Ein lebendiges Museum

Das alte Handwerk des Buchdrucks wiederbelebt

Ausgabe Nr. 2793

Die Ehepaare Beck (links) und Petrescu (rechts) stellten die Buchdruckpresse vor. Fotos: Ruxandra STĂNESCU

Ein kleines Druckereimuseum in der Altstadt von Hermannstadt wurde vor rund einem Monat eröffnet und bietet Workshops für Kinder und Erwachsene an. Wir wollen ein lebendiges Museum haben, ein Projekt, das dem Handwerk des Buchdrucks gewidmet ist, erklärten die Inhaber der Werkstatt in der Burgergasse/Ocnei, Delia und Tudor Petrescu.Weiterlesen

Äpfel für das Altenheim

Ausgabe Nr. 2793

Das Konsulat der Bundesrepublik Deutschland in Hermannstadt hat wie in jedem Jahr die Apfelernte aus dem eigenen Garten an das Dr. Carl Wolff-Altenheim gespendet. Unser Bild: Die Spende überbrachte  am Freitag Konsulin Kerstin Ursula Jahn (links) an die Heimleiterin Ortrun Rhein (Bildmitte). Mit dabei war an diesem Tag auch Südosteuropa-Beauftragte Kaya-Katharina Van der Wyst (rechts) von dem Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung e. V. Berlin.                                                                 Foto: Ioana DEAC

Von Old Shatterhand bis János Xantus

Besuch bei den Filmemachern Gábor und Áron Xantus (II) / Von Werner FINK

Ausgabe Nr. 2793

Zeichnung von János Xantus

„Dann haben wir Pfeifen ausgetauscht, und noch während des Rauchens bot mir mein neuer Freund seine Töchter an, damit ich eine zu meiner Ehefrau auswähle, – wofür ich mich natürlich bedankte, versprechend, dass ich mir diese wichtige Angelegenheit überlege.“
In der ersten Hälfte der 90er Jahre haben sich Gábor Xantus und sein Sohn Áron, heute Filmregisseur, Kameramann und Leiter des Xantus Filmstudios, auf den Weg gemacht, um die Laufbahn ihres reisenden Vorfahren János Xantus zu erforschen. „Wir sind auf den Spuren von Xantus in Nordamerika entlanggegangen. Wir haben auch die Stämme, also was von ihnen übriggeblieben ist, gefilmt, und wir haben versucht, diesen Lebensweg zu rekonstruieren, wenigstens die verschiedenen Schauplätze in Kalifornien festzuhalten, wobei wir seine Briefe dafür benutzten“, sagte Gábor Xantus. Daraufhin folgte eine andere Expedition in den Fernen Osten, wo János Xantus nach seiner Rückkehr aus Amerika forschte und von wo er auch volkskundliches und biologisch-wissenschaftliches Material nach Ungarn schickte. Ein Großteil davon ging während des Zweiten Weltkrieges leider verloren.Weiterlesen

Unerwartete Ergebnisse

Erasmus+-Projekt zu Insektensterben erfolgreich

Ausgabe Nr. 2793

Prof. em. Dr. Wolfgang Schumacher (links) von der Universität Bonn und eine Schülerin vor dem Rollup zum Thema ,,Insektenfreundliche Heugewinnung“.              Foto: Beatrice UNGAR

Die Projektergebnisse des Erasmus+-Projekts „Ausgebrummt und abgeblüht?- Insektensterben in Mittel- und Osteuropa” haben am 10. Oktober d. J. mehrere Lehrkräfte und Schüler der Alfred-Delp-Schule im rheinland-pfälzischen Hargesheim und des Samuel-von-Brukenthal-Gymnasiums in Hermannstadt im Rahmen einer Feierstunde in der Aula des Samuel-von-Brukenthal-Gymnasiums in Hermannstadt präsentiert.Weiterlesen

Orgel spielen ist faszinierend

Gespräch mit der US-amerikanischen Orgelkünstlerin Renée Anne Louprette

Ausgabe Nr. 2793

Renèe Anne Louprette an der Stolzenburger Orgel von Samuel Mätz.                    Foto: Max SHUZ

Die US-amerikanische Orgelkünstlerin Renée Anne Louprette, Assistenzprofessorin für Musik am Bard College nahe New York, Dirigentin und vor allem Konzertorganistin, nimmt derzeit ein Fullbright-Stipendium für sechs Monate in Anspruch, um die siebenbürgische Orgellandschaft zu studieren. Anfang Oktober gastierte sie in Hermannstadt und bestritt zwei Auftritte in der evangelischen Stadtpfarrkirche. Am Freitag gestaltete sie an der Martinsberger Orgel von Samuel Mätz die Mittagsmusik und am Samstag das abendliche Konzert an der Stolzenburger Orgel von Johannes Hahn. Im Vorfeld ihrer beiden Konzerte in der Hermannstädter Stadtpfarrkirche führte HZ-Praktikant Fabian L u t s c h folgendes Gespräch mit Renée Anne Louprette.Weiterlesen

Aufbruchstimmung statt Schwerfälligkeit

Streiflichter von der Kunstmesse ,,Paris+ par Art Basel“ / Von Claus REHNIG

Ausgabe Nr. 2793

Im Grand Palais Ephémère fand vom 20. bis 23. Oktober die erste Auflage der Kunstmesse ,,Paris+ par Art Basel“ statt.

,,Selten war das Geschiebe auf einer Kunstmesse in Paris größer als auf der ersten ‚Paris+ par Art Basel‘. Hinter dem sperrigen Namen verbirgt sich nichts anderes als ein neuer Ableger der weltweit wichtigsten Messe für Gegenwartskunst, der Art Basel“, schwärmte Reporter Thomas Walde im ZDF-Mittagsmagazin am Freitag, dem 24. Oktober 2022. Und tatsächlich herrschte eine äußerst positive Stimmung bei der Nachfolgerin der FIAG, die Jahrzehnte lang die Geschicke dieser Pariser Kunstmesse leitete. Die Stadtverwaltung von Paris, die Paris wohl zur Weltkunst-Hauptstadt  wandeln will, gab diesmal den Zuschlag an Art Basel, die über größere Verbindungen zu internationalen Kunstsammlern verfügt. Weiterlesen

Die Welt von oben

Sonderausstellung im Astra-Freilichtmuseum

Ausgabe Nr. 2793

Blick in die Ausstellung mit Werken von Viorel Marginean im Kellergeschoss des Multikulturellen Pavillons am Haupteingang des Astra-Freilichtmuseums. FOTO: Ruxandra STĂNESCU

Ein Höhepunkt seiner Künstlerlaufbahn sei die Teilnahme an der Biennale in Paris 1967 im Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris, wo der Schriftsteller und damalige französische Kulturminister André Malraux  und der Kunstkritiker Jaques Lassaigne, damals Präsident der International Association of Art Critics und u. a. Autor einer Monografie des Künstlers Ștefan Luchian, seine Werke betrachteten. Dies betonte Viorel Mărginean (1933-2022) immer wieder in seiner bescheidenen aber bestimmten Art. Weiterlesen

Keine seichte Lektüre

Erster Gedichtband von Brigitte Hermann erschienen

Ausgabe Nr. 2793

,,Eine Sammlung meiner zeitlich, räumlich und inhaltlich unterschiedlich entstandenen poetischen Niederschläge, die hoffentlich nicht schlagen, erschlagen, sondern vielleicht ein wenig berühren“. So beschreibt  die in Hermannstadt geborene und heute in Dachau lebende Brigitte Hermann ihren jüngst im Hermannstädter Armanis-Verlag erschienenen ersten Gedichtband, in dem sie 80 Gedichte veröffentlicht, die „aus der Menge ragen“ – um gleich eine sprachliche Anleihe bei ihr zu machen. Schon im Titel „Untiefenfrei“ lässt sie die Sprache schillern und spielt durch Doppeldeutigkeiten mit Leser und Leserin, deren Aufmerksamkeit sie schnell auf ihre Seite(n) bringt.Weiterlesen

Nachrichten

Ausgabe Nr. 2793

Gottesdienst in der Mundart

Michelsberg. – Am Reformationstag,  Montag, dem 31. Oktober, 17 Uhr, findet in der Michelsberger Dorfkirche der schon zur Tradition gewordene Gottesdienst in siebenbürgisch-sächsischer Mundart statt. Es predigt Pfarrer Michael Reger (Kerz). Musikalisch umrahmt wird der Gottesdienst durch den Heltauer Kirchenchor und Zsuzsánna Molnár an der Orgel. Dr. András Bándi ergänzt die Veranstaltung mit einem Vortrag über den siebenbürgischen Reformator und Verleger Caspar Helth.

Anschließend lädt die Kirchengemeinde auf dem Pfarrhof zu Speis und Trank – insbesondere zu ,,evangelischem Speck” – ein.  (BU)Weiterlesen

Neuer Vorsitzender

Ausgabe Nr. 2792

Der im März 2021 zum Vorsitzenden des Kreisforums Hermannstadt gewählte Gabriel Tischer (rechts) legte infolge seiner am 31. März d. J. erfolgten Wahl zum Vorsitzenden des DFDH dieses Amt ab, sodass die Vertreterversammlung des Kreisforums auf der Tagesordung der Tagung vom 14. Oktober die Wahl eines neuen Vorsitzenden und eines neuen Vorstandsmitglieds hatte. Zum Vorsitzenden gewählt wurde der Jungunternehmer Wolfgang Alexander Guib (links), DFDR-Stadtrat und Geschäftsführer des Deutschen Wirtschaftsclubs Siebenbürgen, bisher Vorstandsmitglied  des Kreisforums. Neu in den Vorstand gewählt wurde Corina Bokor, derzeit Vizebürgermeisterin von Hermannstadt.  Foto: Beatrice Ungar

Ein Synonym für den Herbst

Die Gewinnerfilme des Astra Film Festivals 2022 wurden bekannt gegeben

Ausgabe Nr. 2792

Der ,,Full Dome“, die mobile Kuppel auf dem Großen Ring, in der ca. 20.000 Kinder und Jugendliche an den acht Festivaltagen Kurzfilme im Full Dome-Format sehen konnten, war auch in diesem Jahr die wichtigste Attraktion. Das Bild hat eine 360-Grad-Ausdehnung im Horizont sowie mindestens 180 Grad über den Zenit und umgibt den Betrachter.                                                                                       Foto: Beatrice UNGAR

Ein Synonym für den Herbst in Hermannstadt ist das Astra Film Festival. Seit 29 Jahren lockt das Dokumentarfilmfestival Jung und Alt in seine Kinosäle, sei es wie zu Beginn ins eigene Haus auf dem Kleinen Ring, später ins Gewerkschaftskulturhaus, während der Pandemie ins Freilichtmuseum und dieses Jahr zum ersten Mal ins CineGold, in der Promenada Mall Sibiu. Die Qualität der Filme ist immer gleich gut, das Publikum geht mit dem Gefühl nach Hause, etwas Neues gelernt zu haben, manchmal aus dem Film selber, andere Male aus den Gesprächen, den Q&A Sessions mit den Filmemachern. Weiterlesen

Von Old Shatterhand bis János Xantus

Besuch bei den Filmemachern Gábor und Áron Xantus (I) / Von Werner FINK

Ausgabe Nr. 2792

János (John) Xantus in der Uniform der amerikanischen Marine 1861.

„Die Traumhelden und die Traumlandschaften unserer Jugendjahre – er hat sie erzählt und beschrieben wie kein anderer, ja verkörpert im wahrsten Sinne des Wortes. Ging er doch in seinem blonden deutschen Helden Old Shatterhand alias Kara Ben Nemsi vollends auf. Die Rede ist vom Volksschriftsteller Karl May, der es wie kein anderer verstand, seine Leser zu fesseln“, schreibt Konrad Wellmann in einem Artikel in der Hermannstädter Zeitung von 2012 zum 100. Todestag von Karl May (1842-1912) und stellt ebenda fest:  „Jung und Alt liebten seine starken Helden, hassten die Bösewichte und bewunderten seine angeblich selbst erlebten Abenteuer. Dabei hat Karl May erst im Alter einige Stätten seiner Romane kennen gelernt.“ Wenn Karl May erst im Alter die Stätten seiner Romane kennengelernt hat, wer war es, der ihm als Inspiration diente? Diese Gedanken gingen bestimmt ganzen Generationen Lesern durch den Kopf. Antworten zu finden wird versucht in dem Film ,,Magyar volt-e Old Shatterhand“ (War Old Shatterhand ein Ungar?/ 2006), von Gábor Xantus und dessen Sohn Áron Xantus. Expeditionsreisen sind übrigens eine Herzensangelegenheit der Beiden. Neulich drehten sie einen Film über Emil Racoviță (1868-1947), der 2021 mit dem Preis der Rumänischen Akademie und Ende September d. J. vom  Verband der Rumänischen Filmemacher (UCIN) ausgezeichnet wurde.Weiterlesen

Frei und unabhängig mit dem Fahrrad

Gespräch mit Luca Schaff über seine in Rumänien gesammelten Erfahrungen

Ausgabe Nr. 2792

Blick auf den Buleasee.

Wer durch Rumänien reist, hat viele Möglichkeiten, von Flugzeug, über Zug bis hin zum Auto. Der Ostwestfale Luca Schaff hat sich gegen all das entschieden und ist im Sommer 2022 mit dem Fahrrad quer durch Siebenbürgen und über die Transfogarascher Hochstraße bis nach Bukarest gefahren. Der 25-Jährige erzählte im Interview mit der damaligen HZ-Praktikantin Annika K ö n n t g e n, wieso er das gemacht hat und was er erlebt hat.Weiterlesen