Kein Roman zum Ausruhen

Ausgabe Nr. 2469
 

Meine Begegnung mit Ursula Ackrill in Hermannstadt und Bukarest

 

 

Mit ihrem ersten Roman im Gepäck landete Ursula Ackrill nach Jahren der Abwesenheit vor Tagen auf dem Hermannstädter Flughafen, die Karpaten hatte sie überflogen, die Stadt am Zibin war ihr vertraut.  Ihren Debütroman „Zeiden, im Januar“, der bereits für Aufregung und Ärger gesorgt hatte, stellte sie am 12. Februar im Deutschen Kulturzentrum vor. Viele Zuhörer waren gekommen, man sprach von  neunzig. Frau Ada Tănase, die Leiterin des Instituts empfing mit freundlichen Worten die Gäste, die Deutsche Konsulin Judith Urban wies auf die Nominierung des Romans für den Leipziger Buchpreis hin. Viel sei über Siebenbürgen, auch über die Vergangenheit des Landesteiles inmitten der Karpaten geschrieben worden, doch nur wenige hätten sich wie Ursula Ackrill der nationalsozialistischen Zeit gestellt. „Zeiden im Januar“ sei kein Roman, der gefallen will, kein Roman zum Ausruhen, er solle anregen und reflektieren.Weiterlesen

Eine poetische Netzwerkerin

Ausgabe Nr. 2469
 

Daniela Boltres legt Gedichtband vor und verbindet praktisch Kulturen

 

Geboren ist Daniela Boltres 1971 in Bukarest, aufgewachsen in Zeiden. Daher also die  Affinität zu Siebenbürgen. 1987 emigrierte sie nach Deutschland. Sie hat sich von hieraus auch jahrelang als  Vorsitzende des Berliner Vereins „Corona“ für die Rettung des Ensembles der Kirchenburg Trappold  nahe Schäßburg gekümmert, und gemeinsam mit dem wunderbaren Zimmermann Sebastian Bethge vor Ort ist das auch gelungen. Dass zum Sichkümmern glückliche Umstände hinzukamen – u. a.  EU-Förderung – schmälert das Engagement nicht, sondern zeigt die unerwartete Präsenz von Netzwerken, mit denen niemand rechnet, die aber im kreativen Moment dafür sorgen, daß Mittel nachhaltig eingesetzt werden.Weiterlesen

Im Blickpunkt: Der „Euro-Islam“

Ausgabe Nr. 2467
 

Buchvorstellung an der EAS: „Halbmond über der Dobrudscha“ von Jürgen Henkel

 

 

Nicht alle Tage spricht ein Großmufti vor den Mitgliedern und Freunden der Evangelischen Akademie Siebenbürgen in Neppendorf. Doch letzten Samstagabend gab die Buchvorstellung Jürgen Henkels einen guten Anlass dazu.

Mit seinem neuen Band „Halbmond über der Dobrudscha“, erschienen als Band 7 der Reihe Deutsch-Rumänische Theologische Bibliothek" präsentierte der Herausgeber eine Dokumentation über das Leben der Muslime in Rumänien.

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Lyrik aus der Deportation

Ausgabe Nr. 2466
 

Neues Buch über Russlanddeportation vorgestellt

 

Noch ein Buch über die Russlanddeportation? Das werden sich viele gefragt haben, als sie von der Herausgabe des Bands „Lager Lyrik“ erfahren haben. Das Gedenkbuch, das an 70 Jahre seit der Deportation der Deutschen aus Südosteuropa in die Sowjetunion erinnert, wurde am Donnerstag im Terrassensaal des Friedrich Teutsch-Kultur- und Begegnungszentrums vorgestellt. Herausgegeben wurde das Buch im Schiller-Verlag Hermannstadt-Bonn.Weiterlesen

Aus dem „Land vor dem Waldˮ

Ausgabe Nr. 2466
 

Reich bebildeter Band über Rettungsgrabung bei Reussmarkt vorgestellt

 

Man kann für die Zukunft bauen ohne die Spuren der Vergangenheit auszulöschen, davon ist der Archäologe und Hochschulprofessor Prof. Dr. Zeno Karl Pinter überzeugt, nachdem er gemeinsam mit einem Team an den archäologischen Grabungen bei der mittelalterlichen Siedlung in der Gegend Reussmarkt – Cunța teilgenommen hat. Auch könnte man einiges aus der Vergangenheit lernen, meint Pinter: Hätten nämlich die Straßenbauer den archäologischen Grabungen mehr Aufmerksamkeit geschenkt, hätten sie festgestellt, dass es genau dort zwischen Großpold und Reussmarkt, wo ein Teil der Autobahn-Teilstrecke Hermannstadt – Broos weggerutscht ist, keinerlei Spuren menschlicher Siedlungen gegeben hat. Es mag wohl an der Hanglage gelegen haben. Sogar die Bauer der Eisenbahnstrecke Hermannstadt – Allwinz/Vințul de Jos hätten die Risiken erkannt und mit Hilfe von zahlreichen Brücken und indem sie die Strecke auf der Höhenlinie um den Berg vor Großpold führten, dieses Erdrutschgebiet vermieden.

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Die rote Masche

Ausgabe Nr. 2464
 

Ein Shoabuch für Kinder und Erwachsene /  Von Christel WOLLMANN-FIEDLER

 

Aus Anlass des Internationalen Holocaust-Gedenktages, der  am 27. Januar weltweit begangen wird, veröffentlicht die HZ im Folgenden die Rezension eines Buches von Annika Tetzner, einer Holocaust-Überlebenden, die in Jerusalem lebt.

Es geht um das Erzählen eines Kindes, das im Ghetto Theresienstadt die Kälte und die Not spürt, doch auch die Liebe der Eltern und der Tanten, mit denen sie als kleines Mädchen zusammen in das Konzentrationslager deportiert wird.Weiterlesen

„…wie die parenthesen weinen“

Ausgabe Nr. 2462
 

Nora Iuga feierte 85.

 

Am 4. Januar 2016 feierte die Schriftstellerin und Übersetzerin Nora Iuga ihren 85. Geburtstag. Die Hermannstädter Zeitung gratuliert.

 Die Jubilarin ist nach wie vor kreativ tätig und hat, um nur ein Beispiel zu nennen, bei der Gaudeamus-Buchmesse 2015 in Bukarest die rumänische Fassung von Joachim Wittstocks Märchennovelle „Peter Gottliebs merkwürdige Reise" (Aus: „Spiegelsaal", Kriterion, 1994) vorgestellt, die unter dem Titel „Strania călătorie a lui Peter Gottlieb" im Tracus Arte Verlag erschienen ist. Zu ihrem 85. bringt der Bukarester Verlag Cartea Românească Nora Iugas neuen Gedichtband, „ascultă cum plâng parantezele"  (horch wie die parenthesen weinen) heraus.Weiterlesen

Meschen – eine Dorfidylle

Ausgabe Nr. 2461
 

Autobiografisches Buch der Siebenbürgerin Maria Schotsch erschienen

 

„Nirgendwo auf der Welt scheint die Sonne so schön wie zu Hause!“. Mit diesem Satz eröffnet Maria Schotsch ihr Vorwort zu dem autobiografischen Buch „Wie lieb ich dich, mein Dörflein klein“, das dieses Jahr im Schiller Verlag Bonn-Hermannstadt erschienen ist. In dem Buch schildert die Autorin ihre Kindheit und Jugend, die sie in Meschen/Moșna verbracht hat.Weiterlesen

Als Hermannstadt auf die Landkarte kam…

Ausgabe Nr. 2461
 

„Erfolgsgeschichte mit Folgen“, der 2. Band der „Leseproben einer Seelenverwandtschaft“

 

Die Luxemburger Politikerin Erna Hennicot-Schoepges und die HZ-Chefredakteurin Beatrice Ungar im Gespräch über die Folgen der Titelvergabe der Europäischen Kulturhauptstadt an Hermannstadt in Partnerschaft mit Luxemburg im Jahr 2007. Ein Austausch zu Identität, dem Leben in der Diktatur sowie der Rolle der Presse gestern und heute. Die Dialoge zeugen von einer Seelenverwandtschaft – nicht nur der beiden Autorinnen zueinander, sondern auch der Regionen Luxemburg zu Siebenbürgen, im Besonderen zu Hermannstadt.Weiterlesen

Humanistische Glanzleistung

Ausgabe Nr. 2458
 

„Rudimenta cosmographica" von Johannes Honterus neu aufgelegt

 

Die 'Rudimenta cosmographica' ('Grundzüge der Weltbeschreibung') ist das weltweit bekannteste Druckwerk des Kronstädter Humanisten Johannes Honterus, des historisch wohl berühmtesten Siebenbürger Sachsen. (…) Dabei handelt es sich um eine frühneuzeitliche Schulenzyklopädie. Sie war bei ihrem Erstdruck im 16. Jahrhundert einzigartig und sehr modern, wurde aber trotz ihrer beeindruckenden Verbreitung auf dem 'alten Kontinent' von der wissenschaftlichen Fachwelt – sehr zu Unrecht – kaum rezipiert. Um so aktueller ist das Bedürfnis, diese humanistische Glanzleistung europäischen Ranges aus Siebenbürgen an den Platz zu rücken, der ihr in der europäischen Kulturgeschichte wohlverdient zukommt".Weiterlesen