,,Aktuell relevanter denn je“

Briefe und Manuskripte aus bewegten Zeiten in Siebenbürgen und Deutschland
Ausgabe Nr. 2762

Zinzi und Hem Wagner, Gerd und Hansgerd Bansen, Otto Schallner und Dora Hager: Erinnerungen in der Nacht… und Siebenbürgen ist so fern; Zusammengestellt und bearbeitet von Bernd Wagner, SUB-Verlag Pöttmes 2021, 300 Seiten, ISBN 978-3-944175-02-7. sub-verlag@t-online.de

„Es ist ein Beleg, zu welchem Wahnsinn Menschen, ganze Gesellschaften, damals „Völker“ genannt, fähig sind. Und wozu sie, auch heute und jederzeit, wieder fähig sein können,“, schreibt Autor Bernd Wagner im Januar 2021. Ob er zu diesem Zeitpunkt schon ahnte, welcher Wahnsinn Europa nur ein Jahr später in Atem halten wird? Für die Nachkriegsgeneration und ihre Kinder kann es schwer sein zu verstehen, was es bedeutet, aus seiner Heimat zu fliehen und abgeschottet von den Liebsten um die selbigen bangen zu müssen. Mit dem im SUB-Verlag in Pöttmes erschienenen Buch „Erinnerungen in der Nacht… und Siebenbürgen ist so fern“ gibt Wagner anhand von Briefen und Manuskripten seiner siebenbürgischen Verwandtschaft einen Einblick in die Sorgen und Ängste aber auch die kleinen Glückmomente, die die Menschen in Deutschland und Siebenbürgen in der Zeit von 1935 bis 1955 prägten.Weiterlesen

,,Balkanische Elegien“

Gedanken zu einem Buch von Matthias Buth

Ausgabe Nr. 2759

Aus dem Bergischen Land in die Welt ist kein Katzensprung. Die Welt hält sich in Grenzen, in den Osten Europas, România, das Land durch das die Römer zogen und den Namen fallen ließen, die Karpaten werden übersprungen und vor dem Schriftsteller und Lyriker Matthias Buth liegt diese Welt, liegen die Nester der einst Eingewanderten aus dem Moselland, den Sachsen in Siebenbürgen. Zu ihnen gelangt der Lyriker mental und nun auch dichterisch. Sein Buch ,,Der Schnee stellt seine Leiter an die Ringmauer“ (Pop-Verlag Ludwigsburg 2020) habe ich endlich gelesen und pflichte ihm bei:„Rumänien ist ein Herzstück Europas, ein Kulturland, das seine Grandezza aus zahlreichen Quellen entwickelt hat“.Weiterlesen

Neue Grundschulbücher in deutscher Sprache

Gedanken aus der Schulbuchwerkstatt des DFDR

Ausgabe Nr. 2757

„Der Wind bricht einen biegsamen Baum nicht“ ist der Spruch, der mich von dem afrikanischen Sprücheblock auf meinem Schreibtisch anlächelt, im Hintergrund ein einzelner Baum in wüstenartig-gelbem Boden, der sich gegen einen tiefblauen Himmel abhebt. Der Spruch passt gut zu der Erfahrung, die wir in den vergangenen Monaten mit der Übersetzung der neuen Grundschulbücher gemacht haben. Da ist schon im Vorfeld der eigentlichen Übersetzungsarbeit manch ein Wind aufgekommen. Weiterlesen

,,Man muss ordentlich übertreiben”

Satiren-Buch von Peter Biro in rumänischer Sprache erschienen

Ausgabe Nr. 2757

Peter Biro.                                Foto: Privat

Peter Biro, bis Ende 2021 Anästhesist in der Schweiz, hat seit Jahren seine Leidenschaft für die Literatur entdeckt. Im Vorjahr ist sein erstes Buch in rumänischer Sprache erschienen, „Incredibila poveste a lui Jean Jaques Récamier”. Über Satiren, Bücherherausgabe und Pläne sprach der Autor mit der HZ-Redakteurin Ruxandra S t ă n e s c u.Weiterlesen

Im Galopp durch die Trilogie

Lesung mit Jan Koneffke im Brecht-Haus in Berlin

Ausgabe Nr. 2757

Der Schriftsteller Jan Konneffke.Foto: die Verfasserin

Ein großartiger Erzähler ist Jan Koneffke, der Vielreisende. Rom, Bukarest und Wien, ein siebenbürgischer Flecken sind seine Fluchtpunkte. Gerade kommt er mit dem Zug aus Rom angereist und landet pünktlich am 22. Januar d. J. im Literaturforum im Brecht-Haus in Berlin zu der Lesung aus seiner Romantrilogie – ,,Eine nie vergessene Geschichte“ (DuMont Verlag 2008), ,,Die sieben Leben des Felix Kannmacher (DuMont Verlag 2011), ,,Ein Sonntagskind“ (Galiani Verlag 2015) –  im Rahmen der vom Deutschen Kulturforum östliches Europa veranstalteten Lesereihe ,,Unerhörte Familiengeschichten aus dem östlichen Europa“. An ideenreichen Geschichten und Geschehnissen lässt er uns teilhaben. Weiterlesen

Lesenswerte Lektüre

Einer näheren Betrachtung wert: Zwei Jahrbücher für 2022 im Überblick

Ausgabe Nr. 2756

Links im Bild: Berthold W. Köber(Hg.): Jahrbuch 2022/Menschen und Zeiten/Siebenbürgisch-Sächsischer Hauskalender, 67. Jahrgang, Im Auftrag der Gemeinschaft Evangelischer Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben im Diakonischen Werk der EKD – Hilfskomitee und in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien; Schiller Verlag, Hermannstadt – Bonn 2021, 248 Seiten, ISSN-Nr. 0583-192X.Rechts im Bild: Deutsches Jahrbuch für Rumänien 2022, Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien (ADZ), 336 Seiten, ISSN 2559 – 4869, ISSN-L 2559-4869. Foto: Cynthia PINTER

Ein neues Jahr, zwei neue Jahrbücher. „Menschen und Zeiten“ ist der Titel des Jahrbuches bzw. des Siebenbürgisch-Sächsischen Hauskalenders, der im Auftrag der Gemeinschaft Evangelischer Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben im Diakonischen Werk der EKD – Hilfskomitee und in Zusammenarbeit der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien von Berthold W. Köber herausgegeben wurde und im Schiller Verlag Hermannstadt-Bonn erschienen ist. Und das Deutsche Jahrbuch für Rumänien 2022, von der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien mit Unterstützung des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien mit Mitteln des Departements für Interethnische Beziehungen der Regierung Rumäniens in der Honterus-Druckerei gedruckt, ist ebenfalls einer näheren Betrachtung wert.Weiterlesen

,,Mehr als ein Erlebnis“

Ein Buch zum Thema Trekking durch die Mongolei

Ausgabe Nr. 2756

Gerhard M. Bonfert bei einer Dünenwanderung in der Wüste Gobi.                             Foto: Privat

,,Eine Trekkingtour durch die südliche und zentrale Mongolei – Süd Gobi und Kharakhorum“, lautet der Untertitel des Buches ,,Wind zwischen Sandkörner“, das der gebürtige Hermannstädter Journalist Gerhard M. Bonfert 2017 verfasst und 2021 im Eigenverlag in Augsburg, wo er seit 1990 lebt, herausgegeben hat. Mongolei? Mongolen? Die Neugierde des Lesers wird schnell geweckt. Erinnerungen an die Geschichtsstunden werden wach. Die Mongolen hatten ja im 13. Jahrhundert das Land verwüstet, die Bevölkerung niedergemetzelt. Was machen die Mongolen heute? Wie sieht das Zuhause der einst angsteinflößenden Mongolen aus?Weiterlesen

Ein Fotobuch über das Erinnern

Heinke Fabritius im Gespräch mit dem Luxemburger Fotografen Marc Schroeder

Ausgabe Nr. 2754

Marc  Schroeder bei der Vernissage seiner Ausstellung  im Januar 2020 in Reschitza.                                  Foto: Beatrice UNGAR

Der Luxemburger Marc Schroeder, der in Berlin und Lissabon lebt, hat in den vergangenen Jahren Aufsehen erregt mit einem Fotoprojekt zu den deportierten Rumäniendeutschen. Nach Studium und siebenjähriger Karriere in New York nahm Schroeder, damals noch Banker, die globale Banken- und Finanzkrise von 2008 zum Anlass, seinem Leben eine neue Richtung zu geben und sich ganz der Fotografie zu widmen. Bald fand das damals gerade in die EU aufgenommene Rumänien sein großes Interesse. So entstanden zwischen 2012 und 2015 einprägsame Bilder und Gesprächsdokumente von 40 ehemaligen Deportierten. Die eindrücklichen Zeitzeugenporträts wurden auf mehreren Ausstellungen in Rumänien und Deutschland gezeigt, mehrere davon auch in Zusammenarbeit mit der Kulturreferentin für Siebenbürgen realisiert. Seit kurzem liegt das Projekt als Fotobuch vor. Dr. Heinke Fabritius sprach mit Marc Schroeder über Herausforderungen und Chancen dieser bemerkenswerten Edition.   Weiterlesen

,,Gedenkzeichen gegen das Vergessen“

Buch von Christoph Klein als Festgabe für Eginald Schlattner erschienen

Ausgabe Nr. 2753

Christoph Klein: Grenzbeschreitung. Kulturtheologische Betrachtungen zu Texten siebenbürgischer Autorinnen und Autoren. Verlag Dr. Kovač Hamburg, 2021, 298 Seiten, ISBN: 978-3-339-12672-6

Unter dem Titel ,,Grenzbeschreitung“ ist vor kurzem im Hamburger Dr. Kovač-Verlag ein Buch von Altbischof D. Dr. Christoph Klein erschienen. Es enthält, wie der Untertitel besagt, „Kulturtheologische Betrachtungen zu Texten Siebenbürgicher Autorinnen und Autoren“. Als Herausgeber zeichnet der Innsbrucker katholische Theologe und Komparatist Prof. Dr. Peter Tschuggnall. Der ebenfalls österreichische Ordensgeistliche und Lyriker Alfons Jestl hat dazu ein sehr freundliches, einladendes Geleitwort geschrieben. Wie Christoph Klein im Vorwort ausführt, lehnt sich der Titel des Buches an ein Wort des großen Theologen Paul Tillich an, der von der Grenze als vom „fruchtbarsten Ort der Erkenntnis“ spricht. Weiterlesen

,,Perle Siebenbürgens“

Neuerscheinung: Schäßburg in Wort und Bild

Ausgabe Nr. 2753

Jürgen Henkel (Text), Martin Eichler (Fotos): Schäßburg (Sighişoara) – Eine Erkundung der „Perle Siebenbürgens“, Kunstverlag Josef Fink 2021, 88 Seiten, 61 Fotos,  ISBN 978-3-95976-306-6, 6 Euro. Der Band ist im Buchhandel (in Hermannstadt im Erasmus-Büchercafé und in der Schiller-Buchhandlung) oder beim Verlag (htt ps://kunstverlag-fink.de/kontakt/ ) erhältlich.

Von „Rothenburg“ oder „Dinkelsbühl“ bis hin zur „Perle“ Siebenbürgens reichen die begeisterten Vergleiche für die Stadt Schäßburg – rumänisch Sighişoara – im Herzen Siebenbürgens. Die historische Altstadt auf dem Burgberg mit ihren wuchtigen Wehranlagen und trutzigen Türmen, den kolossalen Kirchenbauten und prächtigen Bürgerhäusern aus Mittelalter, Renaissance-Zeit und der Epoche des Barock mit manchmal sogar venezianisch anmutender Optik  gilt bis heute als eine der schönsten historischen Städte in ganz Südosteuropa. Weiterlesen