Die Zeit anhalten

Andreas H. Apelt erzählt in seinem neuen Roman die Geschichte der Bewohner eines Dorfes

Ausgabe Nr. 2943

Andreas H. Apelt: Sechsunddreißig Seelen. Roman. Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale), 2024, 303 Seiten, ISBN 978-3-96311-916-3, 28 Euro. www.mitteldeutscherver lag.de

In das beschauliche Fürstlich Drehna in der Niederlausitz wurden die Bewohner der geschleiften umliegenden Dörfer umgesiedelt, die in der DDR-Zeit dem Tagebau weichen mussten. Viele wiederum sind Vertriebene aus Schlesien und Ostpreußen. Die Menschen sind verbittert wegen des durch die deutschen Diktaturen erfahrenen Unrechts. Wehmut ergreift die Protagonisten in Apelts Roman, wenn sie zur Abbruchkante gehen und ihren längst verschwundenen Ort Presenchen in der trostlosen Mondlandschaft suchen, den keiner mehr sieht, nur noch die alte Elli Noack, die lediglich vom Friedhof die Grabsteine gerettet und auf ihrem Grundstück aufgestellt hat, wo sie mit den Toten spricht ebenso mit dem Mond. Weiterlesen

Dagmar Dusil Writer in Residence 2026 in Arosa

Ausgabe Nr. 2943

Georg Brunold lädt jedes Jahr einen Autor zu einem Aufenthalt von drei bis vier Monaten in seine Schreibwerkstatt PenArosa mit Brunolds Arbeitsbibliothek ein. In diesem Sommer wird die gebürtige Hermannstädterin Dagmar Dusil zu Gast sein.

Die Daten sind flexibel zu wählen im Zeitraum von Mitte Juni bis Ende Oktober. Im Rahmen des umfangreichen Sommerprogramms von Arosa Kultur hat der Writer in Residence sich mindestens einmal der interessierten Öffentlichkeit zu stellen und dieser zu erklären, woran er/sie arbeitet. Im Rahmen des Arosaer Kultursommers sind weitere Lesungen geplant.

Gegenüber der HZ schreibt die Autorin: „Ich habe mich auch sehr gefreut. Arosa war die erste Anlaufstelle von Thomas Mann in seinem Schweizer Exil. Die Szene aus dem „Zauberberg”, der zwar in Davos spielt, hat seine reale Vorlage in dem Salon des Waldhotels in Arosa, wo Thomas Mann oft Kaffee trank und Zeitung las. Hermann Hesse hat seine zweite Hochzeitreise nach Arosa gemacht…”. Unser Bild: Dagmar Dusil im Wiener Stadtpark 2025.                             Foto: privat

Die leise Autorität der Musik

15. Januar 2026 – Tag der Rumänischen Kultur in Wien

Ausgabe Nr. 2943

Veranstalterinnen und Musikerin (v. l. n. r.): Dr. Andrea Amza-András, Geschäftsträgerin a. i. der Botschaft von Rumänien in der Republik Österreich, die Pianistin Adela Liculescu und Mag. Andreea Dincă, Direktorin des Rumänischen Kulturinstituts Wien.                              Foto: Heinz WEISS

Das Klavierkonzert von Adela Liculescu im ORF RadioKulturhaus in Wien am 15. Januar d. J. war mehr als ein „Beitrag“ zum Tag der Rumänischen Kultur. Es entwickelte sich zu einem stillen, eindringlichen Plädoyer für die Bedeutung von Kunst in einer Zeit gesellschaftlicher Verunsicherung – präzise, unaufdringlich und von bemerkenswerter innerer Stringenz.Weiterlesen

Drei Künstler – drei Perspektiven

Die Ausstellung ,,TREI“ wurde am Nationalen Kulturtag eröffnet

Ausgabe Nr. 2943

Bei der Vernissage anwesend waren (v. l. n. r.) Sorin Purcaru, Alexandru Constantin Chituță und Adrian Stoleriu.                
Foto: Eduard RESCHKE

Die Ausstellung „TREI“ (rumänisch für „drei“) bringt in Hermannstadt drei zeitgenössische künstlerische Positionen zusammen, die sich in ihrer Unterschiedlichkeit ergänzten. Die Werke von Dragoș Pătrașcu, Sorin Purcaru und Adrian Stoleriu zeigen im Touristeninformationszentrum im Foyer des Rathauses am Großen Ring eindrucksvoll, wie vielfältig zeitgenössische rumänische Kunst sein kann.Weiterlesen

Als Sammler Amateure genannt wurden

Raritäten aus den Beständen der Bibliothek von Samuel von Brukenthal (VI)

Ausgabe Nr. 2943

Das Exlibris mit dem Namen Christian Gottlieb Jöcher auf dem marmorierten Vorsatzblatt des Buches John Spencer, De Legibus Hebraeorum, gedruckt in Cambridge im Jahr 1727. Wenn Brukenthal dieses Exemplar nicht von J. L. von Mosheim (gest. 1755) erworben hat, gehörte es mit Sicherheit zu einem bestimmten Zeitpunkt C. G. Jöcher (gest. 1758). In der Sammlung von Brukenthal wird kein Katalog eines Verkaufs der Bibliothek von Jöcher erwähnt, dafür aber sein berühmtes Gelehrten Lexikon.

Über die Anfänge der Bibliothek des Barons Samuel von Brukenthal ist sehr wenig bekannt. In der Fachliteratur geht man meist auf die Jahre 1770-1780 zurück, wenn von Buchkäufen des ehemaligen Gubernators von Siebenbürgen oder von seinen Verbindungen auf dem mitteleuropäischen Buchmarkt die Rede ist. Wie sieht es jedoch in der Zeit vor den 1770er Jahren aus? Dieser Frage geht der für die Bibliothek zuständige Kurator Alexandru-Ilie Muntean in der sechsten Folge der Reihe „Raritäten aus den Beständen der Bibliothek von Samuel von Brukenthal” nach, wobei der Fokus auf dem Verkaufskatalog der Bibliothek von Johann Lorenz von Mosheim, (Göttingen, 14. Juli 1756) liegt.Weiterlesen

Nachrichten

Ausgabe Nr. 2943

In Hermannstadt ist es seit Jahresbeginn winterlich. Der Dauerfrost hat zeitweilig auch Glatteis beschert. Es soll milder werden. Unser Bild: Abendstimmung an der Sagstiege. Foto: Beatrice UNGAR

Urzellauf und Marienball

Agnetheln/Hermannstadt. – Bei dem diesjährigen Urzellauf in Agnetheln wird am 25. Januar ein kleines Jubiläum gefeiert: 20 Jahre seit der Wiederaufnahme dieses 1689 erstmals urkundlich erwähnten Brauches in dem Städtchen am Harbach. Geplant ist eine Ausstellung mit Fotos aus den 20 Jahren in der „Georg Daniel Teutsch”-Schule. Hier werden am 25. Januar auch verschiedene Aktivitäten für Schulkinder angeboten, sowie ein Film gezeigt. Der Abmarsch der Urzelparade findet ab 10 Uhr von dem IMIX-Werk (Str. Avram Iancu) statt, um 10.15 Uhr werden vor der Apotheke und dem Dacia-Hotel die traditionellen Figuren vorgestellt, um 10.30 Uhr vor dem Bürgermeisteramt und um 11 Uhr an der Abzweigung nach Kirchberg, danach laufen die Urzeln bis 18 Uhr in Parten durch die Stadt.

Am Freitag, den 13. Februar, ab 18 Uhr, findet der Marienball des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt (DFDH) im Restaurant Hanul din Tulgheș im ASTRA-Freilichtmuseum statt, wo auch der Katharinenball 2025 veranstaltet worden war. Auch diesmal wird die Band Trio Saxones für gute Stimmung sorgen.

Eine Teilnahme ist nur mit Anmeldung im Sekretariat des DFDH möglich, vom 26. bis 30. Januar, jeweils zwischen 9 und 14 Uhr.Weiterlesen

Wintereinbruch zum Jahreswechsel

Ausgabe Nr. 2942

Gleich zu Jahresbeginn hat es in Hermannstadt gehörig geschneit und es gab inzwischen noch weiteren Schneefall. Mittwoch und Donnerstag hat es geregnet und es wurde glatt. Für das Wochenende ist Frost angesagt. Unser Bild: Der Stadtpark, heute Astra-Park, eignet sich hervorragend für einen winterlichen Spaziergang.                                                      Foto: Beatrice UNGAR

Jubiläumslauf

Ausgabe Nr. 2942

Bei dem diesjährigen Urzellauf in Agnetheln wird am 25. Januar ein kleines Jubiläum gefeiert: 20 Jahre seit der Wiederaufnahme dieses 1689 erstmals urkundlich erwähnten Brauches in dem Städtchen am Harbach. 2006 hatte nämlich der Lehrer Bogdan Pătru die Initiative, ein diesbezügliches Projekt mit seinen Schülern durchzuführen. Seither laufen in Agnetheln die Urzeln jedes Jahr, es wurde ein einschlägiger Verein „Breasla Lolelor” (Urzelzunft) gegründet und fast alle der damaligen 14 Schüler der 4. Klasse machen dabei mit. Geplant ist auch eine Ausstellung mit Fotos aus den 20 Jahren in der „Georg Daniel Teutsch”-Schule. Hier werden am 25. Januar auch verschiedene Aktivitäten für Schulkinder angeboten sowie ein Film gezeigt. Der Abmarsch der Urzelparade findet ab 10 Uhr von dem IMIX-Werk (Str. Avram Iancu) statt, um 10.15 Uhr werden vor der Apotheke und dem Dacia-Hotel die traditionellen Figuren vorgestellt, um 10.30 Uhr vor dem Bürgermeisteramt und um 11 Uhr an der Abzweigung nach Kirchberg, danach laufen die Urzeln bis 18 Uhr in Parten durch die Stadt. Unser Bild: 2018 fand der Urzellauf bei klirrender Kälte statt, heuer wird ebenfalls Frost erwartet.      

Foto: Beatrice UNGAR

„Zeit“-Seeing

Eine nostalgische Kirchenburgentour zwischen den Jahren

Ausgabe Nr. 2942

Die Kirchenburg in Galt/Ungra ist einigermaßen gut instandgehalten.
Foto: kirchenburgen.org

Das weihnachtliche Krippenspiel, die Gottesdienste, die Bescherung, das Chorsingen sind vorbei – bis zum Altjahresabend gibt es noch einen Montag und einen Dienstag. Was tun, um auch selbst mal zu entspannen und vielleicht noch etwas Neues zu erleben? Es wird fieberhaft überlegt: Nach Bukarest? Da ist das Museum des Kommunismus am Montag geöffnet. Oder auch die Kathedrale der Erlösung des Volkes, die man sich ansehen könnte. Aber es gibt Einwände: der Weg ist lang, es gibt ganz sicher Stau, man ist zusammengenommen einen ganzen Tag unterwegs, um dann einen Tag in Bukarest zu verbringen – das lohnt sich nicht. Also Plan B: Kirchenburgen in der Gegend Kronstadt-Reps. Weiterlesen

Geschichte, Gegenwart und Zukunft

Bischof Reinhart Guib lud am 9. Januar zum traditionellen Neujahrsempfang ein

Ausgabe Nr. 2942

Landeskirchenkuratorin Carmen Schuster (rechts) bei ihrer Ansprache zum Thema Zukunft der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien im Festsaal des Bischofshauses.                                                         Foto: Beatrice UNGAR

„Seit 2014 arbeiten wir strategisch und bauen durch das Strategiekonzept „Zukunft Kirche“ unter dem Motto ‚Aus Glauben Leben in Gemeinschaft gestalten‘ an der Zukunft der Kirche mit. Es ist spannend zu erleben, dass Gott seiner Kirche, wie im Fall unserer Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien, nach dem Fast-Ende 1990 einen neuen Anfang und neues Leben geschenkt hat. Wir vertrauen darauf, dass die Kirche aus Gottes Gnade weiterleben und die Werke des Herrn verkündigen kann, erklärte Bischof Reinhart Guib in einem Interview, das er aus Anlass seiner 15 Jahre Amtszeit den Kirchlichen Blättern gewährt hat. Im Zeichen der Zukunft stand denn auch der traditionelle Neujahrsempfang im Bischofshaus der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien am 9. Januar.Weiterlesen

Ratturm wird komplett saniert

Ausgabe Nr. 2942

Den Vertrag über die Ausführung der Arbeiten mit dem Zusammenschluss der Firmen Decorint SRL & Domino Construct Expert SRL hat Bürgermeisterin Astrid Fodor am 10. Dezember 2025 unterzeichnet. Die Gesamtkosten von 9,27 Millionen Lei werden aus nicht rückzahlbaren EU-Mitteln im Rahmen eines Programms der Entwicklungsregion Mitte bestritten. Besonders daran ist, dass der Ratturm zugänglicher werden soll: So wird der neue Handlauf an den Innentreppen im Braille-Alphabet eingravierte Informationen über diese Sehenswürdigkeit enthalten, ebenso die Fensterbretter. Desgleichen soll ein Audio-Guide erstellt werden und desgleichen ein virtueller 3D-Rundgang im Internet abrufbar sein.

Saniert werden sollen in den nächsten 24 Monaten sowohl der Außen- als auch der Innenbereich des Ratturms, die Turmuhr, die Fenstereinfassungen, der Bodenbelag u. a. Geplant ist auch die Erneuerung und Neugestaltung der Beleuchtung.

Der 40 Meter hohe und siebenstöckige Ratturm am Großen Ring in Hermannstadt blickt auf mehr als neun Jahrhunderte Geschichte zurück, Baubeginn war laut technischem Gutachten im 12. Jahrhundert.                                                                                

Foto: Beatrice UNGAR