Zeitzeuge, Freund und Wegbegleiter

Nachruf auf Kurtfelix Schlattner (1936-2024)

Ausgabe Nr. 2876

Kurtfelix Schlattner (1936-2024).

Mehrfach hatte ich mich bereits von Kurtfelix Schlattner verabschiedet. Immer dann, wenn wir uns in Hermannstadt oder in Rothberg trafen, Wein (er) und Kaffee (ich) getrunken hatten, über so vieles gesprochen und ein Stück des Weges gemeinsam gegangen waren. Er umarmte mich, küsste mich auf die Wangen und ich sagte „auf bald“ oder „bis zum nächsten Mal“. Meist erwiderte er, „das werden wir sehen“ oder „so hoffen wir“. Wenn er dann in seinen alten Volkswagen, seit einigen Jahren in ein Taxi stieg, groß, hager, meist eine Tasche in der Hand, dachte ich daran, dass es das letzte Mal gewesen sein könnte.Weiterlesen

,,Mit Pflanzen ist es wie mit Menschen”

Zum Gedenken an die Hermannstädter Biologielehrerin Marga Grau (1932-2024)

Ausgabe Nr. 2875

2017: Marga Grau freute sich im eigenen Garten, dass der Sonnenhut schön blüht.
Foto: Ruxandra STĂNESCU

Die Hermannstädter Biologielehrerin Marga Grau ist am 18. Juli, kurz vor ihrem 92. Geburtstag, im Dr. Carl-Wolff-Altenheim verstorben. Sie möge in Frieden ruhen.

Viele GrundschullehrerInnen und Päda-AbsolventInnen erinnern sich auch Jahrzehnte später an die Ausflüge in der Schulzeit mit der Biolehrerin Marga Grau. Alina erinnert sich an das Biolabor und besonders an den ausgestopften Storch, Andreea an die Praktikumsstunden, als Marga Grau aus der hintersten Ecke der Klasse rief: „Der Wolf hat scharfe Zähne, Kinder” und dabei die Zähne fletschte, Delia weiß noch ganz genau, dass sie auch noch im Rentenalter wie ein Teenie Fahrrad fuhr und Cosmina – die übrigens jeder Schülergeneration über den Garten der Biolehrerin erzählt, weil sie so schön erklären konnte – erinnert sich an den kurzen Ausflug im Erlenpark um sechs Uhr morgens, als sie das Zwitschern der Vögel erkennen lernten und wie viel dabei gelacht wurde. Lesen Sie im Folgenden das Interview, das HZ-Redakteurin Ruxandra S t ă n e s c u mit Marga Grau 2017 geführt hat (Hermannstädter Zeitung Nr. 2540 / 4. August 2017).Weiterlesen

Er genoss das Leben in Hermannstadt

Nachruf auf den Aachener Pädagogen Hubert Gronen
Ausgabe Nr. 2875

Hubert Gronen (rechts) mit Altbischof Christoph Klein bei dessen Buchvorstellung im Mai 2012 im Spiegelsaal des DFDH.                   Foto: Privat

Am 16. Juni 2024 verstarb der Pädagoge Hubert Gronen nach schwerer Krankheit im Alter von 72 Jahren. Der aus Aachen stammende Gronen war von 2005 bis 2013 in Hermannstadt als Fachberater für die ZfA (Zentralstelle für Auslandsschulwesen) tätig. Ihm oblag die Aufsicht über die damals noch zahlreichen aus Deutschland entsandten Gastlehrer und über die Durchführung der Prüfungen zum Deutschen Sprachdiplom (DSD I+II) an den in Siebenbürgen liegenden PASCH-Schulen (Schule: Partner der Zukunft, eine Initiative, die 2008 vom Auswärtigen Amt ins Leben gerufen wurde mit dem Ziel, an den Partnerschulen Deutschunterricht einzuführen oder auszubauen).Weiterlesen

Stets fröhlich und erzählbereit

Nachruf auf eine geschätzte Mitarbeiterin des ASTRA-Museums: Elisabeth Rosenauer

Ausgabe Nr. 2873

Elisabeth Rosenauer in der Ausstellung „Lebensraum – Das siebenbürgische Dorf” (2010) im Schatzkästlein.                 Fotos: Camelia ȘTEFAN

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Emil Sigerus-Abteilung für siebenbürgisch-sächsische Volkskunde des ASTRA-Museums trauern um die geschätzte Mitarbeiterin Elisabeth Rosenauer aus Neppendorf, die dem ASTRA-Museum mehr als ein Jahrzehnt ihres Lebens gewidmet hat. Die am 26. Mai 1934 in Neppendorf geborene Frau Rosenauer ist am 30. Juni 2024 im ehrwürdigen Alter von 94 Jahren verstorben und wurde am 4. Juli auf dem Neppendorfer evangelischen Friedhof beigesetzt.Weiterlesen

Trauer um Elisabeth Rosenauer

Ausgabe Nr. 2872

Wir trauern um unsere liebe Schwester und Tante

ELISABETH ROSENAUER geb. FLEISCHER

26. Juni 1930 – 30. Juni 2024

die am 30. Juni d. J. im Kreiskrankenhaus Hermannstadt verstorben ist.

Wir werden sie nie vergessen.

In tiefer Trauer

im Namen der Familie:

der Bruder Helmut Fleischer

die Nichten Elke, Gundula, Sigrid und Ute

die Neffen Bernd, Bruno und Wiegand

Ruhelos und kreativ

Nachruf auf PAPI

Ausgabe Nr. 2871

Emilian Roșculescu (1960-2024)

Nein, anzukommen war für ihn nicht vorgesehen, er teilte das Los aller Emigranten, dessen Fazit er in einem seiner lyrischen Texte festgehalten hat: „ich bin ein bürger ohne biografie / es macht mir spaß daran zu glauben / dass es mich tatsächlich gibt / anhalter / zwischen zwei welten / die ich verließ // ich bin die straße meine angst“.Weiterlesen

Ein großer Name

Gedankenwelt und wegweisende Errungenschaften von Dr. Carl Wolff (1849-1929)

Ausgabe Nr. 2866

Aug in Auge. Ortrun Rhein, die Leiterin des „Dr. Carl-Wolff”-Altenheims, vor der Büste des Namensgebers, einem Werk von Kurtfritz Handel aus dem Jahr 1994.                                                                       Foto: Klaus PHILIPPI

Fällt auch Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, beim Namen Dr. Carl Wolff zunächst das Altenheim am linken Ufer des Zibins in Hermannstadt ein? In den dreißig Jahren seines Bestehens hat sich dieses Haus einen Namen erworben, der für soziale Dienste auf hohem Niveau, für vorbildliche diakonische Tätigkeit und freundliche Pflege älterer oder kranker Mitmenschen steht.

Der Namensgeber des Hauses hat heuer ein Jubiläum, denn Carl (Karl) Wolff erblickte am 11. Oktober 1849, also vor 175 Jahren, in Schässburg das Licht der Welt. Aus diesem Anlass veranstaltet der Trägerverein des „Dr. Carl Wolff-Altenheims” gemeinsam mit der Carl-Wolff-Gesellschaft mit Sitz in München vom 11. bis zum 13. Oktober ein Festwochenende.Weiterlesen

Auf den Spuren eines berühmten Mediaschers

Veranstaltungen zum 175. Todestag von Stephan Ludwig Roth (1796-1849)

Ausgabe Nr. 2865

Kranzniederlegung an der Stephan-Ludwig-Roth-Büste von Kurtfritz Handel vor dem Gymnasium, welches heute den Namen Roth-Oberth trägt.                                                                                      Foto: Presseamt der Stadt Mediasch

Das Demokratische Forum der Deutschen in Mediasch organisierte in Zusammenarbeit mit dem Roth-Oberth-Gymnasium Mediasch, dem Evangelischen Stadtpfarramt A. B. Mediasch, dem Evangelischen Bezirkskonsistorium A. B. Mediasch, dem Bürgermeisteramt des Munizipiums Mediasch und dem Philatelistenverein Mediasch eine Reihe von Veranstaltungen unter dem Titel „Auf den Spuren Stephan Ludwig Roths”. Sie waren dem 175. Todestag dieser bedeutenden siebenbürgisch-sächsischen Persönlichkeit gewidmet. Finanziell wurde das Projekt durch das Departement für Interethnische Beziehungen im Generalsekretariat der Rumänischen Regierung und die Firmen Pan Mitea aus Elisabethstadt/Dumbrăveni und Turist în Transilvania aus Mediasch gefördert.Weiterlesen

,,Ich engagiere mich voll und mit Leidenschaft“

HZ-Interview mit Hermannstadts Bürgermeisterin Astrid Fodor

Ausgabe Nr. 2863

Hermannstadts amtierende Bürgermeisterin Astrid Fodor in ihrem Büro im Rathaus am Großen Ring.
Foto: Pressestelle der Stadt

Hermannstadts Bürgermeisterin Astrid Fodor ist in Hermannstadt geboren, studierte ebenda Wirtschaftswissenschaften und Verwaltung und war lange Zeit bei der Fabrik Libertatea tätig. 2004 wurde sie Stadträtin, ab 2008 Vizebürgermeisterin, dann Bürgermeisterin ad interim und nun bald zwei Mandate lang Bürgermeisterin. Hermannstadt wurde kürzlich von der Rumänischen Vereinigung für Smart City für das Projekt zur Gestaltung der Zibinsufer ausgezeichnet und Fodor wurde als Bürgermeisterin des Jahres für das gesamte Portfolio an Smart-Projekten preisgekrönt. Insgesamt 15 Mal wurde Hermannstadt in den letzten zehn Jahren auf nationaler Ebene ausgezeichnet. Gegenwärtig plant Fodor das Vertrauen der Bürger für ein drittes Mandat als Bürgermeisterin zu ersuchen. Bürgermeisterin Astrid Fodor gewährte HZ-Redakteur Werner F i n k folgendes Interview:Weiterlesen

Grenzenlos engagiert

Rudolf Herbert ist tot

Ausgabe Nr. 2860

Rudolf Herbert (1953-2024).
Foto: DSTT

Rudolf Herbert, der künstlerische Leiter des Deutschen Staatstheaters Temeswar, hat uns am Donnerstagmorgen, am 4. April 2024, nach lang ertragenem Leid verlassen. Er wurde am 17. Oktober 1953 in Kronstadt geboren. Mit über drei Jahrzehnten Erfahrung in den Bereichen Theater und Journalismus, die er in Rumänien, Deutschland, Frankreich und Belgien gesammelt hatte, trug Rudolf Herbert mit viel Enthusiasmus, Hingabe und Professionalität zur Prägung der künstlerischen Richtung des Deutschen Staatstheaters Temeswar (DSTT) bei. Weiterlesen

Die Spreu vom Weizen getrennt

Der Literat Nicolae Manolescu ist tot

Nicolae Manolescu (1939-2024). Foto: hotnews.ro

Ausgabe Nr. 2858

Die Spreu vom Weizen trennen war schon immer das Steckenpferd des Literaturkritikers und -wissenschaftlers Nicolae Manolescu, der am 23. März 2024 in Bukarest gestorben ist. Zeit seines Lebens hat er das versucht, nicht nur auf dem Gebiet der Literatur sondern auch auf jenem der Politik. Er sagte einmal in einem Interview: „Der fehlende kritische Geist ist das am meisten beunruhigende Phänomen. Dieser Geist erlaubt es uns, die Spreu vom Weizen zu trennen.Weiterlesen