,,Die Stasi war mein Eckermann“

Ausgabe Nr. 2947

Zum 100. Geburtstag des ost-west-deutschen Schriftstellers Erich Loest (1926-2013)

Erich Loest (1926-2013).

Der am 24. Februar 1926 geborene Schriftsteller Erich Loest ist seit seinem Tod zu Unrecht etwas in Vergessenheit geraten.  Aus dem Nachlass erschienen 2014 die Tagebücher von 2011 bis 2013 unter dem Titel „Gelindes Grausen“.  Seither ist es es still um ihn geworden, obwohl die über 75 Bücher, die er im Laufe seines langen Lebens verfasst hat, zum Teil  Neuauflagen erlebt haben.

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Gedankenmosaik

Ein Tagebuch als Brücke zwischen Generationen

Ausgabe Nr. 2946

Adrian Tuchel: „Die Brücke“. Erinnerungen anderer Zeiten. Selbstverlag, 2025, 336 Seiten, ISBN 6426308000438, 49 Lei/16,50 Euro, zu bestellen im Erasmus-Büchercafé in Hermannstadt, deutsche Festnetznummer: 0049- (0)228-90919557, Rufnummer in Rumänien 0040-(0)269-221060, E-Mail: -erasmus@schiller.ro, www.schiller.ro

Adrian Tuchels Buch „Die Brücke – Erinnerungen anderer Zeiten“ ist kein Roman im klassischen Sinn. Es ist ein sehr persönliches Tagebuch, ein Mosaik aus Erinnerungen, Gedanken und Beobachtungen, das den Leser auf eine Reise durch verschiedene Lebensphasen, Länder und Zeiten nimmt. Der 1953 in Kronstadt geborene Architekt und Grafiker, der derzeit in Cambridge in Großbritannien lebt, blickt auf sein Leben zurück: Auf die Kindheit, auf die Geschichte seiner Eltern, auf die Kriegs- und Nachkriegsjahre, aber auch auf seine Familie und das Leben seiner Söhne. Das verbindende Motiv ist die „Brücke“ als eine Brücke zwischen Generationen.Weiterlesen

,,Aus Liebe und Freundschaft“

Interview-Buch mit Franz Hodjak zum Tag der ungarischen Kultur vorgestellt

Ausgabe Nr. 2945

Franz Hodjak: Soha senkire nem lőttem. Zoltán Király és Enikő Szenkovics beszélgetőkönyve. Exit Verlag Kolozsvár Szépirodalmi Figyelő Alapítvány Budapest, 2024, 150 Seiten, ISBN 9786156617170

„Soha senkire nem lőttem“ (Ich habe niemals auf jemanden geschossen) hieß das Buch auf Ungarisch zu dessen Vorstellung der Verein der Hermannstädter Ungarn HÍD am Dienstag, dem 20. Januar ins Spiegelsaal einlud. Das Buch ist nichts anderes als ein Gespräch mit dem gebürtigen Hermannstädter und mit vielen Literaturpreisen ausgezeichneten Franz Hodjak, das Zoltán Király und Enikő Szenkovics mit ihm führten. Mit den beiden sprach im Rahmen der Veranstaltung der Schriftsteller Vincze Ferenc. Die Buchvorstellung gehörte übrigens zur Veranstaltungsreihe der Liga der siebenbürgisch-ungarischen Schriftsteller „Literatur und Gemeinschaft“. Der Anlass war der Tag der ungarischen Kultur vom 22. Januar. An diesem Tag beendete 1823 Ferenc Kölcsey das Gedicht „Hymnus, a’ Magyar nép zivataros századaiból”( Hymne, aus den stürmischen Jahrhunderten des ungarischen Volkes), das später zur ungarischen Nationalhymne wurde.Weiterlesen

Dschungel statt Alltag

Manuel Joseph Kugler las im Erasmus-Büchercafé

Ausgabe Nr. 2945

Manuel Joseph Kugler bei seiner Lesung im Erasmus-Büchercafé.
Foto: Eduard RESCHKE

Eine entspannte Atmosphäre prägte die Lesung mit Manuel Joseph Kugler im Erasmus-Büchercafé. In kleiner Runde stellte der Autor seinen Roman „Kakao im Dschungel – Unterwegs zwischen den Welten“ vor und nahm das Publikum mit auf eine Reise zwischen äußeren Landschaften und inneren Bewusstseinsräumen. Es war ein Abend, an dem sinnbildlich der Dschungel ins Büchercafé kam.Weiterlesen

Die Zeit anhalten

Andreas H. Apelt erzählt in seinem neuen Roman die Geschichte der Bewohner eines Dorfes

Ausgabe Nr. 2943

Andreas H. Apelt: Sechsunddreißig Seelen. Roman. Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale), 2024, 303 Seiten, ISBN 978-3-96311-916-3, 28 Euro. www.mitteldeutscherver lag.de

In das beschauliche Fürstlich Drehna in der Niederlausitz wurden die Bewohner der geschleiften umliegenden Dörfer umgesiedelt, die in der DDR-Zeit dem Tagebau weichen mussten. Viele wiederum sind Vertriebene aus Schlesien und Ostpreußen. Die Menschen sind verbittert wegen des durch die deutschen Diktaturen erfahrenen Unrechts. Wehmut ergreift die Protagonisten in Apelts Roman, wenn sie zur Abbruchkante gehen und ihren längst verschwundenen Ort Presenchen in der trostlosen Mondlandschaft suchen, den keiner mehr sieht, nur noch die alte Elli Noack, die lediglich vom Friedhof die Grabsteine gerettet und auf ihrem Grundstück aufgestellt hat, wo sie mit den Toten spricht ebenso mit dem Mond. Weiterlesen

Spannende Lektüre zum Jahresbeginn

Zwei Jahrbücher des Jahres 2026 im Überblick

Ausgabe Nr. 2942

Ein neues Jahr hat begonnen und zwei neue Jahrbücher liegen auf dem Sitzungstisch der Redaktion. „Singet, rühmet und lobet“ ist der Titel des Jahrbuches bzw. des Siebenbürgisch-Sächsischen Hauskalenders, der im Auftrag der Gemeinschaft Evangelischer Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben im Diakonischen Werk der EKD – Hilfskomitee und in Zusammenarbeit der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien von Hans-Gerhard Gross herausgegeben wurde und im Schiller Verlag Hermannstadt-Bonn gedruckt wurde. Und das Deutsche Jahrbuch für Rumänien 2026, das von der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien mit Unterstützung des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien mit Mitteln des Departements für Interethnische Beziehungen der Regierung Rumäniens im Druck der Honterus-Druckerei Hermannstadt erschienen ist, ist ebenfalls einer näheren Betrachtung Wert.Weiterlesen

Zwischen Herkunft und Gegenwart

Frank Höchsmann und sein Erstlingswerk ,,Hans im Glück. Aus anderen Zeiten“

Ausgabe Nr. 2941

Frank Höchsmann: Hans im Glück. Aus anderen Zeiten. Verlag: BoD Books on Demand GmbH, Hamburg, 2025, 119 Seiten, ISBN 978-3-6951-8919-9. 15 Euro/75 Lei. In Hermannstadt liegt das Buch in der Schiller-Buchhandlung und im Erasmus-Büchercafé auf.

Frank Höchsmann, ein waschechter Hermannstädter, geboren 1950, wählte beruflich zunächst den Weg der Wirtschaft und wurde Diplombetriebswirt. Doch jenseits von Normen und Systemen zog es ihn immer wieder zum Erzählen und zum Schreiben. Geschichten sind für ihn eine Form, die Welt zu deuten und Verbindungen sichtbar zu machen zwischen Herkunft und Gegenwart, zwischen Pflicht und Leidenschaft, sowie zwischen nüchterner Analyse und poetischer Erinnerung.Weiterlesen

Der Traum vom Schreiben

Gedanken zu Hans Hamrichs ,,Zeiträume unter dem Atem Gottes“

Ausgabe Nr. 2941

Hans Hamrich: Zeiträume unter dem Atem Gottes. Schiller Verlag Bonn – Sibiu, Hermannstadt, 2025, 192 Seiten, ISBN 978-3-949583-82-7. 59 Lei. In Hermannstadt liegt das Buch in der Schiller-Buchhandlung und im Erasmus-Büchercafé auf.

Der Verfasser Hans Hamrich kam 1957 in Siebenbürgen/Rumänien zur Welt als Sohn einer evangelischen Pfarrersfamilie. Hamrich besuchte das damalige Pädagogische Lyzeum in Hermannstadt und arbeitete nach dem Schulabschluss zehn Jahre als Grundschullehrer. Ab 1988 studierte er dann evangelische Theologie in Hermannstadt und in Erlangen. Er ging zusammen mit seiner Frau Birgit, der ersten ordinierten Pfarrerin der Ev. Kirche A. B. in Rumänien, in das Pfarramt nach Bistritz, von wo aus sie weite Teile Nordsiebenbürgens und der Bukowina betreuten. 2001 zogen die Familie nach Deutschland, wo Hamrich weitere zwanzig Jahre als Pfarrer in drei evangelischen Kirchengemeinden im Taunus tätig war. 2022 ging er in den Ruhestand, was ihm die Muße bescherte, das schon lange angestrebte Schreiben zu beginnen. Sein erstes Buch mit dem Titel „Zeiträume unter Gottes Atem” erschien 2025 im Schillerverlag Bonn-Sibiu und umfasst 192 Seiten.Weiterlesen

Skurrile und spannende Kurzgeschichten

Emeli Glasers Erstveröffentlichung ,,Rahnsdorf Ripper“

Ausgabe Nr. 2941

Emeli Glaser: Rahnsdorf Ripper und andere Männergeschichten, Edition W GmbH, Neu-Isenburg 2025, 142 Seiten, ISBN 978-3-949671-21-0. www.edition-w.de

Über 100 Praktikantinnen und Praktikanten haben die Türschwelle der Redaktion der Hermannstädter Zeitung überschritten und mit Herz und Seele Artikel verfasst, Interviews geführt oder Nachrichten geschrieben. Oft fragt man sich was aus ihnen, den damaligen Studenten geworden ist. Einige arbeiten als Journalisten, andere haben andere Berufswege gewählt, manche hat man aus den Augen verloren. Desto größer war die Freude, als das Buch „Rahnsdorf Ripper“ unserer ehemaligen Praktikantin Emeli Glaser, druckfrisch Anfang Oktober auf unserem Sitzungstisch landete.Weiterlesen

Besinnliches für jeden Tag

Adventskalender im Taschenbuchformat

Ausgabe Nr. 2938

Unter dem Titel „Sehnsucht und Hoffnung” hat der Schiller Verlag Bonn-Hermannstadt einen Adventskalender herausgegeben, der im Erasmus-Büchercafé und in der Schiller-Buchhandlung aufliegt.

Für jeden Tag des Wartens bietet das Büchlein einen kurzen Text von Hans Klein, der die besinnliche Stimmung der Zeit erfassen soll. Dazu gibt es ausgewählte Bildbeiträge von Friedrich Philippi. Die Texte stammen aus Kleins jährlichen Beiträgen, die er jeweils bei der Adventsfeier des DFDH vorgelesen hat. Die Abbildungen zeigen vornehmlich weihnachtliche Backkunst von Ilse Philippi und naturbezogene Fotografien. Der Band bietet täglich besinnliche Impulse für die Vorweihnachtszeit.

Max GALTER

 

Ist Tatendrang alles?

Theresia Töglhofer las im DKH aus ihrem Debütroman

Ausgabe Nr. 2938

Ana-Maria Daneș (links) und Theresia Töglhofer.                   Foto: Max GALTER

Die Autorin Theresia Töglhofer stellte am 5. November im Deutschen Kulturzentrum Hermannstadt (DKH) im Rahmen ihrer Lesereise durch Südosteuropa ihren Debütroman „Tatendrang” vor.Weiterlesen

Zwischen Poesie, Politik und Identität

Rumänien setzte auf der Buch Wien-Messe 2025 ein kraftvolles kulturelles Statement

Ausgabe Nr. 2938

Traduki zu Gast auf der Donau Lounge (v. l. n. r.): Dolmetscherin Aura Okur, Autor Florin Irimia, Moderatorin Annemarie Türk und Vorleser Nikolaus Kinsky.                                                                      
Foto: Heinz WEISS

Unter dem Motto „Wir sind, was wir schreiben!“ setzte Rumänien vom 12. bis 16. November 2025 auf der Buch Wien-Messe ein kraftvolles kulturelles Statement. Die „Buch Wien”, Österreichs renommierteste und international bedeutendste Literaturmesse, erwies sich erneut als Herzstück des literarischen Herbstes: Rund 72.000 Besucher strömten in die Hallen, um Neuerscheinungen zu entdecken, Autoren zu begegnen und insgesamt an mehr als 500 Gesprächen, Workshops und Diskussionsformaten teilzunehmen. Über 600 Mitwirkende aus dem In- und Ausland – darunter zahlreiche unabhängige Verlage und internationale Literaturinstitutionen – machten die Messe zu einem lebendigen Treffpunkt des literarischen Austauschs.Weiterlesen