Sichtbares Zeichen der Wertschätzung

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Christine Manta-Klemens erhielt Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland

Ausgabe Nr. 2941

Konsulin Wiebke Oeser (links) hielt die Laudatio und übergab die Urkunde und die Ordensinsignien an die Geehrte Christine Manta-Klemens.                                                            
Foto: Beatrice UNGAR

„Um eine Persönlichkeit zu ehren, die zu den engagiertesten Förderern der deutsch-rumänischen Beziehungen zählt und sowohl mit Rumänien als auch mit Deutschland sehr verbunden ist”, habe man sich im Spiegelsaal des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt versammelt, sagte Konsulin Wiebke Oeser in ihrer Begrüßung zum Auftakt der Feierstunde am Dienstag, in der die Pädagogin und Kreisrätin Christine Manta-Klemens das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland entgegennehmen durfte, das ihr von Bundespräsident Frank-Walther Steinmeier verliehen worden ist.

Als Vertreterin des Bundespräsidenten in Siebenbürgen übergab Konsulin Wiebke Oeser der Gewürdigten die Ordensinsignien und die Urkunde. Dabei unterstrich sie: Das Bundesverdienstkreuz ist die höchste Auszeichnung in der Bundesrepublik Deutschland, die nur an Persönlichkeiten verliehen wird, die sich weit über das übliche Maß hinaus engagieren und durch ihre Leistungen verdient gemacht haben.

Die heutige Ehrung ist daher ein bedeutendes und ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung Ihres erfolgreichen, langjährigen und unermüdlichen Engagements sowohl im Schulbereich für den deutschsprachigen Unterricht als auch für die Belange und den Fortbestand der Deutschen Minderheit in Rumänien, insbesondere in Siebenbürgen.

Mit Ihrem Wirken, ob als Lehrerin, Stellvertretende Schulleiterin, Generalschulinspektorin oder als Kreisrats-Vizevorsitzende hatten und haben Sie daran einen maßgeblichen Anteil. Für diese großen Leistungen danke ich Ihnen von ganzem Herzen.

In der Laudatio auf die am 22. April 1958 in Hermannstadt geborene Christine Manta-Klemens, die 1981 in Bukarest das Studium der Germanistik abgeschlossen hat und zunächst im Lehramt als Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache und Deutsch als Muttersprache tätig gewesen ist, wies Konsulin Oeser darauf hin, dass sich die Geehrte mit Nachdruck für die Förderung der Deutschen Sprache, gerade auch im ländlichen Raum, eingesetzt habe: 1992 nahmen Sie eine Stelle als Fachlehrerin für Deutsch als Muttersprache, Methodik und Didaktik des Deutschunterrichts am Pädagogischen Lyzeum an, wo Sie von 1998 bis 2000 als stellvertretende Schulleiterin zuständig für die deutsche Abteilung waren und dort bis kurz vor Ihrer Pensionierung unterrichteten. Gleichzeitig engagierten Sie sich ab dem Jahr 2000 als stellvertretende Generalschulinspektorin des Kreises Hermannstadt (2000-2005 und 2009-2016) sowie zwischenzeitlich auch als Generalschulinspektorin (2005-2009) für die Verbesserung der Qualität des Unterrichts, insbesondere an den Schulen mit deutscher Unterrichtssprache.

Erwähnt hat Konsulin Wiebke auch die Förderung des Austauschs mit Partnerländern – darunter auch Deutschland – und die Leitung von Projekten mit europäischer Finanzierung sowie die maßgebliche Mitwirkung an der Entwicklung deutschsprachiger Schulbücher und an der Entstehung des Hilfslehrwerkes „Abitur-Leitfaden für deutschsprachige Schulen in Rumänien“.

Desgleichen ging die Laudatorin auf die kommunalpolitische Laufbahn von Manta-Klemens ein: Sie sei seit 20 Jahren (seit 2004) wiederholt zum Mitglied des Kreisrates in Hermannstadt gewählt worden, im Januar 2018 zur Kreisrats-Vizevorsitzenden.

Zu Ihrer Motivation befragt, habe Manta-Klemens gesagt, dass sie sich schon immer auch außerhalb des Berufs für die Belange der deutschen Minderheit und ein harmonisches Miteinander mit der rumänischen Mehrheitsgesellschaft engagierten. Ihr Vater, der selbst über mehrere Legislaturperioden im Stadtrat Vertreter des DFDR war, sagten Sie, habe Ihnen dies vorgelebt.

Konsulin Oeser schloss ihre Laudatio folgendermaßen: Ihre gesamte berufliche Karriere und Ihr über 25 Jahre währendes ehrenamtliches Engagement haben Sie weit über das übliche Maß hinaus der deutschen Sprache und der Entwicklung des Deutschunterrichts in Rumänien gewidmet. Mit Ihrem sowohl beruflichen als auch ehrenamtlichen Engagement haben Sie einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, dass die deutsche Gemeinschaft in der Stadt und im Kreis Hermannstadt ihre Sprache, Kultur und Zusammengehörigkeit weiter pflegen konnte und kann – und dass die deutsche Minderheit auch weiterhin ein zentraler Bestandteil unserer bilateralen Beziehungen ist und ihre wichtige Brückenfunktion auch in Zukunft wahrnehmen kann. Dabei haben Sie sich immer für eine inklusive Kultur- und Bildungspolitik eingesetzt zum Wohle sowohl der deutschen Minderheit als auch der rumänischen Mehrheitsgesellschaft.

Für Ihren außerordentlichen Einsatz möchte ich Ihnen, verehrte Frau Manta-Klemens, im Namen der Bundesrepublik Deutschland sehr herzlich danken.

In ihrer Danksagung wies die Gewürdigte darauf hin: Meine gesamte berufliche und auch ehrenamtliche Tätigkeit im Schulwesen, im Kreisrat und in der evangelischen Kirche wäre in diesem Ausmaß nicht möglich gewesen ohne meine Kolleginnen und Kollegen an allen Stellen und bei allen Vorhaben, ob nun bei der Schulbucharbeit, Schulkommission, Lehrplanentwicklung oder in leitenden Stellen. Dafür danke ich ihnen allen. Aber schon gar nicht wäre sie möglich gewesen ohne die explizite Förderung durch das DFDR, das mir immer wieder einen Vertrauensvorschuss geboten hat.

Beatrice UNGAR

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Persönlichkeiten.