Poesie, Pathos, Witz und Feuer

Das 26. Hermannstädter Internationale Theaterfestival verzeichnete neue Rekorde

Ausgabe Nr. 2630

Die französische Straßentheatergruppe „Plasticiens volants“ verwandelte an zwei Abenden den Großen Ring in eine Bühne für mit Helium gefüllte aufblasbare Gestalten aller Art. Unser Bild: Einige Figuren wie diese aus der Vorstellung „New World“ konnte man auch tagsüber bewundern.
Foto: Fred NUSS

Das Internationale Theaterfestival Hermannstadt hat dieses Jahr den Rekord der Zuschauer gebrochen. 123.000 Menschen sollen den insgesamt 540 Events der 26. Auflage beigewohnt haben. Das größte Theaterfestival des Landes, das am 14. Juni begonnen hatte, endete am Sonntag, dem 23. Juni, zehn Minuten vor Mitternacht mit dem traditionellen Feuerwerk. Damit endete das spektakulärste Event des Jahres in Hermannstadt.Weiterlesen

Es gehört dieser Tage zum guten Ton

Streiflichter vom 26. Internationalen Hermannstädter Theaterfestival
Ausgabe Nr. 2629

 

Radelnde Blaskapelle aus Holland: Der Auftritt der Crescendo Opende Bicycle Band sorgte am Wochenende in der Heltauergasse und auf dem Großen Ring für Aufsehen.                                
Foto: Beatrice UNGAR

Das Besondere am Theaterfestival in Hermannstadt: Jeder will dabei sein. Zu sagen, man hat dieses Theaterstück oder jene Straßenperformance gesehen, gehört zum guten Ton diese Tage. Wenn man nachmittags durch die Heltauergasse gehen muss, so ist das fast unmöglich nicht wenigstens ein paar bunte Sambatänzerinnen oder eine laute Blaskapelle angetroffen zu haben. So ist das jeden Sommer in Hermannstadt, ständig etwas los. Das Theaterfestival feiert dieses Jahr seine 26. Auflage:  540 Veranstaltungen mit 3.300 Künstlern aus 73 Ländern. 70.000 Zuschauer sollen auch heuer die Theatersäle, Hallen, Straßen und Plätze füllen. Das Theaterfestival, das unter dem Motto „Die Kunst zu schenken“ läuft, hat am 14. Juni begonnen und dauert noch bis Sonntag.Weiterlesen

„Rumänisches Roulette“

Ein Plädoyer für die Vielfalt Siebenbürgens

Ausgabe Nr. 2629

Mercedes Echerer.
Foto: Sebastian MARCOVICI

Ein Plädoyer für die Vielfalt Siebenbürgens legte Mercedes Echerer mit ihrem „Rumänisches Roulette“ getitelten Stück am ersten Festivaltag im Gong-Theater vor. Es war eine musikalische Reise zu allen Völkerschaften dieses Landstrichs, begleitet von Erinnerungen, oder waren es Erinnerungen begleitet von ortsüblicher Musik?Weiterlesen

„Eine unserer besten…“

„Kein Denkmal für Gudrun Ensslin” im Gong-Theater aufgeführt

Ausgabe Nr. 2629

 

Schlussszene mit Flavia Muntean auf dem Leichenberg.
Foto: Werner FINK

„Nach einer wahren Begebenheit“ konnte man zu Beginn der Aufführung lesen. Gudrun Ensslin gab es tatsächlich, denn in dem Theaterstück, einem Monolog von Christine Brückner (aus dem Band „Wenn du geredet hättest, Desdemona…“), erzählt die RAF-Terroristin Gudrun Ensslin von ihrem Leben. In die Rolle der Hauptperson schlüpfte dabei die Abiturientin von der Brukenthalschule, Flavia Muntean. Regie führte Johanna Adam-Hansel.Weiterlesen

„Auf der Höhe der Brutalität“

Premiere mit „Yvonne, die Burgunderprinzessin“ am Radu Stanca-Nationaltheater

Ausgabe Nr. 2625

Szenenfoto mit Iustinian Turcu, Ali Deac, Daniel Plier und Fabiola Petri (v. l. n. r.).                                                                         Foto: Dan ȘUȘA

In einer Welt, die von Sexbesessenheit und Gewalt, Machtspielen und Bosheit regiert wird, hat das Reine, das Andere, das nicht mitspielt, keine Existenzberechtigung und muss psychisch fertig gemacht und physisch eliminiert werden. So könnte man die Botschaft des StückesYvonne, die Burgunderprinzessin“ von Witold Gombrowicz zusammenfassen, das am Samstag unter der Spielleitung von Botond Nagy an der deutschen Abteilung des Radu Stanca-Nationaltheaters Premiere gefeiert hat. Eine starke, eindrückliche Botschaft.Weiterlesen

Neues Highlight?

Vier Preise für das TNRS bei der UNITER-Gala

Ausgabe Nr. 2624

Bei der Gala des Rumänischen Theaterverbands (UNITER) am Montag in Klausenburg holte das Radu Stanca-Nationaltheater drei Preise für die Produktion „Povestea prințesei deocheate“. Unser Bild: Szenenfoto mit Ofelia Popii, die für ihre Doppelrolle zur besten Schauspielerin gekürt worden ist.  
Foto: Sebastian MARCOVICI

Vier Nominierungen für die UNITER-Preise hatte das Radu Stanca-Theater erhalten, bei der UNITER-Gala, die am Montag, den 13. Mai, im Klausenburger Nationaltheater stattgefunden hat, gab es vier Preise: Für die Show „R.U.R. (Rossum’s Universal Robots)”, Regie Vlad Cristache, wurden in der Kategorie „Debüt” Andreea Tecla und Mădălina Niculae für das Bühnenbild preisgekrönt. Das Stück wurde an der deutschen Abteilung inszeniert und basiert auf einem Science Fiction-Stück, das der tschechische Autor Karel Čapek (1890-1938) im Jahr 1920 geschrieben hatte. Die Produktion „Povestea prințesei deocheate” von Silviu Purcărete wurde zur besten Vorstellung gekürt. Für das gleiche Stück erhielt Dragoș Buhagiar den Preis für das beste Bühnenbild und Ofelia Popii den Preis für die beste Schauspielerin in einer Hauptrolle. Weiterlesen

Beim Schneeschippen eingefallen

Vorpremiere mit Steaua fără nume“ am Radu Stanca-Nationaltheater

Ausgabe Nr. 2623

 

Szenenfoto mit Viorel Rață, der in drei Rollen schlüpft, dem Regisseur der Inszenierung Florin Coșuleț und Mihai Coman, der zwei Rollen spielt (v. l. n. r.).
Foto: Vlad DUMITRU

„In einem kleinen rumänischen Städtchen der 30er Jahre führt das Schicksal eine junge verwöhnte Frau in das Haus eines weltfremden Mathematiklehrers. Die Zuneigung der beiden Menschen findet keine Erfüllung in einer dauerhaften Bindung, da sich die Frau nicht von ihrem luxuriösen Leben zu trennen vermag. Gefühlvolle Unterhaltung, einfühlsam inszeniert und gespielt.“ So wird das Stück „Stern ohne Namen“ (Steaua fără nume) des Schrifstellers Mihail Sebastian (1907-1945) auf der Webseite www.filmdienst.de beschrieben. Drei Vorstellungen der aktuellen Inszenierung durch den Schauspieler Florin Coșuleț wurden als Vorpremiere auf der Bühne des Radu Stanca-Nationaltheaters in Hermannstadt am 19. und 20. April, sowie am 5. Mai gezeigt. Die Premiere findet heute im Rahmen des Lucian Blaga-Festivals in Mühlbach/Sebeș Alba statt.Weiterlesen

Kompliziertes Leben in „All Inclusive”

Komödie des Bukarester Nationaltheaters in Hermannstadt aufgeführt

Ausgabe Nr. 2621

 

Komplizierte Beziehungen (v.  l. n. r.): Adele, Monique, Margaret, Maurice und Vince finden heraus, dass sie mehr gemeinsam haben, als sie erst gedacht hatten.                                                  Foto: All Inclusive

Margaret, gespielt von Medeea Marinescu, und Maurice, gespielt von Marius Manole stellen fest, dass die große Liebe zwischen ihnen vorbei ist, oder, besser gesagt, dass es sie irgendwie doch gar nicht gab. Sie sind erst 40, stehen allerdings am Ende ihres Ehelebens, das in den letzten 20 Jahren ihre Tochter Adele, gespielt von Diana Roman, im Mittelpunkt hatte. Das Stück „All Inclusive” von Alexandru Popa, Regie Vlad Zamfirescu, das vergangene Woche im Ion-Besoiu-Kulturzentrum aufgeführt wurde, war allerdings keine Tragödie, sondern eine Komödie, bei der das Publikum fast ununterbrochen lachte.Weiterlesen

Eine künstliche Welt

Premiere am Gong-Theater war ein Erfolg

Ausgabe Nr. 2619

Es ist inzwischen zur Tradition geworden, dass der Welttheatertag, am 27. März, am Gong-Theater für Kinder und Jugendliche mit einer Premiere gefeiert wird. Dieses Jahr wurde das Kunstmärchen „Privighetoarea“ (Des Kaisers Nachtigall) nach Hans Christian Andersen in rumänischer Sprache aufgeführt. Die Regie führte Gavriil Pinte, der in den vergangenen Jahren öfter hier inszeniert hatte, u. a. die Stücke „Harap Alb“ und „Povestea lui Rapunzel“. Weiterlesen