,,Plattformen der Normalität“

Ausgabe Nr. 2955

Deutscher Wirtschaftsclub Siebenbürgen veranstaltete Wirtschaftspanel im Spiegelsaal

Der DWS-Vorsitzende Wolfgang Köber stellt die Panel-Teilnehmer vor: Matthias Wichtler, Markus Teglas, Michael Schmidt, Emil Hurezeanu, Bernd Fabritius, Benjamin Józsa, Bernhard Gehlert und Robert Schwartz (v. l. n. r).
Foto: Laura MICU

Seit mehreren Jahrzehnten ist Deutschland der wichtigste ausländische Investor in Rumänien. Nach Angaben der Rumänischen Notenbank, beliefen sich die deutschen Direktinvestitionen in Rumänien im Jahr 2023 auf 682 Millionen Euro und erreichten insgesamt 17 Milliarden Euro. Im Jahr 2024 überstieg der bilaterale Handelsaustausch 42.5 Milliarden Euro. Zwischen 1990 und 2025 flossen über 43% der deutschen Investitionen in Rumänien in den Produktionssektor und trugen so zur Modernisierung und Entwicklung der rumänischen Industrie bei. Wie kam es aber zu diesen beeindruckenden Zahlen? Mit dieser Frage hat sich das Panel beschäftigt, zu dem der Deutsche Wirtschaftsclub Siebenbürgen (DWS) eingeladen hatte.

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Heltauerin wird JEV-Präsidentin

Ausgabe Nr. 2955

Hermannstadt. – Zur neuen Präsidentin der Jugend Europäischer Volksgruppen (YEN/JEV) wurde Johanna Kézdi auf der Delegiertenversammlung in Montroulez/Frankreich gewählt. Die 21-jährige Heltauerin ist hauptamtlich Jugendreferentin der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Jugendorganisationen, und war vier Jahre lang als Kommissarin für Kommunikation im JEV-Vorstand tätig.

Johanna Kézdi. Foto: Privat

Die JEV ist das größte Netzwerk von Jugendorganisationen der autochthonen und nationalen Minderheiten in Europa und vertritt die Interessen von jungen Angehörigen nationaler, ethnischer und sprachlicher Minderheiten. Der JEV gehören 41 Mitgliedsorganisationen aus 18 Ländern an. Die JEV wird von jungen Menschen für junge Menschen geleitet und versteht sich als selbstbestimmte und selbstorganisierte Jugendorganisation, deren Tätigkeit von Jugendlichen durchgeführt und bestimmt wird. Die Präsidentin der JEV leitet, verwaltet und baut das internationale Netzwerk aus.

„Ich fühle mich geehrt, zur Präsidentin gewählt worden zu sein, und freue mich darauf, gemeinsam mit den neuen und bisherigen Präsidiumsmitgliedern ein starkes Team aufzubauen und die Ziele der JEV in konkrete Taten umzusetzen“, so Johanna Kézdi. „Meine Vision für die nächsten zwei Jahre ist einfach: Lasst uns wieder enger zusammenrücken. Wir müssen die Brücke zwischen dem Präsidium, unseren Mitgliedsorganisationen und unseren Partnern weiter stärken.“ (ADJ)

Vom Elimheim zum Elimheim

Ausgabe Nr. 2955

Wandertag der Frauenarbeit der EKR

Die Wanderung fand bei wechselhaftem Wetter statt. Foto: die Verfasserin

Summa summarum: 7 km, 11.000 Schritte, Höhenunterschied +200 m. So ließe sich rein objektiv die Strecke von Michelsberg nach Rășinari und zurück zum Elimheim beschreiben. Ein auch von kleineren Grundschulklassen gut besuchter Wanderweg. Diese Wanderstrecke erkundschafteten auch die Teilnehmenden des Wandertags der Frauenarbeit der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien, der am Samstag stattgefunden hat.

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Sie träumen von Peking

Ausgabe Nr. 2955

Das Team mit Mathematiklehrerin Mihaela Hadăr (2. l.). Foto: Privat

Das Hermannstädter Robotikteam Gear Maniacs Junior hat bei der diesjährigen rumänischen Landesmeisterschaft den ersten Platz in der Kategorie Innovationsprojekt gewonnen und sich für die Asia Championship qualifiziert, die vom 14. bis 16. August in Peking stattfindet.

Die Mannschaft wurde 2020 an der Brukenthalschule gegründet. Jedes Jahr werden neue Mitglieder rekrutiert und in die Welt der Robotik eingeführt. Das Team besteht heute aus 18 Jugendlichen: fünf Lyzeaner bilden den Kern der Mannschaft, der Rest kommt aus der Mittelstufe. Die Schüler sind aus den Klassenstufen 6 bis 10. Der Gründer der Mannschaft ist bis heute als Mentor dabei geblieben.

In diesem Jahr entwickelten sie DigItAll, eine Anwendung, die Archäologen hilft, zerbrochene Artefakte mithilfe von 3D-Scans digital zusammenzusetzen. Die Idee entstand in enger Zusammenarbeit mit Experten vom Historischen Museums des Brukenthalmuseums und vom ASTRA-Museum.

Um den Traum von Peking verwirklichen zu können, sind sie auf Unterstützung angewiesen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 20.000 Euro, ein Großteil davon fehlt noch. Jeder Beitrag bringt das Team einen Schritt näher an die Weltmeisterschaft.

Alle Informationen zur Unterstützung unter: www.acbsb.ro

Radu NICA, 9A

Alles drehte sich um allerfeinste Literatur

Ausgabe Nr. 2955

Streiflichter von den 36. Deutschen Literaturtagen in Reschitza


Gruppenbild mit Organisator Erwin Josef Țigla (links außen), den Teilnehmenden und Bürgermeister Ioan Popa (rechts außen) an der Endstation der neuen Straßenbahn. Foto: DFDBB

Nicht gleich um die Ecke ist Reschitza. Nein, kein Katzensprung, eher ein Löwensprung von Berlin ins Banater Bergland, nach Reschitza. Doch ein Katzensprung von Hermannstadt in Siebenbürgen nach Reschitza ist ein Katzensprung. Von ungefähr 50 km vor der serbischen Grenze, im Westen von Rumänien. Die Reise lohnt sich, egal woher angereist wird. Reschitza, die Industriestadt mit einer Eisenhütte und Hochöfen ist das Ziel. Die eiserne Lügenbrücke in Hermannstadt, die jeder kennt, über die schon jeder gelaufen ist, wurde 1859 in dieser Industrie- und Bergstadt gegossen, wo die ersten beiden Hochöfen vor 255 Jahren in Betrieb genommen wurden und der Ort vor 100 Jahren als Stadt anerkannt wurde. Ende März 2026 ging es drei Tage nicht um Eisen und Hochöfen, es drehte sich von morgens bis abends um Literatur, um allerfeinst vorgetragene. Erwin Josef Ţigla, der Meister der Organisation, lud in diesem Jahr bereits zu den 36. Deutschen Literaturtagen in seine Heimatstadt ein.Weiterlesen

,,Diese Tradition ist Identität“

Ausgabe Nr. 2955

In der Projektwoche zehn Jahre Deutsches Lyzeum in Mühlbach gefeiert

Die Grundschüler sangen unter der Leitung von Elena Sorina Petra und Violeta Bota die Hymne des Deutschen Lyzeums, die eigens für diese Gelegenheit von Elena Sorina Petra und Ioana Giurgiuman in Zusammenarbeit mit Robert Anghelescu komponiert wurde.
Fotos: Werner FINK

„10 Jahre Deutsches Lyzeum in Mühlbach” wurden zwischen dem 30. März und 3. April gefeiert, und zwar im Rahmen der Projektwoche „Școala altfel” (Schule anders), wobei es Ausstellungen, Workshops, siebenbürgisch-sächsische Tänze und Gastronomie sowie die Jubiläumsvorstellung gab. Am Mittwoch, dem 1. April, gab es ein Treffen mit den Freunden und Mitwirkenden, wo u. a. das neue Jahrbuch „Etwas Neues“ vorgestellt wurde. „Wir feiern 10 Jahre Bestehen des Deutschen Lyzeums Mühlbach – 10 Jahre Arbeit, Erfolge, erfüllte Träume und vor allem: 10 Jahre der Fortführung einer Tradition, die in Mühlbach nicht nur Geschichte, sondern Identität ist”, betonte Schuldirektorin Verona Maria Onofrei.

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Geteilte Osterfreude in Stadt und Land

Ausgabe Nr. 2954

Kurzberichte zu Veranstaltungen an den beiden Osterwochenenden

Das Eierschippeln auf der Michelsberger Burg gehört am Ostermontag nicht nur für die evangelische Kirchengemeinde zu einem festen Termin im Jahr. Nach der Andacht in der romanischen Basilika, gehalten von den Pfarrern László Zorán Kézdi und Stefan Cosoroabă, machten alle begeistert mit. Foto: Beatrice UNGAR

„Eine einmalige Tradition” (O tradiție unică) titelte die Hermannstädter Tageszeitung Tribuna am 7. April den Bericht über das traditionelle Eierschippeln im Hof der evangelischen Kirche in Neppendorf am Ostermontag. Wahrscheinlich hatte jemand den Reporter auf die Schippe nehmen wollen, denn einmalig ist dieser Brauch mitnichten. In Michelsberg wurde auch geschippelt was das Zeug hielt, sogar Erwachsene machten mit. Dabei gingen fast alle hartgekochten bunt bemalten Eier zu Bruch, die auf die Burg gebracht worden waren. Im Folgenden gibt es mehrere Kurzberichte über das österliche Treiben in und um Hermannstadt:

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Heimat ohne Grenzen

Erinnerungen an ein bewegendes Wochenende

Der Trachtenumzug beim Großen Sachsentreffen 2024 führte auch durch die Wiesengasse, wo sich die HZ-Redaktion befindet. Unser Bild: Die Gruppe der Schönauer Heimatgemeinschaft (HOG) mit Hans Gärtner (Bildmitte) an der Spitze, der als Vorsitzender des HOG-Verbands gemeinsam mit dem damaligen Vorsitzenden des Siebenbürgenforums, Martin Bottesch, das erste Große Sachsentreffen 2017 initiiert hatte. Gärtner hat auch den Vorschlag gemacht, das Sachsentreffen 2026 am 19. und 20. September in Schönau zu organisieren. Foto: Beatrice UNGAR

Historische Aufnahmen aus Siebenbürgen in schwarz-weiß, hinterlegt mit traditioneller Musik. So startet der Film „Heimat ohne Grenzen“, der auf das Große Sachsentreffen 2024 in Hermannstadt zurückblickt, das unter dem gleichnamigen Motto gestanden hat. Nachdem im Rahmen des jährlichen Sachsentreffens in Zeiden bereits ein erster Einblick in den Film präsentiert wurde, wurde nun die Premiere der finalen Fassung am 8. April im Spiegelsaal des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt gefeiert. Ehrengäste waren der Beauftragte der deutschen Bundesregierung für Aussiedlerfragen und Nationale Minderheiten, Dr. Bernd Fabritius, der Unternehmer Michael Schmidt, der den Film in Auftrag gegeben hat und mit seiner Michael Schmidt-Stiftung als Hauptsponsor beim Sachsentreffen sowie als Hauptpartner beim Erstellen des Films fungiert hat, und der Geschäftsführer des Veranstalters und Unterstützers, des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien, Benjamin Józsa.

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Museum als Spielwiese entdeckt

Ausgabe Nr. 2954

Zwei junge Künstler stellen in der Quergasse in Hermannstadt aus

Cezar Stanciu posiert vor einem seiner auf Pressplatte gemalten und geklebten Werke aus der Serie „am Trecut I/III” (Ich habe eine Vergangenheit oder Ich bin vorübergegangen). Foto: Beatrice UNGAR

Das Museum als Spielwiese (wieder)entdeckt haben zwei junge Hermannstädter Künstler, Cezar Stanciu und Constantin Fîntînă, mit ihrer von Kunstkritikerin Liviana Dan und Museografin Alexandra Runcan kuratierten Ausstellung, die am 3. April im Museum für zeitgenössiche Kunst des Brukenthalmuseums, in der Quergasse/Tribunei 6, eröffnet wurde und daselbst bis zum 26. April zu besichtigen ist.

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Landkarte fürs Leben

Ausgabe Nr. 2954

Der Philosoph Carsten Adler über Stoizismus, Veränderung und sein Buch

Der gebürtige Burgdorfer Geisteswissenschaftler Carsten Adler. Foto: Privat

Was bedeutet es, ein gutes Leben zu führen? Für den Philosophen Carsten Adler liegt die Antwort nicht in äußeren Umständen, sondern im eigenen Umgang mit ihnen. In seinem Buch „Pepe Poseidonios – der kleine Stoiker aus dem Atlantik“ nähert er sich dem Stoizismus auf persönliche Weise. Eine Rezension ist aus der Feder von Eduard Reschke in der HZ Nr. 2950 vom 13. März 2026 erschienen. Im Gespräch berichtet Carsten Adler dem HZ-Praktikanten Eduard R e s c h k e von seinem Zugang zur stoischen Philosophie, persönlichen Wendepunkten und die Gedanken hinter seinem Buch.

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