Eine Tragödie des Scheiterns

Viel Lärm um nichts in der neuesten Theaterpremiere mit ,,American Buffalo“

Ausgabe Nr. 2659

Neueste Theaterpremiere: Ein vielversprechendes Bühnenbild hatte Eugen Gyemant für seine Inszenierung des Stückes „American Buffalo“ von David Mamet entworfen, die am Wochenende Premiere hatte. Unser Bild: Szenenfoto mit einem roten Aro 10 Geländewagen und zwei der drei Schauspieler – Ciprian Scurtea (rechts stehend)und Florin Coșuleț.              Foto: Dragoș DUMITRU

Viel Lärm um nichts als eine Münze. Das kann man in einem Satz über die neueste Premiere der rumänischen Abteilung des Radu Stanca-Nationaltheaters sagen. Dabei wurde das Publikum mit einem vielversprechenden Bühnenbild erwartet: ein alter Fram-Kühlschrank, ein altes Radio, ein Motorrad, das von der Decke baumelte, vollbeladene Regale, alte Stühle und das Highlight, ein roter Aro 10 Geländewagen in der Mitte der Bühne. „American Buffalo“ von David Mamet wurde in der Regie von Eugen Gyemant mit den drei Schauspielern Ciprian Scurtea, Cătălin Pătru und Florin Coșuleț am Samstag und Sonntag (1. und 2. Februar) aufgeführt. Weiterlesen

Humorvoll und geradezu bissig

Gastspiel mit Bruckner-Inszenierung aus Râmnicu Vâlcea in Hermannstadt

Ausgabe Nr. 2659

Szenenfoto mit Tavi Costin (der Präsident, rechts) und Alexandru Beteringhe (sein stummer Diener).                                    Foto: Beatrice UNGAR

Ein Theaterstück von Pascal Bruckner? Dazu auch noch eine politische Farce? Wer hätte das gedacht? Wie die Regisseurin Chris Simion-Mercurian der Hermannstädter Zeitung bei dem Gastspiel des Anton Pann-Theaters aus Râmnicu Vâlcea mit ,,Crăciunul președintelui“ (Das Weihnachtsfest des Präsidenten) am Dienstag der Vorwoche erzählte, habe Bruckner das Stück auf ihre Anfrage hin geschrieben. Die Welturaufführung hatte am Anton Pann-Theater im Mai 2019 stattgefunden. Das Thema Weihnachten scheint Bruckner schon länger zu beschäftigen, 2003 veröffentlichte er den Roman ,,Au secours, le père Noël revient!“ (Hilfe, der Weihnachtsmann kommt!).Weiterlesen

Bitterböse Komik

Erste deutsche Premiere des Jahres endet in Gemetzel

Ausgabe Nr. 2658

Szenenfoto mit Daniel Plier, Daniel Bucher, Johanna Adam und Emőke Boldizsár (v. l. n. r.).      Foto: Cynthia PINTER

„Ich glaube an den Gott des Gemetzels!“ ruft Andreas Wagner in den Kampfplatz hinein. Den Kampfplatz, der eine halbe Stunde zuvor noch das schicke Wohnzimmer des Pärchens Meier gewesen war und in dessen Überresten sich nun die vier Hauptdarsteller des Stückes von Yasmina Reza allesamt mit den kümmerlichen Überbleibseln ihrer Existenz konfrontiert sehen. Die erste Premiere an der deutschen Abteilung des Radu Stanca-Nationaltheaters fand am Freitag im Studiosaal des Ion Besoiu-Kulturzentrums mit dem Theaterstück „Der Gott des Gemetzels“ von Yasmina Reza und in der Regie von Bogdan Sărătean statt.  Weiterlesen

Ein surrealer (Alb-)Traum

„Camino Real“ ist die erste Theaterpremiere des Jahres

Ausgabe Nr. 2657

Die erste Premiere des Jahres am Radu Stanca-Nationaltheater Hermannstadt ist die Inszenierung von Tennessee Williams‘ Stück ,,Camino Real“ in der Regie von Cosmin Chivu. Alle drei Vorstellungen am vergangenen Wochenende waren ausverkauft. Foto: Carol HRUBY

Kreditschwindler, Diebe, Prostituierte, Wahrsagerinnen und ein korrupter Bürgermeister. Es gibt kaum etwas, was es nicht gibt, denn wie Autor Tennessee Williams bekennt, ist das Stück „nicht mehr und nicht weniger als meine Vorstellung von der Zeit und der Welt, in der ich lebe“. „Camino Real“ (der Königsweg, eine Bezeichnung für Straßen, die von den Spaniern in ihren Kolonien in Südamerika gebaut worden sind, oder frei deutsch: „Hauptstraße des Lebens“) ist ein Schauspiel in drei Akten und 16 Szenen von Tennessee Williams und wurde als erste Premiere des Jahres am Radu Stanca- Nationaltheater Hermannstadt von der rumänischen Schauspielabteilung am Freitag, Samstag und Sonntag (17., 18., 19. Januar) aufgeführt. Regie führte Cosmin Chivu.Weiterlesen

Unerträglich großartig

Premiere an der deutschen Abteilung am TNRS

Ausgabe Nr. 2650

Valentin Späth und die ,,Robbe von Hermannstadt“. Foto: TNRS/Focus

,,Das ist hier übrigens meine Aufgabe: Unterhaltung. Ich bin der Leiter des Fortgangs hier. Was heißt das? Was soll das sein? Ich bin dafür da, das Vorhandene zu strukturieren, ein wenig zu moderieren. Ich möchte, dass wir es hier angenehm haben, dass es auch ein wenig informativ wird für sie und sie und sie und sie… und dass es ordentlich abläuft heute Abend.“ Das sagt als eben erwähnter ,,Leiter des Fortgangs“ der Schauspieler Valentin Späth zum Auftakt der neuesten Inszenierung an der deutschen Abteilung des Radu Stanca-Nationaltheaters.Weiterlesen

Erinnerung als Form der Wirklichkeit

Das Festival ,,Jung in Hermannstadt“ ist dem Thema Kommunismus gewidmet

Ausgabe Nr. 2648

Szenenfoto aus „Cultul personalității“ (Der Personenkult): Gheorghe Gheorghiu Dej (links, gespielt von Andrei Șerban), möchte nicht, dass Nicolae Ceaușescu (gespielt von Raj Alexandru Udrea) die Wahrheit sagt. Foto: Cynthia PINTER

Jung musste man sich am Wochenende und auch diese Woche im  Hermannstädter „Gong“-Theater für Kinder- und Jugendliche fühlen. Denn hier hat seit dem 1. November die fünfte Auflage des Festivals „Jung in Hermannstadt“ (Festivalul Tânăr de la Sibiu) begonnen. Die Veranstaltung dauert ganze zehn Tage und endet am Sonntag, dem 10. November, mit einem Konzert der Musikgruppe „The Motans“, um 20 Uhr, im Gong-Theater.Weiterlesen

Ein Theatererlebnis

Gastauftritt des Kronstädter Ensembles ,,DIE GRUPPE“

Ausgabe Nr.2647

Szenenfoto mit Joachim Wittstock, Mădălina Matei, Andreea Iordache, Casian Gherasim, Mădălina Coman, Irina Hoza, Alexandra Greavu, Carmen Elisabeth Puchianu (v. l. n. r.).                                Foto: Beatrice UNGAR

,,Hades. Carpatesca cum figuris“ lautet der Titel der auf einer Erzählung von Joachim Wittstock basierenden Reminiszenz,  dargestellt von dem Theaterensemble „DIE GRUPPE“ aus Kronstadt, das seit 2006 in wechselnden Besetzungen existiert, musikalisch begleitet von Teodora Ciurezu (Violine) und Paul Cristian (Keyboard) und unter der Spielleitung von  Carmen E. Puchianu. Das Stück wurde am Donnerstag der Vorwoche im Gong-Theater für Kinder- und Jugendliche zum Auftakt der Internationalen Tagung zum 50. Jahrestag der Gründung des Lehrstuhls für Germanistik in Hermannstadt aufgeführt.Weiterlesen

Mit dem Schuhmobil zum Ball

„Aschenputtel – nur ein Märchen?“ feierte Premiere

Ausgabe Nr. 2641

In dieser Szene probieren die Schwestern das Schuhmobil aus.
Foto: Dragoș DUMITRU

Prinz Magnus der Dritte will heiraten. Dafür wird ein Ball im Brukenthalpalais – ,,Schloss Brukenthal“ heißt es in dem Stück – veranstaltet. Alle Mädchen aus Hermannstadt sind dazu eingeladen. Ob auch Ausi, das Aschenputtel, rechtzeitig beim Ball auftaucht? „Aschenputtel – nur ein Märchen?“ heißt das neueste Puppentheaterstück, das am Mittwoch, dem 11. September, im Gong-Theater für Kinder und Jugendliche Vorpremiere feierte. Aufgeführt wurde es von den Schauspielern der deutschen Abteilung.Weiterlesen

Unvergesslich ausdrucksvoll

Die Puppenspielerin Lilly Krauss-Kalmár ist tot

Ausgabe Nr. 2639

Perfekte Gastgeber: Lilly Krauss-Kalmár und ihr Gatte Zoltan Kalmár in ihrer Wohnung im Jahr 2011.                             
Foto: Konrad KLEIN

Schon 1945-1946 habe sie mit ihrer Mutter, Rozsi Krauss, privat Puppentheater in ungarischer und in deutscher Sprache in Kindergärten und Schulen in Hermannstadt gespielt. Vater Krauss habe die Puppen modelliert und ihnen Kostüme geschneidert. Daran erinnerte sich die 1923 in Budapest als Livia Carolina Krauss geborene Puppenspielerin, Regisseurin und Autorin, die unter dem Namen Lilly Krauss-Kalmár in die Geschichte des Hermannstädter Puppentheaters eingegangen ist, oft und gerne. Am 1. September ist sie im Dr. Carl Wolff-Altenheim verstorben.Weiterlesen

Poesie, Pathos, Witz und Feuer

Das 26. Hermannstädter Internationale Theaterfestival verzeichnete neue Rekorde

Ausgabe Nr. 2630

Die französische Straßentheatergruppe „Plasticiens volants“ verwandelte an zwei Abenden den Großen Ring in eine Bühne für mit Helium gefüllte aufblasbare Gestalten aller Art. Unser Bild: Einige Figuren wie diese aus der Vorstellung „New World“ konnte man auch tagsüber bewundern.
Foto: Fred NUSS

Das Internationale Theaterfestival Hermannstadt hat dieses Jahr den Rekord der Zuschauer gebrochen. 123.000 Menschen sollen den insgesamt 540 Events der 26. Auflage beigewohnt haben. Das größte Theaterfestival des Landes, das am 14. Juni begonnen hatte, endete am Sonntag, dem 23. Juni, zehn Minuten vor Mitternacht mit dem traditionellen Feuerwerk. Damit endete das spektakulärste Event des Jahres in Hermannstadt.Weiterlesen

Es gehört dieser Tage zum guten Ton

Streiflichter vom 26. Internationalen Hermannstädter Theaterfestival
Ausgabe Nr. 2629

 

Radelnde Blaskapelle aus Holland: Der Auftritt der Crescendo Opende Bicycle Band sorgte am Wochenende in der Heltauergasse und auf dem Großen Ring für Aufsehen.                                
Foto: Beatrice UNGAR

Das Besondere am Theaterfestival in Hermannstadt: Jeder will dabei sein. Zu sagen, man hat dieses Theaterstück oder jene Straßenperformance gesehen, gehört zum guten Ton diese Tage. Wenn man nachmittags durch die Heltauergasse gehen muss, so ist das fast unmöglich nicht wenigstens ein paar bunte Sambatänzerinnen oder eine laute Blaskapelle angetroffen zu haben. So ist das jeden Sommer in Hermannstadt, ständig etwas los. Das Theaterfestival feiert dieses Jahr seine 26. Auflage:  540 Veranstaltungen mit 3.300 Künstlern aus 73 Ländern. 70.000 Zuschauer sollen auch heuer die Theatersäle, Hallen, Straßen und Plätze füllen. Das Theaterfestival, das unter dem Motto „Die Kunst zu schenken“ läuft, hat am 14. Juni begonnen und dauert noch bis Sonntag.Weiterlesen