Vollendete Interpretation

Die Pianistin Elisabeth Leonskaja im Thaliasaal

Ausgabe Nr. 2799

Die Pianistin Elisabeth Leonskaja (Bildmitte) nahm nach dem Konzert mehrere Blumensträuße entgegen und bedankte sich mit zwei Zugaben.                                Foto: filarmonicasibiu.ro

,,Maßhalten bei all dem überschäumenden Temperament ist das Wesentliche, was die junge Künstlerin Elisabeta Leonskaja kennzeichnet. Dies öffnet ihr die Pforten zu vollendeter Kunst, zu vollendetem musikalischen Schaffen“, schrieb der Hermannstädter Pianist Peter Szaunig (1933-2015) in einer Konzertchronik, die in der Hermannstädter Zeitung Nr. 58 vom 21. Februar 1969 zu lesen ist. Es handelte sich um ein Konzert, das die damals 24-jährige Pianistin Elisabeth Leonskaja am 11. Februar 1969 in Hermannstadt bestritten hat. Weiterlesen

Requiem am Totensonntag

Ausgabe Nr. 2797

Der Hermannstädter Bachchor führte am Totensonntag das Requiem von Gabriel Fauré in der evangelischen Stadtpfarrkirche auf. Dies geschah in Zusammenarbeit mit der Hermannstädter Staatsphilharmonie, den Solistinnen Melinda Samson (Sopran) und Elisa Gunesch (Mezzosopran) und dank der finanziellen Unterstützung des Hermannstädter Bürgermeisteramtes. Unser Bild: Zum Auftakt spielte Gabriel Silișteanu (Bratsche) die kurze Trauermusik von Paul Hindemith.                                                                      

Foto: Max SHUZ

Die Großauer Orgel

Ausgabe Nr. 2795

Die Orgel in der evangelischen Kirche in Großau erklang das letzte Mal beim Sachsentreffen im September 2021. Einen Monat später wurde sie von der Honigberger Orgelbaufirma COT abgebaut und zu umfassenden Renovierungsarbeiten transportiert. Das von Johannes Hahn im Jahre 1775 erbaute Instrument wurde dabei neben gründlichen Reinigungs- und Reparaturarbeiten u. a. einer Behandlung gegen Holzwurm unterzogen. Im Zentrum stand bei den Arbeiten jedoch die Wiederherstellung des barocken Originalzustandes der Orgel, welche in den knapp 250 Jahren ihres Bestehens mehr als 15 mal den jeweiligen Bedürfnissen und epochalen Vorstellungen angepasst wurde. In diesen Tagen läuft der Wiedereinbau der Orgel in Großau auf Hochtouren, welche durch ihre bläulich gehaltenen filigranen Verzierungen mit roten Akzenten in neuem Glanz erstrahlen wird. In kunstvoller Weise und unter Verwendung diverser Holzmaterialien von Nuss bis Birne wurden auch die beiden Manuale neu gestaltet und ebenfalls dem ursprünglichen Erscheinungsbild der Orgel angepasst. Die Orgel gilt als eines der bedeutendsten Barockinstrumente Rumäniens und ist, nach ihrer Schwester in der Mediascher Margarethenkirche, die zweitgrößte von Johannes Hahn erbaute Orgel der Landeskirche. Dabei ist insbesondere das prunkvolle Rückpositiv mit dem harfenspielenden König David als Holzplastik einzigartig. Unser Bild: Ein großer Teil der Orgel wurde von den fleißigen Handwerkern aus Honigberg bereits wieder aufgebaut .       

Text und Foto: Fabian LUTSCH

Die Genregrenzen gesprengt

Streiflichter und Rückblicke anlässlich des 50. Hermannstädter Jazzfestivals

Ausgabe Nr. 2794

Ausdrucksstark und einfühlsam agierte Branislav Radojković, der Bassgeiger des serbischen Quartetts ,,Fish in Oil“, dessen Konzert den krönenden Abschluss des diesjährigen Hermannstädter Internationalen Jazzfestivals darstellte.                                                              Foto: Cynthia  PINTER

Mit einem überaus vielfältigen Konzertangebot in der ganzen Stadt feierte das Hermannstädter Internationale Jazzfestival seinen 50. Geburtstag vom 25. bis zum 30. Oktober: Von Dienstag bis Sonntag konnten Interessierte den Klängen von insgesamt 12 renommierten Jazz-Formationen aus dem In- und Ausland lauschen.  Alle Konzerte waren gut besucht und die Hauptorganisatorin Simona Maxim von der Hermannstädter Jazz-Stiftung wies am letzten Abend im Thaliasaal darauf hin, dass der Wettbewerb für Nachwuchsmusiker, die Sibiu Jazz Competition am 2. und 3. Dezember ebenfalls auf der Bühne des Thaliasaals stattfinden wird.Weiterlesen

Musikalische Freundschaft gewürdigt

Ausgabe Nr. 2794

,,In keiner Sprache kann man sich so schwer verständigen wie in der Sprache“. Dieses Zitat von Karl Kraus stellte Unterstaatssekretär Thomas Șindilariu seinem Grußwort zum Auftakt des den beiden Komponisten George Enescu und Bela Bartók gewidmeten Konzerts voran, das im Rahmen des Projekts ,,Bartók und Enescu – eine Freundschaft in der Weltsprache der Musik“  am 24. Oktober im Spiegelsaal des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt stattgefunden hat. Bestritten wurde es von dem Musikerehepaar Monica Florescu (Klavier) und Makcim Fernandez Samodaiev (Cello). Die Beiden interpretierten nicht nur Werke der beiden Komponisten sondern boten abwechselnd Einblick in deren Wirken. Als Vertreter des Projektträgers, des Departements für interethnische Beziehungen im Generalsekretariat der Rumänischen Regierung stellte Șindilariu diese Einrichtung kurz vor und bezeichnete schließlich die Musik als universelle Sprache. Diese habe auch die beiden Komponisten zusammen geführt. Das Konzert wurde am Tag darauf in Kronstadt, in Partnerschaft mit dem Demokratischen Forum der Deutschen im Kreis Kronstadt aufgeführt.                                                             

Foto: Max SHUZ

Sonnenfinsternis und Blasmusik

Auftakt des 50. Internationalen Hermannstädter Jazzfestivals

Ausgabe Nr. 2793

Wer dieser Tage unter der Lügenbrücke durchfährt oder spazierengeht, kann sich an den bunten Transparenten erfreuen, mit denen die Organisatoren von der Hermannstädter Jazz-Stiftung auf die 50. Auflage des Internationalen Hermannstädter Jazzfestivals aufmerksam machen wollen.                                                                                                                                                                                                                   Foto: Beatrice UNGAR

Im Zeichen einer partiellen Sonnenfinsternis, des Neumonds und des Nationaltages der Rumänischen Armee (der jeweils am 25. Oktober gefeiert wird) stand der Auftakt des 50. Internationalen Hermannstädter Jazzfestivals am Dienstag. Während pünktlich um 13 Uhr die Militärblaskapelle der ,,Nicolae Bălcescu“-Militärakademie der Bodentruppen vom Erlenpark her kommend, wo sie schon ein Ständchen geblasen hatten, durch die Heltauergasse marschierte und rumänische patriotische Lieder (,,Treceți batalioane române Carpații“ oder ,,Iancule mare“) schmetterte, scharten sich um die Neppendorfer Blaskapelle, die sich unter dem Ratturm versammelt hatte und Jazzklänge zu Gehör brachte, immer mehr Menschen.Weiterlesen

Dresslers erklärtes ,,Lieblingskind“

100 Jahre Brukenthalchor / Von Prof. Heinz ACKER

Ausgabe Nr. 2793

Franz Xaver Dressler beglückwünscht seinen Ausnahmesänger, den Solosopranisten Anton  (Toni) Schlezak, 1934.

2022 sind es 100 Jahre seit der Gründung des Brukenthalchores, des legendären Hermannstädter Knabenchores, durch Franz Xaver Dressler. 1922 war der junge Hitzkopf Franz Xaver Dressler auf Anraten seines Leipziger Lehrers Karl Straube als Stadtkantor nach Hermannstadt gekommen, gelockt auch durch die neue prächtige Sauer-Orgel, die Straube am 26. Februar 1916 mit einem Konzert eingeweiht hatte, nachdem sie schon an Weihnachten 1915 hier aufgestellt worden war. Es sollte ein Probejahr werden und wurde zur Lebensaufgabe für den unbeugsamen Meister, der hier im Südosten Europas die Musik des Thomaskantors und die Großwerke der abendländischen Musica Sacra heimisch zu machen gedachte. Das ist ihm in 56 Jahren unermüdlichen Einsatzes in höchstem Maße gelungen, dies auch in Zeiten widrigster sozial-politischer Umstände. Aus Leipzig, der Hochburg der Bachmusik kommend, war es seine erste Tat, sich ein Instrument für die Pflege der Bachmusik zu kreieren, einen Knabenchor nach dem Vorbild der Leipziger Thomaner. Bei der Vielseitigkeit dieses Allroundmusikers als Orgelvirtuose, Chorleiter, Komponist und Pädagoge sollte dieser Chor zu seinem erklärten „Lieblingskind“ werden. Über ein Viertel Jahrhundert hat er diesen Chor zu höchsten künstlerischen Höhen geführt, europaweit bewundert als „Siebenbürger Thomaner“. Das kommunistische Regime sollte ihm mit seiner Schulreform 1948 ein jähes Ende bereiten.Weiterlesen

Orgel spielen ist faszinierend

Gespräch mit der US-amerikanischen Orgelkünstlerin Renée Anne Louprette

Ausgabe Nr. 2793

Renèe Anne Louprette an der Stolzenburger Orgel von Samuel Mätz.                    Foto: Max SHUZ

Die US-amerikanische Orgelkünstlerin Renée Anne Louprette, Assistenzprofessorin für Musik am Bard College nahe New York, Dirigentin und vor allem Konzertorganistin, nimmt derzeit ein Fullbright-Stipendium für sechs Monate in Anspruch, um die siebenbürgische Orgellandschaft zu studieren. Anfang Oktober gastierte sie in Hermannstadt und bestritt zwei Auftritte in der evangelischen Stadtpfarrkirche. Am Freitag gestaltete sie an der Martinsberger Orgel von Samuel Mätz die Mittagsmusik und am Samstag das abendliche Konzert an der Stolzenburger Orgel von Johannes Hahn. Im Vorfeld ihrer beiden Konzerte in der Hermannstädter Stadtpfarrkirche führte HZ-Praktikant Fabian L u t s c h folgendes Gespräch mit Renée Anne Louprette.Weiterlesen

,,Wir stehen vor einem Berg…“

Streiflichter von den Benefizveranstaltungen für die Revision der Sauer-Orgel

Ausgabe Nr. 2792

Portativ und Orgelpfeife:  Mehrere Benefizveranstaltungen haben am Wochenende zugunsten der Sauer-Orgel in der evangelischen Stadtpfarrkirche stattgefunden. Unser Bild: An dem den Kindern gewidmeten Samstagnachmittag präsentierten Stadtkantorin Brita Falch-Leutert ein Portativ und Musikwart Jürg Leutert eine Orgelpfeife.                                                Foto: Beatrice UNGAR

,,Wir stehen vor einem Berg, dessen Höhe wir noch nicht kennen“, sagte Musikwart Jürg Leutert und meinte damit die Sauerorgel in der evangelischen Stadtpfarrkirche, die dringend einer Revision bedarf. Allerdings muss fachgerecht festgestellt werden, wie arbeitsaufwändig dieser Einsatz sein wird. Sicher sei, dass die 7.000 Orgelpfeifen erstmal entfernt und gereinigt werden müssen und dies ca. ein halbes Jahr dauern werde.Weiterlesen

Rock, Barock und Leidenschaft

Das Ensemble ,,Violoncellissimo“ konzertierte im Thaliasaal in Hermannstadt

Ausgabe Nr. 2791

Die Musikerinnen und Musiker ernteten begeisterten Applaus.                        Foto: der Verfasser

Spaß und Elan steht ihnen ins Gesicht geschrieben; das Lächeln beim Musizieren ist unverkennbar. Als die Cellis zu klingen beginnen, scheinen Leidenschaft und Begeisterung der Musiker regelrecht auf die Konzertbesucher im gut gefüllten Thaliasaal überzuspringen. Der Marsch des österreichischen Komponisten Johann Schrammel „Wien bleibt Wien” – in diesem Fall wohl eher „Hermannstadt bleibt Hermannstadt” – eröffnet pompös das einzigartige Konzert des rumänischen Kammermusikensembles „Violoncellissimo“ am Mittwoch der Vorwoche im Thaliasaal.Weiterlesen

Untrennbar mit ,,Canzonetta“ verbunden

Ingeborg Acker mit Apollonia Hirscher-Preis für das Jahr 2021 geehrt

Ausgabe Nr. 2787

Den Apollonia Hirscher-Preis 2021 überreichten Uwe Leonhard von der Heimatgemeinschaft der Kronstädter in Deutchland und die Vorsitzende des Kronstädter Forums Olivia Grigoriu der Musikerin Ingeborg Acker im Rahmen einer Feierstunde in Rosenau (v. l. n. r.).                                                                     Foto: Beatrice UNGAR

Den Apollonia-Hirscher-Preis, der seit dem Jahr 1999 an verdienstvolle Kronstädter Persönlichkeiten vom Demokratischen Forum der Deutschen in Kronstadt und der Heimatgemeinschaft der Kronstädter in Deutschland verliehen wird, nahm im Rahmen einer Feierstunde am Samstag in ihrem Garten in Rosenau die Musikerin Ingeborg Acker entgegen. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Petra & Michael Acker.

Was diese Kronstädter Persönlichkeit und untrennbar mit ihr verbunden das von ihr gegründete Ensemble „Canzonetta“ ausmacht, versuchte Bernhard Heigl, der Vorsitzende des Kreisforums Kronstadt, in seiner Laudatio zu erläutern, die hier in gekürzter Fassung veröffentlicht wird.Weiterlesen