13. ,,Rabentanz“ hat in Rothberg/Roșia im Harbachtal stattgefunden
Ausgabe Nr. 2920

Das Orchester „Shukar Yakha“, die „Șatra Elijah” und die „Șatra Regală” spielen Songs wie „Gas gas”, die internationale Roma-Hymne „Djelem djelem” oder „Yala Yala” und das Ensemble „Alegrijah” tanzt dazu.
Foto: Werner FINK
Rund 300 vom Verein Elijah betreute Kinder traten am Freitag, dem 4. Juli im Rahmen der 13. Auflage der traditionellen Abschlussfeier „Dansul Corbilor“ (Rabentanz) auf, wo im Rahmen von zwölf Programmpunkten zahlreiche Ensembles, Orchester und Tanzgruppen ihr Talent zeigten. In den Einrichtungen des Vereins werden vor allem Roma-Kinder betreut, aber nicht nur. „Wir wünschen immer ein Miteinander, dass man sich gegenseitig annerkennt und Freunde wird, weil man nur so diese Gräben überwinden kann, die durch Vorurteile entstanden sind“, meinte Ruth Zenkert, die zusammen mit Pater Georg Sporschill das Projekt initiierte.
Dieses Jahr durften die vom Verein betreuten Kinder auch im Rahmen des Internationalen Hermannstädter Theaterfestivals auftreten, was auch als ein weiterer Schritt zu einer besseren Integration gesehen werden kann. Neue Freunde und Beziehungen brauche es aber immer wieder.
Pfarrer Achim Băcilă wurde von der Moderatorin aufgefordert, einen Segensspruch zu sprechen. Zu ihm gesellten sich auf der Bühne auch Ruth Zenkert und Pater Georg Sporschill, die Haupttreibkräfte von Elijah. Es wurde gemeinsam das „Vater unser“ gesagt. Dann bat Băcilă den Bürgermeister der Gemeinde Rothberg David Ioan, mehr über das neue Wappen der aus sechs Dörfern bestehenden Gemeinde Rothberg zu sagen, das auch auf den Einladungen zu sehen war. Als dieser Bürgermeister wurde, gab es noch kein Wappen. Unter einem lateinischen Kreuz auf rotem Hintergrund, das symbolisieren soll, dass es in der Gemeinde Rothberg mehrere Konfessionen gibt, sind die Viehbrandzeichen von fünf Dörfern zu sehen, die um einen evangelischen Kirchturm verteilt sind. Die Mauerkrone mit einem Zinnenturm ganz oben symbolisiert, dass der Ort den Rang einer Gemeinde hat.

Das Bläser-Ensemble „Veselijah” spielte rumänische Volksmusik.
Ruth Zenkert wurde ihrerseits aufgefordert, die Symbole von Elijah zu erläutern. Der Rabe, der u. a. auch auf dem Vereinslogo zu sehen ist, deute darauf hin, dass sich der Verein vor allem für die Romagemeinschaft, insbesondere für die Romakinder einsetzt. Willkommen seien aber alle Kinder, die mitmachen möchten, wobei man die Talente der Kinder u. a. im Rahmen der „Rabentanz”-Feier bewundern könne. Es seien übrigens Raben gewesen, die dem in Schwierigkeiten geratenen Propheten Elija Nahrung brachten. Das „I“ mit Engelsflügel und Heiligenschein auf der Einladung (rumänisch: „Invitație”) symbolisiere alle Kinder, um die sich Elijah kümmert. Was die acht Raben auf der Einladung zum Rabentanz die in Form eines Kreises verteilt sind symbolisieren? Sieben sei die Zahl der Erfüllung, hinzugefügt wurde ein weiterer Rabe, weil es einen Weg gibt, der weiterführt. Pfarrer Băcilă unterstrich die Bedeutumg der Arbeit, die Ruth Zenkert und Pater Georg Sporschill hier geleistet haben, und verglich die beiden mit dem Morgenstern der damals im prekären wirtschaftlichen Zustand befindlichen Harbachtal aufgegangen ist.

Sie begrüßten alle Anwesenden (v. l. n. r.): Ioan David, der Bürgermeister der Gemeinde Rothberg, Ruth Zenkert, Pfarrer Achim Băcilă und Pater Georg Sporschill.
Fotos: Werner FINK
Als Gäste dabei waren auch Vertreter der regionalen Politik, Mitglieder aus dem Vorstand von Elijah, sowie weitere Freunde und Unterstützer.
Das Programm war auch dieses Mal vielfältig. Das Ensemble „Armonijah“ bot ein balkanisches Medley, die Kinder von „Alegrijah“ zeigten eine Polka, es folgte das Ensemble „Balada“, ein Projekt, das erst in diesem Jahr zustandegekommen ist, mit Jazzklängen. Weiterhin folgte ein Chor von Kindern aus Marpod, Holzmengen und Neudorf, wiederum ein neues Projekt in Begleitung von Șatra Elijah gaben „Hej Romale“ und „Chajorie Sukarije“ zum Besten. Es folgte Șatra Elijah u. a. mit „Mi-am pus pe cap pălărie“.
Heraus stellte sich übrigens, dass es engagierte Lehrer gibt, die von Anfang an im Rahmen des Vereins mitmachen, wie zum Beispiel Mircea Pîrcălabu.
Es folgte das Orchester „Veselijah”, deren Mitglieder teilweise auch Mitglieder des Jugendorchesters von „Junii Sibiului” sind, und dann führte die Tanzgruppe „Plaiurile Roșioarei“ rumänische Volkstänze auf. Die Șatra Regală gab u. a. das „Crocodilo“ zum besten, gezeigt wurden aber auch Romatänze und „Alegrijah“ präsentierte indische Tänze. Es gab auch Programmpunkte wo die verschiedenen Ensembles und das Orchester „Shukar Yakha“ (schöne Augen), in dem auch Zenkert mitspielte, gemeinsam musizierten und beispielsweise das „Barbu Lăutaru” oder „Djelem Djelem” zum besten gaben. In einem der letzten Programmpunkte kam auch das Orchester „Podul de Piatră” dazu, sowie auch alle anderen Musikensembles, die im Laufe des Tages aufgetreten sind, und gemeinsam wurde die Elijah-Hymne gesungen.

Die Kindergruppe des Ensembles „Alegrijah” führte eine Polka auf.
Ein Teil des Elijah-Teams ist auch Dirigent Felix Briceño aus Venezuela, der in der Vergangenheit über das Musikförderprogramm „El Sistema” Erfahrung sammelte.
Gegen Ende wurden auch einige Erfolgsstories von Personen gezeigt, um die sich der Verein im Laufe der Jahre gekümmert hat. „Also unser Ziel ist es, immer besser hineinzuwachsen in diese rumänischen Dörfer und uns immer besser zu vernetzen, auch mit den Institutionen, so dass das wirklich eine gute Zusammenarbeit wird“, sagte Ruth Zenkert. Ob die beiden von der Arbeit hier in Rumänien nicht müde geworden sind? „Nein, weil zum Beispiel so ein Fest uns dazu motiviert, weiterzumachen“, meinte sie.
Heute ist Elijah in sechs Orten tätig und betreibt vier Sozialzentren, zwei Musikschulen, ein Schülerwohnheim, ein Frauenhaus und ein Obdachlosen-Tageszentrum mit Notschlafstellen und es gibt über 160 neu gebaute bzw. renovierte Familienwohnhäuser.
Zum Schluss durften die Anwesenden „Mici“ essen während die Șatra Elijah ihre Songs zum besten gab.
Werner FINK