Ein dem Buch der Wörter gewidmetes Leben

Die Hermannstädter Sprachwissenschaftlerin Dr. Sigrid Haldenwang wird 80

Ausgabe Nr. 2808

Dr. Sigrid Haldenwang.Foto: Mariana VLAD

Dr. Sigrid Haldenwang ist Teil einer Institutsgeschichte. Ihrem Fleiß, Einsatz und Pflichtbewusstsein, ihrer Disziplin, Entschlossenheit und Zuverlässigkeit hat das Forschungsinstitut für Geisteswissenschaften in Hermannstadt viel zu verdanken. Sigrid Haldenwang widmete sich nämlich einer edlen und lebensfüllenden Aufgabe, ein wertvolles Kulturgut zu erschließen und der Nachwelt zu erhalten. Am 15. März d. J. feiert sie ihren 80. Geburtstag.Weiterlesen

Ortinau und ,,diese Generation“

Gedanken und Erinnerungen zum 70. Geburtstag des Banater Schriftstellers

Ausgabe Nr. 2808

Gerhard Ortinau bei dem Rundtischgespräch zum Auftakt des von dem Deutschen Kulturforum östliches Europa vom 23. bis 24. Juni 2022 in Temeswar veranstalteten Symposiums ,,Der Wille zur Veränderung – 50 Jahre Aktionsgruppe Banat“. Moderiert wurde das Rundtischgespräch, an dem außer Ortinau weitere fünf Gründungsmitglieder der Aktionsgruppe Banat teilgenommen haben – Werner Kremm, Johann Lippet, Anton Sterbling, William Totok  und Ernest Wichner – von Christel Ungar-Țopescu und Dr. Markus Bauer.                                                                                      Foto: Zoltán PÁZMANY

„Den Erzählungen meiner Eltern ist zu entnehmen, dass ich am späten Abend in einer Art schilfgedeckter Erdhütte geboren wurde. Im Zimmer befand sich das Wichtigste. Draußen hatten die Leute tagsüber Tunnels in den mannhohen Schnee geschaufelt, mittlerweile hatte sie aber der Sturm schon wieder zusammengewirbelt… Ich erblickte am 17. März des Jahres 1953 in dem Weiler Movila Gîldăului (Anmerkung des Autors: Damals ,,comuna Movila Gâldăului, raion Feteşti“, Region Constanța) das Licht des Bărăgans. Alles andere erfuhr ich aus Büchern und aus Zeitschriften …” . Dies schrieb Gerhard Ortinau in einem der frühen kurzen Prosatexte  („Kleine Geschichte“) in seiner ersten Buchveröffentlichung, die unter dem Titel ,,verteidigung des kugelblitzes“ im Klausenburger Dacia Verlag 1976 in der Redaktionsbetreuung von Franz Hodjak erschienen ist.Weiterlesen

,,Latsch, latsch, latsch, die Wiese blüht…“

Erinnerungen an eine Schulreise mit Prof. Friedrich Philippi 1977

Ausgabe Nr. 2799

Während meiner Zeit am Pädagogischen Lyzeum in Hermannstadt (Päda), 1974-1978, hatte ich das große Glück, in einer wunderbaren Klasse gewesen zu sein. Dazu gehörten natürlich auch unsere Klassenlehrerin, die Biologieprofessorin Marga Grau (damals noch Schuller) und einige der Professoren. Unser Glück bestand vor allem darin, dass viele Ausflüge und Schulreisen organisiert und durchgeführt wurden. Das war nicht bei allen Klassen so. Nicht alle Professoren haben sich das angetan, eine Reise zu planen, zu organisieren, Papierkram zu erledigen, Bewilligungen von verschiedenen Ämtern – einschließlich Partei und Verband der Kommunistischen Jugend (VKJ/UTC) – einzuholen, u. v. a.m. Weiterlesen

Virtuos am Rande des deutschen Kulturraums

Nachruf auf den Übersetzer, Literaturhistoriker und Mentor Gerhardt Csejka

Ausgabe Nr. 2798

Gerhardt Csejka (1945-2022). Foto:  Markus LIEBERENZ

Nur Stunden nach seinem Ableben in Berlin reagierten in Rumänien Hunderte von Menschen in den sozialen Medien mit Trauerbekundungen, darunter bekannte Schriftsteller wie Ioana Pârvulescu und Mircea Cărtărescu. Der Übersetzer, Literaturhistoriker und -kritiker Gerhardt Csejka verstarb 77jährig am 25. November 2022 in der deutschen Hauptstadt. Die Reaktion entspricht dem guten Ruf, den Csejka in weiten Teilen der rumänischen Literaturlandschaft als Übersetzer hatte. Dass Mircea Cărtărescu, der hierzulande alle Jahre wieder als potentieller Kandidat für den Literaturnobelpreis gehandelt wird, 2007 mit dem Roman ,,Die Wissenden“ (Orbitor. Aripa stângă) in der Literaturszene des binnendeutschen Sprachraums einen Erfolg verbuchen konnte, verdankt er der Übersetzung Csejkas. Der Übersetzer selbst wurde ein Jahr später mit dem Übersetzerpreis der Kunststiftung des deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen geehrt. Weiterlesen

,,Unsere Gegenwart zu erhellen“

,,Lebenswege in Siebenbürgen“ von Altbischof D. Dr. Christoph Klein

Ausgabe Nr. 2797

Buchvorstellung zum 85. Geburtstag: Das Landeskonsistorium der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien hatte am Montag zur Präsentation des Buches „Lebenswege in Siebenbürgen. Festreden und Nachrufe“ von Bischof em. D. Dr. Christoph Klein eingeladen. Dabei gratulierten die Gäste auch D. Dr. Christoph Klein zum 85. Geburtstag. Zu Wort kamen Bischof Reinhart Guib, der DFDR-Vorsitzende Dr. Paul-Jürgen Porr, Konsulin Kerstin Ursula Jahn, Dr. Stefan Tobler vom Theologischen Institut, Landeskirchenkurator Friedrich Philippi.  Unser Bild: D. Dr. Christoph Klein (links) im Gespräch mit dem Schäßburger Dechant und Stadtpfarrer Dr. hans-Bruno Fröhlich, der das 2020 im Schiller-Verlag erschienene Buch vorgestellt hat.                                                              Foto: Stefan BICHLER

Im Jahr 2015 veröffentlichte Altbischof D. Dr. Christoph Klein den Band „Geistliche Leitbilder und Weggefährten. Betrachtungen“ (Schiller Verlag Bonn-Hermannstadt), in dem er historische und zeitgenössische Personen und Persönlichkeiten würdigte, die für seinen Werdegang wichtig waren; ich hatte die Ehre, jenes Buch damals vorstellen zu dürfen. Die Herausgabe des zweiten Bandes „Siebenbürgische Erinnerungsorte in Lebensbildern“ (Schiller Verlag 2018) erwies sich aus seiner Sicht als nötig, damit auch die „Weltlichen“ gewürdigt werden sollten, da der erste Band sich ausschließlich auf Geistliche bzw. Theologen bezog. Nun kommt noch ein dritter Band dazu, der bereits 2020 erschien aber damals wegen den pandemiebedingten Einschränkungen nicht in einem solchen Rahmen präsentiert werden konnte: „Lebenswege in Siebenbürgen. Festreden und Nachrufe“ mit einem Geleitwort von Dr. Konrad Gündisch (das Geleitwort ist die Laudatio, die der Historiker Dr. Gündisch anlässlich der Verleihung des siebenbürgisch-sächsischen Kulturpreises an Altbischof Klein 2019 gehalten hatte). Hier geht es wiederum um zeitgenössische Persönlichkeiten Siebenbürgens, wobei im letzten Teil auch persönliche Rückblicke des Altbischofs aufgezeichnet sind.Weiterlesen

,,Stets ein guter Berater“

Würdigung von Prof. Friedrich Philippi zum 80.

Ausgabe Nr. 2795

Die Alzner Kuratorin Rosemarie Müller (rechts) gratulierte dem Jubilar Friedrich Philippi (links)  beim Empfang zu seinem 80. Geburtstag, zu dem Bischof Reinhart Guib (Bildmitte) ins Bischofspalais eingeladen hatte.                                                                                 Foto: Stefan BICHLER

Aus Anlass des 80. Geburtstags des Landeskirchenkurators Prof. Friedrich Philippi am 5. November d. J. lud Bischof Reinhart Guib zu einer musikalisch von Andreas Zeck (Trompete), Jürg Leutert (Bassgeiege) und Theresa Braisch (Klarinette) umrahmten Feierstunde ins Bischofspalais ein. Bischof Guib würdigte in einer Andacht den unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz des Jubilars für die Belange der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien (EKR). Im Namen der Pfarrerschaft der EKR dankte Stadtpfarrer Johann Zey aus Sächsisch-Reen dem Jubilar für dessen Interesse und Fürsorge für die kleinen und die Kleinstgemeinden. Seitens des Siebenbürgenforums würdigte dessen Vorsitzender Martin Bottesch u. a. die Tätigkeit von Prof. Friedrich Philippi als Schulreferent dieses Gremiums. Als erste Frau im Amt eines Bezirkskirchenkurators des Hermannstädter Kirchenbezirks richtete Carmen Schuster aus Kleinschenk einige persönliche Worte des Dankes und der Anerkennung an den Geehrten.    Weiterlesen

Überall zu Hause

Nachruf auf den Banater Bildhauer Ingo Glass

Ausgabe Nr. 2795

Ingo Glass (1941-2022).                                                                                           Foto: Ursula GLASS

Der international bekannte und vielfach geehrte rumäniendeutsche Künstler Ingo Glass ist Ende Oktober im Alter von 81 Jahren verstorben. Der am 9. April 1941 in einer wohlsituierten Temeswarer Kaufmannsfamilie geborene Ingo Gerhard wuchs in Lugosch auf, wohin seine Familie nach dem Krieg aus politischen Gründen umgezogen war. Der Vater war wegen illegaler Heimkehr nach Rumänien mehrere Jahre inhaftiert. Weiterlesen

„Ich habe mich für die Heimat eingesetzt”

Interview mit Prof. Friedrich Philippi / Von Ruxandra STĂNESCU

Ausgabe Nr. 2794

Prof. Friedrich Philippi zeigt das 4. Fotoalbum mit den Kuratoren. Foto: Ruxandra STĂNESCU

Friedrich-Georg Philippi ist einer der bekanntesten Geographielehrer Hermannstadts – auch wenn er sich nach 48 Dienstjahren schon 2013 aus dem Lehramt verabschiedet hat. Bekannt ist er aber auch durch seinen vielfältigen, ehrenamtlichen Einsatz für die deutsche Gemeinschaft landesweit. Zum morgigen 80. Geburtstag wünscht ihm die Redaktion der Hermannstädter Zeitung alles Gute, Gesundheit und Lebensfreude!Weiterlesen

Kulturelle Vielfalt stärken

Gespräch mit dem Leiter des Französischen Instituts

Ausgabe Nr. 2792

Julien Chiappone-Lucchesi auf dem Balkon des Gebäudes am Dacia-Boulevard 77 in Bukarest, in dem das Französische Institut untergebracht ist.               Foto: institutfrancais.ro

Julien Chiappone-Lucchesi, seit September 2021 Berater für kulturelle Kooperation und Aktion an der Französischen Botschaft in Bukarest und Geschäftsführer des Französischen Instituts in Rumänien Bukarest, möchte die kulturelle Vielfalt in Rumänien durch bilaterale Zusammenarbeit aufrichten. Das Institut verfügt über mehrere Außenstellen in Klausenburg, Jassy und Temeswar und setzt sich unter anderem die Förderung der bilateralen Zusammenarbeit, Intervention und Aktion zum Ziel. Diese gemeinnützigen Einrichtungen ermöglichen es, die französisch-rumänische Kooperation und die kulturelle Vielfalt in Rumänien zu stärken. Mit Julien Chiappone-Lucchesi sprach die HZ-Praktikantin Clémence M i c h e l s:Weiterlesen

Fotografie war sein Leben

Nachruf auf den Hermannstädter Fotografen Fred Nuss

Ausgabe Nr. 2791

Fred Nuss (1934-2022) bei der Vernissage seiner Ausstellung ,,Herbstblicke“ 2016 im Terrassensaal des Friedrich Teutsch-Kultur- und Begegungszentrums.  Foto: Cynthia PINTER

„Ein Stück von Hermannstadt ist Geschichte. Von heute an steht Fred Nuss neben Fischer, Glatz und Auerlich im Pantheon der Hermannstädter Fotografen.“ Mit diesen Worten verabschiedete sich Răzvan Pop, Städteforscher und Leiter der Astra-Bibliothek in Hermannstadt von Fred Nuss, der am Mittwoch, dem 5. Oktober, im Dr. Carl Wolff-Altenheim die ewige Ruhe fand. Fred Nuss war für viele Hermannstädter der Inbegriff des allgegenwärtigen Fotoreporters, ein Chronist der Stadt am Zibin, die er so sehr liebte und die er immer im besten Licht zu zeigen versuchte. Weiterlesen