Herma Kennel und Radu Filipescu

Ausgabe Nr. 2440
 

 

Es war ein rumänischer Abend,  ein Abend der vergangenen Geschichte des Balkanlandes, der kommunistischen Volksrepublik Rumänien in der Zeit des Despoten Nicolae Ceaușescu und seiner machtgierigen Ehefrau Elena. Diese rumänische Geschichte, über die wir gleich hören werden, wurde  im ehemaligen Palais Mendelssohn in Berlin-Grunewald erzählt. Architekt Ernst von Ihne, wurde 1848 in Elberfeld geboren, kam über Umwege nach Berlin, stieg zum königlich-preußischen Hofarchitekten auf, bekam den Adelstitel und wurde schließlich von Kaiser Wilhelm II. im 1. Weltkrieg zur Exzellenz ernannt, baute dieses Palais 1908 im englischen Landhausstil im vornehmen Wohngebiet Grunewald für den wohlhabenden Bankier  Mendelssohn. Der letzte deutsche Kaiser Preußens war hier zu Gast, Honoratioren und wichtige Wissenschaftler der damaligen Zeit wurden geladen. In der Nazizeit erfolgte 1939 der Zwangsverkauf des jüdischen Besitzes, die Gestapo zog ein, Bombenangriffe zerstörten Teile des prächtigen Baues. Das Johannische Sozialwerk ließ das Haus in den 1950er Jahren auf- und umbauen. Weiterlesen

Spurensuche und Spurensicherung

Ausgabe Nr. 2440
 

Volker Wollmann veröffentlichte vier Bände zum Industrieerbe in Rumänien

 

Als sie eines der alten Transformatorenhäuschen irgendwo in Hermannstadt fotografieren wollte, sei sie von Hunden angefallen und fast gebissen worden, erzählte bei der Buchvorstellung im Festsaal der Evangelischen Akademie Siebenbürgen die Hermannstädterin Liliana Oprescu, eine der rund 50 Hobby- und Berufsfotografen, die Volker Wollmann im Anhang des vierten Bandes der Reihe Patrimoniu preindustrial și industrial în România" (Frühindustrielles und industrielles Erbe in Rumänien)  dankend erwähnt.Weiterlesen

„Spannend und tiefsinnig“

Ausgabe Nr. 2435
 

Elena Dumitrescu-Nentwig las im Erasmus-Büchercafé

 

„Zum Blättern"/„De răsfoit". Unter diesem Titel hat Elena Dumitrescu-Nentwig das zweite Buch ihrer spät aber erfolgreich begonnenen Schriftstellerkarriere im Klausenburger Limes-Verlag veröffentlicht, in zwei Sprachen: Rumänisch und Deutsch. Die Anmerkung „Schriftstellerkarriere“ ist wichtig, da die Autorin mit ihrem ersten Karriereweg auch äußerst erfolgreich wurde. Nämlich als Opernsängerin.

 

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Ein Genuss für Siebenbürgenkenner

Ausgabe Nr. 2433
 

Zu Iris Wolffs zweitem Roman „Leuchtende Schatten“

 

„Leuchtende Schatten“ heißt der zweite Roman der aus Hermannstadt stammenden Autorin Iris Wolff. „Halber Stein“, ihr Debütroman aus dem Jahr 2012 handelte von der Auswanderung der Siebenbürger Sachsen. Für „Leuchtende Schatten“ geht die 38-jährige Schriftstellerin noch ein Stückchen zurück in die Geschichte und spinnt eine Erzählung um zwei historische Ereignisse: die Rekrutierung der Siebenbürger Sachsen für die deutsche Wehrmacht im Sommer 1943 und der Frontwechsel Rumäniens vom 23. August 1944.

 

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„Als Lehrer hat man viel zu erzählen!”

Ausgabe Nr. 2431
 

Deutschlehrerin und Autorin Angelika Bohn las im Deutschen Kulturzentrum

 

Deutsch als Fremdsprache zu lernen, ist nicht unbedingt einfach, aber auch Deutsch zu unterrichten kann schwierig sein. Oder auch witzig, wie die Deutschlehrerin und Autorin Angelika Bohn im Laufe der Jahre feststellen konnte. Einen Teil ihrer Erfahrungen hat sie im Buch „Wem die Deutschstunde schlägt” veröffentlicht. Bei der Lesung im Deutschen Kulturzentrum Hermannstadt amüsierte sich das Publikum und so mancher Lehrer oder Deutschlernende konnte sich hie und da erkennen, besonders wer frustriert die „unsinnigen” Regeln und Ausnahmen lernen musste, auch wenn sicherlich kaum einer zugibt, Deutschkurse zu besuchen, nur um Flirtpartner zu finden. Erwachsenen Deutsch beizubringen bringt aber ungeahnte Herausforderungen, wie Angelika Bohn feststellte und glücklicherweise auch mitteilte. Darüber sprach sie mit HZ-Redakteurin Ruxandra S T Ă N E S C U.

 

Sie sind gebürtige Rumänin?

Ich bin in Mediasch geboren, mit 12 sind wir mit meiner Familie nach Deutschland umgezogen, habe dann Germanistik und Anglistik in Heidelberg und North Bay/Kanada studiert. Direkt nach dem Studium habe ich angefangen zu arbeiten und habe diesen Job ausgesucht, ich unterrichte Deutsch für Erwachsene.

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Neugierig und wissbegierig

Ausgabe Nr. 2430
 

Neues Buch von Hedwig Brenner erschienen

 

Auf  Menschen zugehen zu können ist eine Gabe, mit ihnen zu sprechen, von ihnen zu erfahren, eine Bereicherung des Lebens. Sich Jahrzehnte später an diese Begegnungen zu erinnern, eine Gnade! Hedwig Brenner, die Autorin des Buches „Begegnungen mit Menschen und Städten. 1919-2014", das vor kurzem im Hartung-Gorre Verlag Konstanz erschienen ist, durchstreifte Städte vor unendlich vielen Jahren, begegnete zufällig in Parks und auf Plätzen alten Bekannten oder Unbekannten, die zu Freunden wurden.

Die Schilderungen in diesem Buch sind nicht erfunden, erlebt und aufgeschrieben wurden sie von einer kommunikativen weltoffenen sechsundneunzigjährigen Dame, einer Czernowitzerin, eben Hedwig Brenner, wie bereits erwähnt. Geboren wurde die Schriftstellerin 1918 in der Bukowina, im deutschsprachigen Buchenland, das einst bis zum Ende des Ersten Weltkrieges zur Donaumonarchie gehörte, dann zum Königreich Rumänien kam, 1945 gar zur Sowjetunion und dessen nördlicher Teil mit Czernowitz seit 1990 zur Ukraine gehört.

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Von Leibniz angeregt

Ausgabe Nr. 2429
 

10. Band des Siebenbürgisch-Sächsischen Wörterbuchs

 

Vom Siebenbürgisch-Sächsischen Wörterbuch (SSWB), dessen Schaffung bereits von dem großen Philosophen und Sprachforscher Leibniz angeregt worden war, sind inzwischen neun Bände erschienen. Der vorliegende zehnte Band (S–Schenkwein) ist im Rahmen des Hermannstädter Forschungsinstituts für Geisteswissenschaften, das der Rumänischen Akademie (Bukarest) unterstellt ist, erarbeitet worden. Unser besonderer Dank für die Förderung der Drucklegung dieses Bandes gilt dem Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas e.V. an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie dem Demokratischen Forum der Deutschen in Hermannstadt. Für die sorgfältige Drucklegung sei der Honterusdruckerei gedankt.

 

 

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Bücher vom Prinzen

Ausgabe Nr. 2428
 

Prinz auf Rädern: Unter dem Motto Cărțile copilăriei" (Die Bücher der Kindheit), befindet sich Prinz Nicolae auf Radtour, um Werbung für das Lesen unter den Schülern in Rumänien zu machen. Unser Bild: Am Montag besuchte der Prinz (stehend) und die Vertreter des Verlags Curtea Veche die Schule Nr. 4 in Hermannstadt, wo er im Turnsaal eine Begegnung mit Schülerinnen und Schülern hatte, denen er eine Bücherspende aus der Reihe Cărțile copilăriei" des Verlags Curtea Veche überreichte.                 

Foto: Fred NUSS