Fabini-Brüder eröffnen ,,Korn Atelier“ in der Unterstadt
Ausgabe Nr. 2960

Teamarbeit beim Brezelbacken im „Korn Atelier” der Brüder Noah (links) und Julius Fabini (rechts). Foto: Alisa SCHWARZ
Mit dem Korn Atelier hat Hermannstadt seit kurzem eine neue handwerkliche Bäckerei am Bauholzplatz/Piața Cibin 5. Hinter dem Projekt stehen die Brüder Julius und Noah Fabini, deren Mutter aus Hermannstadt stammt. Nach längerer Vorbereitung und intensiven Umbauarbeiten eröffneten sie nun ihre eigene Bäckerei in unmittelbarer Nähe zum Zibinsmarkt. Bereits im November 2025 hatte die HZ erstmals über das Vorhaben berichtet.
In den vergangenen zwölf Wochen arbeiteten die Beiden nahezu ununterbrochen an der Umsetzung ihres Projekts. Das meiste bauten und organisierten sie selbst. Entstanden ist eine kleine handwerkliche Bäckerei, die vor allem auf Sauerteig- und Vollkornbrot spezialisiert ist und eine gemütliche Atmosphäre zum Verweilen bietet.
Die Idee dazu entwickelte sich aus einer persönlichen Erfahrung: Während ihrer Aufenthalte in Rumänien vermissten die Brüder Brot nach deutscher Tradition. Vor allem Noah Fabini begann sich deshalb intensiver mit dem Bäckerhandwerk auseinanderzusetzen und absolvierte schließlich eine Ausbildung in einer Bio-Vollkornbäckerei in Heidelberg.
Im Mittelpunkt des Konzepts stehen lange Teigführungen und traditionelle Herstellungsmethoden. Die Brotteige erhalten laut den Betreibern mindestens 24 Stunden Zeit zum Reifen. Verarbeitet werden vor allem einfache Grundzutaten wie Mehl, Wasser und Salz. Auf industrielle Zusatzstoffe wolle man bewusst verzichten. Auf ihrer Internetseite setzen sich die Betreiber kritisch mit industriell gefertigtem Supermarkt-Brot auseinander und betonen den Unterschied zwischen handwerklicher Herstellung und maschineller Massenproduktion.
Dabei geht es ihnen nicht nur um Geschmack, sondern auch um Bekömmlichkeit. Durch die langen Ruhezeiten und die ausschließliche Verwendung von natürlichem Sauerteig sollen schwer verdauliche Stoffe reduziert werden. Jeder Laib werde von Hand geformt und individuell bearbeitet. Im Angebot finden sich unter anderem Frankenlaib, Siebenbürgerbrot und Vollkornbrot aber auch belegte Brötchen.
Auch im Namen der Bäckerei steckt ein programmatischer Gedanke. „Korn“ verweist einerseits auf das Getreide als Grundlage des Brotes. Gleichzeitig erinnert das rumänische Wort „corn“ an das in Siebenbürgen bekannte Hörnchengebäck, das viele mit Kindheitserinnerungen verbinden. Das „Atelier“ wiederum steht für den Werkstattcharakter und die handwerkliche Arbeitsweise. Der Name soll damit, ähnlich wie das gesamte Projekt der Brüder Fabini, bewusst eine Brücke zwischen deutscher und rumänischer Kultur schlagen.
Tobias JARITZ