Kompetente Arbeit gewürdigt

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Hohe Auszeichnung für Prof. Dr. Erika Schneider

Ausgabe Nr. 2933

Prof. Dr. Erika Schneider (links) empfängt von Rastatts Oberbürgermeisterin Monika Müller die Urkunde und das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.           Foto: Werner SEDLER

Der international anerkannten Botanikerin und Wissenschaftlerin am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Prof. Dr. Erika Schneider, wurde im Namen des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Die Übergabe erfolgte in einem festlichen Rahmen im Rathaus in Rastatt durch Oberbürgermeisterin Monika Müller.

Rastatts Oberbürgermeisterin Monika Müller betonte in ihrer Festrede, dass es der Wissenschaftlerin gelungen sei, ihre Arbeit sowohl in Hermannstadt zeitweilig fortzusetzen als auch in Rastatt einen beachtlichen Beitrag zu Projekten und Studien zu leisten. Sie habe als Vorstandsmitglied und Leiterin der Sektion Naturwissenschaften im Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde e. V. (AKSL) und als Vorstandsmitglied der Heimatortsgemeinschaft (HOG) ihrer Geburtsstadt Schäßburg sich am Erhalt des kulturellen Erbes maßgeblich beteiligt. So wirkte Prof. Dr. Erika Schneider jahrelang als Redaktionsmitglied der Schäßburger Nachrichten und veröffentlichte zahlreiche kulturhistorische Artikel. Als Dank und Anerkennung sei ihr 2021 der Siebenbürgisch-Sächsische Kulturpreis für ihre Lebensleistung verliehen worden. Ihr sei, betonte die Rednerin, kein Hinweis auf ein Ende ihrer Betätigungszeit aufgefallen und sie wünsche ihr für die Zukunft alles Gute. Nach diesen anerkennenden Worten erlebte Professorin Dr. Erika Schneider den bewegenden Moment des Tages: Die Oberbürgermeisterin der Stadt überreichte ihr die Verleihungsurkunde für ihre besonderen Verdienste und das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Wie Erika Schneider in ihrer Dankesrede betonte, verband sie die Eindrücke aus der Natur mit den Menschen, so dass sie auch die Veränderungen in der Landschaft wahrnahm, die unter dem Einfluss der menschlichen Tätigkeiten in Feucht- und Trockenwiesen entstanden. Im Rahmen der ökologischen Forschung in Flussauen verbindet das Institut für Geographie und Geoökologie Projekte zu Hochwasserschutz und Auenentwicklung. Da ihr Arbeitsfeld sich nach 1985 wesentlich vergrößerte, hatte sie viele Möglichkeiten, nicht nur im In-, sondern auch im Ausland ihre wissenschaftlichen Erkundigungen zu betreiben. Die Biodiversität von Flussauen an Rhein, Donau, Elbe, Loire, Wolga und anderen Flüssen gehörte auch zu ihren Forschungen. Die Renaturierung trockengelegter Flächen im Donaudelta und an der Unteren Donau erhielten ihre besondere Aufmerksamkeit. Für ihre jahrelange wertvolle Arbeit der Renaturierung ausgedehnter Schilfbestände wurde sie im Rahmen des 30. Internationalen Symposiums „Delta and Wetlands“ des Nationalen Instituts für Forschung und Entwicklung Donau-Delta (Institutul Național de Cercetare Dezvoltare Delta Dunării) mit der Ehrenplakette und dem Titel „Verdiente Forscherin“ im Jahr 2023 ausgezeichnet. Es war ihr gelungen, das ökologische Gleichgewicht wieder herzustellen, um den gefährdeten Fischreichtum als Lebensgrundlage der Bevölkerung zu sichern. Auch an anderen Flüssen Europas war und ist es nötig, sich für die Renaturierung einzusetzen, um Lebensräume zu erhalten und zu schützen. Als Wissenschaftlerin entwickelte sie Strategien zur Bewahrung der Biodiversität. Sie nahm laufend an Projekten teil, hielt Vorlesungen an der „Lucian Blaga“-Universität in Hermannstadt zu Ökologie und Landschaftsschutz. Außerdem vermittelte sie internationalen Studentenaustausch und trug zur Völkerverständigung bei. Exkursionen zu Gewässerlandschaften und Auenökologie gehörten zu ihrer Arbeit mit Studenten.

Zu den geladenen Gästen zählten ihre Kollegen vom Institut für Geographie und Geoökologie, von denen Gregory Egger eine Würdigung ihrer kompetenten Arbeit in Worte fasste, dass die Gefeierte stets hilfsbereit mit ihrem Wissen zu klärenden Fragen beigetragen habe. Sie sei seit vier Jahrzehnten im Institut tätig. Professorin Dr. Erika Schneider hat wohl die Einstellung Goethes verinnerlicht, dass nur der sagen könne, er habe gelebt, der ein Leben lang gearbeitet habe. Diese Einstellung lebte der verdienstvollen Empfängerin ihr Vater Professor Dr. Hermann Felix Binder vor, den sie oft zitiert.

Nicht nur er könnte stolz auf diese Anerkennung der geleisteten Arbeit seiner Tochter sein, sondern auch die Großfamilie ist stolz, von der Vertreter aus drei Generationen bei der Feierlichkeit anwesend waren. Mit einem Blumenstrauß gratulierte die Vorsitzende des Trägervereins des Siebenbürgischen Museums in Gundelsheim am Neckar, Dr. Irmgard Sedler auch im Namen des AKSL.

Ingrid LOEW

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Persönlichkeiten.