16. Auflage der Hungarikum-Tage im Astra-Freilichtmuseum
Ausgabe Nr. 2919

Für Kinder gab es kreative und edukative Programme in einer Jurte, organisiert von dem Kalibáskő-Verein aus Miercurea Ciuc/Csikszereda. Foto: Werner FINK
Die 16. Ausgabe der Hungarikum-Tage ging Sonntag mit einem vielfältigen und dichten Tagesprogramm zu Ende. Das Astra-Freilichtmuseum verwandelte sich von früh bis spät in ein offenes Dorf der Begegnung – mit Köchinnen und Köchen an großen Kesseln, Volkstänzern auf der Bühne, Jurten voller Kinderlachen und ungarischer Musik, die weit über die Teiche hallte.
Zwischen 9 und 18 Uhr lag der Hauptfokus auf dem kulinarischen Herzstück des Tages: „Șefi maghiari la ceaune“ – professionelle ungarische Köche bereiteten im Freien authentische Gerichte zu, die anschließend vom Publikum verkostet werden konnten. Highlight war die traditionelle Halászlé, eine kräftig gewürzte Fischsuppe mit viel Paprika, zubereitet in großen Eisenkesseln über offenem Feuer.

Siegerehrung beim Gulasch-Kochwettbewerb (v. l. n. r.): die Jurymitglieder Gyula Horváth und Zsolt Dull, Edit Jakab vom Verein HÍD, der die Hungarikum-Tage veranstaltet hat, Jury-Präsident Sándor Kovács und die Gewinnermannschaft Ad-Hoc
Parallel zum Kocherlebnis fanden auf dem gesamten Gelände eine Vielzahl an Aktivitäten statt. Die Straße der Handwerker bot Marktstände, Vorführungen und Mitmach-Workshops mit traditioneller Webkunst, Holzbearbeitung und Bogenschießen. Im GastroHU-Bereich drehte sich alles um ungarische Gastronomie, mit regionalen Spezialitäten und Gebäck. Das Areal CraftHU Tasting ermöglichte die Verkostung von handwerklich gebrautem Bier, Pálinka, Weinen und weiteren Produkten lokaler Erzeuger – eine sensorische Entdeckungsreise für erwachsene Gäste. Für Kinder gab es kreative und edukative Programme in der Jurte, organisiert von dem Kalibáskő-Verein aus Miercurea Ciuc/Csikszereda, sowie historische Interaktionen mit dem Husaren-Verein aus dem Kreis Alba, dessen Mitglieder Uniformen und Reitkultur aus der Zeit des XI. Székely Határőr (Szekler Grenzregiments) präsentierten. Auch Bogenschützen aus dem 9. Jahrhundert waren mit Vorführungen vertreten.
Das kulturelle Bühnenprogramm eröffnete am späten Vormittag das Puppenspiel-Ensemble aus Hermannstadt unter der Leitung von Bucz Júlia. Es folgte eine Aufführung der modernen Tanzgruppe unter Molnár Lilla. Höhepunkt des Nachmittags war die energiegeladene Vorstellung des ungarischen Volkstanzensembles Mátka, das Tänze aus verschiedenen Regionen präsentierte.
Den musikalischen Abschluss bildete ein Konzert von Judit Ábrahám & Eszter Hanna Bodor, begleitet von der Band Ségerczferi Biokollektív, die traditionelle Klänge aus der Region Ghimeș/Gyimes interpretierte. Im Anschluss wurde das Publikum zum Táncház eingeladen, einem offenen, mitreißenden Tanz, dem sich Tanzfreudige anschlossen.
Die Hungarikum-Tage boten damit auch am letzten Tag einen dichten Querschnitt ungarischer Kultur inmitten eines ethnisch vielfältigen Hermannstadt. In einer Stadt, die sich durch ein natürliches Miteinander verschiedener Traditionen auszeichnet, war das Festival weniger ein Rückblick, sondern vielmehr eine aktuelle Momentaufnahme lebendiger kultureller Vielfalt.
Gegen Abend verließen die letzten Besucherinnen und Besucher das Gelände – mit vollen Taschen, zufriedenen Gesichtern und dem Eindruck, an etwas Echtem, Ursprünglichem teilgenommen zu haben.
Die Hungarikum-Tage bleiben ein starker Ausdruck dafür, wie regionale Identität, Handwerk, Musik und Kulinarik auf Augenhöhe zusammenkommen, nicht im Museum, sondern mitten im Alltag einer Stadt, die Vielfalt lebt.
Michael-Adrian PANDURU