Bodenheizung, Bohrungen, Vitralien

Zwischenbilanz der Renovierungsarbeiten an der evangelischen Stadtpfarrkirche

Ausgabe Nr. 2666

So sah die Nordseite der evangelischen Stadtpfarrkirche vor der Montage der restaurierten Vitralien von außen aus. Zu sehen ist der neue Putz.
Foto: Beatrice UNGAR

Seit zwei Jahren ist die evangelische Stadtpfarrkirche wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Im März 2018 konnte nämlich nach der erfolgreichen Prozedur zur Beantragung der Mittel für das EU-Projekt mit der effektiven Arbeit begonnen werden. Zur Erinnerung: Der Finanzierungsvertrag wurde 2016 eingereicht und im April 2017 wurde der Vertrag über eine Gesamtsumme von 21.910.483 Lei unterzeichnet. Der Abschluss der Arbeiten war darin für Oktober 2020 vorgesehen, er wurde wegen der Verzögerung durch die archäologischen Arbeiten bis März 2021 verlängert. Die Arbeiten befinden sich jetzt sozusagen auf halber Strecke.Weiterlesen

Investition für Kirchenburg in Roseln

Interview mit Hauptanwalt Friedrich Gunesch über EU-Projekte in Siebenbürgen

Ausgabe Nr. 2664

 

Die Kirchenburg in Roseln/Ruja – die frühere Gemeinde ist heute verwaltungstechnisch ein Stadtteil von Agnetheln/Agnita.Foto: Niels STERN

Durch eine EU-Finanzierung wird die Kirchenburg in Roseln, der Heiligen Magdalena geweiht, saniert. Eines der Ziele des Projektes ist, die Besucherzahlen mindestens zu verdoppeln. Der Vertrag mit der Agentur für regionale Entwicklung Mitte (Agenția pentru Dezvoltare Regională Centru) wurde am 2. Februar 2018 unterzeichnet, gut zwei Jahre später beginnen nun die Renovierungsarbeiten.

Zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert, als Siebenbürgen noch Teil des mittelalterlichen Königreichs Ungarn war, begannen die Siebenbürger Sachsen ihre Kirchen zu befestigten, Kirchenburgen und Wehrkirchen auszubauen, als Schutz vor den Raubzügen des wachsenden Osmanischen Reiches. Um die 150 solcher Anlagen bestehen noch, eine davon ist die Kirchenburg in Roseln/Ruja im Kreis Hermannstadt. Roseln liegt mittig eingebettet zwischen Agnetheln und Probstdorf im Harbachtal. Gut 100 Jahre nach ihrem Bau zu Beginn des 15. Jahrhunderts wurde die Kirche befestigt; die oberen Mauern wurden mit Bastionen versehen, der Glockenturm im Westen wurde hinzugefügt und um die Kirche wurde eine Befestigungsmauer errichtet, welche im 19. Jahrhundert allerdings wieder abgerissen wurde.

Friedrich Gunesch, Hauptanwalt des Landeskonsistoriums der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien, sprach mit Niels Stern, Praktikant der  Hermannstädter Zeitung, über das Projekt.Weiterlesen

Geheimnisse der Heltauer Kirche

Archäologen gaben Ergebnisse ihrer Forschungen bekannt

Ausgabe Nr. 2663

Archäologen lüften 800-jähriges Geheimnis: Die Ergebnisse der archäologischen Grabung an der evangelischen Kirche in Heltau wurden am Mittwochabend vorgestellt.     Foto: Cynthia PINTER

Wo Archäologen am Werk sind, kommen immer große Geheimnisse zum Vorschein. So geschehen im Heltauer Kultursalon am Mittwochabend, dem 26. Februar, wo die Archäologin Dr. Maria Crângaci Țiplic vom Forschungsinstitut für Geisteswissenschaften Hermannstadt im Rahmen des Gemeindeabends der Evangelischen Kirchengemeinde Heltau zum Thema „Die Geheimnisse der Evangelischen Kirche in Heltau: Archäologie und Geschichte“ sprach. Die Forscherin stellte die bisherigen Ergebnisse der archäologischen Grabungen in der Heltauer Kirchenburg vor. Die wissenschaftlich sehr informative Veranstaltung wurde von vielen neugierigen Heltauern aber auch Historikern und Forschern aus Hermannstadt besucht. Weiterlesen

Eine alte Tradition

Zum 50. Mal Weltgebetstag in Hermannstadt

Ausgabe Nr. 2662

Diese von Sunhild Galter, der Vorsitzenden der Frauenarbeit der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien, gestaltete Weltgebetstagskerze wird den Altar beim WGT-Gottesdienst der evangelischen Kirchengemeinde Neppendorf schmücken, der ab 15 Uhr im Tagungshaus der Evangelischen Akademie Siebenbürgen stattfindet.                        Foto: Beatrice UNGAR

Unter dem Motto „Steh auf und geh!“ wird am 6. März 2020 der Weltgebetstag der Frauen begangen. In Hermannstadt lädt dazu ein Team Ehrenamtlicher um 17 Uhr in die Johanniskirche ein. Hier findet der Gottesdienst in deutscher Sprache statt; am selben Nachmittag wird in der römisch-katholischen Kirche ein ökumenischer Gottesdienst in ungarischer Sprache gefeiert. Parallel zum Gebet in der Johanniskirche wird für die Kinder ein Kinder-Weltgebetstag im Terrassensaal des Teutsch-Hauses angeboten.Weiterlesen

Wer kennt schon Kirchenburgen?

Podiumsgespräch zur Kirchenburgenlandschaft Siebenbürgen in Berlin

Ausgabe Nr. 2661

Podiumsteilnehmer, Moderator und Gastgeber (v. l. n. r.): Sebastian Bethge, Dr. Achim Krekeler, Bischof Reinhart Guib, Prof. Dr. Paul Zalewski, Stefan Bichler und Botschafter Emil Hurezeanu.  Foto: die Verfasserin

Wer kennt schon Kirchenburgen? Wer kennt die Landschaft, in der sie vor achthundert Jahren gebaut wurden? Nein, gleich um die Ecke stehen Sie nicht, man muss reisen, sich auf den Weg machen nach Rumänien in den Karpatenraum. Die Herren – keine Damen sind dabei – auf dem Podium, das am 11. Februar in der Botschaft Rumäniens in Berlin stattgefunden hat – wissen das, sie kommen alle nicht von dort, außer der amtierende Bischof der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien, Reinhart Guib, der einer siebenbürgisch-sächsischen Familie entstammt. Er kommt später, man wartet auf ihn. Der Himmel über Berlin wird im Moment von der stürmenden  teutonischen „Sabine“ beherrscht, doch ein Bischof kommt damit klar. Weiterlesen

Die Gotteshuld will wohnen.

Weihnachtsbotschaft von Vikarin Angelika BEER

Ausgabe Nr. 2654

Foto: Cynthia PINTER

„O du, die Wonne, verkündet in Zion“ klingt es mir noch im Ohr, vom Weihnachtskonzert des Hermannstädter Bachchores letzten Sonntag in der reformierten Kirche. Ein Chorstück aus dem Oratorium „Messias“ von Georg Friedrich Händel. „O du, die Wonne“ – wer oder was aber ist damit gemeint? Wird eine Wonne verkündet oder verkündet eine Wonne etwas? In seinem Oratorium hat Händel Textabschnitte aus der Bibel vertont, die Charles Jennens zusammengestellt hat. Vor allem mit Texten aus dem Alten Testament, der Hebräischen Bibel, wird im ersten Teil des Oratoriums die Ankunft des Messias, des Gesalbten, beschrieben. So blättere ich in den Büchern der Propheten, und finde in Jesaja 40, 9: „Zion, du Freudenbotin, steig auf einen hohen Berg; Jerusalem, du Freudenbotin, erhebe deine Stimme mit Macht; erhebe sie und fürchte dich nicht! Sage den Städten Judas: Siehe, da ist euer Gott.“ Zion, die heilige Stadt Jerusalem also ist die Wonne, die verkünden soll. Verkünden, dass Gott da ist, dass Gott tröstet und die Seinen nicht alleine lässt. „O du, die Wonne“, das klingt nach Freude, nach Zuneigung und nach etwas, das das Herz weit macht, das eine große Wirkung hat.Weiterlesen

Ein einmaliges Erlebnis

17. Reformationsgottesdienst in der Mundart

Ausgabe Nr. 2648

Die Lesung aus dem Evangelium überließ Pfarrer Michael Reger (rechts vor dem Gestühl stehend) seinem Amtskollegen, dem Militärpfarrer Johannes Waedt, der u. a. auf Radio Siebenbürgen die Reihe „Wort zum Sonntag“ gestaltet.                                                          Foto: Beatrice UNGAR

,,Alle, die einen sprachlich einmaligen Gottesdienst erleben wollen, sind herzlich dazu eingeladen“, hieß es in der Ankündigung des ersten Gottesdienstes in der siebenbürgisch-sächsischen Mundart in der Hermannstädter Zeitung Nr. 1851 vom 31. Oktober 2003. Dieser im Geiste der Reformation auf Bitte der Michelsberger evangelischen Kirchengemeinde veranstaltete Gottesdienst wurde am 2. November 2003 in der Michelsberger Dorfkirche gefeiert. Liturg und Prediger war Prof. Dr. Paul Philippi. Am Reformationstag 2019 fand schon zum 17. Mal dieser besondere Gottesdienst statt. Weiterlesen

,,Pionierregion der Religionsfreiheit“

Zur Konferenz ,,Grenzen überschreiten. 500 Jahre Reformation in Siebenbürgen“

Ausgabe Nr. 2648

Dr. Ulrich A. Wien (am Rednerpult) und Dr. Renate Klein bei der Eröffnung der Konferenz.                                                        Foto: Roger PÂRVU

Luther oder Melanchthon? Wittenbergisch oder nicht? Confesia Augustana invariata oder variata? Evangelisch, reformiert oder unitarisch? Die verschiedenen Wege und Weisen der Reformation in Siebenbürgen im 16. Jahrhundert werfen noch immer viele Fragen auf.  Vor 500 Jahren kam es zur Verbreitung der reformatorischen Schriften und des dazugehörenden Gedankenguts im siebenbürgischen Raum. Unter dem Titel „Grenzen überschreiten“ fand zwischen dem 31. Oktober und dem 3. November d. J. im Hans Bernd von Haeften-Tagungshaus der Evangelischen Akademie Siebenbürgen eine internationale Konferenz statt, welche sich mit der Reformation in Siebenbürgen, dieser „Pionierregion der Religionsfreiheit“ wie sie Dr. Ulrich A. Wien von der Universität Koblenz-Landau so trefflich nannte, auseinandersetzte. Weiterlesen