Neue Bücher zu Hermannstadt

Buch über Frauenpersönlichkeiten in Arbeit

Ausgabe Nr. 2648

Constantin Necula/Sorana Maier: Hermannstadt. ,,Häuser mit Seele“, nach einem Jahrhundert unter dem Zeichen der Einheit. Deutsche Fassung: Klaus M. Untch. Eikon-Verlag, Bukarest, 2019, 180 Seiten, ISBN 978-606-49-0071-5.

Die beiden Hermannstadt gewidmeten Prachtbände, die jeder der Teilnehmenden am EU-Gipfel vom 9. Mai d. J. mitnehmen durfte, sind vor kurzem als günstige Broschüren erschienen.Weiterlesen

Wie schmeckt Hermannstadt?

Neues Buch von Dagmar Dusil wurde im Spiegelsaal vorgestellt

Ausgabe Nr. 2645

Dagmar Dusil (links) und Beatrice Ungar bei der Lesung.
Foto: Cynthia PINTER

Vinete-Salat, gefüllte Paprika, Mici und Baumstriezel bebildern einen schwarzen Umschlag. Und wenn man davon noch nicht hungrig geworden ist, so läuft dem Leser schon nach einigem Blättern im neuesten Buch von Dagmar Dusil das Wasser im Mund zusammen. „So is(s)t Hermannstadt“ heißt das Buch, das im Pop-Verlag Ludwigsburg vor kurzem erschienen ist und am vergangenen Freitag, dem 11. Oktober, im Spiegelsaal des Hermannstädter Forums vorgestellt wurde. Dass es kein typisches Kochbuch ist, entdeckt man schon im Vorwort, im ersten Absatz: „Wie Hermannstadt isst und schmeckt, ist das Anliegen dieses Buches. Wie hat Hermannstadt in früheren Zeiten geschmeckt? Nostalgisch, bürgerlich. Wie schmeckt Hermannstadt heute? Modern, neu, interessant. Wie hat Hermannstadt nach dem Zweiten Weltkrieg und in der Zeit bis zur Revolution 1989 geschmeckt? Sparsam, karg, nach Not. Schmeckt Hermannstadt siebenbürgisch-sächsisch, rumänisch, ungarisch? Oder nach einem Gemisch aus allen dreien?“ Die Antworten darauf bekommt man in den insgesamt 186 Seiten zu lesen. Weiterlesen

,,Stoppt die Vernichtung!“

Neuauflage eines Buches von August Roland von Spiess

Ausgabe Nr. 2645

Die Neuauflage (links) und die Erstausgabe des Buches (rechts). Die rumänische Ausgabe ist 1942 im Verlag Fundația Regală pentru Literatură și Artă (Königliche Stiftung für Literatur und Kunst) unter dem gleichen Titel erschienen. Das deutsche Originalmanuskript wurde 2015 in dem Melsungener Verlag Neumann-Neudamm unter dem Titel ,,Aus Siebenbürgen zum Kilimanjaro. Jagden in Afrika“ herausgegeben.
Foto: Beatrice UNGAR

,,Zwei Millionen Hektar Wald sind der menschlichen Gier und dem übertriebenen Krämergeist zum Opfer gefallen, durch die der stolze Wald zu einer öden Fläche wurde. Der leichte Humusboden des ehemaligen Waldes wird ausgewaschen, Chausseen, Äcker, Weiden werden mit Schotter bedeckt, aus dem Boden erwachsen leere Felswände, das Grün des Waldes wird Karst, wüst und traurig. Ich war entsetzt, als ich in diesem Herbst sah, wie der Fuß der Berge verschlammt, wie die Bäche sich vertiefen und wie die Gefahr von Überschwemmungen von Jahr zu Jahr wächst. Erwacht, Ihr Patrioten und Bürger, die Ihr diesem schönen Land verbunden seid! Stoppt die Vernichtung Eurer herrlichen Wälder und ihrer schönsten Zierde: der Tierwelt!“Weiterlesen

Akribisch dokumentiert

Buch über strombetriebenes Transportwesen

Ausgabe Nr. 2642

Die Buchpräsentation moderierte Verlagsleiter und DFDR-Geschäftsführer Benjamin Józsa, es sprachen Vizebürgermeisterin Corina Bokor, der Autor Marcel Stancu, der Bürgermeister von Rășinari Bogdan Bucur und der Vorsitzende des Siebenbürgenforums, Martin Bottesch (v. l. n. r.).
Foto: Fred NUSS

,,Welche Vorteile würde die elektrische Bahn bieten! Da ist vor allem der Junge Wald, dieses herrliche Schatzkästlein, welches die Natur unserer Hermannstadt vor die Tore gelegt hat, es würde erst durch die elektrische Bahn in seiner vollen Pracht aufgeschlossen werden. Tausende würden da im schattigen Eichenwald auf seinen lauschigen Plätzen und Wegen sich von der Woche oder des Tages Mühen ergehen und wieder erfrischen können“. Weiterlesen

Nicht nur für Neppendorfer

Bücher des Pädagogen Samuel Beer im Schiller-Verlag

Ausgabe Nr. 2642

Samuel Beer: Daheim in der Fremde. Die Geschichte der Familie Beer/Penonre aus Neppendorf Schiller Verlag Hermannstadt-Bonn, 2018, 190 Seiten, ISBN 978-3-946954-37-8

,,Wo sind meine Wurzeln? Wieso haben meine Eltern eine Heimat in Siebenbürgen und eine Urheimat im Salzkammergut in Österreich? Warum sind meine Vorfahren aus Goisern nach Neppendorf gezogen?“ Er habe versucht ,,meinen Enkeln eine Antwort auf diese Fragen zu geben, denn jeder Mensch hat das Recht zu wissen, wer seine Ahnen sind“, schreibt Samuel Beer (Jahrgang 1934) in dem Vorwort zu dem Buch ,,Daheim in der Fremde. Die Geschichte der Familie Beer/Penonre aus Neppendorf“, das 2018 im Schiller-Verlag Hermannstadt-Bonn erschienen ist. Beide Bände wurden durch Unterstützung des Landes Kärnten gedruckt und liegen in Hermannstadt in der Schiller-Buchhandlung und im Erasmus-Büchercafé auf.Weiterlesen

Mit dem Wasserzeichen unterwegs

Gedanken zum neuen Buch von Eginald Schlattner / Von Christel WOLLMANN-FIEDLER

Ausgabe Nr. 2640

Ein Feature in der Sendung Tonspuren im ORF widmete Nikolaus Scholz Eginald Schlattner am Dienstag. Unser Bild: Eginald Schlattner mit Dr. Susanne Thrull, Monika Scholz und Nikolaus Scholz sowie Dr. Ralf Thrull beim Start auf dem Pfarrhof zu der für alle Gäste obligatorischen Kutschfahrt (v. l. n. r.).
Foto: Beatrice UNGAR

Bereits im Oktober 2018 auf dem Heimweg von Hermannstadt nach Berlin begann ich in dem jüngsten Buch von Eginald Schlattner – „Wasserzeichen“ – zu lesen. Auf dem Flug im Dezember nach Lissabon war das dicke Buch auch dabei, doch die vielen neuen Eindrücke in Portugal ließen es unberührt. Auf dem Weg von München nach Berlin lese ich erneut darin. Es ist Nacht, die Landschaften, die ich durchfahre sind nicht zu erkennen. Ich fahre gedanklich durchs dunkle Rumänien, durchs dunkle Siebenbürgen, wie ich es oft in den Jahren getan habe und begleite die Beschreibungen zu jedem Ort, doch die Zeit, die beschrieben wird, liegt lange zurück. Weiterlesen

Detailreich und kurzweilig

Ioana Heidels Autobiografie in deutscher Sprache

Ausgabe Nr. 2639


Ioana Heidel: Mein Lebensweg bis jenseits des Horizonts.  (rumänischer Originaltitel: „Dincolo de orizont“). Übersetzung ins Deutsche: Ioana Heidel, Verlag Ecou Transilvan, Klausenburg, 2017, 484 S., ISBN 978-606-730-921-2, zu bestellen bei der Autorin, E-Mail: ioahei@yahoo.de, Tel. 0049 (0931) 270.74.82, Mobil: 0049 (0160) 90.57.99.26.

Ioana Heidels Autobiografie erschien 2013 in rumänischer Sprache unter dem Titel „Dincolo de orizont“ und  2017 in deutscher Sprache unter dem Titel ,,Mein Lebensweg bis jenseits des Horizonts“. Jenseits des Horizonts und doch ganz diesseits in dieser Welt bewegt sich die aus Rumänien stammende Schriftstellerin und betritt selbstbewusst, grenzüberschreitend das Terrain des aktuell beliebten Genres des fiktionalisierten, mit Mythen angereicherten, autobiografischen Romans. Weiterlesen

Pionierstudie und Standardwerk

Vasile Ciobanu: ,,Die Deutschen in Rumänien 1918-1919″  / Von Dr. Mariana HAUSLEITNER

Ausgabe Nr. 2639

Vasile Ciobanu: Die Deutschen in Rumänien 1918-1919, deutsche Fassung: Beatrice Ungar, Honterus Verlag Hermannstadt 2019, 359 S.,  ISBN 978-606-008-018-3

Der Historiker Vasile Ciobanu dürfte vielen in Hermannstadt bekannt sein, da er sich schon seit vielen Jahren intensiv mit der Geschichte der Siebenbürger Sachsen beschäftigt. 2001 publizierte er das Buch „Contribuţii la cunoaşterea saşilor transilvăneni  1918-1944“, das seine umfangreichen Studien zusammenfasste. 2013 folgte „Germanii din România în anii 1918-1919“ und nun die aktualisierte Fassung in der guten deutschen Übersetzung von Beatrice Ungar. Im Vorwort vermerkt Mathias Beer, dass dies eine Pionierstudie und gleichzeitig ein Standardwerk ist (S. 12) ist. Der Autor benennt in der Einleitung kurz, warum in der kommunistischen Ära in Rumänien über das Verhalten der deutschen Minderheit zur Entstehung Großrumäniens wenig publiziert wurde. In der BRD entstanden mehrere Regionalanalysen, aber keine Analyse der Haltung aller vier deutschen Gruppen in diesen Jahren.Weiterlesen