Keine wirklichen Spitzenreiter

Streiflichter von der 72. Auflage des Internationalen Filmfestivals in Cannes

Ausgabe Nr. 2626

Die Ehrenpalme für sein Lebenswerk ging an den Schauspieler Alain Delon, der dafür minutenlangen Stehapplaus erhielt. Der inzwischen 83-Jährige blickt auf 62 Jahre Filmkarriere zurück.                
Foto: Agerpres/AP

Es war ein seltsames Jahr ohne wirkliche Spitzenreiter, alle Filme waren etwa auf der gleichen  Ebene, es scheint, dass die Jurys viel diskutierten und auch bei den Wertungen der Kritiker in den Festivalzeitungen sah es ähnlich aus. Einige Titel konnten Kritik und Publikum verbinden, wie Ken Loach, der in „Sorry we missed you” die Ausbeutung der franchisierten Chauffeure bei Lieferungen ankreidet. Auch Pedro Almodovar fand viele Befürworter mit „Schmerz und Ruhm”, wo ein Filmregisseur (Antonio Banderas, Darstellerpreis), auf sein Leben zurückblickt. Ähnlich die Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne (Regiepreis) in „Der junge Ahmed” über einen 13jährigen Jungen, der radikalisiert ist und seine Lehrerin ermorden will, weil sie die arabische Sprache nicht nach den „Regeln des Korans” unterrichtet. Weiterlesen

Aufhören stand nie zur Debatte

Gespräch mit dem Dokumentarfilmer Björn Reinhardt

Ausgabe Nr. 2623

 

Björn Reinhardt  in seiner Wahlheimat.                                   
Foto: Florentina REINHARDT

Björn Reinhardt ist Dokumentarfilmer aus Deutschland. Er lebt jedoch schon über 15 Jahre mit seiner Ehefrau Florentina in Weintal/Valea Vinului in der Maramuresch, im tiefsten Norden Rumäniens. Der HZ-Praktikant Jan Christian Brewer hat ein Interview mit ihm zu seiner Arbeit, zu dem Land und der Zukunft von Beidem geführt.Weiterlesen

Ein weiteres Puzzlestück

Filmpremiere bei den ersten „Hermannstädter Gesprächen“ des Jahres

Ausgabe Nr. 2618

 

Der Filmemacher Günter Czernetzky mit dem Moderator des Abends, dem DFDR-Geschäftsführer Benjamin Józsa.                     
Foto: Beatrice UNGAR

Bei der ersten Veranstaltung der von dem Demokratischen Forum der Deutschen in Hermannstadt veranstalteten Reihe „Hermannstädter Gespräche“ in diesem Jahr, feierte am Dienstag im Festsaal des Bischofshauses der Dokumentarstreifen „Die Gründer. 30 Jahre DFDR“ Premiere.

Der Regisseur Günter Czernetzky war offensichtlich genauso aufgeregt und gespannt wie alle Anwesenden, die den Saal bis auf den letzten Platz belegt hatten. Es ging ja um Zeitgeschichte, so wie sie die Männer und Frauen der ersten Stunde, die das Demokratische Forum der Deutschen in Hermannstadt in unsicheren Zeiten aber voller Zuversicht aus der Taufe gehoben haben, erlebt haben.Weiterlesen

Unterschiedliche Erlebniswelten

In einem neuen Dokumentarfilm kommen Zeitzeugen zu Wort

Ausgabe Nr. 2618

Auf dem Plakat des Filmes sind die Protagonisten abgebildet: Christoph Klein, Paul Philippi, Walther Gottfried Seidner (obere Reihe v. l. n. r.), Inge und Heinz Galter, Frieder Schuller (untere Reihe, v. l. n. r.).

In den Jahren 2014-2016 führte der frühere Pressereferent der Evangelischen Akademie Siebenbürgen, Manuel Stübecke, 15 Interviews mit Vertretern der deutschen Minderheit in Rumänien im Rahmen seines Zeitgeschichte-Projekts „Erinnerungen und Entwicklungen in Siebenbürgen“. Es sammelte sich ein so reichhaltiges Material an, dass es für einen einzigen Film zu viel war. Der erste Teil trägt den Titel „Der Vogel träumt vom Maismehl/Vrabia mălai visează“ und beinhaltet Interviews mit Angehörigen der älteren Generation, Stübecke arbeitet an einem zweiten Teil, in dem die jüngeren Protagonisten zu Wort kommen sollen.Weiterlesen

Mit offenen Armen empfangen

Ein Film über Erfolgsgeschichten in Siebenbürgen

Ausgabe Nr. 2610

Zuwanderung nach Siebenbürgen. Erfolgsgeschichten.  Ein Film von Florin Besoiu. FB Filmproduktion 2018. Bestellungen unter fbfilmproduktion@gmail.com

Birthälm, Michelsberg, Mediasch. Aus der Vogelperspektive werden Bilder von Kirchen aus der Hermannstädter Umgebung eingeblendet. Es erklingen die ersten Töne des Siebenbürgenlieds und dann ist der Titel des neuesten Dokumentarfilms von Florin Besoiu „Zuwanderung nach Siebenbürgen. Erfolgsgeschichten“ zu sehen.  Nach seinen ersten beiden Dokumentarfilmen „Die Albtraumreise“ und „Die Überlebenden im Winter. Erinnerungen aus der Deportation“, die von der Deportation der Rumäniendeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg handelte, ist das Thema des 2018 erschienenen letzten Films ein sehr positives. Portraitiert werden Einwanderer, Rückkehrer aber auch junge Siebenbürger, die im Land geblieben sind, um hier wirtschaftlich oder kulturell etwas aufzubauen. Die Erfolgsgeschichten sind im 45-minütigen Dokumentarfilm zu sehen. Weiterlesen

Filme aus dem wahren Leben

Neuer Rekord beim Astra Film Festival in Hermannstadt aufgestellt

Ausgabe Nr. 2599

S.E. Botschafter Emil Hurezeanu (links) und der Journalist und Filmkritiker Cristian Tudor Popescu bei der Diskussion zum Thema „Rumänische Diaspora“ im Thaliasaal. Foto: Cynthia PINTER

Über 70.000 Zuschauer besuchten laut Organisatoren das Astra Film Festival dieses Jahr, fast fünf Prozent mehr als 2017. Über 25.000 davon waren Kinder und Jugendliche, die zusammen mit ihren Lehrer/innen jeden Morgen beim Astra Film Junior dabei waren. Die 19. Auflage des Dokumentarfilmfestivals Astra Film fand heuer vom 15. bis 21. Oktober statt und zeigte Filme aus dem wahren Leben. In Zahlen sah das Astra Film Festival heuer folgendermaßen aus: 128 Dokumentarfilme, davon 55 Filme aus 30 Ländern die in 5 Kategorien beim Wettbewerb teilgenommen haben. Weiterlesen

Tiefsinniges über die Welt und das Leben

Das Astra Film Festival feiert die 19. Auflage und 25-jähriges Bestehen

Ausgabe Nr. 2598

Besonders beliebt bei Kindern sind auch die Vorstellungen im „Full Dome“ auf dem Großen Ring. Hier werden in zwei runden Zelten (im Bild das große vor dem römisch-katholischen Stadtpfarramt) die Filme drinnen auf die Kuppel projiziert, so dass ein 360 Grad weites Bild entsteht.  Foto: Fred NUSS

25 Jahre sind vergangen seit Dumitru Budrala 1993 das erste Astra Film Festival organisiert hat. Damals noch im kleinen Kreise in nur einem Raum und die Filme wurden auf einem Fernseher verfolgt. Im nächsten Jahr waren es zwei Fernseher und Schritt für Schritt wuchs die Veranstaltung – die erst alle zwei Jahre und dann, wie heute, jährlich stattfindet – zu dem, was sie heute ist: das größte internationale Dokumentarfilmfestival Rumäniens. Weiterlesen

Kino unter freiem Himmel

5. Arini Fest Cinema war Christopher Nolan gewidmet
Ausgabe Nr. 2589

 

Etwa 800 Hermannstädter entspannten im Erlenpark beim Freiluftkino von „Arini Fest Cinema“.                                    Foto: Arini Fest Cinema

Eine Wohlfühloase im Erlenpark. Mit Picknickdecken, Popcorn und Bier machten es sich zahlreiche Hermannstädter am Wochenende (3.-5. August) bei der fünften Auflage des „Arini Fest Cinema“ bequem. Tagsüber tollten die Kinder auf dem eigens dafür angelegten Spielplatz und sobald es dunkel wurde, entstand ebenda ein Freiluftkino. Organisiert wurde das Festival von der Agentur „Grey Projects“ und „Cameleon PR&Events“.Weiterlesen

Oscarreife Filme beim TIFF 2018

Streiflichter von der 12. Auflage des Transilvania Film Festivals in Hermannstadt

Ausgabe Nr. 2583

In der ehemaligen Brukenthalschen Sommerresidenz in Freck soll am 10. August das erste von Christian Rätscher organisierte Brukenthal-Fest stattfinden, Ehrengäste sind Ricky Dandel, Florin Piersic und Bernhard Moestl. Näheres unter www.gqentertainment.ro. Unser Bild: Am Samstagabend  wurde hier der Film „La Ch’tite famille“ gezeigt.
Foto: Dragoș DUMITRU

„Der Regisseur ist die einzige Person, die weiß, worum es in einem Film geht.” Dieses Zitat stammt von dem bekannten indischen Filmregisseur Satyajit Ray. Und weil er in den meisten Fällen Recht hat mit seiner Behauptung, leiteten die Organisatoren des „Transilvania International Film Festival“ (TIFF) – das vom 25. Mai bis 3. Juni in Klausenburg stattfgefunden hat -, nach den meisten Filmvorführungen eine Diskussionsrunde mit Regisseur und Mitarbeitern ein, wobei die Zuschauer Fragen zu dem Film stellen können. So geschehen auch vergangene Woche in Hermannstadt, als vom 20. bis 24. Juni die zwölfte Auflage des TIFF stattfand. Weiterlesen

Blick zurück – Blick nach vorn

Dokumentarfilmreihe in Berlin von Januar bis Mai
Ausgabe Nr. 2583

 

Der Schriftsteller und Filmemacher Frieder Schuller und die Moderatorin Dr. Ingeborg Szöllössi.                                              
Foto: Christel WOLLMANN-FIEDLER

Dr. Ingeborg Szöllösi, Südosteuropareferentin beim Deutschen Kulturforum östliches Europa, plante eine Dokumentarfilmreihe, wollte dem Berliner Publikum Siebenbürgen zeigen, das Land inmitten der Karpaten. Vor achthundert Jahren kamen deutsche Kolonisten aus dem Moselland und Luxemburg in diese Landschaft, ließen sich nieder, bauten ihre Dörfer und Kirchen und blieben. Sie blieben bis vor über fünfundzwanzig Jahren. Nach der Öffnung der Grenzen in Europa begann der große Exodus nach Westen, nach Deutschland. Weiterlesen

Ein roter Teppich nur für Frauen?

Streiflichter von den 71. Internationalen Filmfestspielen in Cannes

Ausgabe Nr. 2579

Nadine Labaki mit Hauptdarsteller Zain al-Rafeea bei den Dreharbeiten zu „Capharnaum“.                                               Foto: www.thenational.ae

Gleich zu Anfang wusste man, dass dieses 71. Festival von Cannes anders sein würde als früher. Weniger bekannte Namen, dafür mehr Entdeckungen. Und der, der viele Entdeckungen gemacht hatte, war kurz zuvor verstorben und das Festival wurde ihm gewidmet: Pierre Rissient, jahrelang graue Eminenz, hatte u. a. Clint Eastwood und Lino Brocka nach Cannes gebracht. Und es war das Jahr der Frauen, die offen ihren Tribut forderten, es gab auf dem roten Teppich“ sogar eine montée des marches (so wird der gemeinsame Auftritt eines Filmteams auf dem roten Teppich“ im Fachjargon genannt)nur von Frauen.Weiterlesen