Feinfühlige Annäherungen

Die Siebenbürgen-Bilder des Dresdener Fotografen Thomas Heller

Ausgabe Nr. 2694

Thomas Heller: „Siebenbürgen süße Heimat“. Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale), 2020, 128 Seiten, ISBN 978-3-96311-375-8.

„Siebenbürgen, süße Heimat“. Die Anfangszeile der letzten Strophe des Siebenbürgenlieds habe ich, der ich selbst keine familiären Bezüge zu Siebenbürgen habe, zum ersten Mal als Kind in gestickter Form in den frühen 1970er Jahren wahrgenommen.

Sie zierte in biedermeierlichen Lettern einen selbst gestickten Wandbehang, den sich eine gebürtige Hermannstädterin aufgehängt hatte – in ihrem bescheidenen Zimmer in Oberbayern. Ihre Tochter und ihr Schwiegersohn zählten zum Freundeskreis meiner Eltern. Der vor kurzem im Mitteldeutschen Verlag erschienene Bildband des Dresdener Fotografen Thomas Heller trägt als Titel diesen Vers und erweckte bei mir eine erste spontane Assoziation: Weiterlesen

In Erinnerung an Anne Junesch

Neues Buch von Andreea Dumitru im Honterus-Verlag

Ausgabe Nr. 2693

Andreea Dumitru: Geschichte aus Geschichten lernen. Kinderliteratur aus Siebenbürgen, Honterus-Verlag, Hermannstadt, 2020, 62 Seiten, ISBN 978-606-008-053-4.

„Ich hab ein neues Kinderbüchlein geschrieben“, so begrüßte mich Anne Junesch immer, wenn sie in die HZ-Redaktion kam, um mir ein paar Exemplare zur Rezension und zum Verschenken an die Leser/innen der Juniorecke zu geben. Und immer ließ ich sie alle „Büchlein“ signieren. Anne Junesch liebte Kinder, schickte auch des öfteren Witze für die Juniorecke, die wir gerne publizierten. Letztes Jahr verstarb sie unerwartet im Altenheim „Dr. Carl Wolff“ in Hermannstadt. Nun liegt ein neues „Büchlein“ auf meinem Schreibtisch, das mich an sie erinnert. Weiterlesen

Ein „siebenbürgisches Ereignis“

Buchvorstellung zum Taufverständnis in orthodoxer und evangelischer Sicht

Ausgabe Nr. 2692

Bei der Buchvorstellung ergriffen Stefan Tobler, Benjamin Józsa, Irimie Marga und der Autor, Hans-Bruno Fröhlich das Wort (v. l. n. r.).Foto: Beatrice UNGAR

Unter einem strahlend blauen Himmel und umgeben von den Stimmen spielender Kinder war am Dienstag, den 22. September im Hof des Teutsch-Hauses eine schwungvolle Buchpräsentation zu erleben. Sichtlich stolz begrüßte Prof. Stefan Tobler (Protestantisch-Theologisches Institut an der Lucian Blaga-Universität) als betreuender Doktorvater das zahlreich erschienene Publikum und besonders den Schäßburger Dechanten, Stadtpfarrer Dr. Hans Bruno Fröhlich, den Verfasser von „Eine einmalige Gabe. Die Frage der Anerkennung der christlichen Taufe zwischen evangelischer und orthodoxer Kirche und die Praxis in Rumänien“. Weiterlesen

,,Eine dringende Aufgabe“

Neuer Bildband von Georg Gerster und Martin Rill

Ausgabe Nr. 2687

Georg Gerster und Martin Rill: Schäßburg und die Große Kokel. Buchversand Südost/www.siebenbuergen-buch.de, 2020. 312 Seiten, ISBN 978-3-00-065486-2.

Auch in diesem Jahr überraschen uns Martin Rill und Georg Gerster mit einem neuen Bildband, Hardcover, 300 Seiten, 800 Farbabbildungen,  eine Übersichtskarte, 19 Ortsgrundrisse. Der Bildband „Schäßburg und die Große Kokel“ ergänzt die Reihe mit den Bänden: „Siebenbürgen im Flug“, „ Das Burzenland“, „Hermannstadt und das Alte Land“, „Das Repser und das Fogarascher Land“, „Einblicke ins Zwischenkokelgebiet“.Weiterlesen

Ein wichtiges Dokument

Prachtband zum ASTRA-Verein erschienen

Ausgabe Nr. 2686

Bürgermeisterin Astrid Fodor und die beiden Autoren, Sorana Maier und Constantin Necula (v. l. n. r.) stellten das Buch vor kurzem im Garten des Hochzeitshauses am Kleinen Ring 22 vor.               Foto: Răzvan NEGRU

,,Hocherfreut bezeuge ich, dass wir Söhne eines Vaterlandes sind, das mit Recht zu den zivilisierten europäischen Staaten zählt, denn es besitzt alles, was die Kultur und die Zivilisation eines Staates charakterisiert. (…) Wir haben ein auf die Verfassung aufgebautes Vaterland, das allen gleiche Rechte sichert, dazu gesetzlich festgelegte Freiheit der Presse, der Vereinigung und der Vertretung des Volkes (…)“. Diese Worte sprach Andrei Șaguna, der erste Vorsitzende des ASTRA-Vereins in seiner Rede zum Auftakt der Sitzung am 9./21. März 1861, bei der die Satzungen des Vereins verfassst wurden. Nachzulesen ist die gesamte Rede in dem jüngsten Buch von Sorana Maier und Constantin Necula.Weiterlesen

Lesenswertes über Werte

Zum dritten Band der Reihe ,,Leseproben einer Seelenverwandtschaft“

Ausgabe Nr. 2686

Erna Hennicot-Schoepges/Beatrice Ungar: Werte haben keinen Preis. Leseproben einer Seelenverwandtschaft III. Honterus Verlag Hermannstadt, 2020. 96 S., ISBN 978-606-008-051-0.

Unter dem Titel „Werte haben keinen Preis“ ist vor Kurzem ein Buch erschienen, in dem die beiden Autorinnen Beatrice Ungar und Erna Hennicot-Schoepges nun in einer dritten Folge „Leseproben einer Seelenverwandtschaft“ veröffentlichen. Wieder treffen hier Luxemburg und Siebenbürgen im Gespräch aufeinander und entdecken über sprachliche und geschichtliche Gemeinsamkeiten hinaus sehr vieles an gedanklichem Gleichklang und geistiger Übereinstimmung. Es liegt hier auf knapp hundert Seiten eine ganze Axiologie, eine philosophisch-soziologische Werte-Theorie in vielen Facetten vor, die den Leser und die Leserin tiefe Einblicke in die heutige geistige Situation in Europa und in der ganzen Welt tun lassen.Weiterlesen

Von ,,Porl“ und ,,Ziegenhainer“

Neues Buch von Erwin Neustädter erschienen

Ausgabe Nr. 2680

Nach „Mensch in der Zelle – Ein Erlebnisbericht“ (2015) hat Pfarrer Ortwin Galter aus Linz nun das zweite Buch aus dem Nachlass seines Großvaters, Dr. phil. Erwin Neustädter, herausgegeben. Es trägt den Titel „Im Glanz der Abendsonne – Wie ich wurde, was ich bin“.

Über Jahre hinweg versuchte Neustädter zu ergründen, „welches die Mächte waren“, die ihn zu dem geformt hatten, der er schließlich wurde. Erste Anläufe dazu unternahm er bereits im Jahr 1955 nach seiner Entlassung aus der Internierung. Anfang der 1960er reicherte er den Entwurf mit Beobachtungen über die Einflüsse auf ihn an und begann das handschriftliche Manuskript, an dem er bis 1975 arbeitete, zu verfassen. 1976 schrieb er die erste maschinelle Fassung; die letzte Fassung trägt die Notiz: März 1980.Weiterlesen