Nachrichten

Ausgabe Nr. 2593


„Verfassungswidrig und absurd“

Bukarest.– Das Aufheben der Eilverordnung Nr. 9/2018 forderte der DFDR-Abgeordnete Ovidiu Ganț von Premierministerin Viorica Vasilica Dăncilă öffentlich in einer politischen Erklärung am Mittwoch im Parlament.  In Artikel 1, Abs. 17 der oben genannten Eilverordnung wurde nämlich verankert, dass der Rumänisch-Unterricht in den Grundschulklassen mit Unterricht in Minderheitensprachen nur noch von anderen als den diese Klassen führenden Lehrern gegeben werden darf, die für diesen Unterricht eine Hochschulausbildung haben müssen. MdP Ganț wies darauf hin, dass der Passus verfassungswidrig ist, da er dem Prinzip der Nicht-Diskriminierung auf ethnischer Grundlage widerspricht, weil die Regelung nur in den Klassen in Sprachen nationaler Minderheiten angewendet wird. Auch sei die Verfügung illegal, da sie die in diesen Klassen unterrichtenden Lehrer daran hindert, alle Fächer des Rahmenprogramms zu geben, wofür sie wissenschaftlich und methodisch ausgebildet worden sind. Alle Grundschullehrer haben die „Methodik des Unterrichts der rumänischen Sprache und Literatur in der Grundschule“ gelernt, was in den Diplomen und Matrikelblättern belegt ist. Auch legen sie bei den unterschiedlichen Lehramtsprüfungen stets neben den Examen in Muttersprache auch eine Prüfung in rumänischer Sprache ab und haben dabei dieselben Themen wie die Kandidaten der rumänischen Abteilung.

Ganț betrachtet die Verfügung der Eilverordnung auch didaktisch als groben Fehler, da jene, die dafür ausgebildet worden sind, die rumänische Sprache und Literatur in der Grundschule zu geben, durch Fachlehrer ersetzt werden, die für den Gymnasial- und Lyzealunterricht ausgebildet wurden.

MdP Ganț sprach am Schluss seiner Erklärung die Überzeugung aus, dass alle Lehrer, die in den Grundschulklassen in den deutschen Abteilungen unterrichten, nicht bloß über die nötige Qualifizierung verfügen, den Rumänisch-Unterricht zu geben, sondern auch die rumänische Sprache auf dem dazu geforderten Niveau beherrschen. (HB)Weiterlesen

Keramik, Kupferkessel und Kuchen

Zum 52. Hermannstädter Töpfermarkt gesellten sich Roma- und „Centrum“-Markt

Ausgabe Nr. 2592

Der Große Ring gehörte am Wochenende den Töpfern, den Käufern blieb die Qual der Wahl.          Foto: Fred NUSS

Am Großen Ring hat am vergangenen Wochenende die 52. Auflage des Hermannstädter Töpfermarktes stattgefunden, der traditionell immer am ersten Wochenende im September veranstaltet wird. Auch dieses Jahr fand zeitgleich auf dem Kleinen Ring der Romamarkt statt, was inzwischen auch fast eine Tradition geworden ist.Weiterlesen

Ein Leben für die Gemeinde

Zu Gast bei der ehemaligen Vorsitzenden des Neppendorfer Ortsforums

Ausgabe Nr. 2592

Elisabeth Rosenauer (rechts) mit Helmut Leonbacher.
Foto: Renate KÖBER

Als ich in den frühen Morgenstunden des letzten Julitages in der Secerătoarelor Straße 48 bei Frau Elisabeth Rosenauer klingelte, war sie schon lange wach. Die sehr rüstige Seniorin hatte eine kleine Gehhilfe dabei, um mir zu öffnen und Einlass gewähren. Wir hatten uns nämlich abgesprochen, dass ich sie besuchen werde, um die nötigen Informationen für einen Beitrag in der Hermannstädter Zeitung zu erhalten. Ich muss gestehen, dass ich noch kaum eine so geistig fitte Frau in diesem recht hohen Alter angetroffen habe. Auch Haus und Hof wirken gepflegt und gut erhalten. Frau Rosenauer genießt seither voll meinen Respekt und meine Hochachtung. Weiterlesen

Geheilte Erinnerungen

Eginald Schlattner feiert am 13. September d. J. seinen 85. Geburtstag

Ausgabe Nr. 2592

Eginald Schlattner (links) freut sich mit Christel Ungar über deren dritten Gedichtband, „Rot/Roșu“, den die Autorin ihm vor der Kulisse der Rothberger evangelischen Kirche im März 2017 überreichte.  
Foto: Beatrice UNGAR

Auf einer Fahrt von Siebenbürgen nach Bukarest: Beim Anblick vieler neugegründeter Klöster fragt eine junge Frau: „Was muss ich tun, wenn ich in eine solche Gemeinschaft eintrete?“ Die so fragt, ist in Rumänien geboren, in Hamburg aufgewachsen und lebt seit 15 Jahren wieder in ihrer ursprünglichen Heimat. Ich kann ihr antworten: „Acht Stunden wird im Stehen vor der Altarwand gebetet und gesungen. Zehn Stunden wird unter der lautstarken Aufsicht der Oberin gearbeitet. Dienlich der Seelen Seligkeit. Schließlich: sechs Stunden todmüder Schlaf.“   Ich wüsste noch mehr. Dieses Erfahrungswissen stammt allerdings nicht von mir, sondern von Eginald Schlattner, der mit seinen Romanen „Der geköpfte Hahn“ (1998), „Rote Handschuhe“ (2000), „Das Klavier im Nebel“ (2005) die europäische Literaturszene fulminant Richtung Südosten erweitert hat und mit der narrativen Dokumentation „Wasserzeichen“ (2018) ein Panorama des siebenbürgisch-sächsischen Bürgertums zwischen Glanz, Elend und Neubesinnung schuf. Mit seinem jüngsten Werk, aus dem ich mich für die Antwort an die junge Frau freihändig bediente (S. 72), hat er den reich ornamentierten Schlussstein gesetzt für sein Sprach-Gedächtnis der siebenbürgischen Wunden und Wunder, und zwar voll eines poetischen Realismus, ohne Verbitterung, angelegt auch auf künftige Generationen, damit diese ihre Gegenwart angemessen verstehen können.Weiterlesen

3 in 1 klang und schmeckte

„Focus in the Park“ erfolgreich mit neuem Konzept

Ausgabe Nr. 2592

Bogdan Mezovi von der Band „Grimus“ im Dialog mit dem Publikum.
Foto: Dragoș DUMITRU

3 in 1, wie der berühmte Kaffee, nur viel gesünder, schmeckte das neue Konzept des Focus-Festivals, das ab diesem Jahr „Focus in the Park“ heißt und am Wochenende vom 31. August bis 2. September im Erlenpark stattgefunden hat. Die „3“ steht für Konzerte, Street Food und Craft Bier. Praktisch gab es bei der ersten Auflage des „Focus in the Park“-Festivals, das vom Verein „Focus Sibiu“, mit finanzieller Unterstützung des Bürgermeisteramts und des Stadtrats von Hermannstadt, sowie des Deutschen Kulturzentrums Hermannstadt organisiert wurde, drei Festivals in einem. Weiterlesen

45 Jahre Fotoklub Orizont

Ausgabe Nr. 2592

Sein 45. Jubiläum feiert der im Frühjahr 1973 von einer Gruppe Kunstfotografen – allen voran Gheorghe Lăzăroiu, der erste Klubvorsitzende, und Fred Nuss – gegründete Orizont-Fotoklub mit einer Retrospektive in zwei Räumen im Ratturm. Die Ausstellung ist daselbst bis zum 14. September d. J. zu besichtigen. Unser Bild: Die Kunstfotografen Louis Guermond und Marcel Baciu, die Leiterin des Studentenkulturhauses Liliana Popescu, der Vorsitzende des Fotoklubs Radu Stănese und Gründungsmitglied Fred Nuss bei der Vernissage der Ausstellung.                            

Foto: Radu DUMITRU

Ein unvergessliches Erlebnis

Drei Heimattreffen im Mediascher Kirchenbezirk

Ausgabe Nr. 2592

Inge Schmid-Stolz (links) und Hilde-Marie Tausch neben dem Taufbecken in der Abtsdorfer Kirche.
Foto: Privat

Im Laufe dieses Jahres wurde in Mediasch gemeldet, dass im August in einigen Dörfern einige kleinere Treffen stattfinden werden. Es wurde der Wunsch laut, diese mit einem Gottesdienst zu beginnen (Abtsdorf/Țapu und Scholten/Cenade) oder zu krönen (Großkopisch/Copșa Mare). Der Zufall wollte es, dass ich selber diese drei Begegnungen geistlich begleitet habe – was zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde!Weiterlesen