nach Hermannstadt. Nach einem Praktikum bei der Hermannstädter Zeitung 2017 trat sie eine Stelle beim Institut für Auslandsbeziehungen an und arbeitet seit Januar 2018 als Kulturmanagerin beim Demokratischen Forum der Deutschen in Hermannstadt.

Im Juli 2020 sprach der HZ-Praktikant Tobias L e i s e r mit Aurelia Brecht über ihre Arbeit.Weiterlesen

Er blickt auf turbulente Jahre zurück

Der gebürtige Hermannstädter Schauspieler Karlheinz Maurer wird 80

Ausgabe Nr. 2694

Karlheinz Maurer  2019 bei der Adventsfeier der Freiburger Kreisgruppe.        Foto: die Verfasserin

Wann ist der beste Zeitpunkt, über das Leben und Wirken eines Menschen zu berichten, wenn nicht zu einem runden Geburtstag?! Auf turbulente 80 Lebensjahre kann der am 21. Oktober 1940 in Hermannstadt geborene Schauspieler und Regisseur Karlheinz Maurer zurück blicken. Heute lebt er in Gundelfingen bei Freiburg und ist aus dem Kulturleben der Siebenbürger in Freiburg nicht mehr wegzudenken. Weiterlesen