Zwei Bücher, zwei Geschenkideen

Neuerscheinungen im Schiller-Verlag Bonn – Hermannstadt

Ausgabe Nr. 2559

Lilian Theil: Siebenbürgische Fetzenbilder. Schiller-Verlag Bonn – Hermannstadt 2017, 72 Seiten, ISBN 978-3-946954-09-5. Auf dem Umschlag ist im Rahmen das Bild „Sommersachsen“ abgebildet.

Über Siebenbürgen. Band 5. Kirchenburgen im Burzenland. Fotografien und Text: Anselm Roth, Luftfotografien: Ovidiu Sopa. Mit einer Einleitung von Thomas Șindilariu. Schiller-Verlag Bonn – Hermannstadt 2017, 80 Seiten, ISBN 978-3-946954-10-1. Das Titelbild zeigt eine Luftaufnahme der Tartlauer Kirchenburg.

Mit drei schönen Büchern bietet der Schiller-Verlag Bonn – Hermannstadt gleich drei gute Geschenkideen für Weihnachten. Außer dem Backbuch „Wie wir Heltauerinnen backen“, das Heidemarie Bonfert herausgegeben hat (siehe dazu Rezension in der Hermannstädter Zeitung Nr. 2258/15. Dezember 2017), liegen noch zwei neue Bildbände vor, die zum Blättern und Verweilen einladen: Der fünfte Band der Reihe Über Siebenbürgen“, der den Kirchenburgen im Burzenland gewidmet ist, und Siebenbürgische Fetzenbilder“ von Lilian Theil, die ihre bunten Stoffbilder u. a. bei den Katzendorfer Kulturtagen“ in Katzendorf ausgestellt hatte.Weiterlesen

„Siebenbürgen als kleines Europa”

Paul Philippi stellte Siebenbürgen-Broschüre vor

Ausgabe Nr. 2556

Paul Philippi stellt die Broschüre vor.                           Foto: Werner FINK

„Siebenbürgen. Eine kurze Geschichte der deutschen und ungarischen Minderheit“ heißt die Broschüre deren englische, deutsche und rumänische Fassung vom Ehrenvorsitzenden des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien Prof. Dr. Paul Philippi am vergangenen Donnerstag im Erasmus-Büchercafé vorgestellt wurde. Ein Ziel war, in der Broschüre die Geschichte Siebenbürgens „unter einem modernen Gesichtspunkt darzustellen“ und „die allen Seiten entsprechen müsste“.Weiterlesen

Exemplarische Schilderung

Erinnerungen eines ehemaligen politischen Häftlings

Ausgabe Nr. 2555

Engelhardt Mildt: Zeit der Unfreiheit. Gitter, Stacheldraht und Informanten, 1951-1989. Erinnerungen. Banater Bibliothek, Band 16. Herausgeber: Landsmannschaft der Banater Schwaben e.V. München, 2017. ISBN 978-3-9818760-0-0. Zu bestellen bei: Landsmannschaft der Banater Schwaben, Karwendel-Str. 32, 81369 München, Tel: 089/2355730. E-Mail: landsmannschaft@banater-schwaben.de

Engelhardt Mildt, heute in Freiburg lebend, mit Wurzeln in Siebenbürgen und dem Banat, hat als politischer Häftling 13 Jahre seiner Jugend in Gefängnissen und Straflagern des kommunistischen Rumäniens verbringen müssen. Auch nach seiner Entlassung aus diesen war er von den Drangsalierungen und Verfolgungen seitens des Überwachungssystems der Securitate nicht gefeit. 25 Jahre, bis zu seiner Ausreise 1989 in die Bundesrepublik, blieb er unter Beobachtung, wurde beschattet und immer wieder zur Polizei oder zur Securitate gerufen. Nun hat Engelhard Mildt seine aufgezeichneten Erinnerungen drucken und veröffentlichen können.Weiterlesen

Einzigartiges Kulturgut

Zweiter Band von Peter Jacobis „Bilder einer Reise“

Ausgabe Nr. 2554

 

Peter Jacobi: Siebenbürgen. Bilder einer Reise II. Wehr- und Kirchenburgen. Stilleben nach dem Exodus. Schiller Verlag Hermannstadt – Bonn 2017, 423 Seiten, ISBN 978-3-944529-87-5. Der Band liegt in Hermannstadt im Erasmus-Büchercafé und in der Schiller-Buchhandlung auf.

Nach dem Erscheinen seines ersten Buches „Bilder einer Reise“, 2007, richtete Prinz Charles zwei anerkennende Briefe an den Autor, die diesen laut eigener Aussage, in seiner Arbeit bekräftigt haben. Peter Jacobi widmet diesen zweiten Band „all denen, die sich aktiv um den Erhalt des kulturellen Erbes der Siebenbürger Sachsen in Siebenbürgen bemühen. All den Menschen, die in Siebenbürgen leben, und jenen, die aus anderen Ländern nach Siebenbürgen kommen und gemeinsam für dieses einzigartige Kulturgut einstehen“. Weiterlesen

„Ein Hologrammgewebe“

Neue Übersetzung eines Buches von Dagmar Dusil

Ausgabe Nr. 2553

 

Dagmar Dusil (2. v. r.) las aus dem jüngst übersetzten Buch, Ioana Ieronim (1. v. r.) und Valentin Leahu (2. v. l.) stellten es vor. Moderiert hat die Buchvorstellung Beatrice Ungar (1. v. l.).                         Foto: Fred NUSS

„Wie Spinnen weben die Menschen ihre Geheimnisse“ heißt es in dem Text „Bilder einer Kindheit“ aus Dagmar Dusils Prosaband „Wie die Jahre verletzen“, der 2012 im Johannis Reeg Verlag Bamberg erschienen ist. Der Titel der rumänischen Fassung, die vor kurzem im Tracus Arte-Verlag Bukarest herausgegeben worden ist, nimmt darauf Bezug. Er lautet „Cine păzește pânza de păianjen?“ (Wer bewacht das Spinnennetz?)Weiterlesen

„Ein Jahrhundertereignis”

Gespräch mit Krimiautor Ralf Kramp

Ausgabe Nr. 2552

 

So richtig à la Sherlock Holmes mit Tweed-Jacke begrüßte Ralf Kramp das Publikum im Deutschen Kulturzentrum.   Foto: Ruxandra STĂNESCU

In der Eifel in Deutschland werden in der Krimiliteratur jährlich die meisten Menschen umgebracht, erzählte diesen Herbst der Krimiautor Ralf Kramp bei seiner Lesung im Deutschen Kulturzentrum Hermannstadt. Seit 25 Jahren schreibt der Autor Krimis und „schwarzhumorige Kurzgeschichten” mit der Handlung hauptsächlich in der Eifel. Außerdem betreibt Ralf Kramp zusammen mit seiner Ehefrau Monika ein „Kriminalhaus”, wo keiner umgebracht wird, sondern die Krimis im Mittelpunkt stehen. Über seine Arbeit sprach der Autor mit HZ-Redakteurin Ruxandra S t ă n e s c u.Weiterlesen

Zwischen den Nebeln schreiben

Die Autorin Dagmar Dusil erhält Dorfschreiberpreis in Katzendorf

Ausgabe Nr. 2550

 

„Das ist unsere neue Dorfschreiberin!“: Frieder Schuller (Bildmitte) begrüßt Dagmar Dusil (2. v. r.), die Laudatio hält Michaela Nowotnick (1. v. r.). Foto: Aurelia BRECHT

Zum fünften Mal wurde am Wochenende vom 29. September bis 1. Oktober in Katzendorf der Dorfschreiberpreis vergeben. Dagmar Dusil, u. a. Autorin des Buchs „Blick zurück durchs Küchenfenster – Erinnerungen und Rezepte aus Siebenbürgen“ hat nun für ein Jahr die Möglichkeit, in der Dorfschreiberklause auf dem Pfarrhof in Katzendorf zu wohnen und zu arbeiten. Ein ganzes Wochenende lang fanden kulturelle Veranstaltungen vor einem bunten Publikum statt; denn aus vielen Ländern waren die Besucher gekommen.Weiterlesen

„Das Wort ruft den Gedanken“

Gespräch mit Nora Iuga, der Grande Dame der rumänischen Literatur

Ausgabe Nr. 2550

 

Beide Autorinnen – Nora Iuga (rechts) und Angela Baciu – bewiesen bei der Lesung schauspielerisches Talent.                         Foto: Beatrice UNGAR

Den mit 3.000 Euro dotierten Sonderpreis zum Spiegelungen-Preis für Lyrik erhält 2017 die rumänische Dichterin Nora Iuga. Die Redaktion der Zeitschrift Spiegelungen würdigt damit ein literarisches und übersetzerisches Lebenswerk, das, geprägt von der Sprachenvielfalt und der komplexen politischen und kulturellen Gemengelage im Donau-Karpaten-Raum, die Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts bereichert und zum innereuropäischen Kulturtransfer entscheidend beigetragen hat. Die Preisverleihung findet am 6. Dezember im Lyrik-Kabinett München statt.

Nora Iuga und Angela Baciu lasen am 23. September im Erasmus-Büchercafé in Hermannstadt aus ihrem Buch „mai drăguț decât dostoievski“, das vor kurzem im Polirom-Verlag Jassy erschienen ist und im Anschluss an die Lesung gewährte Nora Iuga der Berliner Fotografin und Autorin Christel W o l l m a n n – F i e d l e r das nachstehende Interview für die Hermannstädter Zeitung:

Das Buch habt Ihr beide, Du und Angela zusammen geschrieben. Ist das ein Roman, sind das Dialoge, sind das Erlebnisse, sind das literarische Gedanken? Weiterlesen

Schreiben als Therapie

Lesung mit Karin Macke im Erasmus-Büchercafé

Ausgabe Nr. 2549

Die Lesung von Karin Macke (stehend) war gut besucht. Foto: die Verfasserin

Das Erasmus-Büchercafé ist ein Ort zum Lesen und Schreiben und am Dienstag, 26. September 2017 war es auch ein Ort zum Lesen und Schreiben über das Lesen und Schreiben. „Schreiben schreiben schreiben schreiben schreiben schreiben schreiben schreiben.“ So begann die Karin Macke ihre Lesung. Sie ist Autorin, Mitgründerin der Akademie für Text und Therapie Sprachraum und des Vereins grauenfruppe und vieles weitere. Sie will, dass Kinder und Erwachsene ihre Freude am Schreiben (wieder)entdecken. Man solle mit Worten spielen, sich trauen, Fehler zu machen, Neues auszuprobieren. „Viele denken, dass sie nicht schreiben können. Gerade von der Schule her, wo alles immer falsch oder richtig sein muss.“ Dabei habe Schreiben eine therapeutische Wirkung.Weiterlesen

Das Eigene und das Fremde

Beobachtungen zu einem Buch über die Romantrilogie von Eginald Schlattner
Ausgabe Nr. 2545

 

Noch schwärmen Siebenbürger Sachsen von ihrem großartigen Treffen in Hermannstadt Anfang August 2017. Werden die Enkel der Ausgewanderten nach dieser Inspiration mit neuem Schwung mehr und mehr Aufgaben auch in der süßen Heimat übernehmen und diese auf sächsische Art stärken? Mir ist diese Sicht auf die Zukunft genauso kürzlich freundschaftlich mitgeteilt worden. Hierbei handelt es sich selbstredend um eine spontane Äußerung nach einem aktuellen Ereignis Andererseits gibt es immer noch festgefahrene Positionen. Eine solche Haltung wird beispielsweise von einer kritischen Sächsin zitiert, die den Kontakt zu ihrer Herkunftskultur bewusst abgebrochen hat: „Die Sachsen sind alles, die anderen sind minderwertig.“ (S.Pichotta: „Schicksale – Deutsche Zeitzeugen in Rumänien“, Schiller-Verlag Hermannstadt-Bonn 2013, S. 111). Seinerzeit ist kein Aufschrei des Für und Wider gegenüber dieser Einstellung zu hören gewesen, aber ganz unabhängig von Ethnozentrismus und Event hat Andreea Dumitru 2017 ein Buch vorgelegt, das den Beziehungen, Wechselwirkungen und Ergebnissen im Zusammenleben der verschiedenen Völker in Rumänien nachgeht, und zwar anhand von Eginald Schlattners Romantrilogie. Die Autorin entfaltet eingängig und schlüssig, wie Schlattner die Welt des Mit-, Neben- und bisweilen auch Gegeneinander in nuce veranschaulicht. Schlattner weiß, wovon er schreibt; denn er hat diesen farbenprächtigen großartigen Mikrokosmos, in dem das siebenbürgische Leben spielt, ausgelebt und durchlitten. So hat er insgesamt ohne Besserwisserei, aber im Mitleiden, Ausharren und Durchstehen ein spannendes Lehrstück entworfen, aus dem Zukunftswissen geschöpft werden kann.Weiterlesen