Rosh Hashana 5785

Ausgabe Nr. 2884

Die Hermannstädter jüdische Gemeinde hat gemeinsam mit Gästen von nah und fern am Mittwoch den Auftakt zum Rosh Hashana, dem jüdischen Neujahrsfest in dem Gemeinderaum neben der Synagoge gefeiert. Es ist das Jahr 5785 und es begann am Mittwoch nach Sonnenuntergang am ersten Tag des Monats Tishre und an dem Seder-Abend sollten u. a. Datteln, Apfelschnitten in Honig getaucht, Rote Beete, Kürbis, Karotten, Passionsfrüchte und Fischköpfe gegessen werden. Dazu ist ein guter Rotwein empfohlen. Die Anwesenden wurden von dem Vorsitzenden Gemeinde, Tiberiu Baruch, begrüßt, der auch kurz aus dem Gemeindeleben und über die Pläne zur Sanierung der Synagoge berichtete und darauf hinwies, dass die Gemeinde durch den Zuzug einer Familie größer geworden sei. Unser Bild: Gemeindemitglied Adriana Moscicki (2. v. r.) erläuterte Schritt für Schritt, was an einem Sederabend zum Rosh Hashana-Fest gegessen und getrunken werden sollte.

Foto: Beatrice UNGAR

,,Psychohygiene ist essentiell“

Gespräch mit der Schweizer Psychiaterin Dr. med. Gisela Perren-Klingler

Ausgabe Nr. 2884

Gruppenbild vor dem Tagungshaus der Evangelischen Akademie Siebenbürgen mit den Teilnehmenden an dem von Dr. Gisela Perren-Klingler in Hermannstadt gehaltenen Kurs.                                                         Foto: Privat

Dr. Gisela Perren-Klingler hat 1992 das Institut Psychotrauma Schweiz (IPTS) gegründet. Die Initiative der Gründung ging einerseits auf das Schweizerische Opferhilfegesetz zurück, das in jenem Jahr vom Parlament verabschiedet worden war, andererseits kam damals eine große Anzahl von Flüchtlingen aus dem Balkan und aus Ruanda in die Schweiz. Infolgedessen entstand ein Netz von in der Praxis niedergelassenen Psychotherapeuten, die spezialisiert sind in der Behandlung von Überlebenden traumatischer Ereignisse. Darunter fällt auch erlebte psychische Gewalt und deren Folgen zum Beispiel Depressionen oder post-traumatische Belastungsstörungen (PTBS). Inzwischen ist das Institut ein Netz von Berufsleuten und ausgebildeten Laien in der Schweiz und im europäischen Ausland. Vor kurzem war Dr. Perren-Klingler in Hermannstadt, wo sie auf Initiative der EKR-Flüchtlingsbeauftragten Erika Klemm einen Kurs über Prävention von Zwangsprostitution vor interessierten Laien und Mitarbeitern von Sozialämtern hielt. Lesen Sie im Folgenden das Interview, das HZ-Redakteurin Beatrice U n g a r mit der Schweizer Psychiaterin Dr. Gisela Perren-Klingler geführt hat.Weiterlesen

50 Lieder für 50 Jahre

Mit dem Evangelischen Gesangbuch durchs Jahr 2024

Ausgabe Nr. 2884

Ein gutes Geburtstagslied ist das Lied Nr. 357 in unserem Gesangbuch: „Ja, ich will euch tragen bis zum Alter hin, und ihr sollt einst sagen, dass ich gnädig bin.“ Weiterlesen

Nachrichten

Ausgabe Nr. 2884

Am Freitag wird Bahnhofsbrücke eröffnet

   Hermannstadt. – Die komplett erneuerte Bahnhofsbrücke ist wieder für den Kfz-Verkehr offen ab dem 4. Oktober, wobei die Arbeiten unter Verkehr noch etwa ein Monat fortgesetzt werden. Das gab am Mittwoch die Pressestelle des Hermannstädter Bürgermeisteramtes bekannt. Komplett gesperrt worden war die Brücke am 7. August d. J..

Ab 11 Uhr wird der Kfz-Verkehr auf der Brücke wieder freigegeben, nachdem das Bauunternehmen Antrepriza de Reparații și Lucrări (ARL) aus Klausenburg die Reparaturarbeiten an den Fahrwegen abgeschlossen hat.

Der Fußgängerverkehr wird ebenfalls ab heute vorübergehend auf dem Gehweg in Richtung Promenada Mall möglich sein.

Unter Verkehr sollen die Gehwege fertiggestellt, die Brüstungen erneuert, die neue Straßenbeleuchtung installiert und die seitlichen Treppen wieder instand gesetzt werden.

Desgleichen, so die Pressestelle, sollen unter der Brücke neue Parkplätze und ein Fahrradweg eingerichtet werden, neu hinzu kommen eine öffentliche Beleuchtung und ein Regenwasserkanalisationsnetz. (RS)Weiterlesen

Päpstlicher Orden

Ausgabe Nr. 2883

Papst Franziskus hat dem DFDR-Abgeordneten Ovidiu Ganț und seinem Parlamentskollegen Silviu Vexler, dem Abgeordneten der jüdischen Minderheit, den Piusorden (Ordine Piano) im Grad des Ritters zuerkannt. Den Vorschlag für die Auszeichnung unterbreitete Kardinal Claudiu Mureșan, der die Insignien und das Diplom am Sonntag, den 22. September, im Diözesansitz in Blasendorf/Blaj persönlich überreichte. Die beiden Abgeordneten wurden für ihren Einsatz zur Unterstützung der griechisch-katholischen (unierten) Kirche gewürdigt. Der Piusorden ist 1847 von Papst Pius IX. ins Leben gerufen worden, nach der von Papst Johannes Paul II. im Jahre 1993 durchgeführten Reform wird er im Grad des Ritters an Laien für persönliche Verdienste um den Heiligen Stuhl verliehen. „Diese Auszeichnung ist für die deutsche Minderheit eine besondere Ehre und gleichzeitig eine Anerkennung der von ihrem Abgeordneten Ovidiu Ganț im Parlament Rumäniens ausgeübte Tätigkeit, die sich nicht auf die Interessen unserer Gemeinschaft beschränkt“, erklärte der DFDR-Vorsitzende Dr. Paul Jürgen Porr. Unser Bild (v. l. n. r.): Apostolischer Nuntius Giampiero Gloder, Sorina Ganț, die beiden Abgeordneten Ovidiu Ganț und Silviu Vexler, die beiden unierten Bischöfe Cristian Crișan (Blasendorf) und Claudiu Pop (Klausenburg).                       Text und Foto: DFDR

Handeln war angesagt

Groß-Alischer Altar restauriert und wiedereingeweiht

Ausgabe Nr. 2883

Der frisch restaurierte Altar wurde am 7. August d. J. wiedereingeweiht.
Foto: Hiltrud SCHULLERUS

Grund zum Feiern hatten im Anschluss an das Große Sachsentreffen 2024 auch die evangelischen Groß-Alischer von nah und fern. Am 7. August d. J. konnten sie die Wiedereinweihung des Altars in der evangelischen Kirche daselbst feiern. Lesen Sie im Folgenden die Danksagung seitens der Heimatortsgemeinschaft (HOG).

Die Wiedereinweihung unseres restaurierten Altars ist auch der krönende Abschluss der Reihe bedeutender, restaurierter und wiedereingeweihter Objekte in der evangelischen Kirche in Groß-Alisch, in den letzten zehn Jahren.Weiterlesen

Russisches Archivgut erschlossen

Neue Erkenntnisse zur Deportation in die Sowjetunion

Ausgabe Nr. 2883

Ilie Schipor: Die Deportation von Rumäniendeutschen in die UdSSR. Argumente aus russischen Archiven. Honterus Verlag Hermannstadt 2023, 230 Seiten. Deutsche Fassung: Ruxandra Stănescu. ISBN 978-606-008-144-9.

Wer dieser Tage am Hermannstädter Bahnhof mit dem Zug verreist, kann vor der Abfahrt noch gemütlich spätsommerliche Sonnenstrahlen genießen. Viel schlimmer muss die Stimmung hier, in Heltau, Mediasch oder Freck Mitte Januar 1945 gewesen sein, als etliche Waggons mit Rumäniendeutschen in die Sowjetunion abfuhren. Ein nun in deutscher Übersetzung erschienenes Buch zeigt, was zu dieser Deportation in russischen Archiven zu finden ist.Weiterlesen

FUEN tagte in Husum

Ausgabe Nr. 2883

Auch in diesem Jahr hat die Föderalistische Union Europäischer Nationalitäten (FUEN), der Hauptvertreter und größte Dachverband der autochthonen nationalen Minderheiten, Nationalitäten und Sprachgemeinschaften Europas, im Rahmen ihrer Delegiertenversammlung, die am 21. September im Husumhus in Husum/Hüsem (Deutschland) stattfand, wieder eine umfassende Hauptresolution verabschiedet. Diese fordert die Entwicklung eines europäischen Rechtsrahmens zum Schutz und zur Förderung autochthoner nationaler Minderheiten. In der Resolution heißt es: „Die Situation mehrerer autochthoner nationaler Minderheiten weltweit und insbesondere in Europa verschlechtert sich, und der Minderheitenschutz nimmt bedenklich ab. Dies war die wichtigste Schlussfolgerung der internationalen Expertenkonferenz ‚Ewald Ammende‘, die von der FUEN am 3. und 4. März in Brüssel organisiert wurde. Die Konferenz empfahl der FUEN, sich für einen umfassenden EU-Rechtsrahmen mit klaren Schutzstandards einzusetzen, um die Rechte autochthoner nationaler Minderheiten, einschließlich ihrer Kultur, Sprache und Identität, wirksam zu schützen und zu fördern sowie ein neues Kooperationsforum für zivilgesellschaftliche Organisationen zu gründen, das sich auf Minderheitenrechte konzentriert.“ Unser Stand: Beim Stand des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien (DFDR) und der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Jugendorganisationen in Rumänien (ADJ), beide Mitgliedsorganisationen der FUEN, präsentierte der ADJ-Vorsitzende und DFDH-Kulturreferent Sebastian Arion auch die Hermannstädter Zeitung.                                                                                  

Foto: Benjamin JÓZSA

Pragmatisch und engagiert

Besuch bei Erika Scherer in der Spenden-Apotheke

Ausgabe Nr. 2883

Die pensionierte pharmazeutische Assistentin Erika Scherer in der Spenden-Apotheke.                                                                       Foto: Beatrice UNGAR

In dem Hinterhof des evangelischen Stadtpfarrhauses am Huetplatz gegenüber der evangelischen Stadtpfarrkirche befindet sich eine kleine Spenden-Apotheke, die von der engagierten Ehrenamtlichen Erika Scherer betreut wird. Die Spenden-Apotheke besteht aus einem kleinen beschaulichen Raum, welcher sich im selben Gebäude wie der Infopoint für Touristen befindet. Kunden erhalten ihre Medikamente durch das zum Innenhof hinausgehende Fenster. Seit dem 1. Januar 2015 ist Scherer hier aktiv. Die Apotheke wird von der Hermannstädter evangelischen Kirchengemeinde A. B. betrieben und versorgt die Menschen der Region mit kostenlosen Medikamenten, welche aus Spenden aus Deutschland stammen.Weiterlesen

Neue Galerie eröffnet

Ausgabe Nr. 2883

NO’Hai! heißt die neue Galerie, die am Donnerstag der Vorwoche mit der Vernissage einer Ausstellung mit Illustrationen der Künstlerin Stella Dreis am Kleinen Ring eröffnet worden ist. Die Ausstellung wurde im Rahmen des Projekts TANDEM STORIES. Interdisziplinäre Begegnungen verbinden zwei Kulturhauptstädte Europas” gezeigt, das vom 15. September bis zum 18. Oktober in und um Hermannstadt bzw. Temeswar von dem Verein Kultur Tandem International durchgeführt wird. Unser Bild: Galerie-Betreiberin Andreea Ciortea (3. v. r.), Cristina Nan (Kultur Tandem, 2. v. r.) und Stella Dreis (1. v. r.).         Foto: Beatrice UNGAR

Ohrwürmer und Kreuze aus Kirschholz

Streiflichter von der zweiten Auflage des Ars Sacra-Festivals in Hermannstadt (II)

Ausgabe Nr. 2883

Ein außerordentliches Konzert mit jüdischer Musik bestritten in der Synagoge am Freitagabend Ion Sandu Filip (Tenor), Orly Frankel (Alt), Dariana Elena Jurjuț (Sopran), Mugur-Nitsan Nazarie-Schwartzman (Bass) und Bianca Stănescu (Klavier) vom Siebenbürgen Opera-Verein aus Klausenburg (v. l. n. r.).         Fotos: Beatrice UNGAR

Sie habe sich nicht vorstellen können, dass man auf der Orgel den Hit „We are the World” spielen kann, sagte eine Besucherin aus Bukarest, die am Samstag erst um 22 Uhr den Weg in die evangelische Stadtpfarrkirche gefunden hatte, als das Trio Brita Falch Leutert (Orgel), Jürg Leutert (Orgel und Gitarre) und Barry Meijers (Klavier) beliebte Schlager und Filmmusik erklingen ließen. Das war der vorletzte Programmpunkt des der restaurierten Sauer-Orgel gewidmeten Orgelmarathons im Rahmen der zweiten Auflage des Ars Sacra-Festivals, die vom 14. bis 22. September in Hermannstadt stattgefunden hat.Weiterlesen