Kulinarik, Kunst und Kirchenmusik

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In Heltau hat Anfang Juli der erste Transylvanian Brunch stattgefunden

Ausgabe Nr. 2966

Für die Kinder gedacht war der Workshop, bei dem Iulia Lavu vorzeigte, wie man aus Wolle ein Schäfchen basteln kann. Im Hintergrund sind Kirchturm und Pfarrhaus der Kirchenburganlage zu sehen.     Foto: Beatrice UNGAR

Da lief wohl allen das Wasser im Mund zusammen, als sie das reich bestückte Buffet erblickten, das die Heltauer Kirchengemeinde beim ersten Transylvanian Brunch auf dem Pfarrhof in Heltau am Samstag, den 4. Juli, vorbereitet hatte. Dazu brutzelte noch im Kessel über offenem Feuer ein traditioneller Brodelawend und der Duft berauschte auch die Organisatoren. Allen voran Cristian Cismaru vom Verein My Transylvania, seit geraumer Zeit auch Geschäftsführer der Stiftung Kirchenburgen – die übrigens vor kurzem 10 Jahre seit ihrer Gründung gefeiert hat – und Ortspfarrer Lászlo Zorán Kézdi. Die beiden begrüßten alle ca. 60 Angemeldeten aus dem ganzen Land aufs Herzlichste.

Dabei wiesen beide Redner darauf hin, dass die Brunches nicht nur der Kulinarik gewidmet sind, sondern auf angenehme und bekömmliche Weise die jeweiligen Kirchenburgen und Ortschaften bekannt zu machen.

Zurück zum Kulinarischen Teil: Auf kleinen Zettelchen waren die Bezeichnungen der Gerichte zu lesen, aber die fleißigen Frauen gaben auch gerne und je nach Bedarf mehr oder weniger ausführlich Auskunft. Es gab natürlich Zakuska, salată de vinete (Auberginenaufstrich), Salate aller Art, Gebackene Paprika, Aufstriche aller Art, z. B. mit Kräuterbutter, mit Pfifferlingen, Bohnen, Zwiebel und Paprika, Käsebällchen, caș und telemea (Schafskäse), Eiersalat, traditionelle Semmeln, Kürbis-Semmeln, eine Platte mit Wurst und Speck, evangelischer Speck, Zwiebeltaschen, Krauttaschen, Hausbrot vom Feinsten, Gemüseteller, gekochte Maiskolben, Stachelbeersuppe, Tomatencremesuppe mit Croutons, ghiveci de legume (Gemüseeintopf). Dazu gab es zum Nachtisch Obst, Buchteln, Weichsel-, Kirschen- und Himbeer-Kuchen, Palatschinken und nicht zu vergessen Hanklich als Beitrag von der evangelischen Kirchengemeinde Michelsberg, die ebenfalls Pfarrer Kézdi betreut.

Gruppenbild mit einigen der fleißigen Köchinnen und Köchen vor dem Anlauf auf das reich gedeckte Büffet.                                     Foto: die Verfasserin

In dem weitläufigen Pfarrhof hatten die Kinder die Möglichkeit die verschiedenen Spielgeräte auszuprobieren. Vor allem die Rutsche fand Anklang. Das schöne Wetter trug auch zu der guten Stimmung bei.

Nachdem sich die Anwesenden gestärkt hatten, ging es in die Kirche, wo Pfarrer Lászlo Zorán Kézdi einige wichtige Informationen zum Gotteshaus und dessen Geschichte bot. Selbstverständlich gab er auch Auskunft über die im Zuge eines EU-Projekts durchgeführte Sanierung, in deren Rahmen mittelalterliche Fresken, die ältesten stammen aus dem 13. Jahrhundert, zum Vorschein kamen. Einige wurden restauriert, alle konserviert.

Ein kleines Orgelkonzert bot sodann die Stadtkantorin Cosmina Barna an der Zieder Orgel und an der Wegenstein-Orgel, die 1944 die alte Orgel ersetzte, die bei einem Brand zerstört worden war.

Weiter ging es zu zwei Ausstellungen, die in den Nebenschiffen der Kirche zu sehen sind. Die eine wurde Mitte Mai eröffnet, zeigt Zeichnungen von Katia Scholtes und trägt den Titel Hanami.

Die andere Ausstellung soll erst am Sonntag, den 12. Juli, 11 Uhr, nach dem Gottesdienst feierlich eröffnet werden. Da sie aber schon fertig war, kamen die Anwesenden in den Genuss sehr interessanter Bilder. Unter dem Titel Überlagerte Zeiten stellt der in Mühlbach geborene und heute in Herrenberg lebende Horst Lutsch nach eigener Aussage Malerei und digitale Metamorphosen aus.

Auf dem Programm stand auch ein Wolle-Workshop mit Iulia Lavru. Geknüpft wurden Schäfchen. Lavru hat übrigens auch die Maskotte der Hermannstädter Radtour gestaltet und gefertigt, natürlich ein Schäfchen…

Den krönenden Abschluss boten Mihaela Fülöp und die Gitarrengruppe und ernteten begeisterten Applaus.

Beatrice UNGAR

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Gesellschaft.