Spuren einer verlorenen Welt

Dagmar Dusils lyrische Räume der Erinnerung / Von Katharina KILZER

Ausgabe Nr. 2967

Dagmar Dusil: Kalte Tage. Gedichte und lyrische Prosa. Pop Verlag Ludwigsburg 2026, Reihe Lyrik Band 199, 96 Seiten, ISBN 978-3-86356-436-0, 99 Lei.

Der Gedichtband „Kalte Tage. Gedichte und lyrische Prosa“ der siebenbürgischen Autorin Dagmar Dusil erschien 2026 im Ludwigsburger Pop-Verlag. Auf rund hundert Seiten versammelt er Gedichte, Prosatexte, Haikus und ein Nachwort von Britta Lübbers, der Rolf-Bossert-Gedächtnis-Preisträgerin von 2021. Das Cover gestaltete Barbara Niedermaier. Einige Texte wurden bereits in Literaturzeitschriften veröffentlicht, darunter in den „Spiegelungen“.Weiterlesen

Beitrag zur Erinnerungskultur

Zum Roman ,,Rubla – Ort ohne Schatten“ von Mariana Gorczyca

Ausgabe Nr. 2967

Mariana Gorczyca: Rubla, Ort ohne Schatten, Deutsche Fassung: Beatrice Ungar, mit einem Nachwort von Viorel Marineasa, Honterus-Verlag Hermannstadt 2025, 190 Seiten. ISBN 978-606-008-179-1. Das Buch erschien mit der Unterstützung des Departements für Interethnische Beziehungen im Generalsekretariat der Rumänischen Regierung durch das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien und das Demokratische Forum der Deutschen in Schäßburg und wird kostenlos abgegeben.

Weil die Wunden noch immer nicht verheilt sind – in diesem Frühsommer fanden in zahlreichen Ortschaften Rumäniens Gedenkveranstaltungen zum 75. Jahrestag der Verbannung in die Bărăgan-Steppe statt – melden sich immer wieder Historiker und Journalisten zum Thema Zwangsdeportationen zu Wort, aber auch Schriftstellerinnen. So zuletzt Mariana Gorczyca, Jahrgang 1956, also eine Nachgeborene, der wir zwei Romane zu Deportationen verdanken. Beide wurden von der Journalistin Beatrice Ungar ins Deutsche übersetzt. Der erste, „Diesseits und jenseits des Tunnels“, handelt von der Deportation der Deutschen aus Rumänien zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion 1945 der jüngste vom Zwangsdomizil in der Bărăgan-Steppe. Weiterlesen

Kirchengeschichte, Heilige und Spiritualität

Zum 15-jährigen Bestehen der Deutsch-Rumänischen Theologischen Bibliothek

Ausgabe Nr. 2967

Dr. Jürgen Henkel, Protosingel Dr. Ioan Popoiu und Dr. Dieter Brandes bei der Buchvorstellung im Erasmus-Büchercafé (v. l. n. r.).       Foto: Beatrice UNGAR

Seit 2011 gibt es nun die Deutsch-Rumänische Theologische Bibliothek (DRThB), die im Hermannstädter Schiller Verlag erscheint und von dem bayerischen Pfarrer und früheren Leiter der Evangelischen Akademie Siebenbürgen (EAS) Dr. Jürgen Henkel ins Leben gerufen wurde. Seit 2016 erscheint die „Bibliothek“ als Buchreihe der ökumenischen Gesellschaft „Ex fide lux – Deutsch-Rumänisches Institut für Theologie, Wissenschaft, Kultur und Dialog“ aus Nürnberg, die ebenfalls von Henkel initiiert wurde. Die Buchreihe und das Institut wollen dem ökumenischen Dialog und theologischen Austausch zwischen Rumänien und dem deutschsprachigen Raum dienen. Weiterlesen

Nachrichten

Ausgabe Nr. 2967

Gartenfest des Erasmus-Büchercafés

Hermannstadt. – Unter dem Motto Gemeinsam sind wir 50 veranstaltet das Erasmus-Büchercafé heute, Freitag, den 17. Juli, von 10 bis 22 Uhr ein Gartenfest im Hof des Friedrich-Teutsch-Hauses. Anlass dazu bieten mehrere Jubiläen befreundeter Organisationen, die in diesem Jahr gefeiert werden: 20 Jahre seit der Eröffnung des Erasmus-Büchercafés, 20 Jahre seit der Gründung des Diakoniewerks Rumänien, 10 Jahre seit der Eröffnung der Charlotte-Dietrich-Schule (deutsche Auslandsschule in Hermannstadt).

Das Programm umfasst Kerzen- und Filzworkshops (11 bis 14 Uhr) und einen Collagenworkshop (ab 14 Uhr), sodann wird Hans Hamrich um 17 Uhr aus seinem im Schiller Verlag erschienenen Buch „Zeiträume unter dem Atem Gottes“ lesen und um 18 Uhr konzertiert die Band der Charlotte-Dietrich-Schule unter der Leitung von Costi Mihai.

Abgeschlossen wird der Tag mit einer DJ-Party bis ca. 22 Uhr.

Während des gesamten Tages gibt es einen 20-prozentigen Rabatt auf alle Bücher, sowie eine Ausstellung mit Werkstattobjekten und Gemälden, die zum Verkauf angeboten werden.

Es gibt Kuchen, Waffeln, Hotdogs und Eis von der Eisdiele Heiß und Eis, die in diesem Jahr 10 Jahre feiert. (BU)Weiterlesen

Kulinarik, Kunst und Kirchenmusik

In Heltau hat Anfang Juli der erste Transylvanian Brunch stattgefunden

Ausgabe Nr. 2966

Für die Kinder gedacht war der Workshop, bei dem Iulia Lavu vorzeigte, wie man aus Wolle ein Schäfchen basteln kann. Im Hintergrund sind Kirchturm und Pfarrhaus der Kirchenburganlage zu sehen.     Foto: Beatrice UNGAR

Da lief wohl allen das Wasser im Mund zusammen, als sie das reich bestückte Buffet erblickten, das die Heltauer Kirchengemeinde beim ersten Transylvanian Brunch auf dem Pfarrhof in Heltau am Samstag, den 4. Juli, vorbereitet hatte. Dazu brutzelte noch im Kessel über offenem Feuer ein traditioneller Brodelawend und der Duft berauschte auch die Organisatoren. Allen voran Cristian Cismaru vom Verein My Transylvania, seit geraumer Zeit auch Geschäftsführer der Stiftung Kirchenburgen – die übrigens vor kurzem 10 Jahre seit ihrer Gründung gefeiert hat – und Ortspfarrer Lászlo Zorán Kézdi. Die beiden begrüßten alle ca. 60 Angemeldeten aus dem ganzen Land aufs Herzlichste. Weiterlesen

Im Schatten der Weiden

4. Waldgottesdienst in Petersdorf bei Mühlbach

Ausgabe Nr. 2966

„In den Weiden, in dem Park mit der Quelle“, wie Ortskundige diesen Platz neben dem Mühlbach nennen, fand am Sonntag, dem 5. Juli, erneut ein Waldgottesdienst statt. Im Anschluss an den Gottesdienst traten die Tanzgruppen auf und luden zum Schluss zu einem offenen Tanzen ein..                         Foto: Beatrice UNGAR

Wo kann man noch so etwas erleben wie in Petersdorf? Zwei Dechanten heizten am Sonntag mit Gesang und Gitarrenspiel die Stimmung im Schatten der Weiden am Ufer des Mühlbachs ein. Zu der Band Trio Saxones plus gehören außer den Dechanten Alfred Dahinten und Dietrich Galter das Musikerehepaar Alexandra und Adrian Pamfilie und der Schlagzeuger Wolfgang Schüller.Weiterlesen

„Eine erstaunliche Woche“

Streiflichter von der 16. Hermannstädter Radtour

Ausgabe Nr. 2966

Die 16. Auflage der Hermannstädter Radtour fand dieses Jahr vom 4. bis 7. Juli statt. Mitgemacht haben 28 internationale Profi-Teams aus Deutschland, Belgien, Norwegen, Italien, der Schweiz, Tschechien, USA, den Niederlanden, Polen, Neuseeland, Mexiko, Bulgarien und Rumänien. An den 4 Tagen fuhren die Radfahrer insgesamt 610 km in fünf verschiedenen Etappen, die kürzeste in diesem Jahr war die 1B Etappe, in der Altstadt, mit nur 3,2 km. Gewonnen hat dieses Jahr Lorenzo Mark Finn vom RedBull-Bora-Hansgrohe Team. Weiterlesen

Gemeinschaft gesellig gefeiert

Das 25. Kronenfest nach der Wende mit zahlreichen Gästen in Kerz gefeiert

Ausgabe Nr. 2966

Flott und jugendlich beschwingt traten die Brukenthalschülerinnen und Brukenthalschüler vor das Publikum.

Wer aus Hermannstadt zum Kronenfest nach Kerz – das am 28. Juni schon zum 25. Mal nach der Wende stattgefunden hat – fahren möchte, muss früh aufstehen, erfuhren die Mitglieder der Tanzgruppen – die Lehrerinnentanzgruppe und die Tanzgruppe der Brukenthalschule. Beide Gruppen trafen schon 8.30 Uhr auf dem Bus-Parkplatz unterhalb des Thaliasaals ein, damit der Großraumbus pünktlich um 9 Uhr abfahren konnte. Fast alle trugen schon siebenbürgisch-sächsische Volkstrachten oder Dirndl, Lehrerin Elke Dengel prüfte noch diese oder jene Schürze, dieses oder jenes Bändchen und es ging los. Weiterlesen

Strandvolleyball am Kleinen Ring

Ausgabe Nr. 2966

Die 13. Ausgabe des Beachvolleyball-Turniers „Sibiu Sands“ findet noch bis Sonntag, dem 12. Juli, auf dem Kleinen Ring in Hermannstadt statt. Diesmal plante das Organisationsteam rund um Andrei Dinu vom Verein „EcoSport Team“ einen dreiteiligen Wettkampf. Der erste Teil vom 2.-5. Juli, war den Amateuren gewidmet und wurde bei den Herren vom „Olivo Beachvolleyball Team“ (Marius Ciortea und Marius Daniel Nica) aus Klausenburg im Finalspiel am Sonntag gegen „CSS Trecutul“ in drei Sätzen gewonnen. Bei den Damen gingen „Lady Aces“ (Mădălina Cozonac und Gloria Tudose) nach einem spannenden Finale gegen „Shady Beaches“ hervor. Ab Montag spielten die Damen um den Pokal der U18; gewonnen haben Cătălina Vasilescu und Draga Savu aus Hermannstadt, die gegen Elena Tiseanu und Bianca Bugi aus Arad im Finale am Mittwoch, dem 8. Juli, angetreten sind.

Der dritte und wichtigste Teil des „Sibiu Sands“ wird am Wochenende entschieden: Der internationale Wettkampf „Beachvolleyball Pro Futures – Women“ mit Beteiligung aus der ganzen Welt steht auf dem Programm, darunter werden zwei Teams Rumänien vertreten. Das Finale ist für Sonntag, dem 12. Juli geplant, die Uhrzeit war bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt.                              

Text: Cynthia PINTER; Foto: Sibiu Sands

Ein Anlass zum Schweben

Nachruf auf Hellmut Seiler (1953-2026)

Ausgabe Nr. 2966

Hellmut Seiler (1953-2026) auf Burg Löwenstein.               Foto: Privat

Hellmut Seilers Verszeile „…nur die Schwerelosigkeit empfinden im hohen Bogen…” fängt einen flüchtigen, perfekten Zustand der Freiheit oder gar des Schaffens ein – jenen Moment, in dem man beim Abstoßen von der Erde, vom Alltag, den höchsten Punkt seiner Bahn erreicht und an der Spitze des Bogens verweilt: Aufwärtsstrebende Kraft und abwärtsziehende Gravitation gelangen ins Gleichgewicht. Dieser Moment ist der Zustand reiner Schwerelosigkeit. Man hat dann das Gefühl, ewig zu schweben, doch dieser Schwebezustand ist nur ein flüchtiger Augenblick, ein Moment der Gnade zwischen dem Sich-Entfernen von der Erde und der Rückkehr zu ihr. Weiterlesen

Vortragsreihe im Teutsch-Haus

Ausgabe Nr. 2966

Die Vortragsreihe im Rahmen der Sonderausstellung „Kirchenburgen. Erbe mit Zukunft“ eröffnete am Montag, den 6. Juli, die Präsidentin der Stiftung Mihai Eminescu Trust (MET), Caroline Fernolend (stehend rechts), die von der Leiterin des Teutsch-Hauses und Initiatorin dieser Schau, Dr. Gerhild Rudolf (stehend links) begrüßt und kurz vorgestellt wurde. Fernolend schilderte anschaulich ihre Erfahrung mit Schwerpunkt auf dem Projekt „Almen, ein lebendiges Dorf“, das 2024 mit dem Europa Nostra Preis ausgezeichnet worden ist. Neuerdings gehört ein anderes Projekt des MET zu den Finalisten des New European Bauhaus 2026-Preises. Es handelt sich um „ECO H2O“, die ökologische Kläranlage in Deutsch-Weißkirch. Nur noch am 10. Juli kann man dafür stimmen unter https://prizes.new-european-bauhaus.europa.eu/public-vote                                                            Foto: Beatrice UNGAR