Hypno Ceperco gehörte zu den Local Heroes beim Focus in The Park-Festival
Ausgabe Nr. 2962

Die Fünf von Hypno Ceperco (v. l. n. r.): Paul Eugen Nicu, Andrei Diosic (Dio), Amelia Ștefania Nicola (Ame), Andrei Pleșa und Cristina Briscan. Foto: Cynthia PINTER
Vom vorangegangenen Regen ist der Boden vor der Sunbreak Stage am vergangenen Sonntag aufgeweicht und schlammig. Schon allein dadurch kommen typische Festival-Gefühle auf. Für diese sorgt auch die Band „Hypno Ceperco”, die bei ihrem Soundcheck auf jener Bühne des „Focus in The Park”-Festivals sicherstellt, dass bei ihrem großen Auftritt drei Stunden später alles glatt läuft. HZ-Praktikantin Johanna M ü n z n e r traf backstage Dio (Lead-Gitarre), Cristina (Bass), Ame (Lead-Gesang), Paul (Schlagzeug) und Pleșa (Rhythmus-Gitarre) und damit die fünf Gesichter hinter der Punkrock-Band aus Hermannstadt, die in diesem Jahr zum ersten Mal Teil des Festivals ist.
Wie hat sich eure Band gefunden?
Cristina: Es ist lustig, weil wir uns alle separat kennengelernt haben, die meisten auf Partys. Ich habe gefragt: „Hast du eine Band, ich habe gehört, du spielst Gitarre, oder? Genau. Komm in die Band, ich versuche eine zu gründen.“ So haben wir zusammengespielt, aber zunächst nie darüber geredet, welche Musik wir wirklich spielen wollen.
Wann war das?
Cristina: 2021 habe ich gemeinsam mit Pleșa angefangen, Bandmitglieder anzuwerben, aber es dauerte bis 2022 alle zusammen zu bekommen. 2024 haben wir unsere bisherige Sängerin mit Ame ersetzt und im selben Jahr, am Artist New Years Eve, unseren ersten Song zusammengespielt.
Wie habt ihr es von euren ersten Auftritten bis zu einem solch großen Festival, wie dem Focus geschafft?
Pleșa: Das kam schrittweise… Wir haben zuerst kleine Shows gespielt und dann etwas Anerkennung bekommen. Denn selbst, wenn du nachfragst, müssen Menschen dich anhand deiner vorherigen Auftritte beurteilen können. Deshalb haben wir auch unsere eigenen Veranstaltungen organisiert und dann angefangen bei Festivals anzufragen. Manche haben ja gesagt, andere nein und langsam bauten wir ein Netzwerk auf.
Wer sind eure Vorbilder? Wer inspiriert euch?
Cristina: Wegen Victoria de Angelis von Måneskin habe ich überhaupt erst angefangen, Bassgitarre zu spielen. Twenty One Pilots haben mich dazu gebracht, Musik machen zu wollen, aber bis ich Victoria gesehen habe, wusste ich noch nicht welche.
Ame: Wenn es um die Technik geht, sind meine zwei großen Vorbilder DestroyBoys, meine Lieblingsband und Hayley Williams von Paramore. Es ist mein Ziel, wie sie zu singen. Wegen ihrer Energie mag ich Amyl & The Sniffers und die Lambrini Girls sehr.
Paul: Meine größte Inspiration ist vermutlich Jay Weinberg. Er hat bei Slipknot und Suicidal Tendencies gespielt.
Pleșa: Green Day hat mich zum Punk gebracht, aber nachdem ich angefangen habe, Punk zu hören, habe ich mich von der gesamten Szene inspirieren lassen.
Was ist das Beste daran, in einer Band zu sein?
Ame: Die Auftritte sind der stressigste Teil, aber abgesehen davon der ganze Prozess von gemeinsamen Proben, Songwriting und im Studio sein. Durch die Band fühle ich mich freier dabei, mich auszudrücken.
Pleșa: Ich genieße vor allem den kreativen Prozess. Jemand hat eine Riff-Idee oder etwas im Kopf, wir kommen im Studio zusammen und sehen dann, wie diese kleine unbedeutende Idee durch den kreativen Input zu einem Song wird, den wir dann zum ersten Mal performen. Jedes Mal, wenn wir den Prototyp eines Songs fertig haben und zum ersten Mal spielen, sagen wir „Das ist der Beste bisher.“ Und zwei Wochen später schreiben wir einen anderen und behaupten das Gleiche.
Was ist eure liebste Band-Erinnerung bisher?
Cristina: Jedes Jahr machen wir einen gemeinsamen Spaziergang in der Natur und schreiben Songs. Ich erzähle nicht alles, was passiert, das ist ein Insider-Ding… Aber wir spazieren gerne auf der Hohen Rinne und reden darüber auch in unseren Songs. Dabei haben wir auch manche unserer – meiner Meinung nach – bisher besten Songs kreiert.
Ame: Meine liebste Erinnerung ist aus 2024 bei „Punk is not dead“. Das war eine Veranstaltung, die wir mit ein paar anderen lokalen Bands organisiert haben. Backstage haben wir Dio in die Eismaschine geschmissen und dort eingesperrt. (Alle lachen)
Ist das auch deine liebste Erinnerung?
Dio: Ja! (lacht)
Paul: Für mich ist jeder Auftritt die beste Erinnerung. Jedes Mal, wenn ich auf die Bühne gehe, ist es einfach wunderbar.
Pleșa: Unser Auftritt bei Viking Vibes, da ist alles schief gelaufen… Es war von Anfang an schrecklich. Wir sollten eigentlich 14 Uhr Soundcheck haben und dann ist der Generator kaputt gegangen. Auf dem gesamten Festival gab es keinen Strom bis 19.30 Uhr und wir sollten 20 Uhr auftreten. Während des Soundchecks, 15 Minuten vor unserem Auftritt, sind meine Saiten gerissen und ich musste sie ersetzen. Es hat geregnet, circa 10 Grad und ich kann immer noch nicht glauben, dass wir das geschafft haben.
Habt ihr Ratschläge für Menschen, die gerade erst anfangen Musik zu machen?
Cristina: Gib niemals auf! Es wird ein langer Weg und es ist nicht leicht. Du machst nicht einfach einen Song, der dann viral geht. Es wird Zeit und Networking brauchen, aber meistens lohnt es sich. Es kommt darauf an, welches Ziel man verfolgt. Wenn du aber für die Erinnerungen und den kreativen Teil dabei bist, lohnt es sich 100 Prozent.
Pleșa: Mach dir die Mühe, die richtigen Leute zu treffen. In der Musik ist das sehr wichtig. Du musst dich mit denjenigen anfreunden, die andere kennen und dir Kontakte von Organisatoren und anderen Bands vermitteln können. Du kannst so gut klingen, wie du willst, aber wenn du nicht die richtigen Menschen kennst… Vielleicht kommen sie zu dir, wenn du viral gehst, aber ansonsten musst du in deiner lokalen Szene aktiv sein.
Worauf freut ihr euch in Zukunft am meisten?
Pleșa: Wir arbeiten an einem Album, das ist zu 99 Prozent aufgenommen. Wir sind dabei zu bearbeiten, mixing, mastering… Ich denke, das ist bisher die größte Sache und ich freue mich darauf es zu veröffentlichen und das Feedback der Öffentlichkeit zu sehen.
Cristina: Mein Ziel für die Zukunft ist es, verbunden zu bleiben und weiterhin gemeinsam Musik zu machen. Was auch immer passiert, ob wir Geld verdienen oder nicht, ob wir Shows spielen oder nicht, ich will, dass wir zusammenhalten.
Vielen Dank und viel Erfolg weiterhin!