Ricky Dandel wurde Ehrenbürger seiner Heimatstadt
Ausgabe Nr. 2973

Ein neuer Ehrenbürger: „Ricky Dandel macht der Krach erst richtig Spaß, wenn alles im Saal mitsingt“ lautete der Bildkommentar in der Hermannstädter Zeitung Nr. 27 vom 16. August 1968. Spass am Singen und am Mitreißen des Publikums hat der beliebte Hermannstädter Singersongwriter und Entertainer immer noch, sagte er in der Feierstunde am 20. August, in der er die Insignien eines Ehrenbürgers der Stadt Hermannstadt (unser Bild zeigt ihn mit dem Schlüssel der Stadt) von Bürgermeisterin Astrid Fodor entgegennehmen durfte.
Foto: Beatrice UNGAR
Er habe einen Hauch Westen auf die Bühne und in den Saal des 7 Noiembrie-Arbeiterklubs im Theresianum-Viertel gebracht, stellte Bürgermeisterin Astrid Fodor fest, nachdem sie bei der Feierstunde am 20. August im Rathaus am Großen Ring den Stadtratsbeschluss vom 28. Mai 2026 verlesen hatte, aufgrund dessen Ricky Dandel, den sie gemeint hat, die Ehrenbürgerwürde der Stadt Hermannstadt zuerkannt wurde.
In dem von den Stadträten einstimmig verabschiedeten Beschluss wird Ricky Richard Dandel genannt, so steht es auch auf der Urkunde. „Der Sänger, Komponist, Texter, Pädagoge und Kulturbotschafter Hermannstadts“ erhalte diese Ehrung als Anerkennung dafür, dass er „durch seine bemerkenswerte Künstlerkarriere das kulturelle Hermannstadt in Rumänien und Europa vertreten hat und so stetig zur Entwicklung und Förderung des lokalen Kulturlebens, durch den Einsatz für Gemeinschaftsprojekte und die ständige Verbindung mit seiner Heimatstadt beigetragen hat“.

Ricky Dandel beim „Schlageralbum“ 1968 auf der Bühne des Hermannstädter Staatstheaters. Foto: HZ-Archiv/FRED NUSS
Die Laudatio auf den am 30. September 1952 in Hermannstadt geborenen Dandel hielt Daniela Simionescu. Sie hatte der Stadtverwaltung den Vorschlag gemacht, Dandel diese Würde zu erteilen. Simionescu veranstaltet seit Jahren das „Hermannstadt-Fest“ für junge Talente in Sachen Unterhaltungsmusik und Ricky Dandel gehört immer wieder zu den Teilnehmenden. Zuletzt war das am 13. Juni d. J. Dandel sei vor allem „ein Hermannstädter wie er leibt und lebt“, der aber auch jenseits der Landesgrenzen bekannt geworden ist, betonte die Laudatorin. Dabei habe er sich als flexibler Sänger erwiesen, indem die Bandbreite der Musikstile, die er pflegt vom Beat über Rock und Pop zu Country und sogar zu Country-Pop reiche. Neben der Musikerkarriere absolvierte er 1975 in Hermannstadt ein Studium der Anglistik und Germanistik und war von 1980 bis zu seiner Auswanderung 1989 Englischlehrer an der Brukenthalschule. Hier gründete er die Band „Solaris“ und förderte zahlreiche junge Talente. In Deutschland arbeitete er als Englisch- und Deutschlehrer in München.

Als Gratulanten begrüßte Ricky Dandel (rechts) den Journalisten Nicolae Ivan (links) und den Germanisten Prof. Dr. Gerhard Konnerth (Bildmitte).
Im Herzen habe er schon immer Hermannstadt getragen und das tue er immer noch, bestätigte der Geehrte in seiner Dankesrede. In das Ehrenbuch schrieb er u. a.: „Meine geistigen Wurzeln wurden definitiv in dieser Stadt geformt (…) Die Entfernung und die Zeit haben mich gelehrt: Hermannstadt kann man niemals tatsächlich verlassen. Hermannstadt wird immer Teil meiner seelischen DNA bleiben. Alles was ich erreicht habe, ist auf den hier gemachten Erfahrungen aufgebaut und ich zehre auch heute von den Erinnerungen an meine Heimatstadt“.
Eines steht fest: Ricky Dandel hat Hermannstadt im Herzen und ist über die Jahre sich selbst und dem Publikum treu geblieben. Das kann er bald beim Hermannstädter Treffen in Dinkelsbühl beweisen und vielleicht im nächsten Jahr wieder in seiner Heimatstadt, wenn er sein neues Album, an dem er derzeit gemeinsam mit seinem Sohn Elvin arbeitet, vorstellen wird.
Eng verbunden mit dem Leben und Wirken von Ricky Dandel ist auch das Rumänische Fernsehen und ab 1968, ein Jahr nach dessen ersten Bühnenauftritt die Hermannstädter Zeitung. 1968 ist am 16. August in der HZ unter dem Titel „Schlageralbum. Ein neues Unterhaltungsprogramm“ zu lesen: „Ricky macht bunte Stimmung“. Damals sagte er der HZ auf die Frage, was ihm beim Schlagersingen Spass mache: „Dass die Zuhörer, vor allem die Jugendlichen, so mitgehen. Es begeistert noch mehr, wenn im Saal alles mitsingt und sogar tanzt – der ganze Krach macht Spass“.
Beatrice UNGAR