Wo das Land im Wasser versinkt

Dan Ivans Erinnerungen an das Donaudelta der komunistischen Jahre

Ausgabe Nr. 2965

Dan Ivan: Meile 23. Geschichten aus dem Donaudelta. Aus dem Rumänischen von Peter Groth. Dittrich Verlag in der Velbrück GmbH Verlage, Weilerswist-Metternich 2026, 146 Seiten, ISBN 978-3-912155-60-0. www.dittrich-verlag.de

Es gibt Bücher über die kommunistische Zeit, die vor allem Repression, Angst und die Tristesse einer vergangenen Epoche in den Mittelpunkt stellen. Und es gibt Bücher, die hinter den politischen und ideologischen Kulissen die Menschen, ihre Geschichten und jene Formen von Solidarität sichtbar machen, die das Leben trotz aller Widrigkeiten erträglich machten. Dan Ivans „Meile 23“, das Peter Groth für den Dittrich Verlag ins Deutsche übersetzt hat, gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Der Band versammelt Geschichten aus dem Donaudelta, die autobiographische Erfahrungen mit literarischer Gestaltung verbinden. Die rumänische Originalausgabe erschien bereits 2019 unter dem Titel „Mila 23“ im Bukarester Nemira-Verlag.Weiterlesen

Eine verschwundene Welt

Buch über die Nachbarschaften im Mediascher Stuhl

Ausgabe Nr. 2964

Prof. Dr. Zeno-Karl Pinter, Dr. Simona Maria Malearov, Dr. Ciprian Ștefan, Martin Bottesch und Moderator Benjamin Józsa sprachen bei der Buchvorstellung im Spiegelsaal (v. l. n. r.).                       Foto: die Verfasserin

Um eine „fast verschwundene Welt“ gehe es in ihrer neuesten Veröffentlichung, sagte die Volkskundlerin Simona Maria Malearov bei der im Spiegelsaal des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt erfolgten Vorstellung ihres Buches „Sub semnul rânduielii săsești. Vecinătăți rurale din Scaunul Mediaș“ (Im Zeichen der sächsischen Ordnung. Dörfliche Nachbarschaften im Mediascher Stuhl), das vor kurzem erschienen ist. Dabei handelt es sich um ihre in Buchform gegossene Dissertation aus dem Jahr 2023. Weiterlesen

Von außergewöhnlicher Strahlkraft

,,Bukowina. Eine europäische Vielvölkerregion” von Mariana Hausleitner

Ausgabe Nr. 2963

Mariana Hausleitner: Bukowina. Eine europäische Vielvölkerregion. Deutsches Kulturforum östliches Europa 2026, 331 Seiten, ISBN 978-3-936168-96-9, 22 Euro.

Die Bukowina galt lange als eines der vielfältigsten kulturellen Zentren Osteuropas. In ihrem neuen Buch zeichnet die Historikerin Mariana Hausleitner die wechselvolle Geschichte dieser heute zwischen Rumänien und der Ukraine geteilten Region nach: Von ihrer Blütezeit als pluriethnischer Raum bis zu den Verwerfungen von Nationalismus, Krieg und Vertreibung im 20. Jahrhundert. Nach einer ersten Präsentation Ende April in Bukarest wurde der Band am 5. Juni auch in der Rumänischen Botschaft in Berlin vorgestellt.Weiterlesen

Klug und tiefgründig

Der neue Roman von Iulian Ciocan

Ausgabe Nr. 2961

Iulian Ciocan: Am Morgen kommen die Russen. Roman. Aus dem Rumänischen von Peter Groth. Dittrich Verlag, Weilerswist-Metternich 2025, 240 Seiten, ISBN 978-3-910732-88-9, 18 Euro.

Mit seinem Roman „Am Morgen kommen die Russen“, der 2015 auf Rumänisch unter dem Titel „Iar dimineaţa vor veni ruşii“ im Polirom Verlag erschienen ist, liefert Iulian Ciocan eine kraftvolle literarische Vision, die sich zwischen dystopischer Fiktion und bitterer politischer Realität bewegt. Der Autor, der als eine der wichtigsten Stimmen der zeitgenössischen Literatur der Republik Moldova gilt, greift ein zentrales Thema seiner Heimatregion auf: die wiederkehrende Angst vor Fremdherrschaft, Besetzung und Identitätsverlust.Weiterlesen

Glück hatten immer nur die anderen

Zum Roman ,,Glücksfeuer – Regionales Liebeschaos“ von Christine Schleifer

Ausgabe Nr. 2959

Christine Schleifer: Glücksfeuer. Regionales Liebeschaos. ISBN 978-3-95667-360-3, 147 Seiten (links); Christine Schleifer: Sehnsucht die mich trägt. Erinnerungen. ISBN 978-3-944343-79-2, 158 Seiten (rechts) Beide Bücher erschienen im Verlag 3.0 Zsolt Majsai Linz am Rhein 2019 bzw. 2016, http://buch-ist-mehr.de. Informationen und Bestellungen im Erasmus-Büchercafé unter erasmus@buechercafe.ro oder bei der Autorin unter http://www.christine-schleifer.com/

Im zweiten Roman von der 1972 in Arad geborenen Autorin Christine Schleifer „Glücksfeuer – Regionales Liebeschaos“ begleiten wir die 31-jährige Werbe-Designerin Marie auf ihrer Suche nach der großen Liebe, auf die sie schon lange Zeit sehnsüchtig wartet. Wobei sie eigentlich glaubte, diese im charmanten Harry schon gefunden zu haben. Aber so leicht ist es leider nicht… An einem Wasserrad an der Saline entdeckt sie einen Mann, der sie sofort in seinen Bann zieht und den sie unbedingt wieder sehen will. Immer wieder besucht sie den Ort, in der Hoffnung ihm zu begegnen, doch es scheint, als habe sie auch dabei kein Glück. Weiterlesen

Zwischen Geschichten und Realität

Albumbilder – ein neues Buch von Carmen Elisabeth Puchianu

Ausgabe Nr. 2958

Carmen Elisabeth Puchianu: Albumbilder-Geschichten. Paramon Verlag Zug, 2026; ISBN 978-3-038-865-3, 246 Seiten, 18,80 Euro. Informationen und Bestellungen unter www.paramon.ch

Die Kronstädter Autorin Carmen Elisabeth Puchianu veröffentlichte Anfang Februar im Zuger Paramon Verlag mit ihrem neuen Buch „Albumbilder – Geschichten“ eine literarische Sammlung mit Erzählungen, die unter die Haut gehen. Sie beschreibt in ihren Geschichten den Alltag und die Lebensrealität in Rumänien im politischen und geografischen Kontext. Weiterlesen

Historischer Rückblick

Ausgabe Nr. 2956

Buchpräsentation im Parlament der Republik Österreich

Andrea Amza-Andraș, Geschäftsträgerin a. i. der rumänischen Botschaft in Österreich, begrüßte alle Anwesenden. Foto: Rumänische Botschaft Wien

Zwischen Wien und Siebenbürgen verläuft weit mehr als eine historische Verbindungslinie – es ist ein gemeinsamer politischer und kultureller Erfahrungsraum, dessen Bedeutung bis in die Gegenwart reicht. Mit dem Band „Transsilvanien in Wien. Die Parlamentarier aus Siebenbürgen im österreichischen Reichsrat 1863–1865“ wird ein bemerkenswertes Kapitel europäischer Geschichte neu erschlossen. Das Werk ist nicht nur eine fundierte wissenschaftliche Studie, sondern zugleich ein starkes Zeichen für die lebendige Verbundenheit zwischen Österreich und Rumänien.Weiterlesen

Ein Mosaik der Erinnerungen

Ausgabe Nr. 2956

Briefe und Tagebücher erzählen von Deportation und Heimkehr

Reinhardt Schuster, Bernhard Heigl und Manfred Copony bei der Buchvorstellung am 12. März in Kronstadt (v. l. n. r.). Foto: John ASHT

Ein silberner Löffel kann vieles sein: Alltagsgegenstand, Erinnerungsstück oder stiller Begleiter durch Zeiten größter Not. Im Band „Dem Himmel näher als der Heimat. Aus einem Zettelkoffer gesammelt“, herausgegeben von Reinhardt Schuster und Manfred Copony, steht dieser Gegenstand sinnbildlich für das, was dieses Buch leistet: Es bewahrt Erinnerungen, die sonst leicht verloren gehen könnten.

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Ausreisen, aber nicht ankommen…

Ausgabe Nr. 2956

Anton Sterbling und sein neuestes Buch über kulturelle Identität


Anton Sterbling: Fragen der kulturellen Identität. Donauschwäbische Kultur, Schriftsteller in der Fremde, Relevanz der Sprache. Pop Verlag Ludwigsburg, 2026; Reihe Universitas, Bd. 15, 244 S.; ISBN 978-3-86356-434-6; 21,50 Euro.

Es mag ungewöhnlich sein, aber gern beginne ich mit einem Dank an den Ludwigsburger Pop-Verlag, der einmal mehr bei einer Herausgabe seiner Bücher ein gutes Händchen bewiesen hat. Angesichts der schwierigen Situation auf dem Buchmarkt, der allgemeinen in Kriegs- und Krisenzeiten erschwerten Produktions- aber auch Verkaufsbedingungen ist die Herausgabe anspruchsvoller Buchtitel schon ein nicht zu unterschätzender Wert. Umso mehr bei Büchern, die die Bestsellerlisten nicht erobern werden. Nun mag dem Verlag der Bekanntheitsgrad des Autors Anton Sterbling und sein beachtenswertes und vielfach gelobtes Gesamtwerk helfen, auch dieses Buch in der geneigten Leserschaft zu platzieren, gleichwohl selbstverständlich ist das nicht.

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Landkarte fürs Leben

Ausgabe Nr. 2954

Der Philosoph Carsten Adler über Stoizismus, Veränderung und sein Buch

Der gebürtige Burgdorfer Geisteswissenschaftler Carsten Adler. Foto: Privat

Was bedeutet es, ein gutes Leben zu führen? Für den Philosophen Carsten Adler liegt die Antwort nicht in äußeren Umständen, sondern im eigenen Umgang mit ihnen. In seinem Buch „Pepe Poseidonios – der kleine Stoiker aus dem Atlantik“ nähert er sich dem Stoizismus auf persönliche Weise. Eine Rezension ist aus der Feder von Eduard Reschke in der HZ Nr. 2950 vom 13. März 2026 erschienen. Im Gespräch berichtet Carsten Adler dem HZ-Praktikanten Eduard R e s c h k e von seinem Zugang zur stoischen Philosophie, persönlichen Wendepunkten und die Gedanken hinter seinem Buch.

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7. Rolf Bossert-Gedächtnispreis verliehen 

Ausgabe Nr. 2954

Die 36. Auflage der Reschitzaer Deutschen Literaturtage fand vom 26. bis 29. März statt, einen Bericht dazu können Sie in einer unserer nächsten Ausgaben lesen. Im  Rahmen der Veranstaltung hat Hauptorganisator Erwin-Josef Țigla dem DFDR-Landesvorsitzenden Dr. Paul-Jürgen Porr am Samstag, den 28. März, den Ehrentitel „Europäer des Jahres 2026 innerhalb der deutschen Gemeinschaft im Banater Bergland“ überreicht. Ebenfalls am Samstag fand die Verleihung des „Rolf Bossert“-Gedächtnispreises 2026 an den 1981 in Sigmaringen geborenen Autor Tobias Pagel statt. Die Laudatio hält der Preisträger 2025 Dietrich Machmer. Die Preisverleihung fand in  der Intermodalstation (das ist die Endstation der neuen Straßenbahnlinie, von wo man umsteigen kann zu den Bussen, die in die bergwärtigen Vororte von Reschitza sowie in die ehemaligen deutschen Niederlassungen am Semenik – Franzdorf/Văliug, dem Ort, wo Rolf Günther Bossert seine Ferien im Josephinental verbrachte, Wolfsberg/Gărâna und Weidenthal/Brebu Nou fahren) des Reschitzaer Nahverkehrsunternehmens TUR. Der Ort wurde nicht zufällig gewählt: Die Intermodalstation befindet sich knapp hundert Meter von Rolf Bosserts erster Schule, aber auch keine 300 Meter von dessen Geburtshaus in der Castanilor-Straße. In dem „Die Federleichtigkeit der Gedanken” getitelten Geleitwort zum 7. Rolf Bossert-Gedächtnispreis sagte der Initator des Preises, Hellmut Seiler, u. a.: „Der diesjährige Gedächtnispreis stand unter besonderen Vorzeichen: 1. sind wir bei seiner siebten Auflage und Rolf Bosserts Debütband von 1979 hieß ’siebensachen‘; 2. sind 40 Jahre seit seinem erschütternd jähen und immer noch unbegreiflichen Ende vergangen. Und 3. hat die Anzahl der Einsendungen zum Preis die Tausendermarke überschritten: Es sind bislang deren 1022 aus 16 Ländern Europas, Asiens, Afrikas und Südamerikas eingegangen.” Unser Bild: Erwin Josef Țigla, Laudator Dietrich Machmer, Preisträger Tobias Pagel mit Ehrendiplom und Initiator Hellmut Seiler (v. l. n. r.).                                      Foto: DFDBB