Theresienstädter Variationen

Ausgabe Nr. 2459
 

Nachlese auf die diesjährigen Veranstaltungen der Musica Suprimata-Reihe

 

 

Nein, Theresienstadt ist nicht überall, obzwar es überall ist. Allüberall, wo Menschen hinter Gittern und Stacheldraht verbannt sind, ist auch ein Stück Theresienstadt. So wie dort wurde auch hierzulande in den ungezählten Kerkern unter dem Bannfluch der Diktatur  nicht nur gelitten, es wurde gelebt, ja es wurde gelacht. Was jeder weiß, der es weiß. Wobei das Lachen auf Spuren der Engel verweist. Es wurde gedichtet. Jeder Sträfling gibt sich notgedrungen dem Reimeschmieden hin. Schon um die Zeit totzuschlagen, damit die Zeit einen nicht totschlägt. Und weil die Schönheit der Sprache die Welt überwindet. Es wurden Lieder gesummt von Liebeskummer und Fernweh. Dabei öffnete sich ein Stück Himmel über den verbarrikadierten Fenstern. Und komponiert wurde auch.Weiterlesen

Kaffee trinken für den guten Zweck

Ausgabe Nr. 2459
 

Die Besseren Hälftenvom Deutschen Wirtschaftsklub Siebenbürgen (DWS) haben am Samstag im  Spiegelsaal des Hermannstädter Deutschen Forums Kaffee und Kuchen für einen guten Zweck verkauft: Im Kindergarten Nr. 20 im Stadtteil Neppendorf soll die Küche ausgestattet werden. 5.000 Lei kamen dieses Mal zusammen, ein Teil davon durch die Versteigerung eines riesengroßes Plüschbären. Die Tombola war wie immer eine Attraktion des Basars. Und auch wenn der Kuchen schon längst verputzt wurde, sind Spenden weiterhin willkommen. Unser Bild: Zum ersten Mal beim Basar der DWS-Frauen dabei war die Behindertenwerkstatt von Diakoniewerk International mit einem Stand.                                                           

Foto: Mugur FRĂȚILĂ

Humanistische Glanzleistung

Ausgabe Nr. 2458
 

„Rudimenta cosmographica" von Johannes Honterus neu aufgelegt

 

Die 'Rudimenta cosmographica' ('Grundzüge der Weltbeschreibung') ist das weltweit bekannteste Druckwerk des Kronstädter Humanisten Johannes Honterus, des historisch wohl berühmtesten Siebenbürger Sachsen. (…) Dabei handelt es sich um eine frühneuzeitliche Schulenzyklopädie. Sie war bei ihrem Erstdruck im 16. Jahrhundert einzigartig und sehr modern, wurde aber trotz ihrer beeindruckenden Verbreitung auf dem 'alten Kontinent' von der wissenschaftlichen Fachwelt – sehr zu Unrecht – kaum rezipiert. Um so aktueller ist das Bedürfnis, diese humanistische Glanzleistung europäischen Ranges aus Siebenbürgen an den Platz zu rücken, der ihr in der europäischen Kulturgeschichte wohlverdient zukommt".Weiterlesen

Religion und Literatur

Ausgabe Nr. 2458
 

Hermanns Literarisches Stadtcafé" im vierten Jahr

 

„Kann man das Café mieten?" wollte ein Besucher der Facebook-Seite der Evangelischen Akademie Siebenbürgen (EAS)wissen. Programmleiter Roger Pârvu wusste zunächst nicht, was damit gemeint war. Es stellte sich heraus, dass sich die Frage auf die Veranstaltungsreihe „Hermanns Literarisches Stadtcafé" bezog, die nun schon im vierten Jahr ein wichtiger Bestandteil des Programms der EAS ist, auch wenn die Lesungen nicht regelmäßig wie das Männerfrühstück stattfinden.Weiterlesen

Keine Wahlbündnisse eingehen

Ausgabe Nr. 2458
 

Vertreterversammlung und Vorstandssitzung des DFDR in Hermannstadt

 

Die zweite ordentliche Vertreterversammlung des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien (DFDR) fand am Freitag, den 20. November, im Spiegelsaal des Forumshauses in Hermannstadt statt. Ebenda hatte zuvor der DFDR-Vorstand getagt.

Beide Sitzungen wurden vom DFDR-Vorsitzenden Dr. Paul-Jürgen Porr geleitet, an ihnen nahmen Vertreter aus allen fünf Regionalforen, sowie der DFDR-Ehrenvorsitzende Dr. Paul Philippi, der Abgeordnete Ovidiu Ganţ und Unterstaatssekretärin im Departement für interethnische Beziehungen Christiane Cosmatu teil. Bei der Vertreterversammlung waren desgleichen die interimistische Bürgermeisterin Astrid Fodor, Geschäftsführer von DFDR-Stiftungen und als Gast die deutsche Konsulin Judith Urban zugegen.Weiterlesen

Ein Dach über dem Kopf

Ausgabe Nr. 2458
 

Containerdorf in Kleinblasendorf eingeweiht

Unrühmliche Bekanntheit hat die Gemeinde Kleinblasendorf/Blăjel in der Nähe von Mediasch erlangt: In improvisierten Holzverschlägen und Erdlöchern hausten Menschen fernab des Dorfes. Das Jugendrotkreuz (JRK) Burgenland hat nun eine Containersiedlung eröffnet, die gegen die Kälte des Winters aber auch vor Verwahrlosung schützen soll.Weiterlesen

Heinrich Böll Preis für Herta Müller

Ausgabe Nr. 2458
 

Die erste öffentliche Amtshandlung der nach einem Attentat genesenen frisch gewählten Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (rechts) galt am Freitag der Schriftstellerin und Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller (links). Reker überreichte Müller im Historischen Rathaus den Heinrich-Böll-Preis. An den Büchern Herta Müllers und denen von Heinrich Böll schätzt Reker besonders deren Sensibilität und Detailgenauigkeit. „Das hat beide davor bewahrt, ihre Wahrheiten in die Aufklärungs-Klischees zu pressen. Ja, Herta Müllers Literatur ist für uns alle verfügbar. Aber nicht allzu leicht.“ In ihrer Dankesrede legte die Preisträgerin den Schwerpunkt auf die Situation der Flüchtlinge in Deutschland und Europa: „Krieg ist ein politischer Feind, und Kriegsflüchtlinge sind politisch verfolgt, und jeder einzelne braucht Schutz.“ Dieser Schutz könne nicht begrenzt werden, nur weil ihn so viele brauchen.           

Foto: Jürgen SCHÖN

Nachrichten

2458

Katharinenball mit „Trio Saxones"; Morgen Basar der DWS-Frauen; Teeabend im DKH; Musik zu Advent; Arbeitsfrei am 30. November; Adventsbasar am 5. Dezember; Preisverleihung im DKH; Rumäniendeutsche Wochen in Regensburg; „Siebenbürgische Migrationsgeschichte(n)"; Spenden für Brandopfer; Rumänisches Fernsehen in deutscher Sprache; Radio Neumarkt auf Deutsch.Weiterlesen

„Ansprechbar sein, Leute miteinander vernetzen“

Ausgabe Nr. 2458
 

Ein Gespräch mit der Deutschen Konsulin Judith Urban in Hermannstadt

Frau Judith Urban ist seit Januar 2014 Leiterin des Konsulats der Bundesrepublik Deutschland in Hermannstadt. Sie betreut die Abteilungen Wirtschafts-, Konsular-, Kultur- und Pressereferat und ist für neun Kreise in Rumänien zuständig.

Mit Frau Urban sprachen die Lehrer Györgyi Sántha und Eva Lipták (Ungarn), Ortrun Mahl und Alexandra Mândraş (Kronstadt), Monica Man (Hermannstadt), Monika Matei (Deva), koordiniert von Tita Mihaiu (Hermannstadt).

 Wie wird man Konsul?

Wir alle durchlaufen mehr oder weniger dieselbe Berufsprägung und Ausbildung. Ich bin Berufsdiplomatin und hier in Hermannstadt gibt es eine berufskonsularische Vertretung, die beiden anderen Vertretungen in Rumänien sind die Botschaft in Bukarest und das Konsulat in Temeswar.Weiterlesen