Grenzenlos absurd und komisch

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Premiere mit Ödön von Horváths „Hin und her“ am Radu Stanca-Nationaltheater

An die Grenzen seiner Geduld gebracht, hat Ferdinand Havlicek (Daniel Bucher, Bildmitte) das Privileg, sich die Ministerpräsidenten – X (Anca Cipariu, links) und Y (Fabiola Petri, rechts) der beiden Länder zu schnappen, die ihn nicht haben wollen. Foto: Fred NUSS

Grenzenlos absurd und komisch zugleich, so könnte eine Kurbeschreibung des Stückes Hin und her“ lauten, das der Schriftsteller Ödön von Horváth 1933 zunächst unter dem Arbeitstitel „Die Brücke“ geschrieben und es als Posse in zwei Teilen“ bezeichnet hatte. Die Uraufführung fand 13. Dezember 1934 im Schauspielhaus Zürich statt. Das Stück trägt autobiografische Züge, denn Horváth galt ab 1933 in Deutschland nach der nationalsozialistischen Machtergreifung als „unerwünschte Person“. Er musste nach Budapest reisen, um seine ungarische Staatsangehörigkeit zu erneuern. Die Premiere in Zürich nutzte er als Gelegenheit, gemeinsam mit der Schauspielerin Wera Liessem, seiner damaligen Lebensgefährtin, Deutschland zu verlassen.

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„Das Theater ist mein Land”

Nachlese zum 25. Internationalen Hermannstädter Theaterfestival
Ausgabe Nr. 2583

 

Isabelle Huppert auf dem „goldenen Sofa“.            Foto: Doina GIURGIU

„Das Theater ist mein Land. Es ist ein riesiges Land ohne Grenzen, ohne Vorurteile. Es lebe das Theater!“ sagte die französische Schauspielerin Isabelle Huppert bei der Feierstunde am vorletzten Tag des 25. Internationalen Hermannstädter Theaterfestivals, dem 16. Juni, als sie einen Stern auf der Ruhmesmeile auf der Oberen Promeande in Hermannstadt entgegennehmen durfte. Wer am letzten Festivalstag, den 17. Juni, nach dem 45 Minuten-Gespräch mit Isabelle Huppert und Regisseur Cristian Mungiu im Thaliasaal nicht genug hatte, konnte am Abend erleben, dass die Schauspielerin, die u. a. durch ihre Hauptrolle im Film „Die Spitzenklöpplerin“ (1977) so richtig durchgestartet war, tatsächlich auf den „Brettern, die die Welt bedeuten“ zu Hause ist.Weiterlesen

Ausgelacht von tanzenden Omas

Streiflichter vom 25. Hermannstädter Internationalen Theaterfestival

Ausgabe Nr. 2582

Interaktiv und mitreißend: Mit ihrer Show „Travelers“ bewiesen die Schauspielerinnen und Schauspieler vom Teatr Akt aus Warschau den zahlreichen Zuschauern aller Altersklassen in der Heltauergasse, dass eine Reise immer auch eine Zeitreise  ist…
Foto: Adi BULBOACĂ

Satte 12,9 Millionen Euro hat die diesjährige Auflage des Internationalen Theaterfestivals gekostet, um 700.000 Euro mehr als die vorige Auflage. 12.850.000 Lei umgerechnet (rund 2,9 Millionen Euro) sind öffentliche Gelder: acht Millionen Lei kamen von der Stadt Hermannstadt, vier vom Kulturministerium, 600.000 Lei vom Bildungsministerium und 250.000 Lei vom Rumänischen Kulturinstitut. Dazu kam das Geld für die Karten, über 17.000 wurden verkauft, mit Preisen zwischen 15 und 50 Lei. Das heißt, dass im Durchschnitt jedes Event 25.000 Euro gekostet hat, da 525 Events angemeldet waren. Dabei wurde zum Beispiel jede Ausstellung zehn Mal gezählt, wenn sie jeden Tag zu sehen war. Gezeigt wurden Theaterstücke in Sälen und auf den öffentlichen Plätzen, Tanzvorstellungen, Zirkusnummern, Ausstellungen, Konferenzen und sogar Live-Cooking-Shows.Weiterlesen

Überzeugend authentisch

Persönliche Nachlese zum 25. Theaterfestival

Ausgabe Nr. 2582

Szene aus „CION: Requiem of Ravel´s Bolero“.
Foto: Sebastian MARCOVICI

Unter dem Gesichtspunkt, dass Theater die Kommunikation zwischen den Künstlern und dem Publikum über gesellschaftlich relevanten Themen ist und durchaus auch gesellschaftskritisch verstanden werden soll, hat das 25. Theaterfestival in Hermannstadt den Schreiber der Zeilen voll überzeugt. Der Beginn des Festivals war fulminant und hat auch schon die Richtung bestimmt. Weiterlesen

Spannungsbogen zwischen Märchen und Wirklichkeit

Zur Premiere von „Eine Ziege, ein Wolf und drei sympathische Zicklein“ am Gong-Theater

Ausgabe Nr. 2582

Die drei Zicklein wurden sehr glaubwürdig interpretiert von Andrei Hansel, Adrian Prohaska und Claudia Stühler (v. l. n. r.).    Foto: Cynthia PINTER

Das Theaterstück „Eine Ziege, ein Wolf und drei sympathische Zicklein“ ist eine moderne Neufassung des Märchens „Die Geiß mit den drei Geißlein“ des rumänischen Schriftstellers Ion Creangă (1875). Die etwas weniger grausame Inszenierung von Simona Vintilă, die am 4. Juni in Premiere am Gong-Theater für Kinder und Jugendliche gezeigt wurde, ergreift mit einem sehr modernen Setting ihr junges Publikum zielgenau. So schaffen Computerspiele wie Minecraft, das Einkaufszentrum „Mall“ oder die Benutzung des Handys den Bezug zum 21. Jahrhundert sehr gut und erzeugen damit einen authentischen Spannungsbogen zwischen Märchen und Wirklichkeit. Weiterlesen

Zum Jubiläum keine Qual der Wahl

Wenig Theater und viel Zirkus beim Hermannstädter Theaterfestival 2018

Ausgabe Nr. 2581

Feuerspeiende Skulpturen, brennende Girlanden und unzählige lodernde Tontöpfe. Feuer und Flamme waren die Zuschauer für die verschiedenartigen Installationen der Franzosen von „Cie Carabosse“, die zu Beginn der 25. Auflage des Internationalen Theaterfestivals am Großen Ring, im Astra- und Harteneckpark am Freitag- und Samstagabend zu bewundern waren. Geleitet von den Rhythmen einer Musik konnten sich die Besucher frei und ohne vorgegebene Richtung bewegen. Die Feuerkünstler traten schon im Kulturhauptstadtjahr 2007 beim Theaterfestival auf.         
Foto: Fred NUSS

Wer kann sich noch an den ersten Besuch des Theaterfestivals in Hermannstadt erinnern? Für mich war das 2005. Damals noch als Mitarbeiterin der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänienwar die Begeisterung groß und noch größer die Auswahl. Ich ging immer um 16 Uhr zur ersten Vorstellung des Tages und blieb bis gegen Mitternacht in der Stadt. Das waren in etwa vier bis fünf Stücke pro Tag. Man rannte quasi von einer Theatervorstellung zur anderen, denn nur selten fanden die Inszenierungen im gleichen Haus statt. Die Veranstalter warteten mit dem Beginn oftmals auf die verspäteten Gäste. Weiterlesen

Mit Handpuppen zu Toleranz erziehen

Aus Lateinamerika auf Welttournee und in Hermannstadt zu Gast

 Ausgabe Nr. 2575

Laura Mac Laughlin und Enrique Crohare begeisterten die Kinder. Foto: Cynthia PINTER

„Clotts Abenteuer“ hieß das Puppentheaterstück, das vergangenen Dienstag, dem 17. April, im Gong-Theater für Kinder und Jugendliche zu Gast war. Gleich zwei Vorstellungen boten die beiden Künstler Laura Mac Laughlin aus Argentinien und Enrique Crohare aus Chile, von der Kompanie „Arriba las Hu! Manos“, die sich zusammen seit August 2017 auf einer Welttournee befinden. Mit ihrer den Kindern dieser Welt gewidmeten Vorführung möchten sie zu Toleranz und Verständnis gegenüber dem Anderssein animieren. Weiterlesen