Dankbarkeit

Ausgabe Nr. 2868

KODAK Digital Still Camera

 

Beim Anblick des aktuellen Zustandes „seiner Fabrik” hätte man erwartet, dass Harry H. Binder (unser Bild unten zeigt ihn bei dem Besuch in der HZ-Redaktion) Wehmut oder gar Wut überwältigen würden. Keine Rede: „Ich empfinde bloß Dankbarkeit dafür, dass ich hier im Independența-Werk in Hermannstadt am Fuße der Altstadt unweit des Zibins den Grundstein für meine Karriere setzen durfte”. Damals, 1952 als 18jähriger Elektromechaniker in der Stahlgießerei, die Halle ist heute eine Ruine (unser Bild oben).

In diesem Jahr feiert der am 7. Oktober 1934 in Hermannstadt geborene Harry H. Binder seinen 90. Geburtstag und im Vorfeld haben ihm seine beiden Söhne den Wunsch erfüllt, das Werk in Hermannstadt besuchen zu können. Hoch erfreut war Binder, dass der amtierende Direktor der Aktiengesellschaft Independența S. A. ihn nicht nur empfangen, sondern ihn auch in seinem Privatwagen durch das Gelände der früheren Independența-Werke geführt hat. Nach dem Wehrdienst studierte Harry H. Binder Physik und Chemie in Klausenburg und wurde Nuklearphysiker, arbeitete bis zu seiner Auswanderung 1971 u. a. im Chemiekombinat in Turnu Măgurele. In Deutschland arbeitete er bei Siemens im bereich Reaktortechnik, forschte an der Universität Darmstadt im Bereich Schwerjonen, war an Erfahrungsaustausch in Sachen Nuklearforschung in der Sowjetunion, den USA, Japan und Südafrika beteiligt, hat u. a. die Protonentherapie mit- und weiterentwickelt. Der Besuch in Hermannstadt habe ihn glücklich gemacht und er sagte der HZ: Mit 100 komme ich noch einmal her”. „Es war uns eine Ehre, Sie zu empfangen, wir danken Ihnen für den Besuch und erwarten Sie auch ein nächstes Mal”, schrieb Generaldirektor Ion Stăneci von Independența S.A. Beatrice UNGAR

Berührende Begegnungen

Ausgabe Nr. 2868

HZ-Reihe: 30 Jahre Ordination von Frauen in der EKR (I)

Pfarrerin Agnes Schmidt-Köber.

 

Sie wurde in Rumänien ordiniert, hat als Pfarrerin gearbeitet, ist dann in ein anderes Land umgezogen. Agnes Schmidt-Köber erzählt im Folgenden, was ihr kostbar geworden ist und was sie auf ihren Lebensweg mitgenommen hat. Sie tut das anlässlich der 30 Jahre Ordination von Frauen in der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien, die in diesem Jahr begangen werden. Diesem Jubiläum gewidmet ist die von Theologin Dr. Elfriede Dörr betreute Reihe „Was haben Sie mitgenommen, Frau Pfarrerin?”, die ab dieser Ausgabe in losen Folgen in der Hermannstädter Zeitung erscheinen wird..

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Vom Central Verband zur Alliance

Gespräch mit der Präsidentin der Allianz der Siebenbürger Sachsen in den USA

Denise A. Crawford, die Präsidentin der Allianz der Siebenbürger Sachsen in den USA (Alliance of Transylvanian Saxons, ATS), spach mit der HZ-Praktikantin Rebecca H o f f m a n über die deutsche Gemeinschaft in Amerika und ihre Pläne.Weiterlesen

Von der Begeisterung begeistert

Beim 31. Maifest des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt

Ausgabe Nr. 2865

An dem Aufmarsch der Tanzgruppen zur Begleitung der Neppendorfer Blaskapelle (links im Bild), die auf dem Großen Ring einen Höhepunkt erreichte, waren mehr als 400 Kinder und Jugendliche beteiligt.               Foto: Beatrice UNGAR

Von der Begeisterung der Kinder und Jugendlichen begeistert waren wohl viele der zahlreichen Teilnehmenden an dem diesjährigen Maifest des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt, das am vergangenen Samstag stattgefunden hat. Das sonnige Wetter hat natürlich auch eine wichtige Rolle gespielt. Schon bei dem Aufmarsch der Tanzgruppen von den deutschen Kindergärten und Schulen sowie Schulabteilungen aus Hermannstadt aus dem Hof des Samuel-von-Brukenthalgymnasiums über die Lügenbrücke unter dem Ratturm durch auf den Großen Ring war der Funken übergesprungen und alle machten freudig mit. Weiterlesen

Blasmusik, Krapfen und gute Laune

Maisingen auf der Michelsberger Burg / Maiblasen in Neppendorf

Ausgabe Nr. 2864

Bei schönstem Wetter zogen die Mitglieder der „Neppendorfer Blaskapelle” in ihren neuen roten Uniformen auf den Kirchhof in Neppendorf ein, wo sie dann anschließend ein Platzkonzert boten.               Fotos: Beatrice UNGAR

„Muss das sein? Schon um 6.30 Uhr morgens am freien Tag der Arbeit auf die Michelsberger Burg steigen, um pünktlich um 7 Uhr oben zu sein beim Maisingen?” Solche Fragen gibt es immer wieder zu hören. Die Antwort darauf konnten aber nur die Frühaufsteher finden, die auch in diesem Jahr am 1. Mai pünktlich da waren zum Maisingen, das seit eh und je zur Tradition gehört. Es hat nichts mit dem viel später ausgerufenen Tag der Arbeit zu tun. Bei schönstem Wetter hätte man aber eine viel zahlreichere Teilnahme als sonst an dem arbeitsfreien Tag erwartet. Doch in diesem Jahr fiel er in die Frühjahrsferien und in die orthodoxe Karwoche und so hielt sich die Zahl vor allem der Schülerinnen und Schüler in Grenzen.Weiterlesen

Nachrichten

Ausgabe Nr. 2863

Maisingen und Maiblasen

Hermannstadt/Michelsberg. – Heute, dem 1. Mai, 7 Uhr, findet das traditionelle Maisingen auf der Michelsberger Burg statt. Nach dem Singen folgt eine Andacht in der Burgbasilika und danach das gemeinsame Frühstück auf dem Hügel, bei dem die Gäste jeder Sprache und Konfession das Mitgebrachte teilen. Ab 11 Uhr lädt die evangelische Kirchengemeinde Neppendorf zum traditionellen Maiblasen mit der Neppendorfer Blaskapelle auf den Kirchhof ein. Im Anschluss findet ein geselliges Beisammensein im Restaurant „La Sepp“ statt. (BU)Weiterlesen

Eine Grande Dame der Folklore

Zwei Jubiläen der rumänischen Volksmusikszene an drei Tagen gefeiert

Ausgabe Nr. 2861

Unter dem Motto „Poftiți la șezătoare” gab es nach dem Abschluss des zweitägigen Wettsingens am 9. April, eine Darbietung von beliebten und bekannten Folkloreensembles.Unser Bild: An den Tischen saßen und sangen (v. l. n. r.) Viorica Telcean (ehemalige Mitarbeiterin der „Junii Sibiului”), Gheorghe Roșoga (Oltenien), Nelu Albu (ehemaliger Mitarbeiter der „Junii Sibiului”), Aneta Stan (Dobrogea),   Angelica Stoican (Mehedinți). Im Hintergrund sind Mitglieder des Veteranenensembles der „Junii Sibiului” zu sehen.                                            Foto: traditiisibiene.ro

Die 7. Auflage des Volkslieder-Festivals für Nachwuchssängerinnen und -sänger aus Rumänien, das den Namen von Lucreția Ciobanu, einer Grande Dame der rumänischen Volksmusikszene trägt, fand am 8., 9. und 10. April d. J. im Ion Besoiu-Kulturzentrum in Hermannstadt statt und war in diesem Jahr zwei Jubiläen gewidmet. Zunächst dem 100. Geburtstag der Namensgeberin des Festivals und dem 80. Gründungsjubiläum des Folkloreensembles „Cindrelul – Junii Sibiului” durch den Choreographen Ioan Macrea (1929-1999).Weiterlesen

Peter Maffay auf dem Großen Ring

Das Große Sachsentreffen 2024 findet vom 2. bis 4. August in Hermannstadt statt

Ausgabe Nr. 2858

Peter Maffays Einladungclip (deutsch und rumänisch) ist auch auf der HZ-Facebookseite (https://www.facebook.com/HermannstadterZeitung) zu sehen.                                                         
Foto: Screenshot vom Clip

In einer Pressekonferenz wurde offiziell das zweite Große Sachsentreffen 2024 angemeldet, das vom 2. bis 4. August in Hermannstadt stattfindet. Unter den rund 50 Veranstaltungen, die geplant werden, stechen zwei Highlights hervor: ein Konzert mit Peter Maffay und der große Trachtenumzug.Weiterlesen

Rumänien wird vom Sieg überrascht

Ausgabe Nr. 2856

Der rumänische Staat hat den Prozess im Fall Roșia Montană gewonnen


In Roșia Montană war der Abbau des Goldes im offenen Tagebau geplant. So sieht das dann aus. Die Aufnahme stammt aus dem Vorjahr. Foto: Ovidiu MATIU

Rumänien hat im Fall Roșia Montană gewonnen, in dem die Kanadier von Gabriel Resources Schadensersatz in Höhe von rund 6,7 Milliarden US-Dollar forderten, wie das Internationale Zentrum zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten mitteilte. Die Entscheidung wurde am Freitagabend von Premierminister Marcel Ciolacu verkündet, nachdem die Regierung wochenlang signalisiert hatte, dass Rumänien den Fall verlieren und hohe Strafen zahlen müsse und er auch in der Öffentlichkeit die Frage gestellt hatte, ob Rumänien nicht vielleicht doch in Roșia Montană Gold abbauen sollte.Weiterlesen

Wohlwollen als neutrale Grundhaltung

Ausgabe Nr. 2856

Deutsche Konsulin lud am Weltfrauentag zum Frauenfrühstück ein

Nach dem Besuch der Mittagsmusik stellten sich einige Teilnehmerinnen mit Konsulin Kerstin Ursula Jahn (vordere Reihe 2. v. r.) und Pfarrerin Dr. Elfriede Dörr (vordere Reihe, 3. v. r.) zum Gruppenbild auf. Fotos: Aurelia BRECHT

30 Jahre Frauenordination und viele Jahrzehnte ehrenamtlicher Arbeit von Frauen in der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien (EKR) gewürdigt haben mit ihrer Einladung zum Frauenfrühstück am Weltfrauentag, dem 8. März, die Deutsche Konsulin Kerstin Ursula Jahn und Pfarrerin Dr. Elfriede Dörr, Leiterin des Referats für ökumenische Beziehungen und Fortbildung der EKR. Eingeladen waren ordinierte und nicht ordinierte Verantwortungsträgerinnen der EKR, die im Georg Daniel Teutsch-Saal im 2. Stock des Bischofspalais in Hermannstadt zwei bereichernde Stunden verbingen durften, bevor sie sich gemeinsam aufmachten zur evangelischen Stadtpfarrkirche, um die Mittagsmusik mit Gebet zu erleben, die jeden Freitag um 12 Uhr daselbst stattfindet und am Weltfrauentag von sechs Musikerinnen mit Werken von Komponistinnen bestritten wurde. Lesen Sie im Folgenden Auszüge aus den Grußworten der beiden Frauen, die zum Frauenfrühstück eingeladen hatten: Weiterlesen

Unterschiedliche Strömungen

Ausgabe Nr. 2855

Zur Festschrift für Eginald Schlattner / Von Sunhild GALTER

Bandi, András/ Andreea Dumitru/ Florian Gassner/ Roger Pârvu (Hgg.): Die Erde ist gewachsen. Festschrift für Eginald Schlattner/ Pământul a crescut. Volum jubiliar pentru Eginald Schlattner. Serie ACADEMIA, Band XV, MEGA Verlag Klausenburg 2023, 318 S., ISBN 978-606-020-652-1. Auf Nachfrage bei den Herausgebern erhältlich.

Am 13. September 2023 erfüllte der siebenbürgische Pfarrer und Schriftsteller Eginald Schlattner sein 90. Lebensjahr. Anlass genug, um auf ein bewegtes Leben zurückzublicken, in dem nichts so kam, wie es gedacht war, aber so, wie es letztendlich gut war. Erst Student, dann politischer Häftling, Bauarbeiter, wieder Student, Ingenieur, dann – spät berufen – evangelischer Pfarrer, Gefängnisseelsorger und nicht zuletzt Schriftsteller.

Seine beginnend mit dem Rentenalter verfassten Romane zum Untergang der achthundertjährigen siebenbürgisch-sächsischen Kultur auf dem Hintergrund der jüngeren Geschichte Rumäniens, stark autobiografisch eingefärbt, verweben sich zu einem magischen Teppich an Erinnerungen, der auf weltweites Interesse sowohl der Leserschaft als auch der Forschungsgemeinschaften gestoßen ist.

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Ein wahres Informationsjuwel

Ausgabe Nr. 2855

Wanderausstellung zu Samuel von Brukenthal kurzfristig in Wien

An dem Maria-Theresien-Denkmal auf dem Maria-Theresien-Platz in Wien, zwischen Kunsthistorischem und Naturhistorischem Museum, arbeitete Kaspar von Zumbusch 13 Jahre (Modell 1874, Vollendung 1887, enthüllt am 13. Mai 1888, dem Geburtstag der Herrscherin). Auf der historischen Wissensplattform der Stadt Wien „Wien Geschichte Wiki“ ist zu lesen: „In den Bogenfeldern 16 Hochreliefs verdienter Persönlichkeiten: Bartenstein, Starhemberg, Marcy, Lacy, Hadik, Nádasdy, Eckhel, Prayberg, Christoph Willibald Gluck, Haydn, Mozart, Grassalkovics, Brückenthal, Rieppen, Martini und Sonnenfels.” https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Maria-Theresien-Denkmal. Unser Bild: In dem Bogenfenster mit dem Thema Verwaltung ist Samuel von Brukenthal als zweiter von links dargestellt, ebenda zu sehen sind Anton Graf Grassalkowich (Ürmény 1694 – Gödöllő 1771), Paul Joseph von Riegger (Freiburg im Breisgau 1705 – Wien 1775), Joseph Freiherr von Sonnenfels (Nikolsburg/Mikulov 1732/33 – Wien 1817) und Karl Anton von Martini, Freiherr zu Wasserberg (Revò 1726 – Wien 1800). Foto: Ingrid WEISS

„Kein anderer siebenbürgisch-sächsischer Politiker oder Staatsmann sollte für sein Volk die Bedeutung erreichen, die jener des Gouverneurs Baron Samuel von Brukenthal nahegekommen wäre.“ Mit diesen gewichtigen Worten eröffnete am Abend des 19. Februar d. J. der Obmann des Vereins der Siebenbürger Sachsen in Wien und Kenner der Materie, Medizinalrat Dr. Thomas Ziegler die Wanderausstellung „Samuel von Brukenthal – ein früher Europäer“, die vom Deutschen Kulturforum östliches Europa, Potsdam (www.kulturforum.de) aus Anlass des 300. Geburtstags 2021 des Barons von Brukenthal mit Partnern gestaltet worden war. Als Ort der Veranstaltung fungierte das Haus der Heimat in Wien-Landstraße. Ziegler setzte mit einem Abriss der steilen Karriere Brukenthals fort.

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„Brukenthal Hall of Fame“

Ausgabe Nr. 2854

„Brukenthal Hall of Fame“ lautete das Thema des diesjährigen Faschings der Brukenthalschule, der am vergangenen Freitag in der Sporthalle der Schule stattfand und wie immer von den 11. Klassen ausgerichtet wurde. Jede Klasse wählte sich bestimmte Sänger oder Bands aus und stellte Szenen mit diesen nach. Die Jury, die aus zwei Lehrerinnen, der Direktorin Monika Hay und drei ehemaligen Schülern bestand, hatte auch dieses Mal keine leichte Aufgabe. Schließlich ging der 1. Preis an die 10. D-Klasse, die sich die Band Voltaj ausgewählt hatte. Sport- und Klassenlehrer Adrian Fușle-Țană (unser Bild) gab als Leadsänger Călin Goia den Hit Ca la 20 de ani” zum Besten, Zeichenlehrer Bogdan Muntean und ein Schüler begleiteten auf ihren E-Gitarren. Außerdem bot eine Schülerin im Rahmen der Aufführung eine Tanzshow, die am besten mit dem Wort „Profi” beschrieben werden kann. Der 2. Preis ging an die 12. D-Klasse mit dem Thema J. Balvin” und der 3. an die 10. C mit Alex Velea”. Den Preis für das beste Kostüm erhielt Tudor Opincariu und den Preis für die beste Bühnendarstellung Mihnea Cipariu. Foto: Werner FINK