Streiflichter von der 16. Hermannstädter Radtour
Ausgabe Nr. 2966

Die 16. Auflage der Hermannstädter Radtour fand dieses Jahr vom 4. bis 7. Juli statt. Mitgemacht haben 28 internationale Profi-Teams aus Deutschland, Belgien, Norwegen, Italien, der Schweiz, Tschechien, USA, den Niederlanden, Polen, Neuseeland, Mexiko, Bulgarien und Rumänien. An den 4 Tagen fuhren die Radfahrer insgesamt 610 km in fünf verschiedenen Etappen, die kürzeste in diesem Jahr war die 1B Etappe, in der Altstadt, mit nur 3,2 km. Gewonnen hat dieses Jahr Lorenzo Mark Finn vom RedBull-Bora-Hansgrohe Team.
Der 19-jährige Italiener ist der bisher jüngste Fahrer, der die Hermannstädter Radtour gewonnen hat, und sein erster Profi-Gesamtsieg markiert den fünften Gesamtsieg für RedBull-Bora-Hansgrohe, die zuvor in Hermannstadt mit Gregor Mühlberger (2020), Giovanni Aleotti (2021) und (2022) sowie Florian Lipowitz (2024) erfolgreich waren. Finn sagte: „Es war eine erstaunliche Woche. Ich bin zum ersten Mal hier und habe die Leute, die Straßen und die Rennen wirklich genossen. Ich werde mich auf jeden Fall daran erinnern.“
Am ersten Tag ging es 110 km von dem Großen Ring nach Rășinari und zurück und danach gab es die 3,2 km-Zeitfahrt in der Altstadt. Sieger war Matias Gunnar Malmberg vom Swatt Club Team.
Am zweiten Tag ging es auf die Hohe Rinne, 158 km mit der Endstation Păltiniș Arena. Mit einer Zeit von 3 Stunden, 47 Minuten und 52 Sekunden ist Finn als erster über die Ziellinie gefahren, nur neun Sekunden später folgte ihm Byron Muntin (Modern Adventure Pro Cycling Team), und nach 50 Sekunden Pablo Torres (UAE Emirates XRG Team).
Vor Beginn des dritten Tages der Radtour, führte die HZ folgendes Gespräch mit Bastian Dietl vom Run&Race-Solarpur Team aus Passau/Deutschland:
Wie gefällt euch Rumänien bis jetzt? Was habt ihr Schönes gesehen?
Ja, also man muss natürlich leider zugeben, dass wir gar nicht so viel gesehen haben von der Stadt, weil sich alles ums Rennen dreht. Aber das, was wir während des Rennens gesehen haben, und auch hier dieser Start-Ziel-Ort ist extrem schön. Dieser kurze Prolog direkt durch die Stadt war echt saucool mit der Atmosphäre und den vielen Zuschauern.
Waren die ersten Tage anstrengend?
Auf jeden Fall! Heute geht es 157,4 Kilometer auf die Transfogarascher Hochstraße. Eine ganz schöne, lange Strecke. Alles dreht sich wahrscheinlich um den Schlussanstieg.
Und wie war es bis jetzt? Gab es Probleme?
Also Tag 1, Etappe 1A lief am Anfang sehr gut für uns. Wir wollten in die Spitzengruppe gehen, das habe ich auch geschafft. Dann bin ich aber leider in der zweiten Abfahrt nach der Bergwertung auf dem Sand ausgerutscht und gestürzt. So habe ich den Anschluss an die Spitzengruppe verloren. Das war natürlich sehr blöd für uns, vor allem, weil ja der letzte Mann aus der Spitzengruppe auch durchkam. Das war schon bitter. Anderseits ist unser Sprinter, Nikki, im Tagesergebnis trotzdem Zehnter geworden, was schon mal ein super Ausgang ist, wenn man bedenkt, dass ja auch noch einige in den ersten Zehn aus der Spitzengruppe mit drinnen waren. Also wahrscheinlich ist er sogar etwa Sechster aus dem Sprint geworden, das ist schon ein guter Einstieg gewesen. Bei der Etappe 1B galt eigentlich für alle, halt keine Zeit verlieren.
Das war die Zeitfahrt in der Altstadt.
Genau, wir mussten aufpassen, vor allem nicht zu stürzen auf dem Kopfsteinpflaster, das war ja auch wirklich nicht ungefährlich. Es hat dann eigentlich soweit funktioniert. Ich bin dann ein bisschen ruhiger gefahren, weil ich noch Schmerzen von meinem Sturz in der Früh hatte. Und das war eher unspektakulär. Und ja, gestern haben wir leider den Sprung in die Spitzengruppe verpasst. Wir haben dann halt geschaut, dass wir unsere Bergfahrer möglichst gut schonen und sie dann in den Schlussanstiegen möglichst weit vorne hinein fahren. Das hat eigentlich auch ganz gut geklappt. Und dann sind Andrin, Tobi und Luca gemeinsam ziemlich weit vorne in den Berg hineingefahren. Andrin konnte leider nicht so schnell fahren, wie wir eigentlich erhofft hatten. Dafür sind aber Luca und Tobi sehr solide gefahren. Heute ist wieder Bergankunft angesagt und wir müssen schauen, dass wir die zwei wieder nach vorne bringen. Und Andrin geht heute vielleicht in die Spitzengruppe und schaut, ob er einfach auf ein gutes Tagesergebnis fahren kann.
Vielen Dank für das Gespräch!
Lukas STOIA-HELTMANN