,,Meisterwerk an edler Knappheit“

Laudatio auf Dr. Harald Roth zur Verleihung der Honterus-Medaille 2025

Ausgabe Nr. 2931

Dr. Harald Roth bei der Vorstellung des 11. Bandes des Schriftsteller-Lexikons im Teutsch-Haus am 22. September d. J..           Foto: Beatrice UNGAR

Der gebürtige Schäßburger Historiker Dr. Harald Roth, Direktor des Deutschen Kulturforums östliches Europa, wurde im Rahmen des 35. Sachsentreffens, das am 19. und 20. September d. J. in Zeiden stattgefunden hat, mit der Honterus-Medaille ausgezeichnet, die gemeinsam von dem Siebenbürgenforum und der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien verliehen wird. Die Laudatio auf den Geehrten hielt der DFDR-Geschäftsführer Benjamin Józsa, der sie dankenswerterweise der HZ zur Veröffentlichung zur Verfügung stellte:Weiterlesen

,,Ein Stück evozierender Stimmungsprosa“

Lesung mit Eginald Schlattner auf dem evangelischen Pfarrhof in Freck

Ausgabe Nr. 2926

Bei der Autogrammstunde neben dem Brunnen unter dem Nussbaum mit Blick auf die evangelische Kirche in Freck nahm sich Eginald Schlattner für jede und jeden der Anwesenden Zeit für ein kleines Gespräch.                                
Foto: Beatrice UNGAR

Irgendwann habe er auf die Frage, wo er zuhause sei, die Antwort gefunden: „Wo man die meisten Gräber hat”, sagte der Schriftsteller und Pfarrer Eginald Schlattner bei der Lesung am Samstag in Freck. Hier seien die meisten Gräber von Familienmitgliedern, hier habe er seine Kindheit verbracht und der Beginn seiner Pfarramtszeit liegt auch hier. Die äußerst gut besuchte Veranstaltung fand auf dem evangelischen Pfarrhof in Freck statt und war wie jede Begegnung mit Eginald Schlattner ein Erlebnis der besonderen Art.Weiterlesen

,,Man sollte den Zuschauer nie langweilen“

Gespräch mit Elise Wilk über Theater und die neueste Premiere

Ausgabe Nr. 2925

Elise Wilk.
Foto: Alexandra BORDEIANU

Den Namen Elise Wilk kennt man als Leserin oder Leser der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien (ADZ) und der Karpatenrundschau in Kronstadt – wo sie als Redaktionsleiterin tätig ist. Seit 2012 ist die 44-Jährige auch in der Theaterwelt bekannt wie… eine „grüne Katze“. „Die grüne Katze“ (Pisica verde) war nämlich ihr drittes Theaterstück nach „Es geschah an einem Donnerstag“ (2008) und „Die mittlere Lebenserwartung von Waschmaschinen“ (2010) mit dem sie ihre ersten Erfolge feierte. Seitdem hat Elise Wilk 25 Theaterstücke geschrieben, viele davon preisgekrönt, von denen drei am „Radu Stanca“-Nationaltheater (TNRS) in Hermannstadt inszeniert wurden („Pisica verde“, „Avioane de hârtie“ und „S-a întâmplat într-o joi“) und eines („Kinderzimmerzauberei“) auf der Bühne des Kinder- und Jugendtheaters „Gong“ zu sehen war. Am 11. September darf sich das Hermannstädter deutschsprachige Publikum auf die neueste Inszenierung „Union Place“ freuen, die von der deutschen Abteilung des TNRS in der Regie von Cristian Ban gezeigt wird. Über die anstehende Premiere und andere Projekte führte HZ-Redakteurin Cynthia P i n t e r mit Elise Wilk folgendes Gespräch:Weiterlesen

,,Ich fühlte mich gebraucht“

Der Mediascher Alt-Kurator Hugo Schneider feierte seinen 90. Geburtstag

Ausgabe Nr. 2924

Hugo Andreas Schneider.                
Fotos: privat

Am 13. August 2025 hat in Mediasch Alt-Kurator Hugo Andreas Schneider, im Kreise von Familie, Freunden, Sangesbrüdern und Kirchenvertretern seinen 90. Geburtstag gefeiert. Wie kaum jemand anders hat er das Schicksal des „sächsischen Mediasch“ nach Dezember 1989 geprägt. Die Evangelische Kirche A. B. in Rumänien (EKR) reihte sich in den Chor der Gratulanten ein, um Hugo Schneider herzlich zu danken für seinen unermüdlichen und selbstlosen Einsatz für Kirche, Forum, Diakonieverein, für die Stadt und für unzählige Einzelpersonen aus Mediasch und seiner Umgebung. Weiterlesen

Ein Genießer und Neugieriger

Nachruf auf Franz Hodjak / Von Horst SAMSON

Ausgabe Nr. 2919

Franz Hodjak bei seiner Lesung in Dinkelsbühl 2013, wo er beim Heimattag mit dem Siebenbürgisch-sächsischen Kulturpreis ausgezeichnet wurde.                          Foto: Konrad KLEIN

Sonntag, den 6. Juli 2025, ist mein lieber alter Freund Franz Hodjak von uns gegangen. Dreieinhalb Stunden davor konnte ich ihm noch einmal über die Schulter und seine grauen Locken streichen, seinem tiefen, regelmäßigen Atem zuhören – es schien mir, überwältigt vom sonntäglichen, existentiell geprägten Augenblick im Beisein seiner fürsorglichen Frau Juli und seiner Tochter Astrid wie eine Kantate von Bach. Kurz nach 18 Uhr hatte er seinen Koffer voller Sand, Bücher und unveröffentlichter Typoskripte, sowie sein allerletztes handschriftliches, leider nicht mehr entzifferbares Gedicht definitiv gepackt. Weiterlesen

Gespräch mit Maria Luise Roth-Höppner

Ausgabe Nr. 2918

Die Journalistin Hannelore Baier führte am 24. Juni d. J. im Terrassensaal des Teutsch-Hauses ein Gespräch mit der Astronomin und Verlegerin Maria Luise Roth-Höppner (rechts), die an diesem Tag ihren 95. Geburtstag feierte. Dazu zeigte die TV-Moderatorin Christel Ungar-Țopescu zwei Filme mit der Jubilarin. Baier begann ihre am gleichen Tag in der ADZ veröffentlichte Würdigung wie folgt: „Die Geschichte der studierten Physikerin Maria Luise Roth-Höppner begann traumatisch nach dem Zweiten Weltkrieg: Der Vater Hans Otto Roth, einer der bekanntesten Siebenbürger Sachsen und eines der prominentesten sächsischen Opfer der Securitate, wurde politisch verfolgt und verhaftet. Damit standen auch die beiden Roth-Kinder auf der ’schwarzen Liste“ der Securitate und wurden 1958 zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie eine Kooperation ablehnten. Damals war Maria Luise Roth bereits Assistentin an der Technischen Hochschule Kronstadt. 1969 verließ sie Rumänien, kehrte jedoch nach der Revolution im Jahr 1991 prompt in die alte Heimat zurück.” Hier gründete sie gemeinsam mit ihrem Gatten Wolfgang Höppner (1945-2020) den hora-Verlag. Heute lebt die Jubilarin im Carl Wolff-Altenheim.                                             Foto: Beatrice UNGAR

 

Viorel Hizo Ehrenbürger

Ausgabe Nr. 2917

Der ehemalige Fußballtrainer Viorel Hizo (links) – die Fußballer und Fußballfans kennen ihn unter dem Spitznamen „Nea Vio” – nahm am Montag im Rahmen einer Feierstunde im Rathaus von Bürgermeisterin Astrid Fodor die Insignien eines Ehrenbürgers der Stadt Hermannstadt entgegen. Den Wortlaut des diesbezüglichen Beschlusses des Hermannstädter Stadtrates verlas Vizebürgermeister Helmut Lerner. Die Laudatio hielt Bürgermeisterin Astrid Fodor, die auch die Initiative hatte, diesen Ausnahmetrainer zu würdigen.                      Foto: Beatrice UNGAR

 

Kulturpreis für Hannelore Baier

Ausgabe Nr. 2915

Der Siebenbürgisch-Sächsische Kulturpreis, die höchste von den Siebenbürger Sachsen vergebene Ehrung für wissenschaftliche und künstlerische Leistungen, hat bei dem 75. Heimattag der Siebenbürger Sachsen in Dinkelsbühl, am Pfingstsonntag, den 8. Juni, die Journalistin und Historikerin Hannelore Baier in feierlichem Rahmen entgegengenommen. Die Laudatio hielt der Historiker Dr. Konrad Gündisch, der am Vortag ein Gespräch mit der Geehrten zum Thema „Deportation – Verfolgung – Überwachung – Freikauf. Fragen der siebenbürgisch-sächsischen Zeitgeschichte” moderiert hatte. Unser Bild (v. l. n. r.): Manfred Schuller, Bundesobmann des Bundesverbandes der Siebenbürger Sachsen in Österreich, Hannelore Baier und Bundesvorsitzender des Verbands der Siebenbürger Sachsen in Deutschland, Rainer Lehni, bei dem Festakt in der St. Paulskirche.                                                                                          

Foto: Laura MICU

Er schenkte Hoffnung und Weitblick

Ausgabe Nr. 2914

Nachruf auf Michael Doll, 1. Vorsitzender der Handwerkerschule Martinsdorf e.V.

Eine Gedenkfeier für Michael Doll, der am 20. April nach schwerer Krankheit in Deutschland verstorben ist, fand am 26. Mai in der evangelisch Kirche in Martinsdorf/Metiş statt. An der Gedenkfeier in Michael Dolls zweiter Heimat nahmen über 70 Personen teil, darunter seine Ehefrau Elise Erndt-Doll, Freunde, Projektteilnehmende, Ausbilder, Vereinsmitglieder, Dorfbewohner und Projektpartner aus Kronstadt sowie Holzmengen.

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,,Das muss man erlebt haben“

Ausgabe Nr. 2913

Gespräch mit der scheidenden Deutschen Konsulin Kerstin Ursula Jahn

Konsulin Kerstin Ursula Jahn vor dem Street-Art-Bild von Claudiu Peța.

Die Diplomatin Kerstin Ursula Jahn ist seit 2021 Konsulin am Konsulat der Bundesrepublik Deutschland in Hermannstadt. Ab Juli 2025 wird sie dienstlich nach Bordeaux wechseln. Sie habe sich aus zwei Gründen für den Posten in Hermannstadt beworben, sagte sie in einem Interview kurz nach ihrem Amtsantritt: „Der erste Grund ist, dass es in meiner Laufbahn sehr wenige vergleichbare Posten gibt, wo jemand im gehobenen Dienst eine Auslandsvertretung leiten darf. Mein Mann und ich haben uns dann über Land und Leute dokumentiert und uns dann dafür entschieden.” Vor ihrem Abschied von Hermannstadt gewährte Kerstin Ursula Jahn der HZ-Chefredakteurin Beatrice U n g a r folgendes Interview:

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Beispielhafte Völkerverständigung

Ausgabe Nr. 2913

Landshut feierte nach zehn Jahren wieder das Europafest mit seinen Partnerstädten

Oberbürgermeister Alexander Putz, Partnerschaftsvereinsvorsitzende Michèle Bilbault und Sheila Brumby, Bürgermeisterinnene Astrid Fodor, Christina Marigo, Vizebürgermeisterin Barbara Corzato, Bürgermeister Bernhard Zwielehner, 2. Bürgermeister Thomas Haslinger (V. l. n. r.). Foto: Matthias AMMER

„Hermannstadt und Landshut sind seit 23 Jahren Partnerstädte – der Stichtag war am 13. April dieses Jahres. In dieser ganzen Zeit pflegten die beiden Städte eine aktive Freundschaft, durch konkrete gemeinsame Projekte. Folglich hat die Zusammenarbeit zwischen den beiden Städten den Test der Zeit bestanden. Events wie das Europafest oder die Landshuter Hochzeit haben uns jedes Mal zusammengebracht. Wie in jeder Freundschaft macht die Pflege der Beziehung den Unterschied zwischen Form und Inhalt. Deshalb schätze ich Ihre Bemühungen, die Verbindung zu unserer Stadt zu pflegen. Hermannstadt pflegt seinerseits die Beziehungen zu dieser schönen bayerischen Stadt – ein besonderes Verdienst kommt dabei dem Freundschaftsverein Landshut-Sibiu zu. Herzlichen Dank an Frau Wegmann und das Team des Vereins für die gewährte Unterstützung.” Dies sagte Hermannstadts Bürgermeisterin Astrid Fodor in ihrem Grußwort bei dem Begrüßungsabend zum Auftakt des Europafestes im Rathausprunksaal in Landshut.

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Am Anfang war die Welle

Gespräch mit der gebürtigen Hermannstädter Kunsttherapeutin Barbara Niedermaier

Ausgabe Nr. 2910

Barbara Niedermaier und ihr Ölbild „Buleasee”.     Foto: Beatrice UNGAR

„Das Kunstwerk muss gerade nur das ausdrücken, was die Seele erhebt und edel ergötzt, und nicht mehr. Die Empfindung des Künstlers muss allein darauf gerichtet sein, das Übrige ist falsch.” Diese Aussage von Bettina von Arnim könne sie voll und ganz unterschreiben, sagt die Kunsttherapeutin und Künstlerin Barbara Niedermaier, deren „Seelenlandschaften” getitelte Ausstellung noch bis zum 23. Mai d. J. im Terrassensaal im Teutschhaus in Hermannstadt zu besichtigen ist. Wer gerade in Venedig unterwegs ist, kann zwei Werke von Barbara Niedermaier im Rahmen des „Morphos. Temporary Identities”-Kunstmarktes im Palazzo Albrizzi-Capello betrachten. Inzwischen hat es auch eine Midissage im Besein der Künstlerin gegeben. Lesen Sie im Folgenden das Interview, das Barbara Niedermaier der HZ-Chefredakteurin Beatrice U n g a r gewährt hat.Weiterlesen

Mit keiner Arbeit überfordert gewesen

Interview mit dem Orgelbauer Hermann Binder

Ausgabe Nr. 2909

Das Ehepaar Dorothea und Hermann Binder.              
Foto: Werner FINK

„Eine Vielfalt von Orgeln unterschiedlichen Alters, Größe und Funktionsweise gehörten in den Bereich meiner Arbeiten für die Evangelische Kirche A. B. in Rumänien”, erklärt der Orgelbauer Hermann Binder, der am 28. April 1945 in Schäßburg geboren wurde. Zwischen 1963 und 1968 studierte er Physik in Klausenburg und war danach kurze Zeit Lehrer in Stolzenburg. Da die Evangelische Kirche A. B. in Rumänien dringend eine Fachkraft für die Wartung von Orgeln suchte, meldete er sich und wählte dafür eine Ausbildung zum Orgelbauer bei der Firma Alexander Schuke Orgelbau in Potsdam.

Die Aktivität als Orgelbauer in Siebenbürgen begann 1973 mit der Restaurierung der Orgel in Arbegen als Angestellter des Landeskonsistoriums der Evangelische Kirche A. B. in Rumänien (EKR). Im Jahr 1995 wurde die Werkstatt als GmbH eingetragen, um den Ablauf der Arbeiten besser gestalten zu können und Kunden außerhalb der EKR bedienen zu können. Im Jahr 2000 war er Mitbegründer des Vereins in Rumänien ansässiger Orgelbauer (AOR) und ebenfalls 2000 erschien sein Buch „Orgeln in Siebenbürgen“ im Gehann-Musik-Verlag Kludenbach, in der Reihe „Musikgeschichtliche Studien“. Seit 1973 ist er mit Dorothea Franke verheiratet und hat drei Töchter und fünf Enkelkinder. Zu seinem Werdegang führte HZ-Redakteur Werner F i n k mit Hermann Binder folgendes Gespräch:Weiterlesen