Zur Freiheit befreit

Hans Klein veröffentlicht neuen Kommentar zum Brief des Paulus an die Galater

Ausgabe Nr. 2679

 

Der Brief des Paulus an die Galater. Übersetzt und erklärt von Hans Klein. Honterus-Verlag Hermannstadt, 2020, 215 Seiten, ISBN 978-606-008-045-9

Es ist sehr erfreulich, dass der emeritierte Theologieprofessor für Neues Testament Hans Klein schon bald nach seinem Buch, in dem er den Römerbrief ausgelegt hat, nun  im Hermannstädter Honterus Verlag eine sehr anregende  Auslegung des Galaterbriefes folgen lässt. Das über 200 Seiten umfassende Buch zeugt von tiefschürfender wissenschaftlicher Arbeit, ist aber nicht nur für Fachtheologen, sondern auch für interessierte Laien fesselnd und gut verständlich abgefasst. Der Autor lädt den Leser und die Leserin ein, sich mit ihm in die antike, hellenistische Geisteswelt der apostolischen Zeit zu versetzen, um das damalige Wort in seiner Besonderheit und praktischen Zuspitzung zu verstehen, es aber zugleich auf das eigene innere Leben anzuwenden und in diese unsere Zeit zu übertragen. Weiterlesen

Terrassen am Huetplatz

Ausgabe Nr. 2679

Auf dem inzwischen seit bald einem Jahr aufgrund eines Stadtratsbeschlusses autofreien Huetplatz können die Hermannstädter und ihre Gäste auf den Terrassen im Schatten der Lindenbäume oder der Sonnenschirme unter Einhaltung der Abstandsregelungen einen  Kaffee genießen oder auch verschiedene Gerichte probieren. Unser Bild: Von einem der Tische auf der Terrasse des Atrium-Cafés hat man einen schönen Blick auf die Rückseite des Luxemburghauses.

Foto: Fred NUSS

Neue Sprachregelungen

Ausgabe Nr. 2679

Die Zeiten sind definitiv vorbei, als wir noch unbedacht sprechen konnten wie uns der Schnabel gewachsen war. Apropos Schnabel, auch diese Formulierung muss ab sofort unterlassen werden, denn es wäre möglich, dass irgendeine Amsel, Drossel, Fink und Star, ja sogar die ganze Vogelschar sich veräppelt vorkommen könnte, wenn es im Vorbeifliegen einen solchen Sprachfetzen aufschnappte. Dann könnte das arme Tier für den Rest seines Lebens in Depressionen ver-  (und sogar vom Himmel herunter-) fallen. Generell sollten solche oder ähnliche Metaphern aus dem Tierreich vermieden werden, wenn man es sich mit den Tierschützern nicht verderben will. Also, ab jetzt bitte nicht mehr vom „Hundewetter“ sprechen, und man darf sich auch nicht mehr „pudelwohl“ fühlen. Selbst für das, was man bei Vögeln als generell übliche Tätigkeit annimmt, auch dafür sollte man sich lieber eines artneutralen Ausdrucks bedienen; zum Glück hält die Umgangssprache der ungerechterweise weniger gehobenen Bildungsschichten, genügend Alternativen dafür parat.Weiterlesen

Nachrichten

Ausgabe Nr. 2679

Foto: Focus Photos

Sonderausstellung im Teutsch-Haus

Hermannstadt. – Die Ausstellung „PANORAMA. Hermannstadt-Sibiu“ mit Fotografien von Stefan Jammer ist am Mittwoch eröffnet worden und ist bis zum 15. Dezember 2020 im Friedrich Teutsch-Kultur- und Begegnungszentrum zu besichtigen. Die Ausstellung wurde mit der finanziellen Unterstützung des Konsulats der Bundesrepublik Deutschland in Hermannstadt und des Landeskonsistoriums der EKR realisiert. Das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien fördert den Katalog, und das Hermannstädter Bürgermeisteramt bewirbt die Ausstellung.

 

Wasser wird teurer

Hermannstadt. – Die Hermannstädter Wassergesellschaft erhöht ab dem 1. Juli die Wasser- und Abwasserpreise um 9 bzw. 6 Bani pro Kubikmeter. Das Wasserwird 3,70 Lei (3,39 Lei ohne MwSt) und das Abwasser 2,55 Lei (2,34 Lei ohne MwSt) kosten. Die Preise werden erhöht, weil im letzten Jahr die Inflationsrate gestiegen ist. (RS)       Weiterlesen

Erfolgreiche Kompromisslösung

Das 27. Internationale Hermannstädter Theaterfestival fand im Netz statt

Ausgabe Nr. 2678

Szenenfoto aus der Vorstellung mit Anton Tschechows ,,Der Kirschgarten“ in der Regie von Lev Erenburg am Sankt Petersburger Nebolshoy Dramatheater.                                                            Foto: Anastasia PAUSTOVA

Der Regen hat auch das diesjährige Internationale Theaterfestival aus Hermannstadt komplett begleitet, so wie man das als Hermannstädter seit Jahren kennt. Diesmal hat es allerdings gepasst, denn die Lockerungsmaßnahmen während der Corona-Pandemie hätten vielleicht viel mehr Hermannstädter aus dem Haus gelockt. So konnte man sich gemütlich vor dem Fernseher, Tablet oder Handy kuscheln und ein schönes Theaterstück online sehen. Doch nicht nur Hermannstädter zählten heuer zu den über 1,5 Millionen Zuschauern, denn die meisten Stücke waren weltweit kostenlos zu sehen. Wer diese 27. Auflage verpasst hat oder ein Stück nochmals sehen will, hat gute Chancen, denn die Stücke werden wieder gesendet.Weiterlesen

Still, gelassen und einfühlsam

Nachruf auf Pfarrer Reinhardt Boltres (1968-2020) / Von Johannes KLEIN

Ausgabe Nr. 2678

Der viel zu früh verstorbene Agnethler Pfarrer Reinhardt Boltres war Jahr für Jahr nach Wiederaufnahme des Brauches des Urzellaufs ein großzügiger und immer freundlicher Gastgeber einer der Parten. Unser Bild: Pfarrer Reinhardt Boltres bedient die Urzeln mit leckeren Krapfen beim Urzellauf 2014. Foto: Werner FINK

„So spricht Gott, der Heilige Israels: Wenn ihr umkehrtet und stille bliebet, so würde euch geholfen; durch Stillesein und Vertrauen würdet ihr stark sein“.
(Jesaja 30,15).

So steht dieser Vers in der Lutherbibel: im Konjunktiv. Diese Interpretation ist nicht falsch, weil das Althebräische keinen Konjunktiv kennt und man diesen in modernen Sprachen zum Verständnis gelegentlich braucht. Im biblischen Kontext ist der Konjunktiv sinnvoll, weil sich das Volk Israel, auf das sich dieser Vers primär bezieht, in der beschriebenen Situation gerade nicht durch Stillesein und Vertrauen stark gemacht hat. Und das tut nicht nur das Volk Israel in dem Fall nicht, sondern die meisten Menschen sind nicht im Stillesein und Vertrauen stark. Es gibt aber durchaus auch Ausnahmen – wie Reinhardt Boltres –, die diesem Bibelvers entsprechen, ohne vorher gemahnt werden zu müssen. Im Andenken an ihn möchte ich deshalb den Bibelvers nach der Übersetzung von Martin Buber und Franz Rosenzweig wiedergeben, die viel näher an der hebräischen Vorlage steht: „In Umkehr und Ruhe werdet ihr befreit, in Stille und Gelassenheit geschieht euer Heldentum.“ Reinhardt Boltres hat sein ganzes Leben lang in seiner Ruhe Freiheit gelebt, er war ein Held der Stille und Gelassenheit. Der lutherische Konjunktiv kann sich auf ihn nicht beziehen. Er ist Mahnmal für uns: vielleicht würden wir stärker sein, wenn wir etwas mehr auf Stille und Vertrauen achten würden.
Reinhardt Boltres wird am 29. April 1968 als Sohn der Katharina und des Reinhardt Boltres in Hermannstadt geboren. Während der Kindheit weilt er oft bei den Großeltern in Reußdörfchen, wenige Kilometer von Hermannstadt entfernt.Weiterlesen

„Hier sehe ich meine Zukunft“

Gespräch mit Wolfgang Alexander Guib, COO der Firma Deutsche Grundriss Romania

Ausgabe Nr. 2678

Jungunternehmer Wolfgang Alexander Guib an seinem Arbeitsplatz.  Foto: Werner FINK

Wolfgang Alexander Guib (26) ist seit Februar 2020 Generaldirektor der Firma Deutsche Grundriss Romania und für das gesamte operative Geschäft der Firma in Europa zuständig. Deutsche Grundriss ist ein führender Anbieter von Graphik und Software-orientierten Lösungen, Grundrissen für Marketing-Zwecke und Immobilien-Visualisierungen im deutschsprachigen Raum. Guib ist in Mediasch geboren und aufgewachsen, später kam er nach Hermannstadt, wo er die zwölfte Klasse an der Brukenthalschule absolvierte und anschließend  zu studieren und zu arbeiten anfing. Innerhalb kürzester Zeit schaffte er es, sein Ziel zu verwirklichen und Top-Manager seiner Firma zu werden. Eines seiner  weiteren Ziele ist es, in die Lokalpolitik zu gehen. Zu seinem Werdegang gewährte Wolfgang Alexander Guib dem HZ-Redakteur Werner F i n k folgendes Interview:Weiterlesen