Das 12. Heimattreffen der Großauer hatte einen musikalischen Mittelpunkt
Ausgabe Nr. 2924

Den Aufmarsch der Trachtenträgerinnen und Trachtenträger aller Altersklassen auf dem Pfarrhof begleitete am Sonntagnachmittag die Großauer Blasmusik und… Storchengeklapper von überall. Foto: Beatrice UNGAR
„Wir haben eine Faszination und die heißt Liedertafel”, sagte Dagmar Baatz, die Vorsitzende der Heimatortsgemeinschaft (HOG) Großau einleitend zu der am Samstag in der evangelischen Kirche in Großau erfolgten Präsentation anlässlich des 150. Jubiläums dieses Klangkörpers, das den musikalischen Mittelpunkt des Heimattreffens der Großauer in diesem Jahr dargestellt hat. Mitglieder des 1875 gegründeten Männerchores, der als „Liedertafel” in die Geschichte der Gemeinschaft in Großau eingegangen ist, waren natürlich dabei und boten im Anschluss ein kleines Konzert unter der Leitung von Andrea Kulin.

Andrea Kulin und Markus Piringer spielten auch vierhändige Stücke an der Orgel in der Großauer evangelischen Kirche. Fotos: Beatrice UNGAR
„Was 1999 als ein einmaliges Zusammenkommen vor der Jahrtausendwende gedacht war, wurde zur Tradition. Alle zwei Jahre findet in der Kirchenburg ein Heimattreffen der Großauer statt und war immer wieder der Anlass für viele Menschen, Siebenbürgen bzw. Großau neu zu besuchen und zu entdecken.” Das schrieb die HOG-Vorsitzende Baatz in der Einladung zum 12. Heimattreffen, das vom 7. bis zum 9. August in der Kirchenburg Großau stattgefunden hat und unter dem Motto „Wo man singt, da lass dich ruhig nieder“ stand.

Die Musikerin Andrea Kulin dirigiert gewöhnlich die Siebenbürgische Kantorei, aber beim Heimattreffen dirigierte sie den Männer-Projektchor. Zu den Mitgliedern der Liedertafel waren auch Mitglieder der Delegation aus der Partnergemeinde Goßfelden-Sarnau gestoßen. Foto: Beatrice UNGAR
Den Auftakt der Festtage stellte das Orgelkonzert am 7. August dar, das im Rahmen des Großauer Orgelsommers die Musiker Andrea Kulin und Markus Piringer darboten. Am Freitagabend fstand die Gemeinschaft und ihre Zukunft im Mittelpunkt bei dem Gespräch unter dem Motto „Jugend trifft Heimat“.

Pfarrerin Sandra Niemann (1. v. l.) und Dechant Pfarrer Dietrich Galter (2. v. l.) begrüßten alle beim Festgottesdienst am Sonntag. Im Chorraum der Kirche hatten alle Trachtenträger und die Mitglieder der Großauer Blasmusik (unter der Leitung von Hermann Grennerth, 4. v. r.) Platz genommen.
Nachdem sie die Kirchenburg erkundet hatten, konnten die in Großau verbliebenen Großauer den eingangs erwähnten Vortrag zum 150-jährigen Jubiläum der „Liedertafel“ und das Konzert des Männer-Projektchores in der Kirche erleben. Im Chor sangen auch drei Männer aus der Delegation aus der Partnergemeinde Goßfelden-Sarnau der evangelischen Kirchengemeinde Großau mit. Dagmar Baatz zitierte in ihrem Vortrag Pfarrer Ernst Martin Weingärtner, der 1975 zum 100. Jubiläum des Chores gesagt haben soll: „Nur der Tod bringt diese Sänger zum Verstummen.” Sie erwähnte auch, dass zeitweilig auch Frauen mitgesungen haben, vor allem in der Kirche, wo der Chor seinen Stammplatz auf der Empore links von der Orgel hatte. Baatz las dann im Wechsel mit ehemaligen Sängern das ebenfalls von Pfarrer Weingärtner verfasste Theaterstück „De Virberietung” (die Vorbereitung) vor. Der Kurator Matthias Krauss mahnte zum Schluss die Wahl eines Kirchenrates an.

Einige Paare in der Großauer siebenbürgisch-sächsischen Volkstracht boten auf dem Pfarrhof einige Tanzeinlagen.
Die Delegationsleiterin der Partnergemeinde Pfarrerin Sandra Niemann hielt beim Festgottesdienst am Sonntag die Predigt. Sie und ihre Delegation stimmten danach den Kanon „Wo die Liebe wohnt, da wohnt Gott” an und luden alle Anwesenden zum Mitsingen ein. Nach dem Gottesdienst erfolgte der traditionelle Gang zum Friedhof, wobei eine Station das Rathaus war, wo Bürgermeister Claudiu Gheorghe Pîșu die Teilnehmenden begrüßte und vorschlug, man solle das nächste Heimattreffen mit der gesamten Bevölkerung von Großau feiern.
Gesellig ging es danach beim gemeinsamen Mittagessen in der Pfarrscheune, bei Kaffee und Kuchen danach und nicht zuletzt bis nach Mitternacht beim Ball mit der Nova-Band zu.
Beatrice UNGAR