,,Eine dringende Aufgabe“

Neuer Bildband von Georg Gerster und Martin Rill

Ausgabe Nr. 2687

Georg Gerster und Martin Rill: Schäßburg und die Große Kokel. Buchversand Südost/www.siebenbuergen-buch.de, 2020. 312 Seiten, ISBN 978-3-00-065486-2.

Auch in diesem Jahr überraschen uns Martin Rill und Georg Gerster mit einem neuen Bildband, Hardcover, 300 Seiten, 800 Farbabbildungen,  eine Übersichtskarte, 19 Ortsgrundrisse. Der Bildband „Schäßburg und die Große Kokel“ ergänzt die Reihe mit den Bänden: „Siebenbürgen im Flug“, „ Das Burzenland“, „Hermannstadt und das Alte Land“, „Das Repser und das Fogarascher Land“, „Einblicke ins Zwischenkokelgebiet“.

 

Das Buch ist das Ergebnis einer dreijährigen Dokumentation in den 19 sächsischen Orten auf dem Gebiet der Großen Kokel. Wie Dr. Hans Bruno Fröhlich, Dechant des Evangelischen Kirchenbezirkes A. B. Schäßburg, in seinem Vorwort erwähnt, handelt es sich um 18 Gemeinden: Arkeden, Denndorf, Dunesdorf, Felsendorf, Großlasseln, Keisd, Klosdorf, Kreisch, Malmkrog, Neudorf, Peschendorf, Rauthal, Schaas, Scharosch, Trappold, Waldhütten, Weißkirch, Wolkendorf  und um die Stadt Schäßburg. Es sind auf ehemaligem Königsboden gelegene Gemeinden, die mit ihren wehrhaften Kirchenburgen mit stolzen Türmen auf ihre Freiheit und Eigenständigkeit weisen; und es sind Gemeinden auf adligen Grundherrschaften mit relativ jungen Kirchen und kleineren Häusern, ein Hinweis darauf, dass diese Dörfer über Jahrhunderte hinweg rechtlos waren. Schäßburg und Keisd, auch auf dem Schutzeinband abgebildet, gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Die Gesamtdarstellung jeder Ortschaft wird mit einem historischen Überblick, Flugaufnahmen und einem Ortsplan mit den Straßennamen eingeleitet. Im Mittelpunkt der Präsentation  ist die evangelische Kirche, mit Außenaufnahmen und Innenansichten von Orgel, Altar, Kanzel, Taufbecken, Chorgestühl, Wandgemälde, Kelche. Dabei wurde auch Kulturerbe erfasst, das nicht mehr vor Ort ist, wie zum Beispiel in Felsendorf, wo die Einschenk Orgel abgebaut und in der römisch katholischen Kirche in Schäßburg neu aufgebaut wurde. Gassen und Plätze, Pfarrhaus, Schule, Rathaus, Gemeindesaal, Friedhof werden in Bild und Wort dargestellt.

Ein großes Kapitel wird der Stadt Schäßburg eingeräumt. Auf einen historischen Einleitungstext folgt die Gesamtdarstellung der Stadt mit Flugaufnahmen, und einem Ortsplan des mittelalterlichen Stadtkerns mit den Straßennamen. Im Mittelpunkt der Präsentation stehen die evangelischen Kirchen, mit der Ausstattung, Innenansicht zur Orgel, zum Altar, Orgel, Altar, Taufbecken, Epitaphien, Kirchenschatz und der Bergfriedhof. Auch alle wichtigen Gemeinschaftsbauten und wichtigen Einrichtungen der Stadt werden in Wort und Bild festgehalten.

Die Fotos in dem Bildband entstanden in den Jahren 2017 bis 2019 während mehreren Foto und Dokumentationsreisen, die in allen Jahreszeiten durchgeführt wurden. Die einfühlsamen Architektur- und Landschaftsfotografien, dokumentieren das reiche Kulturerbe. Viele Bauten und Ausstattungen von Kirchen werden erstmals veröffentlicht. Es wurde der gegenwärtige Zustand festgehalten. Auf historische oder ältere Aufnahmen wurde verzichtet. Die großformatigen Luftaufnahmen wurden vom Schweizer Fotograf  zur Verfügung gestellt.

Die Ortsnamen, der siebenbürgisch-sächsischen Ortschaften, gibt es in deutscher, rumänischer und ungarischer Sprache.

Zwei weitere Bände sind in Vorbereitung: „Mediasch und das Siebenbürgische Weinland“ und „Harbachtal und Unterwald“.

„Die flächendeckende Dokumentation aller Ortschaften einer Region ist zu einer dringenden Aufgabe geworden. Wenn wir das jetzt nicht tun, können wir das später vor der Geschichte nicht verantworten. Unser kulturelles Erbe ist ein Teil des europäischen Kulturgutes, und unsere Nachkommen werden uns einmal danach fragen, wie wir damit umgegangen sind“, schreibt Martin  Rill.

Gerlinde SCHULLER

 

 

 

 

 

 

 

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