Abschluss der Festtage in Siebenbürgen in Heltau war ein voller Erfolg
Ausgabe Nr. 2972

Bischof Reinhart Guib und Ortspfarrer Lászlo Zorán Kézdi beim Ausgang aus der evangelischen Kirche, die jederzeit einen Besuch wert ist, genauso wie die Kirchenburg in Heltau. Foto: Laura MICU
„Vom Alten Land um Hermannstadt bis zum Harbachtal“, „Gelüftete Truhen – Kultur – Tüchtige Kuratorinnen und Kuratoren – Spaß – Brandsichere Traditionen – Kulinarik“! Das Motto konnte besser nicht sein. Vom 7. bis 16. August wurden die Festtage in Siebenbürgen begangen. 16 Gemeinden machten mit. Bei herrlichem Sommerwetter wie an allen Tagen bis dahin hat der Abschluss dieser Veranstaltung in der wunderbaren Kirchenburg von Heltau stattgefunden.
Dort wurden am Ende noch einmal alle Register Siebenbürgischer Gastfreundschaft gezogen. Mit einem Festgottesdienst begann der Sonntagvormittag, ein Gottesdienst, der im Zeichen des Dankes gestanden hat.
Die Heltauer evangelische Kirchengemeinde mit ihrem Pfarrer Lászlo Zoran Kézdi konnte Bischof Reinhart Guib, Dechant Pfarrer Dietrich Galter und den ehemaligen Pfarrer der Heltauer und der Michelsberger evangelischen Kirchengemeinden Dr. Stefan Cosoroabă begrüssen.
In seiner Predigt wies Bischof Guib darauf hin: „Wir haben nichts, womit wir uns vor Gott rühmen könnten, weder mit unserem Erfolg noch mit unserem Glauben“. Demut sei die Tugend, von der diese Worte zeugen, Paulus bekennt dazu: „Wir können Gottes Liebe nicht verdienen, wir können sie nur dankbar empfangen“! Mit dem Begriff: „Dankbar“ lieferte Paulus die Überschrift des Festgottesdienstes: „Ein Fest der Dankbarkeit“!

Gruppenbild mit Bischof, Dechant, HOG-Vorsitzenden, Ehrengästen, Kuratorinnen und Kuratoren vor dem Chor der wunderschön renovierten evangelischen Kirche in Heltau. Foto: Manfred SCHNEIDER
Ein herzliches Dankeschön ging an die Kuratorinnen und Kuratoren der 16 evangelischen Kirchengemeinden A. B. im Alten Land und im Harbachtal. Die feierlich Geehrten – und das betonten die Laudatoren Dechant Dietrich Galter und die Landeskirchenkuratorin Carmen Schuster ausdrücklich – sind die Bindeglieder in ihren Gemeinden zu den Pfarrerinnen und Pfarrern und zu den Heimatortsgemeinschaften, die allen zeitweiligen Beschwernissen zum Trotz, trotz aller Unterschiede, ihrer Verantwortung für die Gemeinschaft gerecht geworden sind. Das ist wahrlich nicht leicht und bedarf ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein und Einfühlungsvermögen. Bei den 16 Gemeinden und Ortschaften, die im Programm der Festtage mitgemacht haben, handelt es sich um Michelsberg, Henndorf, Alzen, Neppendorf, Hundertbücheln, Agnetheln, Roseln, Kleinschenk, Neithausen, Schönberg, Großschenk, Großau, Holzmengen, Hahnbach, Heltau und Hermannstadt.
Heinz Hermann, der Vorsitzende der HOG Heltau mit ihren mehr als 1600 Mitgliedern brachte es auf den Punkt, als er seine Dankesrede mit den folgenden Worten an die Geehrten begann: „Gott zu Ehr, dem Nächsten zur Wehr – sie sind gar manches mal die Feuerwehr“. Übrigens war an diesem Tag eine Ausstellung zur Geschichte der Heltauer Frewilligen Feuerwehr zu sehen.
Weitere Dankesreden schlossen sich an, wobei der Vorsitzende der HOG Holzmengen Thomas Schneider betonte, dass er in den zu ehrenden Kuratorinnen und Kuratoren Menschen sieht, die Verantwortung in beschwerlicher Zeit übernommen haben, ohne den Wunsch auf Anerkennung. Mit der Einbettung in den Festgottesdienst, in dem Bischof Guib die Predigt gehalten hat, wurde der Ehrung ein würdiger Rahmen gegeben. Nach dem Schlusslied: „Segne und behüte uns“, richteteten die Deutsche Konsulin Wiebke Oeser und Michael Konnerth, Vorsitzender der Regionalgruppe Hermannstadt-Harbachtal im Verband der Siebenbürgisch-Sächsischen Heimatortsgemeinschaften e. V. Grußworte an alle.

Die Tanzgruppe des Hermannstädter Jugendforums. Foto: Laura MICU
Im Anschluss an den Festgottesdienst lud Pfarrer Kézdi in den grünen, schattigen und liebevoll hergerichteten Pfarrgarten ein. Dort wurden von der Tanzgruppe des Hermannstädter Jugendforums siebenbürgisch-sächsische Volkstänze mit viel Enthusiasmus und Engagement zur Freude der zahlreichen Gäste vorgeführt.
Nicht minder engagiert war die Heltauer evangelische Kirchengemeinde, stand doch unter einem neu errichteten Vordach eine große Tafel voller sehr schmackhafter Gerichte und Getränke für die Gäste bereit, die auch reichlich, zur großen Freude der Heltauer Gastgeber, davon Gebrauch gemacht haben. Den musikalischen Rahmen zu diesem gemütlichen Miteinander voller Gespräche bot die „Neppendorfer Blaskapelle“ gewohnt gut.
Dieser Tag, der am späten Nachmittag mit der „Nacht der Burg“ weitergegangen ist, spannte den Bogen von der Auftaktveranstaltung am 7. August in Michelsberg über alle weiteren beteiligten Gemeinden bis zur Schlussveranstaltung nach Heltau am 16. August. Sie alle haben gemeinsam dem Motto: „Geschichte entdecken – Traditionen Erleben – Gemeinschaft feiern“ Leben gegeben! Danke!
Lothar SCHELENZ