Vom Anderssein nach Andersen

„Degețica“ ist die erste Premiere im neuen Jahr

Ausgabe Nr. 2802

,,Däumelinchen“: Das gleichnamige Märchen von Hans Christian Andersen heißt rumänisch „Degețica“ und war die erste Premiere des Jahres am „Gong“-Theater in Hermannstadt. Unser Bild: Szenenfoto mit Lucia Barbu.   Foto: Cynthia PINTER

Eine Geschäftsfrau wünscht sich nichts sehnlicher als ein kleines Mädchen. Sie bekommt ein Samenkorn, aus dem eine Blume wächst, in deren Blüte ein kleines Mädchen liegt. Sie nennt es Däumelinchen. Rumänisch heißt das Mädchen und das gleichnamige Märchen von Hans Christian Andersen „Degețica“. „Degețica“ ist die erste Premiere im neuen Jahr an der rumänischen Abteilung des Kinder- und Jugendtheaters „Gong“, in Hermannstadt. Im vollen Saal wurde das neue Theaterstück gleich mehrmals am Wochenende, am 21. und am 22. Januar, aufgeführt. Weiterlesen

Er kümmerte sich lieber um seine Hühner

Schülerinnen und Schüler führten Dürrenmatts ,,Romulus der Große“ auf

Ausgabe Nr. 2802

Schlussszene bei ,,Romulus der Große“: Die Germanen haben es bis in Romulus (vorne links) Schlafzimmer geschaftt. Der germanische Anführer Odoaker (vorne rechts) wird König von Italien.                                                                                                                                  Foto: Hannah WEIDEN

Zur Aufführung von „Romulus der Große“ von Friedrich Dürrenmatt hatte das Deutsche Kulturzentrum Hermannstadt am Mittwoch der Vorwoche, dem 18. Januar, eingeladen. Das Theaterstück wurde im kleinen Saal des Gong-Theaters von Schülerinnen und Schülern des Samuel von Brukental-Gymnasiums und des Pädagogischen Nationalkollegs Andrei Șaguna inszeniert.Weiterlesen

Sind das unsere Toten?

Premiere mit ,,antigone. ein requiem“ von Thomas Köck

Ausgabe Nr. 2798

Szenenfoto von der Generalprobe mit Theodora Sandu (Antigone, 1. v. r.) und  Fabiola Petri (Ismene, 2. v. r.) im Vordergrund.                                                                                 Foto: Sebastian MARCOVICI

Lichtkegel, Nebelschwaden, ohrenbetäubendes Dröhnen gehören inzwischen zu der Appanage einer modernen oder sollte es heißen ,,zeitgenössischen“ Inszenierung… So geschehen auch bei der Premiere von ,,antigone.ein requiem“ von Thomas Köck am 1. Dezember auf der Bühne des Radu Stanca-Nationaltheaters. Und wenn es heißt ,,auf der Bühne“, dann ist das im eigentlichen Sinn des Wortes zu verstehen. Weiterlesen

,,…die auserwählte Stadt“

Nora Iugas Hermannstadt-Roman als Performance

Ausgabe Nr. 2797

Mihai Ignat, Iulia Georgeta Popescu und Nora Iuga (v. l. n. r.) stellten sich nach der Vorstellung den Fragen des Publikums.                                                                                        Foto: Beatrice UNGAR

,,Jede Seite fasziniert“ lautet der Titel der Rezension zu dem Roman ,,Hipodrom“ von Nora Iuga, die unter dem Titel  in der Hermannstädter Zeitung Nr. 2734 vom 13. August 2021 erschienen ist. Angesichts dieser Feststellung ist das Projekt der Bukarest Schauspielerin Iulia Georgeta Popescu als ein Wagnis zu bezeichnen, denn sie hatte sich vorgenommen, diese in mehrfachem Sinn fabelhafte Hommage an die Stadt Hermannstadt als Performance auf die Bühne zu bringen. Die Aufführung im Rahmen des Datfest-Festivals der Studierenden der Schauspielkunst an der Lucian Blaga-Universität in Hermannstadt am 5. November überzeugte alle Anwesenden davon, dass Nora Iugas Werk sozusagen ,,reif für die Bühne“ gemacht werden kann.Weiterlesen

Intensiv interpretiert

Vorpremiere an der deutschen Abteilung des RST

Ausgabe Nr. 2791

Mit der Vorpremiere der Tragödie „Die Zofen“ von Jean Genet eröffnete die deutsche Abteilung des Radu Stanca-Nationaltheaters  am 8. Oktober 2022 die neue Spielzeit. Ein gut gewähltes Stück vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine, der Klimakatastrophe, der Suche der Menschen nach Identität und Lebenssinn.Weiterlesen

Viel Lärm um nichts

Ausgabe Nr. 2789

Neueste Theaterpremiere – eine Party auf der Bühne 

Szenenfoto mit Crina Dumitrașcu als Julia und Radu Costea als Romeo. Foto: TNRS

Am Samstag, dem 24. September, fand die dritte Premiere im Monat September auf der Bühne des Radu Stanca-Nationaltheaters  in Hermannstadt statt. Hauptdarsteller waren das berühmteste Liebespaar der Weltliteratur, Romeo und Julia. Die weltbekannte Tragödie „Romeo und Julia“ von William Shakespeare wurde vom ukrainischen Regisseuren Andriy Zholdak mit Studenten der Schauspielabteilung der Lucian Blaga-Universität und einigen jungen Schauspielern der rumänischen Abteilung des Theaters inszeniert. 

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Mord, Vergebung und Poesie

Zwei neue Theaterstücke in Premiere gezeigt

Ausgabe Nr. 2787

Spielzeit eröffnet: Das Radu Stanca-Nationaltheater eröffnete die Spielzeit 2022/2023 am Wochenende mit zwei Premieren. Unser Bild: Theaterintendant Constantin Chiriac (rechts) teilte in der neuesten Premiere des Radu Stanca-Nationaltheaters „Jocuri, vorbe, greieri…“ seine Gabe als Gedichterezitator mit dem Hermannstädter Publikum.                         Foto: TNRS, Andrei VĂLEANU

Die Sommerpause des Hermannstädter Radu Stanca-Nationaltheaters ist vorbei und der September lockt die Theaterliebhaber mit zwei brandneuen Premieren und einer Weltpremiere. Es handelt sich um „MASS“ von Fran Kranz, „Jocuri, vorbe, greieri…“ in der Regie von Silviu Purcărete und „Romeo și Julieta“ nach William Shakespeare in der Regie von Andriy Zholdak. Zwei Premieren haben vergangene Woche stattgefunden, die letzte, „Romeo und Julia“ steht noch aus und wird am Samstag und Sonntag, dem 24. bzw. dem 25. September, im Theatersaal gezeigt.Weiterlesen

Zwischen Täuschung und Selbsttäuschung

Ausgabe Nr. 2785

Carmen E. Puchianu präsentierte ihre neueste Premiere in Reschitza


Carmen E. Puchianu im ,,Kampf“ mit den Dingen. Fotos: DFDBB

,,Absurdes Theater ist nicht mein Ding“, antwortete eine Premierenbesucherin auf die Frage, wie ihr das neueste Ein-Personen-Stück der Kronstädter Autorin Carmen Elisabeth Puchianu gefallen hat, das diese unter dem Titel ,,Entsorgt. Theater des Ichs“ am Samstag, den 20. August d. J., im Rahmen der 32. Auflage der Deutschen Literaturtage in Reschitza im ,,West“-Theater aufgeführt hat. Das Absurde gehört allerdings schon seit geraumer Zeit zum Alltag und so ist auch diese neueste Produktion Puchianus sprachlich und gestisch-mimisch exzentrisch und zwischen Täuschung und Selbsttäuschung angesiedelt.

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Kreative Premiere

Kronstädter Jugendliche führten Brukenthal-Stück auf

Ausgabe Nr. 2783

Szenenfoto mit Sophia Neguț, Anastasia Dediu, Stanca Spiridon, Alexandru Adam, Roberta Petenchea und Amalia Grosu (v. l. n. r.).                                                                    Foto: die Verfasserin

Samuel von Brukenthal (1791-1803) ist in der Geschichte Hermannstadts fest verankert. Was hätte also passender sein können, als die Premiere eines Theaterstücks über seine Biographie im Rahmen des ersten Siebenbürgischen Kultursommers im Thaliasaal aufzuführen? Petra Antonia Binder hat das Stück ,,Brukenthal und die Königin der Nacht” geschrieben und mit Jugendlichen aus Kronstadt eingeübt. Nach der Aufführung haben sie und die Schauspielerinnen und Schauspieler erklärt, wieso sie ausgerechnet in einem historischen Stück mitgespielt haben, wieso Samuel von Brukenthal selbst nicht ein einziges Mal auf der Bühne gestanden hat und wie es um weitere Aufführungen steht.Weiterlesen

Der Mann mit zwei großen Namen

Erinnerungen an Hans Alfred Pomarius (1929-2022)

Ausgabe Nr. 2779

Hans Pomarius 2010.                                                                                                         Foto: Konrad KLEIN

In die überschaubare Zeit des Jahres 1929, am 8. Mai, wurde Hans Pomarius im siebenbürgischen Schäßburg geboren. Umhegt im sorgenfreien Elternhaus, wuchs er zum jungen Mann heran. Der Vater Alfred Pomarius, ein Freigeist und philosophischer Denker, sorgte mit seinen Geschäften für die materielle Sicherheit der Familie; die Mutter hielt Erziehung und Haushalt fest in den Händen, die Lehrerin schaffte alles. Die Unbeschwertheit der drei Geschwister Grete, Hans und Christian sollte aber abrupt enden.Weiterlesen

,,Wie ein Reservoir der Freude“

Gespräch mit der US-amerikanischen Regisseurin und Autorin Sarah Brown

Ausgabe Nr. 2778

Sarah Brown.                  Foto: Carla HONOLD

„A Secret About Joy“ (zu deutsch: Ein Geheimnis über die Freude) von der amerikanischen Schauspielerin, Professorin und Autorin Sarah Brown war Teil des diesjährigen Internationalen Theaterfestivals (FITS). Das Theaterstück spielt in der jüdischen Gemeinde Hermannstadts im Jahr 1927. Mit 27 Darstellenden und der Synagoge als Bühne wollte Brown die Gemeinschaft für ihr Publikum wieder zum Leben erwecken. Im Gespräch mit HZ-Praktikantin Carla H o n o l d gab die Künstlerin ihre persönliche Verbindung zur Thematik, den Moment, der sie zum Verfassen des Stücks bewog, und ihre Wünsche für die Zukunft des Projekts preis.Weiterlesen

FITS 2022: Ein sehr gutes Comeback

Streiflichter von dem 29. Internationalen Hermannstädter Theaterfestival

Ausgabe Nr. 2777

Ballett in schwindelerregender Höhe:  Die Ergebnisse der Zusammenarbeit zwischen den Künstlerinnen der „Aerial Strada”, Regie Roberto Strada Walemberg und der Hermannstädter Staatsphilharmonie, unter der Leitung von Cristian Lupeș waren am Sonntag Nachmittag und Abend auf dem Großen Ring zu bewundern.                                                                                               Foto: Nicolae GLIGOR

Durchschnittlich 85.000 Zuschauer pro Tag meldeten die Organisatoren des 29. Internationalen Hermannstädter Theaterfestivals vom Radu-Stanca-Nationaltheater. Unter dem Motto „Schönheit“ haben rund 800 Events stattgefunden, an rund 80 Spielorten, bei denen über 3.500 Teilnehmer dabei waren und somit war das bisher die größte Auflage des Festivals, ein sehr gutes Comeback nach zwei Jahren Pandemie. Traditionell begleiteten Regenschauer und Gewitter auch diese Auflage des Festivals, besonders an den beiden Wochenenden, so dass einige Straßenshows und Konzerte verlegt oder abgesagt wurden.Weiterlesen