Die Welt der Erinnerung

Ausgabe Nr. 2578
Ein lesenswerter Briefroman über die Kindheit in Rumänien

Peter Rosenthal im Erasmus-Büchercafé. Foto: Cynthia PINTER

Arad und das Südbanat sind für den Autor Peter Rosenthal die Schauplätze seiner Kindheit, mit der er sich in seinem Debütroman „Entlang der Venloer Straße“ auseinandersetzt. Der Briefroman erschien 2003 im „Kiepenheuer & Witsch Verlag“ Köln und wurde vor Kurzem auch in rumänischer Sprache (Übersetzung von Hava Oren) unter dem Titel „De-a lungul strazii Venlo“ im Hasefer-Verlag herausgegeben. Peter Rosenthal machte auf seiner Reise durch Rumänien am Dienstagnachmittag (15. Mai) im Hermannstädter Erasmus/Büchercafé halt und las aus den Büchern „Entlang der Venloer Straße“ und „In die Zeit fallen“ vor.

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Selbstläufer für historisch Interessierte

Ausgabe Nr. 2578

Historische Reportagen von Rosi Gräfin Waldeck neu ins Deutsche übersetzt

 

R. G. Waldeck: Athénée Palace. Hitlers „Neue Ordnung“ kommt nach Rumänien. Mit einem Nachwort des amerikanischen Diplomaten, Historikers und versierten Rumänien Kenners Ernest H. Latham, Jr. Aus dem Amerikanischen von Dagmar Dusil und Dr. Gerlinde Roth. Pop Verlag Ludwigsburg 2018, 472 Seiten, ISBN: 978-3-86356-218-2.

 

Rosi Gräfin Waldeck, geboren 1898 in Mannheim, starb 1982 einsam und vergessen in den USA. Obwohl die Journalistin einige Jahrzehnte zuvor unstrittig zu den schillerndsten Erscheinungen ihrer Zeit gehörte. Sie legte am Anfang ihrer farbenfrohen Biografie das Abitur ab, eine Seltenheit für eine Frau von damals, studierte später Kunstgeschichte, liebte gern ältere Männer und heiratete öfters. Zunächst den Gynäkologen Ernst Gräfenberg, nach ihm ist der „G-Punkt“ benannt. Als zielstrebige junge Frau ging sie später eine Beziehung mit dem verwitweten Franz Ullstein ein. Eine Liaison, welche am ausgeprägten Standesdünkel der Verlagsfamilie knallhart scheiterte. Ihr blieb als Erbmasse immerhin eine fürstliche Abfindung. Später ehelichte die Jüdin, welche zum Katholizismus konvertierte, in Amerika den ungarischen Grafen Armin von Waldeck.Weiterlesen

„…an dem ich gerade schreibe“

Elena Dumitrescu-Nentwig las im Erasmus-Büchercafé

Ausgabe Nr. 2577

Luminița Mihai-Cioabă, Elena Dumitrescu-Nentwig und Beatrice Ungar bei der Buchvorstellung im Erasmus-Büchercafé (v. l. n. r.). Foto: Fred NUSS

Auf die Frage, welches ihrer Bücher sie am liebsten habe, antwortete die Autorin Elena Dumitrescu-Nentwig: „Das, an dem ich gerade schreibe“. Sie verriet zwar nicht, worum es sich bei dem Buch handelt, man darf aber getrost darauf gespannt sein, denn bisher haben alle ihre Veröffentlichungen Erfolg gehabt. Ihr Roman Credinciosul meu dușman“ (Mein treuer Feind) wurde sogar mit dem Itaca-Prosapreis der rumänischen Diaspora ausgezeichnet. Am 5. Mai hat sie in Dublin persönlich die Auszeichnung entgegennehmen dürfen.

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Morde in ganz Europa

Volkskundlerin legt ersten „Ethno-Krimi“ vor

Ausgabe Nr. 2577

Marlies Barbara Lenz: Ohne Gnade. Ein Karpaten Krimi. Verlag Marlies Barbara Lenz 2018. 235 Seiten. ISBN 978-3-00-059680-3.

„Ohne Gnade“ ist laut Untertitel ein „Karpaten Krimi“, in dem die gebürtige Rumeser Volkskundlerin Marlies Barbara Lenz über geheimnisvolle Morde in Rumänien und weiteren Teilen Europas schreibt. Die Autorin selbst nennt das Buch ihren „ersten Ethno-Krimi“.

 

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„Tränen flossen in vielen Sprachen”

Eginald Schlattners neues Buch trägt den Titel „Wasserzeichen“

Ausgabe Nr. 2573

Eginald Schlattner: Wasserzeichen. Pop Verlag Ludwigsburg, 2018, 628 Seiten, ISBN 978-3-86346-216-8

Nach drei erfolgreichen Romanen – „Der geköpfte Hahn“, „Rote Handschuhe“ und „Das Klavier im Nebel“ -, die ihm internationale Anerkennung gebracht haben, wollte Eginald Schlattner eigentlich nichts mehr schreiben und sich – laut eigener Aussage – letzten Dingen widmen: dem Ewigen Leben und der Höheren Mathematik.

Anno Domini, 2018, Deutschland, Leipziger Buchmesse: Das neue Buch Eginald Schlattners  – „Wasserzeichen” – wird vom Ludwigsburger Pop-Verlag vorgestellt. Nach fast 13 Jahren erscheint damit auch der Schlussstein der Schlattnerschen literarischen Tätigkeit; es ist ein Buch, das die schlichte Widmung „MIR“ trägt.Weiterlesen

Über Menschen und Orte von früher

Zur Anthologie „Aus der Ethnologie der Deutschen in Rumänien”

Ausgabe Nr. 2573

Ilie Moise/Andreea Buzas (Hrsg): Din etnologia germanilor din România/Aus der Ethnologie der Deutschen in Rumänien. Honterus-Verlag Hermannstadt, 2017, 554 Seiten, ISBN 978-606-8573-93-9

Der zweisprachige Band „Aus der Ethnologie der Deutschen in Rumänien” (Honterus Verlag, 2017) ist von seinen Herausgebern – dem Ethnologen und Hochschulprofessor Ilie Moise und seiner jungen Kollegin Andreea Buzaș – Professor Dr. Paul Niedermaier, korrespondierendes Mitglied der Rumänischen Akademie und Leiter des Forschungsinstitutes für Geisteswissenschaften in Hermannstadt, zum 80. Geburtstag gewidmet. Die 554 Seiten des Buches umfassen Beiträge zur volkstümlichen Kultur der Siebenbürger Sachsen und Landler von insgesamt 29 Forschern und Museologen. Alle Texte liegen in einer einwandfreien Übersetzung vor, hauptsächlich wird der vollständige deutsche Beitrag mit rumänischer Übersetzung oder mit einer Kurzfassung in rumänischer Sprache veröffentlicht. Dadurch wird das Buch einem großen Leserkreis zugänglich. Das angebotene komplette und sogleich komplexe Bild dieser Ethnologieforschung wurde auch durch den qualitativen Druck des Honterusverlags, sowie durch die finanzielle Unterstützung des Departements für Interethnische Beziehungen im Generalsekretariat der Rumänischen Regierung durch das Demokratische Forum der Deutschen möglich gemacht.Weiterlesen

Motto der Messe: Leipzig liest

Stimmungsbilder von der Leipziger Buchmesse 2018

Ausgabe Nr. 2572

Die Leipziger Buchmesse hatte dieses Jahr Rumänien als Schwerpunktland.
Foto: Roland BARWINSKY

Und es gibt sie doch, trotz aller Unkenrufe: die Leser. Die Leipziger Buchmesse hat auch diesmal ganze Rudel dieser angeblich ausgestorbenen Spezies angelockt. Einem selbstvergessen in einen Text vertieften Besucher wäre bei gelegentlichem Aufblicken vielleicht ein Jugendlicher in einem knallbunten, fantastischen Mangafigurenkostüm ins Auge gesprungen und er hätte sich einen Moment lang gefragt, ob das, was er sieht, echt ist, oder nur seiner Fantasie, oder dem Text entsprungen ist, den er gerade liest.Weiterlesen

Interessante Sonderthemen

Band 33 der „Kärnten Dokumentation“ vorgestellt

Ausgabe Nr. 2571

Wolfgang Rehner (am Rednerpult) stellt seinen Beitrag über den verstorbenen Klagenfurter Bürgermeister Leopold Guggenberger vor, Udo Puschnig, Winfried Ziegler und Benjamin Józsa hören aufmerksam zu. (V. l. n. r.)
Foto: Laura MICU

Wir, die Rumäniendeutschen, können Lösungen anbieten, die weit über unseren kleinen Kreis hinausgehen können. Das haben wir in der Kommunalpolitik bewiesen, das haben wir in der Landespolitik bewiesen, und wenn es stimmt, dass der Brexit in die rumänische EU-Präsidentschaft fallen wird, werden wir es auch auf europäischer Ebene beweisen müssen. Wir können für ein friedliches Zusammenleben aller Völker plädieren, für die Wichtigkeit einer geeinten Gesellschaft und für eine Politik, die dem Wohle aller dient – weil wir das seit Jahrhunderten schon tun. Wir Rumäniendeutschen sind da. Hoffnungsträger? Möglicherweise. Ein Auslaufmodell? Sicher nicht!“Weiterlesen