Zum Jubiläum keine Qual der Wahl

Wenig Theater und viel Zirkus beim Hermannstädter Theaterfestival 2018

Ausgabe Nr. 2581

Feuerspeiende Skulpturen, brennende Girlanden und unzählige lodernde Tontöpfe. Feuer und Flamme waren die Zuschauer für die verschiedenartigen Installationen der Franzosen von „Cie Carabosse“, die zu Beginn der 25. Auflage des Internationalen Theaterfestivals am Großen Ring, im Astra- und Harteneckpark am Freitag- und Samstagabend zu bewundern waren. Geleitet von den Rhythmen einer Musik konnten sich die Besucher frei und ohne vorgegebene Richtung bewegen. Die Feuerkünstler traten schon im Kulturhauptstadtjahr 2007 beim Theaterfestival auf.         
Foto: Fred NUSS

Wer kann sich noch an den ersten Besuch des Theaterfestivals in Hermannstadt erinnern? Für mich war das 2005. Damals noch als Mitarbeiterin der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänienwar die Begeisterung groß und noch größer die Auswahl. Ich ging immer um 16 Uhr zur ersten Vorstellung des Tages und blieb bis gegen Mitternacht in der Stadt. Das waren in etwa vier bis fünf Stücke pro Tag. Man rannte quasi von einer Theatervorstellung zur anderen, denn nur selten fanden die Inszenierungen im gleichen Haus statt. Die Veranstalter warteten mit dem Beginn oftmals auf die verspäteten Gäste. Weiterlesen

Mit Handpuppen zu Toleranz erziehen

Aus Lateinamerika auf Welttournee und in Hermannstadt zu Gast

 Ausgabe Nr. 2575

Laura Mac Laughlin und Enrique Crohare begeisterten die Kinder. Foto: Cynthia PINTER

„Clotts Abenteuer“ hieß das Puppentheaterstück, das vergangenen Dienstag, dem 17. April, im Gong-Theater für Kinder und Jugendliche zu Gast war. Gleich zwei Vorstellungen boten die beiden Künstler Laura Mac Laughlin aus Argentinien und Enrique Crohare aus Chile, von der Kompanie „Arriba las Hu! Manos“, die sich zusammen seit August 2017 auf einer Welttournee befinden. Mit ihrer den Kindern dieser Welt gewidmeten Vorführung möchten sie zu Toleranz und Verständnis gegenüber dem Anderssein animieren. Weiterlesen

Verbotene Liebe und Verrat

Rumänische Premiere mit Arthur Millers „Ein Blick von der Brücke“ am RST Ausgabe Nr. 2574

Der Zweiakter „Vedere de pe pod“ (Ein Blick von der Brücke) von Arthur Miller (Regie Eugen Jebeleanu) ist das neueste Stück im Repertoire des Hermannstädter Radu Stanca-Nationaltheaters. Unser Bild: Szenenfoto mit Andrei Gîlcescu, Simona Negrilă, Ciprian Scurtea, Viorel Rață, Cendana Trifan, Cristian Timbuș und Vlad Robaș (v. l. n. r.).
Foto: Cynthia PINTER

Flucht, Migration und Integration sind immer aktuelle Themen. So auch im neuesten Theaterstück am Radu Stanca-Nationaltheater, einer Adaption des Zweiakters von Arthur Miller „Ein Blick von der Brücke“ (Originaltitel: A View from the Bridge, 1955), das in der rumänischer Fassung „Vedere de pe pod“ heißt. Die Vorpremiere fand am Freitag, dem 13. April, die Premiere einen Tag später, am 14. April, statt. Regie führte der in Frankreich lebende Temeswarer Eugen Jebeleanu, der für Hermannstädter Theatergänger kein unbekannter Regisseur ist. 2016 inszenierte er am Gong-Theater für Kinder und Jugendliche „Alice“ von Lewis Carroll in der Adaption von Yann Verburgh und 2017 am Radu Stanca-Nationaltheater sein eigenes Stück, „Familii“. Weiterlesen

„Schöne Abwechslung“

Improvisationstheater-Workshop in Holzmengen

Ausgabe Nr. 2574

Gruppenbild mit Workshopleiterinnen und Teilnehmenden (vl. n. r.): obere Reihe: Franziska Fiedler, Helene Guib, Aaron Cotaru, Simon Tartler, Elena Frățilă; mittlere Reihe: Christine Wally, Paula Dörr, Jacqueline Guist, Maria Junesch; untere Reihe: Ecaterina Ioniță, Ioana Jeler, Franek Bethge, Noah Cotaru, Arminius Kaiser.                               
Foto: Rebecca KOLBE

„Halbe Schnitzel“ und „Ganze Schnitzel“ lauteten die Gruppennamen der jüngeren und älteren Kinder, die am Improvisationstheater-Workshop teilnahmen, das am vergangenen Wochenende Franziska Fiedler und Christine Wally, zwei Grundschulpädagogikstudentinnen der Lucian Blaga-Universität in Holzmengen leiteten. Weiterlesen

Roboter-Menschen und Mensch-Roboter

Erstes Science Fiction-Theaterstück hatte in Hermannstadt Premiere

Ausgabe Nr. 2569

Mit „R.U.R. (Rossum’s Universal Robots)“ von Karel Čapek in der Regie von Vlad Cristache brachte die deutsche Abteilung des Radu Stanca-Nationaltheaters am Freitag die zweite Premiere der Spielzeit auf die Bühne. Unser Bild: Szenenfoto mit Daniel Plier, Anca Cipariu und Daniel Bucher (v. l. n. r.). Foto: Cynthia PINTER

Jeder kennt das Wort „Roboter“, doch kaum jemand weiß, woher es kommt. Das Wort „Roboter“ (oder robot, in der ursprünglichen tschechischen Form) gelangte aus dem 1920 erschienenen Drama „R.U.R. – Rossum’s Universal Robots“ des tschechischen Schriftstellers Karel Čapek in den Sprachgebrauch vieler Länder. Das eben erwähnte Theaterstück wurde nun in deutscher Sprache am vergangenen Freitag auf der Bühne des Radu Stanca-Nationaltheaters in Hermannstadt in Premiere aufgeführt. Regie führte Vlad Cristache, Hauptprotagonisten waren Schauspieler/innen der deutschen Abteilung des Radu Stanca-Theaters, in den Nebenrollen waren Studentinnen und Studenten des ersten Jahrgangs der Schauspielfakultät der Lucian Blaga-Universität zu sehen.Weiterlesen

Ein Glanzstück aller Sinne

Ibsens „Hedda Gabler“ ist die neueste Premiere am Radu Stanca-Nationaltheater

Ausgabe Nr.2568

Mit Ibsens „Hedda Gabler“, in der Regie von Botond Nagy, brachte das Radu Stanca-Nationaltheater Hermannstadt letzte Woche die neueste Premiere der Spielzeit heraus. Unser Bild:  Szenenbild mit Ofelia Popii und Ciprian Scurtea.
Foto: Cynthia PINTER

Die Vorpremiere des Dramas „Hedda Gabler“ von Henrik Ibsen in Hermannstadt, am 21. Februar, vor einem zahlreichen Publikum war eine Tour de Force, eine Glanzleistung der Kinematografie. Die Premiere des Stücks am Donnerstag, 22. Februar, brachte Regisseur Botond Nagy (Assistent: Sanda Anastasov) einen verdienten Applaus.Weiterlesen

Die Erinnerung bleibt

Beatrice Gutt ist tot

Ausgabe Nr.2568

Beatrice Gutt mit Emmerich Schäffer in Martin Walsers „Die Zimmerschlacht“ in der Regie von Hanns Schuschnig am Deutschen Staatstheater Hermannstadt (Landespremiere am 25. April 1973).
Foto: Horst BUCHFELNER

Die Schauspielerin Beatrice Schuschnig, geborene Gutt, langjähriges Mitglied der Deutschen Bühnen Hermannstadt und Temeswar ist am 2. Februar d. J. in Altusried im Allgäu gestorben. Weiterlesen

Von Toleranz und Mitgefühl

Die erste Premiere des Jahres am Gong-Theater für Kinder und Jugendliche

Ausgabe Nr. 2565

Szenenfoto mit Raluca Pavel, Lucia Barbu, Alexandra Ioana Şerban und Eleonora Coșuleț (v. l. n. r.).                                  
Foto: Cynthia PINTER

„Unsere Geschichte beginnt irgendwann um das Jahr 1938, in einer der ersten gemischten Schulen, irgendwo am Rande der Stadt Chicago“. Wanda ist mit ihrer Familie aus Polen hierher gezogen, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Wanda trägt in der Schule jeden Tag dasselbe fadenscheinige blaue Kleid obwohl sie sagt, dass sie zu Hause in ihrem Schrank hundert wunderschöne Kleider hat. Die anderen Kinder in ihrer Klasse glauben ihr das natürlich nicht, und als Peggy anfängt, Wanda deswegen tagtäglich zu hänseln, machen alle mit. Der Roman „Die hundert Kleider“ von Eleanor Estes wurde als Theaterstück unter dem Titel „Wanda“ von Radu Apostol am Gong-Theater inszeniert. Die Premiere hat am 30. Januar stattgefunden.Weiterlesen

Zwischen Freundschaft und Pflicht

Landespremiere am Radu Stanca-Nationaltheater in Hermannstadt

Ausgabe Nr. 2560

Humajun (Cătălin Pătru) verhaftet seinen Freund Babur (Florin Coșuleț) für seinen Verrat an den Kaiser.                                
Foto: Cynthia PINTER

Wir schreiben das Jahr 1648. Zwei Wächter stehen vor einem steinernen Tor. Sie dürfen sich nicht bewegen und eigentlich auch nicht sprechen, doch der jüngere Babur kann es einfach nicht lassen, seinen Freund Humayun zu ärgern. Erst kommt er zu spät und dann muss er auch noch unbedingt alles erörtern, was an diesem besonderen Tag in seinem Kopf umherschwirrt. Denn heute ist der Tag, an dem nach 16-jähriger Bauzeit Kaiser Shah Jahan der Welt erlaubt, bei Sonnenaufgang zum ersten Mal den Blick auf das fertige Taj Mahal zu werfen. Doch die beiden Wächter müssen nach Osten gen Sonnenaufgang schauen und es ist ihnen unter hoher Strafe verboten, sich umzudrehen. Ein Dilemma für den diensteifrigen Humayun, dessen Vater ein hoher General in der kaiserlichen Armee ist.Weiterlesen

Wie eine Ehe in Schieflage gerät

Letzte Premiere des Jahres – eine Koproduktion mit dem Escher Stadttheater

Ausgabe Nr. 2559

„Szenen einer Ehe“ von Ingmar Bergmann war die letzte Premiere des Jahres an der deutschen Abteilung des Radu Stanca-Theaters.  Unser Bild: Szenenfoto mit Krista Birkner und Daniel Bucher.  
Foto: Fred NUSS

Seit zehn Jahren sind Marianne und Johan verheiratet. Sie sind beide erfolgreich berufstätig und haben zwei gemeinsame Kinder. Das Ehepaar scheint eine vorbildlich moderne Ehe zu führen. Als Johan der ahnungslosen und völlig überraschten Marianne von einer Affäre erzählt, gesteht er ihr auch, dass er bereits seit vier Jahren über eine Trennung nachdenke. Ein schmerzhafter Erkenntnisprozess setzt sich in Bewegung. Die glückliche Fassade einer Beziehung zwischen zwei Menschen bröckelt und zerfällt in seine Einzelteile. Darum geht es in „Szenen einer Ehe“ von Ingmar Bergman und in der Regie von Charles Muller. Weiterlesen