Reise ins ,,Herz der Finsternis“

Zum 100. Todestag von Joseph Conrad (1857-1924)

Ausgabe Nr. 2876

Joseph Conrad (1857-1924).

Der britische Schriftsteller polnischer Herkunft hieß eigentlich Józef Konrad Korzeniowski und wurde in Berditschew geboren (damals unter russischer Besatzung, heute Ukraine, Nähe Kiew). Die Eltern entstammten dem polnischen verarmten Adel, der Vater war ein großer polnischer Patriot, der wegen seiner politischen Aktivitäten 1861 verhaftet und in ein Lager nördlich von Moskau verbannt wurde. Die Mutter verstarb dort 1865, der Vater nach der Entlassung 1869. Mit elf Jahren war Józef Vollwaise, kam in die Obhut eines Onkels, der ihn förderte und dem Wunsch des Knaben nachgab, Seemann zu werden. Der 16jährige beginnt 1874 in Marseille seine Ausbildung und geht vier Jahre später nach England. Erst hier erlernt der knapp 20-Jährige die englische Sprache. Weiterlesen

Operntöne, Heavy Metal und Moshpits

Rekordteilnahme bei dem 17. Artmania Festival auf dem Großen Ring

Ausgabe Nr. 2876

Leadsänger Jonathan Davis von der Band „Korn“ heizte den 10.000 Fans so richtig ein. Foto: Cynthia PINTER

So voll und so laut war es selten auf dem Großen Ring: Die 17. Ausgabe des Artmania-Festivals hat dieses Jahr einen wichtigen Rekord gebrochen – zum ersten Mal war es an einem der Tage sold out. Kein Wunder, bei den 25.000 Fans, die die 14 Konzerte besucht haben. Ohne Frage machte die amerikanische Band „Korn“, die am Samstag Abend aufgetreten ist, den Unterschied und lockte auch die jüngste Generation an, denn 10- bis 14-Jährige kamen in Scharen an. 100 Freiwillige machten dieses Jahr mit.Weiterlesen

Von Abtsdorf bis Zied

Zum Bildband ,,Das Harbachtal, das Kaltbachtal und der Krautwinkel“

Ausgabe Nr. 2876

Georg Gerster und Martin Rill: Das Harbachtal, das Kaltbachtal und der Krautwinkel. Hardcover, 336 Seiten, 800 Farbabbildungen, 1 Übersichtskarte, 31 Ortsgrundrisse, ISBN: 978-3-00-079021-8.

Eine neue Publikation des Verlages Siebenbürgen-Buch von Georg Gerster und Martin Rill – „Das Harbachtal, das Kaltbachtal und der Krautwinkel” wird am Montag, dem 5. August, 12 Uhr, in der Johanniskirche in Hermannstadt, und um 14 Uhr in der Kirchenburg Alzen anlässlich des Treffens der Heimatortsgemeinschaft vorgestellt. In Alzen werden die Siebenbürgische Blasmusik aus Traun/Österrreich und mehrere Tanzgruppen aus Deutschland auftreten. Erwartet werden etwa 300 Gäste. Grußworte sprechen der Präsidialberater Prof. Dr. Architekt Sergiu Nistor und der Vorsitzende der HOG Alzen, Hans Tekeser.Weiterlesen

Von Äskulap, Hermes und Apoll

Dr. Kurt Thomas Zieglers neues Buch ist im Schiller Verlag Bonn-Hermannstadt erschienen

Ausgabe Nr. 2876

Kurt Thomas Ziegler: „Anders rinnt hier die Zeit…“ Band I. Schiller Verlag Bonn-Hermannstadt 2022, 479 S., ISBN 978-3-949583, 19,90 Euro/89 Lei.

Auf der Rückseite des dritten Bandes seiner Trilogie „Von den Doppelschwertern zum Doppeladler. Der transsilvanisch-australische Nährboden meiner Erinnerungen. Episoden eines Bildungs- und Lebensweges”, der unter dem Titel „Im Zeichen von Äskulap, Hermes und Apoll” steht, weist Dr. Kurt Thomas Ziegler darauf hin, seinen Nachkommen, Kindern und Enkeln, etwas zu hinterlassen, was die Vorfahren für die folgenden Generationen geschaffen haben, alles im Sinne des Diktums „Zukunft braucht Herkunft“. Der Autor blickt auf ein ereignisreiches aber keinesfalls langweiliges Leben zurück. So lautet auch der Schlusssatz: „Ich bekenne, ich habe gelebt!“Weiterlesen

Neues Gehöft im Freilichtmuseum

Ausgabe Nr. 2876

Das Gehöft eines ukrainischen Müllers aus Letea, Kreis Tulcea wurde am 27. Juli im ASTRA-Freilichtmuseum feierlich eröffnet. Anwesend waren auch Dorina und Ion Maxim und Agafia und Vasilica Ivancenco, die ehemaligen Besitzer des Hauses, Vertreter der Hermannstädter Behörden und Silviu Florin Rahău, der Bürgermeister von Crișan, Kreis Tulcea und Antonel Pocora, der Bürgermeister von C.A. Rosetti, Kreis Tulcea.       

Foto: Beatrice UNGAR

Gedichtlese aus 50 Jahren

Oswald Kesslers neues Buch trägt den Titel ,,Sommerdäsch mät siwe’ Kruëden“

Ausgabe Nr. 2876

Oswald Kessler freut sich über sein neuestes Buch.
Foto: Beatrice UNGAR

Heute ist es wieder soweit und unzählige Besucher strömen nach Hermannstadt zu dem zweiten Großen Sachsentreffen. Das Sächsische ist eine zähe Sprache, die sich über die Jahrhunderte in jedem einzelnen Dorf ganz eigen entwickelt hat, so dass sich manchmal Sprecher aus Nachbardörfern kaum verstehen. Und trotz der geringen Zahl an jeweiligen Sprechern hat sie durchgehalten – bis in die Neuzeit, bis ins 20. Jahrhundert, bis die Sprecher sie selber aufgegeben haben. Manche schon beim Umzug ‚in die Stadt‘, die meisten bei der Aussiedlung nach Deutschland. Dementsprechend kann man bei manchen Orten die Anzahl der Mundartsprecher bald an den Fingern abzählen. Was geblieben ist, ist das abgeschliffene Hochsächsisch, wie es zum Beispiel in Hermannstadt gesprochen wird. Wie lange noch? Hinderlich ist auch die Tatsache, dass dem Sächsischen keine Schrift zur Verfügung steht und man sich um ungefähre Umschreibungen bemüht, die dann wiederum einen Stolperstein bei der Drucklegung sächsischer Texte bilden.Weiterlesen

Lyrik vor und nach der Wende

Einblick in Benedikt Dyrlichs Gedichtband ,,in der falle“

Ausgabe Nr. 2876

Benedikt Dyrlich: „in der falle“. Leben und Poesie vor und nach der Wende. Mit 20 Grafiken von Ines Arnemann und einem Vorwort von Dietrich Scholze. Pop Verlag Ludwigsburg 2014, Reihe Fragmentarium, 162 Seiten, ISBN: 978-3-86356-083-6, 17,80 Euro

Benedikt Dyrlich, einer der bedeutsamsten sorbischen Schriftsteller nach dem Zweiten Weltkrieg, hat mit „in der falle“ eine beeindruckende Sammlung von Gedichten und lyrischer Prosa geschaffen, die sowohl die dunklen Zeiten der DDR als auch die persönlichen Kämpfe des Autors beleuchtet. Weiterlesen

,,Die gefährlichste Krankheit“

Ausstellung mit Texten von Simone Weil (1909-1943)

Ausgabe Nr. 2876

Bei der Eröffnung der Ausstellung sprachen Stadtpfarrer Kilian Dörr (stehend links) und Jochen Schmidt (stehend rechts).   Foto: Beatrice UNGAR

Für die Philosophin Simone Weil (1909-1943) ist die Entwurzelung „die gefährlichste Krankheit der menschlichen Gesellschaft. Wer entwurzelt ist, entwurzelt. Wer verwurzelt ist, entwurzelt nicht. Die Verwurzelung ist vielleicht das wichtigste und meistverkannte Bedürfnis der menschlichen Seele.“ Die Ausstellung „Die gefährlichste Krankheit, die am Sonntag, den 28. Juli, auf der Empore der Ferula in der Hermannstädter evangelischen Stadtpfarrkirche eröffnet worden ist, beinhaltet Texte von Weil, in denen sie scharfsinnig die Ursachen und Folgen von Entwurzelung benennt. Weiterlesen

50 Lieder für 50 Jahre

Mit dem Evangelischen Gesangbuch durchs Jahr 2024

Ausgabe Nr. 2876

Manchmal gehe ich Freitagabend 20 Uhr zur Komplet in die Hermannstädter evangelische Stadtpfarrkirche. Die Kirche ist dunkel, die Touristen sind weg, es ist ganz ruhig. Die Kompletbesucher setzen sich in den Chorraum, jemand zündet eine Kerze an.Weiterlesen

Nachrichten

Ausgabe Nr. 2876

In eigener Sache

Die Redaktion der Hermannstädter Zeitung betreibt zusammen mit dem Funkforum während des Großen Sachsentreffens einen Stand auf dem Großen Ring. Sie finden uns beim Stand Nr. 14.                               Die Redaktion

 

Das Große Sachsentreffen 2024 wird heute, Freitag, dem 2. August, 10 Uhr, auf dem Großen Ring in Hermannstadt feierlich eröffnet. Bis 19 Uhr treten hier siebenbürgisch-sächsische Tanzgruppen aus Siebenbürgen, Österreich und Deutschland auf. An allen drei Tagen ist auf dem Kleinen Ring von 11 bis 18 Uhr der Jugendpavillon in Betrieb.   Am Samstag, dem 3. August, ab 10 Uhr, findet der Trachtenumzug und im Anschluss die Ehrenstern-Verleihung an Peter Maffay statt, der am Sonntag, den 4. August, 20 Uhr, auf dem Großen Ring erstmals in Hermannstadt auftritt.

Das genaue Programm finden Sie in dem Programmheft, das zusammen mit dem Festabzeichen im Forumshaus und in der Schiller-Buchhandlung zu kaufen ist.

Nähere Informationen auch unter www.siebenbuergenforum.ro/sachsentreffen/programmWeiterlesen

Holzmenger Kultursommerfest

Ausgabe Nr. 2875

Im Vorfeld und nach dem Großen Sachsentreffen finden Heimattreffen in vielen Gemeinden statt. In Holzmengen z. B. am 10. und 11. August ein Kultursommerfest mit einem umfangreichen Programm, u. a. Wuschfahrten. Organisiert wird das Fest von der HOG Holzmengen e. V.. Näheres unter www.holzmengen.de Unser Bild: Die Kirchenburg in Holzmengen an einem Juliabend.                         Foto: Gerhard DEEKEN

 

Hindernisparcours der Extraklasse

21. Auflage des Red Bull Romaniacs hat am Dienstag begonnen

Ausgabe Nr. 2875

Beim Prolog am Dienstagnachmittag fuhren die Rider den von Andy Fazekas ausgedachten Hindernisparcours, sehr zur Freude der zahlreichen Zuschauer.
Foto: Cynthia PINTER

Jonny ist zurück. Jonny Walker, der zweifache Champion der wohl härtesten Enduro Rallye der Welt „Red Bull Romaniacs“ hat die beste Zeit am ersten Renntag, dem Prolog, gefahren und sauste vor Alfredo Gómez Cantero und Manuel Lettenbichler ins Ziel. Weiterlesen

,,Mit Pflanzen ist es wie mit Menschen”

Zum Gedenken an die Hermannstädter Biologielehrerin Marga Grau (1932-2024)

Ausgabe Nr. 2875

2017: Marga Grau freute sich im eigenen Garten, dass der Sonnenhut schön blüht.
Foto: Ruxandra STĂNESCU

Die Hermannstädter Biologielehrerin Marga Grau ist am 18. Juli, kurz vor ihrem 92. Geburtstag, im Dr. Carl-Wolff-Altenheim verstorben. Sie möge in Frieden ruhen.

Viele GrundschullehrerInnen und Päda-AbsolventInnen erinnern sich auch Jahrzehnte später an die Ausflüge in der Schulzeit mit der Biolehrerin Marga Grau. Alina erinnert sich an das Biolabor und besonders an den ausgestopften Storch, Andreea an die Praktikumsstunden, als Marga Grau aus der hintersten Ecke der Klasse rief: „Der Wolf hat scharfe Zähne, Kinder” und dabei die Zähne fletschte, Delia weiß noch ganz genau, dass sie auch noch im Rentenalter wie ein Teenie Fahrrad fuhr und Cosmina – die übrigens jeder Schülergeneration über den Garten der Biolehrerin erzählt, weil sie so schön erklären konnte – erinnert sich an den kurzen Ausflug im Erlenpark um sechs Uhr morgens, als sie das Zwitschern der Vögel erkennen lernten und wie viel dabei gelacht wurde. Lesen Sie im Folgenden das Interview, das HZ-Redakteurin Ruxandra S t ă n e s c u mit Marga Grau 2017 geführt hat (Hermannstädter Zeitung Nr. 2540 / 4. August 2017).Weiterlesen

Zwischen Mythos und Realität

Ein Tagesausflug zur Törzburg, dem ,,Dracula Schloss“ in Bran
Ausgabe Nr. 2875

Auf einem Felsen erbaut: An der alten Handelsstraße, die aus dem Südwesten des Burzenlandes zwischen dem Königstein/Piatra Craiului und dem Butschetsch/Bucegi nach Südrumänien führte, erhebt sich auf einem ins Tal des Turcul-Baches vorspringenden Felsen die Törzburg/Bran/Törcsvár, die heute ein Museum beherbergt. Die Straße durch den Törzburger Paß war im Mittelalter und bis ins 18. Jahrhundert der wichtigste Handelsweg zwischen Südrumänien und Siebenbürgen.                                                                            Foto: Finya LUSTINA

Die Törzburg, das Schloss Bran, auch bekannt als „Dracula Schloss“ zieht jedes Jahr Tausende von Touristen an. Diese mittelalterliche Festung liegt an einer Passstraße zwischen Siebenbürgen und Südrumänien. In einer Urkunde aus 1377 bestätigt König Ludwig I. den Siebenbürger Sachsen des Kronstädter Stuhls Privilegien im Zusammenhang mit dem Bau einer Burg auf dem Dietrichstein – „in lapide Tydrici“. In den folgenden Jahren wird die Burg gebaut und daneben ein Zollamt. Heutzutage ist das Schloss ein beliebtes Ausflugsziel und wird oft als Inspiration für Bram Stokers berühmten Vampirroman von 1897 betrachtet, was einen Großteil der Touristen anzieht.Weiterlesen

Lasst die Spiele beginnen

Vorschau auf die Olympischen Sommerspiele 2024

Ausgabe Nr. 2875

Heute, Freitag, den 26. Juli, um 18 Uhr, ist es soweit: Der finale Fackelträger entzündet das Olympische Feuer und lässt die Olympischen Sommerspiele beginnen. Diese finden zum dritten Mal nach 1900 und 1924 in der französischen Hauptstadt Paris statt. Bis zum 11. August wollen 10.500 Athleten aus 206 Nationen das Gold nach Hause holen. Dabei kommt knapp die Hälfte der Teilnehmer aus Europa. Darunter 107 rumänische und 447 deutsche Athleten. Russland und Belarus sind von der Veranstaltung ausgeschlossen. Um den sportlichen Wettkampf nicht zu stark zu verzerren, sind Russen und Belarussen jedoch als neutrale Athleten zugelassen.Weiterlesen

Kunsthandwerk im Fokus

Landesphase der Schülerolympiade im Freilichtmuseum

Ausgabe Nr. 2875

Aus dem Kreis Suceava in der Bukowina angereist waren Kinder, die das Kunsthandwerk des Eierbemalens ganz gut beherrschten.

Die Landesphase der Schülerolympiade „Traditionelles Kunsthandwerk“ fand dieses Jahr erneut vom 18. bis 21. Juli im ASTRA-Freilichtmuseum statt. Bei diesem besonderen Ereignis versammelten sich etwa 230 Teilnehmende, darunter Schüler, Lehrer, Spezialisten, Kulturfördernde und Künstler aus dem ganzen Land sowie aus Bulgarien, der Republik Moldova und Mexiko. Weiterlesen