,,Lebendiges Beispiel der Kooperation“

Ausgabe Nr. 2789

Saxonia-Stiftung feierte 30. Geburtstag mit hohen Gästen und einem Jubiläumskatalog

Vorsitzende unter sich: Martin Bottesch, der Vorsitzende der Saxonia-Stiftung (links), und Dagmar Hübner, die Vorsitzende der Stiftung Saxonia Transilvania, besichtigten gemeinsam die Ausstellung im Saxonia-Haus.

1990 standen ein evangelischer Pfarrer und ein Mathematiklehrer auf dem Mühlbacher Bahnhof ratlos vor einem Waggon eines Güterzuges. Man hatte sie verständigt, dass sie dort ,,Hilfsgüter für die deutsche Minderheit“ schleunigst abholen sollten, bevor der Zug weiterfährt. Sie wussten zwar nicht, was das für Maschinen waren aber sie ließen sie auf einen LKW laden und stellten sie auf den Pfarrhof. Der Mathematiklehrer von damals, Martin Bottesch, erzählte diese Begebenheit als Vorsitzender des Siebenbürgenforums in seinem Grußwort zum 25. Jubiläum der Saxonia-Stiftung vor fünf Jahren. Beim 30. Jubiläum, das am Samstag in Rosenau gefeiert wurde, erinnerte sich Bottesch erneut an jene Zeit, als ,,Endzeitstimmung“ herrschte, ,,alle eifrig mithalfen, aber überfordert waren“ und die Gründung der Saxonia-Stiftung am 12. März 1992 Forum und Kirche entlastet habe.Weiterlesen

„Viel Freiheit und große Verantwortung”

Interview mit Ada Tănase, Ex-Leiterin des Deutschen Kulturzentrums Hermannstadt

Ausgabe Nr. 2787

Ada Tănase beim Gespräch in der HZ-Redaktion.                       Foto: Ruxandra STĂNESCU

Ada Tănase hat von Anfang 2005 bis im Sommer dieses Jahres das Deutsche Kulturzentrum Hermannstadt geleitet. Über ihre Tätigkeit im Zentrum und ihre Zukunftspläne sprach sie mit HZ-Redakteurin Ruxandra S t ă n e s c u.

Sie verlassen das Kulturzentrum. Wie lange waren Sie da und warum gehen Sie?

Ich kam ans Kulturzentrum Anfang 2005, als die damalige Leiterin mich fragte, ob ich mir vorstellen könnte, die Sprachabteilung auf- und auszubauen. Für mich war das damals beruflich ein Traum, der in Erfüllung ging, und ich habe selbstverständlich zugesagt. Mit 2-3 Kursen begann alles zunächst recht klein, aber nach und nach etablierte sich die Sprachabteilung des Kulturzentrums zur Anlaufstelle für Kinder und Erwachsene, die in einem professionellen Rahmen strukturiert und erfolgreich Deutsch lernen wollten. Anfang 2008 habe ich die Leitung der Institution übernommen und diese fast 15 Jahre innegehabt.Weiterlesen

Miteinander Vielfalt gefeiert

Ausgabe Nr. 2785

Streiflichter vom 18. ProEtnica-Festival in Schäßburg

ProEtnica 2022: Vom 25. bis zum 28. August hat nach zwei Jahren Pause erneut das ProEtnica-Festival in Schäßburg stattgefunden. Neben mehr als 60 Vorstellungen Vorstellungen mit traditioneller Musik und Tänzen von über 600 Angehörigen der 20 nationalen Minderheiten fanden die Reihen ,,Agora des interkulturellen Dialogs”, der ,,Literatursalon” und Foto- und Malereiausstellungen statt. Lesen Sie mehr dazu auf Seite 3. Unser Bild: Die Dionyssos-Singgruppe des Verbands der Griechen in Rumänien. Foto: Annika KÖNNTGEN

Vom 25. bis zum 28. August hat nach zwei Jahren Pause die 18. Auflage des interkulturellen Festivals ProEtnica in Schäßburg stattgefunden. Neben mehr als 60 Vorstellungen mit traditioneller Musik und Tänzen von über 600 Angehörigen der 20 nationalen Minderheiten fanden die Reihen ,,Agora des interkulturellen Dialogs”, der ,,Literatursalon” und Foto- und Malereiausstellungen statt.

Die Veranstalter beschreiben das Event als ,,Instrument zur Hervorhebung der ethnokulturellen Vielfalt” und als “Modell des friedlichen Zusammenlebens”. Die HZ-Praktikantin Annika Könntgen hat das Festival besucht und beschreibt, warum das aus ihrer Sicht vollkommen gelungen ist.

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,,Die Welt ist bereit für Enescu“

Ausgabe Nr. 2785

Klausenburger Malschule stellt in der UAP-Galerie aus

Maestro Vladimir Jurowski, Robert Schwartz, Cristina Uruc und Maestro Cristian Măcelaru bei ihrem Podiumsgespräch (v. l. n. r.). Foto: Virgil OPRINA

Am 4. September wird der diesjährige „Internationale George-Enescu-Wettbewerb“ im Rumänischen Athenäum in Bukarest durch die Philharmonie unter Leitung von Maestro Peter Ruzicka eröffnet. Es ist weltweit einer der anerkanntesten Wettbewerbe für klassische Musik. Bis zum 18. September erhalten Musikinteressierte die Möglichkeit, den jungen Musikerinnen und Musikern bei ihren Aufführungen zuzuhören – optional auch per Livestream. Doch bereits jetzt laufen die Vorbereitungen für das „George-Enescu-Festival“ im kommenden Jahr auf Hochtouren.

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Der Schöpfer des Rolands vom deutschen Heldenfriedhof in Kerz

Ausgabe Nr. 2785

Auf den Spuren des Hermannstädter Bildhauers Fritz Zelch / Wie die Burgkirche in Michelsberg vor 80 Jahren zum ,,germanischen Golgotha“ wurde / Von Konrad KLEIN

Pfarrer Carl Reich mit Konsul Karl Stauss (im Hanomag), damals Beauftragter der Deutschen Kriegsgräberfürsorge in Rumänien (Kerz, 1928). Foto: Samml. Gotthelf Zell

Anlass dieses Beitrags ist der verdienstvolle Artikel von Prof. Heinz Acker über seinen Urgroßvater Carl Reich, in dem ich aufgrund eines redaktionellen Eingriffs mit einer leider falsch wiedergegebenen Information zum Bildhauer „Rudolf Zelch“ erwähnt wurde (HZ vom 10. Juni 2022, S. I). Eine nähere Beschäftigung mit Fritz Zelch (Rudolf Binder war sein Arbeitgeber), dem Schöpfer der markanten Rolandfigur vom Kerzer Heldenfriedhof, lohnt indes ebenfalls und hält Überraschendes bereit. Aus ähnlichen Gründen habe ich einige unbekannte Fakten zur Geschichte der Heldengedenkstätte auf der Michelsberger Burg und, damit zusammenhängend, der Steinmetzfirma R. Binder zusammengetragen, der wohl bedeutendsten siebenbürgischen Firma für Sepulkral- und Gedächntniskultur.

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Loredana krönte das Folklorefestival

Die 47. Auflage der ,,Lieder der Berge“ hat stattgefunden

Ausgabe Nr. 2782

Loredana krönte das Festival:  Mit einer tollen Show von Loredana und dem Ensemble ,,Cindrelul Junii“ ging die 47. Auflage des Folklorefestivals ,,Lieder der Berge“ (Cântecele Munților) am Sonntag zu Ende. Unser Bild: Die Pop-Sängerin Loredana und der beliebte Volksmusiksänger Robert Târnoveanu.                              Foto: traditiisibiene.ro

Die 47. Auflage des Folklorefestivals „Lieder der Berge“ (Cântecele Munților) hat vom 2. bis 8. August in Hermannstadt stattgefunden. Das Festival ist eines der ältesten in Hermannstadt und auch in Rumänien, das ununterbrochen stattgefunden hat und auch seinen Charakter nicht verloren hat: Im Rahmen des Festivals werden Musik, Tänze und Traditionen der verschiedenen Völker der Welt vorgestellt. Gewidmet war diese Auflage Mexiko, der Türkei, Serbien, Bulgarien und natürlich Rumänien. Organisiert wurde das Festival auch dieses Jahr vom Kreiszentrum für die Erhaltung der traditionellen Kultur „Cindrelul-Junii”. Finanziert wurde das Festival u. a. vom Hermannstädter Kreisrat und vom Hermannstädter Bürgermeisteramt.Weiterlesen

,,Aus der Not heraus geboren“

Erster ,,Siebenbürgischer Kultursommer“ wurde im Spiegelsaal des DFDH eröffnet

Ausgabe Nr. 2780

Martin Bottesch, der Vorsitzende des Siebenbürgenforums (am Rednerpult) eröffnete vor einem interessierten Publikum im Spiegelsaal des DFDH die erste Auflage des ,,Siebenbürgischen Kultursommers“. Die Veranstaltung wurde auf der Homepage www.siebenbürger.de im Livestream gesendet und ist unter dem Link https://www.youtube.com/watch?v=dUZ8tjp7tqk    zu  finden.                          Foto: Beatrice UNGAR

 

,,Der Siebenbürgische Kultursommer 2022 wurde aus der Not heraus geboren. Nachdem 2017 in Hermannstadt das erste große Sachsentreffen stattgefunden hatte, war für 2021 das zweite geplant, das wegen der Pandemie zunächst auf 2022 verschoben wurde. Als man dann feststellte, dass mit Corona weiterhin zu rechnen sei und auch für 2022 eine große Veranstaltung nicht geplant werden kann, kam die Idee auf, diese durch eine Vielzahl kleinerer Events zu ersetzen“. Mit diesen Worten begrüßte Martin Bottesch, der Vorsitzende des Siebenbürgenforums, die Anwesenden bei der offiziellen Eröffnung des ,,Siebenbürgischen Kultursommers“ am Samstagabend im Spiegelsaal des DFDH.Weiterlesen

Multikulturell im Freilichtmuseum

Nationale Minderheiten stellten sich beim ,,Astra Multicultural“-Festival vor

Ausgabe Nr. 2779

Spontaner Tanz des Ensembles „Karasevska Zora” des Verbands der Kroaten in Rumänien aus Carașova, Kreis Caraș Severin.                                              Foto: Mugur FRĂȚILĂ

Knapp 7.000 Besucher haben vergangene Woche die kulturelle Vielfalt in Rumänien im Astra-Freilichtmuseum gefeiert, bei der 7. Auflage des Festivals „Astra Multicultural“. Vertreten waren die Gemeinschaften der Deutschen, Ungarn, Roma, Lipowener, Griechen, Serben, Kroaten, Slowaken und Rumänen.Weiterlesen

FITS 2022: Grandios und unvergesslich

Ausgabe Nr. 2776

Streiflichter von dem 29. Internationalen Hermannstädter Theaterfestival

Mit der Hermannstädterin Ioana Mărcoiu (mit roter Perücke) in der Hauptrolle war das Odeon-Theater mit „Cabaret” beim Festival dabei. Foto: Sebastian MARCOVICI

Wenn riesige Monster und Fabelgestalten über den Großen Ring ziehen, Fanfaren in der Heltauergasse spielen, Zirkusakrobaten auf dem Habermannmarkt herumturnen und Drohnen den Himmel über Hermannstadt aufleuchten lassen, dann hat das Internationale Theaterfestival (FITS) begonnen. Die 29. Auflage, die am Freitagabend, dem 24. Juni begonnen hat und noch bis Sonntag, dem 3. Juli in Hermannstadt von den Mitarbeitern des Radu-Stanca Nationaltheaters organisiert wird, findet unter dem Motto „Schönheit“ statt. Mehr als 3.500 Teilnehmer aus 75 Ländern erfreuen das teilweise extra für das Festival angereiste Publikum in über 800 Events. Es ist, wie jedes Jahr, für jeden Geschmack etwas dabei.

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,,Ein von Herzen willkommener Vorbote“

Ausgabe Nr. 2776

21. Kronenfest in Kerz am Alt als Gemeindefest begangen

Endlich wieder Kronenfest in Kerz: Vier Jungen von der Tanzgruppe des Samuel-von-Brukenthal-Gymnasiums trugen die Krone beim Umzug aus dem Pfarrhof in den Park, wo der Kronenbaum aufgestellt war. Mehr über das als Bezirkgemeindefest mit Unterstützung des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt organisierte Kronenfest in Kerz lesen Sie auf Seite 3. Foto: Beatrice UNGAR

Wenn es Ortspfarrer Michael Reger regelrecht die Stimme verschlägt bei der Begrüßung in der bis zum letzten Platz besetzten Kirche in Kerz – eigentlich der Chorraum der früheren Saalkirche des Zisterzienserklosters – dann ist Kronenfest. Am vergangenen Sonntag, dem 26. Juni, fand dieses traditionelle Fest nun zum 21. Mal nach der Wende als Gemeindefest des Hermannstädter Evangelischen Kirchenbezirks statt und wurde finanziell und logistisch unterstützt seitens des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt aus Mitteln des Departements für interethnische Beziehungen. Weiterlesen

,,Sprache und Literatur sind in sich performativ“

Ausgabe Nr. 2776

Symposium zu 50 Jahren Aktionsgruppe Banat in Temeswar


Die Moderatoren Christel Ungar-Țopescu und Dr. Markus Bauer und die sechs anwesenden Gründungsmitglieder der Aktionsgruppe Banat – Werner Kremm, Johann Lippet, Anton Sterbling, William Totok, Gerhard Ortinau und Ernest Wichner (v. l. n. r.). Foto: Beatrice UNGAR

Als Herta Müller am 10. Dezember 2009 in Stockholm den Nobelpreis für Literatur entgegennahm, sagte sie in der Tischrede beim Bankett: ,,Zum Glück traf ich in der Stadt Freunde, eine Handvoll junge Dichter der Aktionsgruppe Banat. Ohne sie hätte ich keine Bücher gelesen und keine geschrieben. Noch wichtiger ist: Diese Freunde waren lebensnotwendig. Ohne sie hätte ich die Repressalien nicht ausgehalten. Ich denke heute an diese Freunde. Auch an die, die auf dem Friedhof liegen, die der rumänische Geheimdienst auf dem Gewissen hat.“Weiterlesen