Ein weiteres Puzzlestück

Filmpremiere bei den ersten „Hermannstädter Gesprächen“ des Jahres

Ausgabe Nr. 2618

 

Der Filmemacher Günter Czernetzky mit dem Moderator des Abends, dem DFDR-Geschäftsführer Benjamin Józsa.                     
Foto: Beatrice UNGAR

Bei der ersten Veranstaltung der von dem Demokratischen Forum der Deutschen in Hermannstadt veranstalteten Reihe „Hermannstädter Gespräche“ in diesem Jahr, feierte am Dienstag im Festsaal des Bischofshauses der Dokumentarstreifen „Die Gründer. 30 Jahre DFDR“ Premiere.

Der Regisseur Günter Czernetzky war offensichtlich genauso aufgeregt und gespannt wie alle Anwesenden, die den Saal bis auf den letzten Platz belegt hatten. Es ging ja um Zeitgeschichte, so wie sie die Männer und Frauen der ersten Stunde, die das Demokratische Forum der Deutschen in Hermannstadt in unsicheren Zeiten aber voller Zuversicht aus der Taufe gehoben haben, erlebt haben.

Einer von ihnen, der Theologe Hans Klein, sagte der HermannstädterZeitungnach der Filmvorführung, der ein kurzer filmischer Nachruf auf den langjährigen Vorsitzenden und Ehrenvorsitzenden des DFDR folgte, bescheiden: Vielleicht war im ersten Teil ein wenig zu viel von mir die Rede.“ Er findet allerdings: Er war im ganzen bewegend.  Der filmische Nachruf für Paul Philippi war notwendig“.

Sehr gut fand auch der DFDR-Landesvorsitzende Paul-Jürgen Porr den Film, ebenso alle Anwesenden. Besonders wichtig war für alle, dass es nun eine Dokumentation gibt in der Zeitzeugen zu Wort kommen. So könnte die neue Generation erfahren, was sich in den Dezembertagen in Hermannstadt zugetragen hat. Und gerade das war ja auch das Anliegen der Stadträtin und Hochschullehrerin Liana Regina  Iunesch, die die Produktionsleitung inne hatte und sozusagen eine der treibenden Kräfte hinter dem Filmprojekt war, das von dem Demokratischen Forum der Deutschen in Rumänien in Partnerschaft mit dem Martinus-Verein durchgeführt und von dem Departement für interethnische Beziehungen im Generalsekretariat der Rumänischen Regierung finanziell unterstützt wurde.

Der Film selbst wird allerdings dem Titel nicht gerecht, denn es kommt kein Vertreter aus anderen Regionen Rumäniens vor, in denen die deutsche Minderheit eine Rolle spielte und auch heute noch spielt. So wäre zu erwähnen gewesen, dass der inzwischen verstorbene Erich Pfaff bei dem Besuch der Hermannstädter Delegation in Temeswar im Januar vorgeschlagen hatte, man solle einen Landesverband der Deutschen in Rumänien gründen.

Doch bleiben wir auf dem Tapet: Dem Filmemacher Günter Czernetzky ist ein ausgezeichnetes Werk zu verdanken, das  als ein weiteres Puzzlestück einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung dieser Zeit leistet. Vor allem ist es ihm gelungen, seine Gesprächspartner einfühlsam zu porträtieren, jenseits aller Worte.

Beatrice UNGAR

 

 

 

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