Weltpremiere am DSTT

Ausgabe Nr. 2869

Die Premiere der neuesten Aufführung, „Wolkentektonik” (Originaltitel: Cloud tectonics) von José Rivera, inszeniert von László Bocsárdi, am Deutschen Staatstheater Temeswar (DSTT), die am 6. Juni 2024 stattgefunden hat, war eine Weltpremiere – es ist die weltweit erste deutschsprachige Inszenierung des Stücks des puertorikanischen Dramatikers und Drehbuchautors. Weitere Aufführungen gibt es am 18. und 28. Juni, jeweils ab 19.30 Uhr. László Bocsárdi arbeitet bereits zum dritten Mal mit dem DSTT zusammen, nachdem er bei den Aufführungen „Das Missverständnis von Albert Camus (2012) und Elektra” nach Euripides und Aischylos (2015) Regie geführt hatte. Das Bühnenbild hat József Bartha entworfen, die Kostüme Zsuzsanna Szőke und die Musik komponierte Magor Bocsárdi. Das Lichtdesign stammt von Sándor Baumgartner, die Maske von Bojița Ilici und die Dramaturgie von DSTT-Intendant Lucian Vărșăndan. Zur Besetzung gehören Silvia Török, Marc Illich, Harald Weisz und Dana Borteanu. Riveras bisher bedeutendstes Werk ist das Drehbuch zur Filmbiografie Die Reise des jungen Che”, für das er bei der Oscarverleihung 2005 mit einer Nominierung für das Beste adaptierte Drehbuch erhielt.                                                         Foto: DSTT

Einfach und tiefgründig

Premiere mit Kafkas „Der Prozess“ in Hermannstadt

Ausgabe Nr. 2867

Szenenfoto mit Josef K. (Gyan Ros Zimmermann) auf der Anklagebank.
Foto: Andrei VĂLEANU

Minutenlanger Stehapplaus beendete beide Vorstellungen des Stücks „Der Prozess“ nach Franz Kafka am Freitag und Samstag (24. und 25. Mai) im vollen Saal des Radu Stanca-Nationaltheaters in Hermannstadt. Der galt vor allem den Schauspielern der deutschen Abteilung, allen voran dem Hauptdarsteller Gyan Ros Zimmermann für seine geniale Interpretation des Josef K., aber auch Regisseur Botond Nagy. Zimmermann hatte übrigens auch die Hauptrolle in Georg Büchners Woyzeck gespielt. Das Stück hatte Hunor Horváth inszeniert und erhielt dafür eine Nominierung für einen UNITER-Preis. Den holte für das Lightning Design desselben Stückes Michael Bischoff. Weiterlesen

UNITER-Preis für Koproduktion

Ausgabe Nr. 2867

Bei der Gala des Rumänischen Theaterverbands (UNITER), die am Montag in Bukarest stattgefunden hat, wurde die Koproduktion „Povești invizibile“ in der neuen Kategorie „Animationstheater/Kindertheater” mit dem UNITER-Preis ausgezeichnet. Die Koproduktion des Bukarester Replika-Zentrums für Theaterpädagogik und des Hermannstädter Gong-Theaters war Teil des Projekts „Povești invizibile. În lumea copiilor nevăzători” (Unsichtbare Geschichten. In der Welt der blinden Kinder). Das Stück schrieb Michaela Mihailov, Regie führte Selma Dragoș, es spielten Eliza Păuna und Mihaela Rădescu. Unser Bild (v. l. n. r.): Alexandrina Halic übergab den Preis an Eliza Păuna, Adrian Tibu, Mihaela Michailov, Selma Dragoș, Mihaela Rădescu, Gabi Albu und Mircea Corcoveanu.                                                                   Foto: Andrei GÎNDAC

Albumveröffentlichung unserer täglichen Absurdität

Gespräch mit Regisseur Botond Nagy über die Theaterpremiere von ,,Der Prozess“

Ausgabe Nr. 2866

Regisseur Botond Nagy.

Die neueste Premiere an der deutschen Abteilung des Radu-Stanca-Nationaltheaters in Hermannstadt wird am Freitag und Samstag (24. und 25. Mai) auf der Bühne des Theaters gezeigt. Es handelt sich um das Stück „Der Prozess“ nach Franz Kafka, in einer Adaption von Diana Nechit und unter der Regie von Botond Nagy. Über die Zusammenarbeit mit der deutschen Abteilung und die neueste Premiere führte HZ-Redakteurin Cynthia P i n t e r mit dem Regisseuren Botond Nagy folgendes Gespräch:Weiterlesen

John Malkovich und Mikhail Baryshnikov

Höhepunkte des 31. Internationalen Theaterfestivals auf einen Blick

Ausgabe Nr. 2862

Die 31. Auflage des Hermannstädter Internationalen Theaterfestivals (FITS) findet dieses Jahr vom 21.-30. Juni statt und steht unter dem Motto „Freundschaft“ (Prietenie/Friendship). Lesen Sie mehr dazu auf Seite 5. Unser Bild: Festivalleiter Constantin Chiriac bei der Pressekonferenz im Foyer des Radu Stanca-Nationaltheaters.                     Foto: Cynthia PINTER

Die 31. Auflage des Hermannstädter Internationalen Theaterfestivals (FITS) findet dieses Jahr vom 21.-30. Juni statt und bietet unter dem Motto „Freundschaft“ (Prietenie/Friendship) laut Festivalleiter Constantin Chiriac Theatervorstellungen, Shows, Tanzeinlagen und Konzerte der besonderen Art. Seit Freitagmittag (19. April) hat der Kartenvorverkauf online und in der Theateragentur begonnen und inzwischen sind acht Vorstellungen schon ausverkauft. Die Preise für ein Ticket variieren zwischen 30 und 150 Lei.Weiterlesen

Beeindruckend, bereichernd, einfach gut

Dritte Minispielzeit der deutschen Abteilung des ,,Radu Stanca“-Nationaltheaters

Ausgabe Nr. 2857

Die von dem Spielleiter-Paar Andrei und Andreea Grosu als Straßentheater inszenierte Legende des Rattenfängers von Hameln – der genaue Titel „Die Legende von Hameln, eine mögliche Geschichte der Siebenbürger Sachsen“ – nach den Brüdern Grimm und Bertolt Brecht wurde am Sonntag erstmals in einem Saal, im Studiosaal des TNRS, aufgeführt. Unser Bild: Szenenfoto mit Theodora Sandu, Daniel Bucher, Daniel Plier, Johanna Adam, Eva Frățilă und Ali Deac (v. l. n. r.).                                                                                       Foto: Beatrice UNGAR

Nur diese drei sind geblieben. Der eine hört nicht, die zweite ist fast blind und der dritte kommt immer zu spät. Mit diesen Worten schließt die Aufführung der Legende vom Rattenfänger, der aus Rache die Kinder aus Hameln entführt hat. Diese Aufführung war die vorletzte im Rahmen der dritten Minispielzeit, die von der deutschen Abteilung des Hermannstädter Radu Stanca-Nationaltheaters am vergangenen Wochenende veranstaltet worden ist. An den vier Tagen hatten sowohl Gäste als auch Ortsansässige eine ausgezeichnete Gelegenheit, Theaterdarbietungen vom Feinsten zu erleben. Weiterlesen

Woyzeck und TSCHICK

Ausgabe Nr. 2855

UNITER-Preis-Nominierungen für deutsche Theaterszene

Szenenfoto aus der „Woyzeck”-Inszenierung in Hermannstadt. Foto: TNRS

Drei Nominierungen für die 32. Preisgala des Rumänischen Theaterverbands (UNITER), die am 27. Mai im „Ion Caramitru”-Saal im „I.L. Caragiale”-Nationaltheater in Bukarest stattfinden wird, betreffen die deutsche Theaterszene in Rumänien. Ladies first: Zunächst ist es die Regisseurin Irisz Kovács, für die Inszenierung des Stückes „TSCHICK”, eine Bühnenfassung von Robert Koall nach dem Roman von Wolfgang Herrndorf. Die Inszenierung hatte am 12. Januar 2023 am Deutschen Staatstheater Temeswar Premiere gefeiert.

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Unfassbar aber machbar

Ausgabe Nr. 2855

Zur jüngsten Premiere am Radu Stanca-Nationaltheater

Szenenfoto mit Gabriela Pirlițeanu und Marius Turdeanu.
Foto: TNRS/Andrei VĂLEANU

Drunter und drüber geht es bei der jüngsten Inszenierung am Radu Stanca-Nationaltheater, die am vergangenen Wochenende Premiere gefeiert hat. Es handelt sich um die Farce „Scandal în culise” („Der nackte Wahnsinn”) des britischen Autors Michael Frayn (Jahrgang 1933), die 1982 unter dem Titel „Noises off” in London uraufgeführt worden ist.

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Koproduktion

Ausgabe Nr. 2855

Zählt man die Nominierung der Koproduktion „Povești invizibile“ in der neuen Kategorie „Animationstheater/Kindertheater” hinzu, so befindet sich Hermannstadt viermal in der Liste der Nominierten für den diesjährigen UNITER-Preis. Die Koproduktion des Bukarester Replika-Zentrums für Theaterpädagogik und des Hermannstädter Gong-Theaters war Teil des Projekts „Povești invizibile. În lumea copiilor nevăzători” (Unsichtbare Geschichten. In der Welt der blinden Kinder). Das Stück schrieb Michaela Mihailov, Regie führte Selma Dragoș, es spielten Eliza Păuna und Mihaela Rădescu (unser Bild). Foto: Gong-Theater

Mit Kettensäge und Gasmasken

Premiere mit Shakespeares ,,Sommernachtstraum“ in Hermannstadt

Ausgabe Nr. 2853

„Sommernachtstraum“ von William Shakespeare ist das neueste Theaterstück, mit dem die Schauspielerinnen und Schauspieler der deutschen Abteilung des Radu Stanca-Nationaltheaters und ihre Kolleginnen und Kollegen vom Deutschen Staatstheater Temeswar (DSTT) in der Regie von Florian von Hoermann am vergangenen Wochenende Premiere gefeiert haben. Unser Bild: Szenenfoto mit der DSTT-Schauspielerin Olga Török (Puck) und den drei Waldgeistern.                                                                   Foto: TNRS

Eine königliche Hochzeit eines Paares aus Athen belebt den Wald und lädt zum Fest ein. So beginnt Shakespeares Stück. Die „Sommernachtstraum”-Inszenierung von Florian von Hoermann an der deutschen Abteilung des Hermannstädter Radu Stanca-Nationaltheaters, die am vergangenen Wochenende Premiere hatte, beginnt anders: Durch die Einwirkung von Naturkatastrophen und menschlichem Handeln schrumpft der Wald immer weiter und droht, ins Chaos zu stürzen. Ist es möglich, diesen „Sommernachtstraum” noch zu retten, bevor er zum Albtraum wird?Weiterlesen

Die Sehnsucht nach der Poesie

Regisseur und Dramaturg des ,,Sommernachtstraums“ im HZ-Gespräch

Ausgabe Nr. 2851

Regisseur Florian von Hoermann (links) und Dramaturg Arno Kleinofen auf dem Großen Ring in Hermannstadt. Foto: Cynthia PINTER

„Sommernachtstraum“ von William Shakespeare ist das neueste Theaterstück, an dem die Schauspielerinnen und Schauspieler der deutschen Abteilung des Radu Stanca-Nationaltheaters und ihre Kolleginnen und Kollegen vom Deutschen Staatstheater Temeswar seit 6 Wochen proben. Ob das nun eine moderne oder eher klassische Inszenierung wird und worauf sich das Hermannstädter Publikum bei der Vorpremiere am 16. und der Premiere am 17. Februar gefasst machen darf, erfahren Sie im folgenden Gespräch mit Regisseur Florian von Hoermann und Dramaturg Arno Kleinofen, das HZ-Redakteurin Cynthia P i n t e r führte:Weiterlesen

Vom unlösbaren Rätsel des Leben

,,Macbeth“ an der deutschen Abteilung des Radu Stanca-Nationaltheaters

Ausgabe Nr. 2851

Szenenfoto mit Emőke Boldizsár als Lady Macbeth (links) und Daniel Plier als Macbeth. Foto: Dragoș DUMITRU

Das Rätsel des Lebens ist laut Regisseur Botond Nagy nicht ein zu lösendes Problem, sondern eine zu erlebende Realität. Mit der Tragödie von „Macbeth” möchte er nicht die vielfältigen Themen des Dramas zeigen, sondern ist vielmehr an den Emotionen der einzelnen Figuren interessiert, dem Jungen in Macbeth, der weint, wenn dieser wütend ist und sich verlassen fühlt, der Frau in Lady Macbeth, die mit ihren Träumen und Instinkten allein gelassen wird und in Hilflosigkeit versinkt. Die Macbeth-Inszenierung von Nagy an der deutschen Abteilung des Radu Stanca-Nationaltheaters hatte am 1. April 2022 Premiere, gehört aber zu dem festen Repertoire und wurde am 31. Januar d. J. erneut aufgeführt.Weiterlesen