Freundschaft und Menschlichkeit

Sechsjähriger Schauspieler auf der Bühne des Gong-Theaters

Ausgabe Nr. 2694

„Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry feierte am Freitagabend Vorpremiere am Hermannstädter Gong-Theater für Kinder und Jugendliche. Weitere Aufführungen des Theaterstücks sind für Ende November geplant. Unser Bild: Die Darsteller im Stück sind Eliza Păuna, Alexandra Șerban, Carol Pușcariu und Paul Bondane (v. l. n. r.).                                      Foto: Cynthia PINTER

„Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry wurde schon oft für die Theaterbühnen der Welt umgesetzt. Nun dürfen sich auch die Hermannstädter an dem modernen Kunstmärchen, das fast immer als Plädoyer für Freundschaft und Menschlichkeit interpretiert wird, erfreuen. Am Freitag, dem 9. Oktober fand die Vorpremiere des Theaterstücks, unter der Regie von Bobi Pricop, am Kinder- und Jugendtheater „Gong“ statt. Am ganzen vergangenen Wochenende wurden fünf Vorstellungen gezeigt, alle fünf waren Tage davor schon ausverkauft.Weiterlesen→

Besorgniserregende Realität

Neueste Theaterpremiere über staatliche Jugendheime in Rumänien

Ausgabe Nr. 2687

Szenenfoto mit Raluca Iani (links) und Iustinian Turcu. Foto: Dan ȘUȘA

„Ich erkenne das sofort. Die hier sind verloren!“ Ein Mann im weißen Kittel schwingt bedrohend seinen Schlagstock. Er heißt Mihai Petre und ist seit zehn Jahren im Jugendheim als Betreuer angestellt. Es gilt, die Neue, Mara Inescu, einzuweisen. Sie glaubt daran, den Jugendlichen helfen zu können, auf die rechte Bahn zu geraten. Im neuen Theaterstück von Alexandra Badea an der rumänischen Abteilung des Hermannstädter Radu Stanca-Nationaltheaters geht es um Gewalt, Prostitution, Korruption und die harte Realität in den rumänischen staatlichen Kinderheimen. „Maternal“ in der Regie von Radu Alexandru Nica hatte am 20., 21. und 22. August, Premiere und wurde online gesendet. Weiterlesen→

„Abracadabra“ in Pandemie-Zeiten

Der Schauspieler Marian Râlea brachte Magie nach Hermannstadt

Ausgabe Nr. 2685

Seit 2001 ist der Schauspieler Marian Râlea als Magier wieder auf der Theaterbühne zu sehen und war am Freitag, dem 7. August und Samstag, dem 8. August im Innenhof des Gong-Theaters für Kinder und Jugendliche in Hermannstadt zu sehen. Die Theateraufführung hieß wie seine Fernsehshow: „Abracadabra“. Unser Bild: Marian Râlea (links, mit Hut) und Alexandru Verzescu verteilen bunte Hüte an die Kinder.                                            Foto: Cynthia PINTER

Wer in den 1990-er Jahren in Rumänien aufgewachsen ist, kennt ihn, den „Magier“ Marian Râlea. Mit seiner Fernsehshow für Kinder „Abracadabra“, die zuerst auf TVR1 von 1991 bis 1996 und später auf ProTV von 1996 bis 2001 lief, erlangte er Bekanntheit. Seit 2001 ist der Schauspieler Marian Râlea (Jahrgang 1957) als Magier wieder auf der Theaterbühne zu sehen und war am Freitag, dem 7. August und Samstag, dem 8. August beim Kinder- und Jugendtheater „Gong“ zu sehen. Die Theateraufführung hieß wie die Fernsehshow: „Abracadabra“.Weiterlesen→

Ein cineastisches Theatererlebnis

Erste deutsche Premiere der online-Spielzeit am Radu Stanca-Nationaltheater

Ausgabe Nr. 2683

Szenenfoto mit Valentin Späth (links) und Johanna Adam.Foto: TNRS, Dan ȘUȘA

Am vergangenen Freitag, den 24. Juli, feierte das Stück „Live“ Premiere an der deutschen Abteilung des Radu Stanca-Nationaltheaters in Hermannstadt. Seit Anfang des Jahres hatten die acht Schauspieler sowie alle Beteiligten zusammen mit dem Regisseur, Bobi Pricop, und dem Dramatiker, Thomas Perle, an der Inszenierung gearbeitet – nach wenigen Treffen vorerst nur noch in Videokonferenzen, in den letzten drei Wochen dann endlich gemeinsam auf der Bühne. Die Sitzplätze des Theaters blieben allerdings leer, denn wie auch alle anderen Aufführungen der Saison gab es „Live“ nur online zu sehen.

Im Gegensatz zu anderen Stücken wurde dieses aber nicht nur aufgezeichnet und dann ausgestrahlt, sondern an allen drei Spieltagen, vom 24. bis 26. Juli, auch immer live aufgeführt.Weiterlesen→

,,Ein Konglomerat unserer Erfahrungen“

Gespräch mit Thomas Perle, derzeit Dorfschreiber von Katzendorf

Ausgabe Nr. 2682

Thomas Perle.Foto: Julia GREVENKAMP

Thomas Perle, 1987 in Oberwischau/Vişeu de Sus geboren, emigrierte 1991 gemeinsam mit seiner Familie in die Bundesrepublik Deutschland. Nach seinem Volontariat am Staatstheater Nürnberg studierte er Theater-, Film und Medienwissenschaften an der Universität Wien. Bekanntheit erlangte Perle mit seinem Kurzprosatext „wir gingen weil alle gingen“, für den er 2013 mit dem exil-Literaturpreis ausgezeichnet wurde. Sein Theaterstück „karpatenflecken“, das eigentlich im Mai am Wiener Burgtheater uraufgeführt werden sollte, erhielt den Retzhofer Dramapreis 2019.

Der HZ-Praktikant Tobias L e i s e r sprach mit Thomas Perle über dessen jüngstes Stück „Live“, das in der Regie von Bobi Pricop an der deutschen Abteilung des Radu Stanca-Nationaltheaters in Hermannstadt entstand und am 24. Juli online Premiere feiert, sowie dessen bisherige Tätigkeit als Dorfschreiber von Katzendorf.Weiterlesen→

Erfolgreiche Kompromisslösung

Das 27. Internationale Hermannstädter Theaterfestival fand im Netz statt

Ausgabe Nr. 2678

Szenenfoto aus der Vorstellung mit Anton Tschechows ,,Der Kirschgarten“ in der Regie von Lev Erenburg am Sankt Petersburger Nebolshoy Dramatheater.                                                            Foto: Anastasia PAUSTOVA

Der Regen hat auch das diesjährige Internationale Theaterfestival aus Hermannstadt komplett begleitet, so wie man das als Hermannstädter seit Jahren kennt. Diesmal hat es allerdings gepasst, denn die Lockerungsmaßnahmen während der Corona-Pandemie hätten vielleicht viel mehr Hermannstädter aus dem Haus gelockt. So konnte man sich gemütlich vor dem Fernseher, Tablet oder Handy kuscheln und ein schönes Theaterstück online sehen. Doch nicht nur Hermannstädter zählten heuer zu den über 1,5 Millionen Zuschauern, denn die meisten Stücke waren weltweit kostenlos zu sehen. Wer diese 27. Auflage verpasst hat oder ein Stück nochmals sehen will, hat gute Chancen, denn die Stücke werden wieder gesendet.Weiterlesen→

Das erste Mal komplett online

Die 27. Auflage des Hermannstädter Theaterfestivals dauert noch bis Sonntag

Ausgabe Nr. 2677

Szenenfoto aus der Tschechow-Inszenierung „Heiratsantrag“ mit Eugen Matcovschi, Viorel Cornescu und Natalia Caraman (v. l. n. r).Foto: Teatrul Național „Satiricus Ion Luca Caragiale“, Chișinău

Kein Theaterfestival gleicht dem anderen. Die Organisatoren versuchen jedes Jahr, neue Herausforderungen an das Hermannstädter Publikum zu bringen.

Doch wie dieses Jahr war es noch nie. Heuer findet nämlich wegen der Coronavirus-Krise die 27. Auflage des Hermannstädter Internationalen Theaterfestivals komplett online statt.  Begonnen hat es am Freitag, dem 12. Juni und dauert bis am Sonntag, dem 21. Juni. Wie in den vergangenen Jahren stehen auch diesmal Theater, Tanz, Oper, Zirkus, Konzerte, Filme und Gespräche im Vordergrund, bloß ist alles diesmal kostenlos und einen Mausklick entfernt.Weiterlesen→

Theaterfestival

Ausgabe Nr. 2676

Die 27. Auflage des Internationalen Hermannstädter Theaterfestivals (FITS) wird dieses Jahr wegen der Coronavirus-Pandemie vom 12. bis 21. Juni online unter dem Motto „Die Macht zu glauben“ (Puterea de a crede/Empowered) stattfinden. Zehn Tage lang wird man auf der Homepage: https://www.sibfest.ro/fits-online, auf Facebook: https://www.face book.com/FITSibiu/ und Youtube: https://www.youtube.com/user/TNRSS insgesamt 138 Veranstaltungen kostenlos miterleben können. Das komplette Programm ist online auf https://www.sibfest.ro/fits-online zu finden. Unser Bild: Szenenfoto aus der Inszenierung „Brothers and Sisters“ von Fyodor Abramov, Regie Lev Dodin, (Maly Drama Theatre), die am 12. Juni, 20 Uhr (I) bzw. am 13. Juni, 20 Uhr (II) gezeigt wird.                                          

Foto: FITS

 

Theaterfestival heuer online

Am 12. Juni beginnt die 27. Auflage der internationalen Veranstaltung im Internet

Ausgabe Nr. 2675

Die 27. Auflage des Internationalen Hermannstädter Theaterfestivals (FITS) wird dieses Jahr wegen der Coronavirus-Pandemie vom 12. bis 21. Juni online unter dem Motto „Die Macht zu glauben“ (Puterea de a crede/Empowered) stattfinden.

Zehn Tage lang wird man auf der Homepage: https://www.sibfest.ro/fits-online, auf Facebook: https://www.facebook.com/FITSibiu/ und Youtube: https://www.youtube.com/user/TNRSS insgesamt 138 Veranstaltungen kostenlos miterleben können. Das komplette Programm ist online auf https://www.sibfest.ro/fits-online zu finden. Weiterlesen→

Wie in einem Aquarium

,,Das Mädchen im Goldfischglas“ am DSTT

Ausgabe Nr. 2673

Rareș Hontzu in Travestie als Miss Rose und Horia Săvescu als Mister Lawrence im Stück „Das Mädchen im Goldfischglas“.

„Meine Mama sagt, man weiß, wann man erwachsen ist. Es ist der Moment, in dem man aufhört, glücklich zu sein und anfängt sich daran zu erinnern, wann man es einmal war.“ Die letzten Tage der Kindheit werden im Theaterstück „Das Mädchen im Goldfischglas“ von Morris Panych geschildert, das am Donnerstagabend im Online-Stream auf der Facebookseite des Deutschen Staatstheaters Temeswar (DSTT) gezeigt wurde. Die Inszenierung von Radu Afrim hatte am 3. April 2012 Premiere.Weiterlesen→

Modern eingepackt

Zur DSTT-Aufführung ,,Die menschliche Dummheit“

Ausgabe Nr. 2671

Szenenfoto mit der Regisseurin und Schauspielerin Simona Vintilă (Bildmitte, sitzend), Tatiana Sessler Toami, Radu Brănici, Harald Weisz, Richard Hladik, Daniela Török, Isa Berger und Dana Borteanu (v. l. n. r.).Foto: Ovidiu ZIMCEA

Eine Erzählung von Ion Creangă in deutscher Sprache für die Bühne tauglich zu machen, ist kein leichtes Unterfangen. „Die menschliche Dummheit“ (Prostia omenească) wurde nämlich in einer stark regional gefärbten antiquierten Sprache geschrieben. Simona Vintilă, die für die Regie des Stückes unterschreibt, hat es allerdings verstanden, die Erzählung, die sich in einer dörflichen Gegend abspielt, modern einzupacken. Weiterlesen→

Kein Happy End

Deutsches Theater aus Temeswar live auf Facebook

Ausgabe Nr. 2670

Szenenfoto mit Radu Brănici, Simona Vintilă und Isa Berger (v. l. n. r.). Foto: DSTT

Ein Gutes hat die Coronavirus-Krise. Man hat die Gelegenheit, Theaterstücke online zu sehen, zu denen man sonst keinen Zugang hätte. Fast alle großen Theaterhäuser des Landes bieten seinen Zuschauern auf ihrer Facebook-Seite im Online-Streaming Inszenierungen an. Darunter befinden sich das Hermannstädter Radu Stanca-Nationaltheater, das Ion Luca Caragiale-Theater aus Bukarest und seit vergangenen Montag auch das Deutsche Staatstheater Temeswar. Das erste Theaterstück, das man aus der Ferne genießen konnte, war „Im Schatten des Vergessens“ von Simona Vintilă, in deutscher Sprache mit rumänischer Untertitelung, das am 11. Mai 2018 in Temeswar Premiere gefeiert hatte.Weiterlesen→

,,Das Leben ist ein Wollknäuel“

Die Inszenierung des Theaterstücks ,,Quartett“ von Heiner Müller feierte Premiere

Ausgabe Nr. 2665

Mit ,,Quartett“ von Heiner Müller in der Inszenierung von Hunor Horváth brachte die deutsche Abteilung des Radu Stanca-Nationaltheaters am 12. März die letzte Premiere vor Eintreten des Notstands in Hermannstadt heraus.  Unser Bild: Szenenfoto mit Emöke Boldizsár, Daniel Plier, Olga Török und Valentin Späth (v. l. n. r.). Foto: Niels STERN

Das Coronavirus hat auch Auswirkung auf die Theaterwelt. Die deutsche Abteilung des Radu Stanca-Nationaltheater brachte am 12. März im Studiosaal des Ion Besoiu-Kulturzentrums vor handverlesenem Publikum – gerade mal 15 Personen –  die vorerst letzte Premiere heraus.  „Das Leben ist ein Wollknäuel, es beginnt im Nichts und endet im Nichts“. Mit diesem Satz wurde das Publikum wieder in die kalte Nacht verabschiedet. Alles andere als kalt war unterdessen das, was sich anderthalb Stunden dramatisch auf der Bühne abgespielt hatte. Weiterlesen→