Vom Leben zum Tode in der Pflicht

Nachruf auf Elke Sabiel

Ausgabe Nr. 2960

Elke Sabiel (1941-2026).
Foto: Carmen Elisabeth PUCHIANU

„Machen Sie bitte keine Eintagsfliege aus Ihrer Veranstaltung und schon gar nicht eine dieser, na, wie sage ich das am besten, akademischen Nabelschauen” – hier macht die Sprecherin eine kurze Pause und schmunzelt mir verschmitzt zu, indem sie die Brauen kurz anhebt, als wolle sie mich eher aufmuntern als abkanzeln. „Das habe ich oft beobachtet”, setzt sie dann fort, „und ich denke, man sollte seine kreativen und wissenschaftlichen Fähigkeiten doch effizienter einsetzen, gerade im Bereich von Bildung und Entwicklung.” Ich bin sprachlos, fühle mich überrumpelt von der direkten, nüchternen und unterschwellig ironisch- herausfordernden Art meines Gegenübers: einer etwas zur Molligkeit neigenden Mittfünfzigerin, nicht ganz so hoch wie ich aber durchaus imposant, die dunkelblonden mit etwas Eisengrau gesträhnten Haare zur Pagenfrisur geschnitten, mit blaugrauen Augen, die je nach Kopf- und Körperhaltung manchmal einen dunklen Grundton zeigen und manchmal sehr hell erscheinen. Eine gewisse Ernsthaftigkeit und Strenge kennzeichnen das Gesicht, daran mir das Grübchen am Kinn besonders auffällt sowie die schmale Spalte zwischen den beiden oberen Schneidezähnen. Ich denke mir, dass sie sicher gut pfeifen kann dadurch und ich muss auch lächeln. Dann beginne ich zu stottern und mich zu erklären: „Nun ja, wissen Sie, es ist die erste Fachtagung, die ich veranstalte, nach dem Motto was andere können, kann ich sicher besser… Da können einem Pannen passieren wie etwa der dämliche Fehler im Programm gleich auf der ersten Seite, bedauerlich” (sie zieht wieder ihre Brauen hoch und schmunzelt) „…aber von akademischer Nabelschau oder gar Eintagsfliegentum kann in meinem Fall keine Rede sein. Da kennen Sie mich schlecht, Frau Sabiel!”Weiterlesen

Adamovic geht

Ausgabe Nr. 2960

Nach 18 Jahren im Profibasketball, 10 Teams und über 500 gespielten Spielen beendet Filip Adamovic (unser Bild) eine beeindruckende Karriere, die er sich durch harte Arbeit, Opferbereitschaft und Leidenschaft für das aufgebaut hat, was er, wie er sagt, liebt und immer lieben wird: den Basketball. Der Bosnier verabschiedete sich offiziell von den Fans am Sonntag, dem 24. Mai, nach dem Sieg der Hermannstädter Basketballmannschaft CSU Sibiu gegen FC Argeș Pitești zum 100:93. Filip Adamovic startete seine Karriere 2006 in seinem Heimatort Aleksandrovac mit dem Team Igokea; nach Rumänien kam er 2013 als Spieler für CSU Asesoft Ploiești und spielte außerdem für BC Mureș (2014-2015) und U-BT Cluj-Napoca (2015-2017), mit denen er 2016 den Rumänienpokal gewann. CSU Sibiu blieb er die letzten beiden Jahre seiner Karriere treu. Die Hermannstädter belegen nun nach einem zweiten Sieg gegen FC Argeș Pitești am 27. Mai (105:106) einen ehrenhaften Platz 7 in der Gesamtwertung der Nationalliga. Im Finale der Nationalliga kämpft CSM Oradea gegen U-BT Cluj-Napoca, das erste Spiel gewannen die Großwardeiner am Dienstag, dem 26. Mai, 87:84. Gestern nach Redaktionsschluss folgte das zweite Finalspiel, weitere Spiele sind geplant: am 1. Juni, 18 Uhr; am 3. und 7. Juni. Das Team, das drei von fünf Spielen gewinnt, wird zum Nationalmeister gekrönt.   Text: Cynthia PINTER, Foto: BC CSU Sibiu

Vier Preise für RST

Ausgabe Nr. 2960

„Eine Performance, die ins Staunen versetzt“, so beschrieb Cynthia Pinter in ihrer Theaterrezension über die Premiere des Theaterstücks „Lungul drum al zilei către noapte“ (unter dem Titel „Ein Must-See“ in der HZ-Ausgabe 2907 vom 4. April 2025) Nicu Mihocs schauspielerisches Können. Für die Rolle des Edmund Tyrone bekam der 60-jährige Schauspieler des Hermannstädter„Radu Stanca“ Nationaltheaters den UNITER-Preis für die beste männliche Hauptrolle in einem Theaterstück. Hinzu kommt, dass das genannte Theaterstück von Eugene O’Neill unter der Regie von Timofey Kuljabin den UNITER-Preis für das beste Theaterstück des vergangenen Jahres gewonnen hat. Insgesamt gewann das „Radu Stanca”-Theater 4 Preise: In der Kategorie „Beste Originalmusik und Sounddesign“ gewann der Komponist Vasile Șirli für die Musik des Stücks „Neasemuita poveste a lui Abul Hossein Yemenitul și a fugii lui în pustie (nach 1001 Nacht)“, unter der Regie von Silviu Purcărete. Die deutsche Abteilung erhielt ebenfalls einen UNITER-Preis für das beste Lichtdesign. Er ging an Nichita Teodorescu für das Lichtdesign des Stücks „Winter“ von Jon Fosse, Regie Hunor Horváth. Unser Bild: Momentaufnahme aus „Lungul drum al zilei către noapte“ mit den Schauspielern Horia Fedorca, Nicu Mihoc und Marius Turdeanu (v. l. n. r.).    

Foto: Vlad DUMITRU; Text: Cynthia PINTER

Bahnrekord für Heltauer

Dracula-Cup im Sportkegeln fand in Nürnberg statt

Ausgabe Nr. 2960

Gruppenbild mit den Teilnehmenden.                             Foto: Josef OSTER

Bei dem Dracula-Cup, einem internationalen und freundschaftlichen Sportkegel-Wettbewerb zwischen Vereinen aus Deutschland und Rumänien, der jährlich wechselnd ausgetragen wird, war auch ein Team des Landesverbands (LV) Siebenbürgen dabei. Nachdem die Veranstaltung zuletzt 2024 in Ingolstadt und 2025 in Unterschleißheim/München (beim SKC Lohhof) stattfand, war für Mai 2026 Nürnberg der designierte Ausrichter. Weiterlesen

Nachrichten

Ausgabe Nr. 2960

Storchenpaar hat Nachwuchs: Auf einem der Schlote der ehemaligen Brotfabrik (Manutanța) nistet schon seit einigen Jahren ein Storchenpaar. In diesem Jahr gibt es auch Nachwuchs, der rund um die Uhr gefüttert und vor den frechen Landmöwen beschützt werden muss. Auf dem Bild gönnen sich die Storcheneltern gerade eine Verschnaufpause. Foto: Cynthia PINTER

ESTE-Filmfestival

Hermannstadt. – Die 10. Auflage des ESTE-Filmfestivals findet vom 3. bis 7. Juni statt, an sieben Orten: Cinegold, Gong-Theater, Fakultät für Geisteswissenschaften, Promenada Mall (Cărturești), Consommé Bistro, Astra-Bibliothek und Museum für zeitgenössische Kunst. Programm unter www.estefilm.ro. (RS)

 

Focus Festival

Hermannstadt. – Die diesjährige Auflage des Focus Festivals findet vom 4. bis 7. Juni bei freiem Eintritt im Erlenpark statt. Auftreten werden u. a. Subcarpați, Alternosfera, Puya, Mihail, OCS, RATB & Orchestra, Rareș, Erika Isac, Vlad Corb, Andrew Dum, Manuel Riva und Alexandra Căpitanescu.

Das genaue Programm soll demnächst veröffentlicht werden, u. a. auf www.facebook.com/focusfestivalpark/. (RS)Weiterlesen

12 neue Gemeindemitglieder

Ausgabe Nr. 2959

Zwölf Jugendliche wurden am Sonntag Exaudi in einem festlichen Gottesdienst in der evangelischen Stadtpfarrkirche in Hermannstadt konfirmiert. Unser Bild: Nach dem Gottesdienst stellten sich die beiden Pfarrer mit den Konfirmierten zum Gruppenbild vor dem Haupteingang der Kirche auf (v. l. n. r.): Pfarrer Hans Georg Junesch, Paula Porr, Victoria Vecerdea, Ileana Bichler, Serafina Palkowski, Karla Herbert, Alice Gama, Pia Overduin, Lara Crișan, Sebastian Sandu, Andreas Codreanu, Antonija Subota, Hermine Drăgușin, Pfarrer Klaus Martin Untch.                                                            

Foto: Beatrice UNGAR

Stadtkern und Wissensgefilde anerkannt

Großer Ring und Brukenthalmuseum gehören zu den Preisgekrönten

Ausgabe Nr. 2959

In Hermannstadts „Wohnzimmer”, auf dem Großen Ring, gastierte am vergangenen Wochenende das Sportevent „Urban Playfield”, organisiert von Sports Festival. Auf dem offenen Spielplatz zwischen Brukenthalpalais und Ratturm konnten an beiden Tagen Sportbegeisterte Basketball, Tennis, Volleyball, Klettern, Badminton, Minifußball und Tischtennis ausprobieren oder rhythmische Gymnastik.                                       Foto: Beatrice UNGAR

Der Große Ring im Altstadtzentrum Hermannstadt wird von den Bewohnerinnen und Bewohnern das Wohnzimmer der Stadt genannt und auch als solches genutzt. An sonnigen Tagen herrscht hier reges Treiben, hier finden Konzerte aller Art statt, Theaterdarbietungen kann man erleben und vieles andere mehr. Nun hat dieser Platz eine angemessene Würdigung erhalten: Beim Online-Wettbewerb im Bereich Inlandtourismus „Reiseziel des Jahres 2026” gewann er den ersten Platz in der Kategorie Stadtkerne (Nuclee urbane).Weiterlesen

Ernsthaft, ausgeglichen, engagiert

Dem Historiker Martin Rill zum 75. Geburtstag / Von Dr. Lucian GIURA

Ausgabe Nr. 2959

Martin Rill mit dem Exzellenzdiplom des Brukenthalmuseums, August 2023.           Foto: Werner FINK

Der Historiker und Archäologe Martin Rill wurde am 18. Mai 1951 in Kleinscheuern im Kreis Hermannstadt geboren. Er besuchte die Grundschule in seinem Heimatdorf (Abschluss 1966) und anschließend das Gymnasium in Freck (1970). Von 1972 bis 1976 studierte er an der Fakultät für Philologie und Geschichte in Hermannstadt im Rahmen der Babeș-Bolyai-Universität mit dem Schwerpunkt Geschichte.Weiterlesen

Steinbrücke soll saniert werden

Ausgabe Nr. 2959

Die Stadtverwaltung hat die Sanierungsarbeiten an der steinernen Brücke über den Zibin ausgeschrieben. Bewerben können sich für die Durchführung der auf 5,2 Millionen Lei veranschlagten Arbeiten einschlägige Firmen bis zum 11. Juni. In der „Chronik der Stadt Hermannstadt” von Emil Sigerus ist zu lesen, dass die Brücke 1864 als „Zibinssteg vor dem Burgertor” für den Verkehr geöffnet und 1908 komplett erneuert worden ist.        

Foto: Cynthia PINTER

40 Jahre Tschernobyl

Wie die HZ über den schwersten nuklearen Unfall der Geschichte berichtete

Ausgabe Nr. 2959

Zwei Wochen nach dem Super-GAU in Tschernobyl berichtete Die Woche das erste Mal darüber. Die Meldung sollte eher beruhigen als informieren.

Vor gut drei Wochen jährte sich die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl zum 40. Mal. Am 26. April 1986 explodierte im ukrainischen Kernkraftwerk Tschernobyl Reaktorblock 4, mit Folgen, die weite Teile Europas bis heute prägen. Doch wie wurde damals in Rumänien über die Katastrophe berichtet? Ein Blick ins HZ-Archiv zeigt, wie zurückhaltend und kontrolliert die Berichterstattung in den ersten Tagen und Monaten nach dem Super-GAU verlief.Weiterlesen

Tausend Augen gespürt

,,Hinter Oz” – Theateraufführung in Klausenburg

Ausgabe Nr. 2959

Dorothy schenkte allen Bühnenkolleginnen rote Schuhe. Am Ende gab es auch Blumen von ihrem größten Fan – die kleine Schwester einer der Darstellerinnen. Im Bild (v. l. n. r.): Eliza Gherman, Dr. Mirona Horiana Stănescu, Helga Paulger, Aida Cristina Pascu, Viviana Pascu, Lorelei Schiau und Denisa Cantor.                                              Foto: Ruxandra STĂNESCU

Hinter Oz, eine persönliche Variante des „Zauberers von Oz” nach Lyman Frank Baum haben Studierende der Babeș-Bolyai-Universität im modernen Jugendpavillon in Klausenburg aufgeführt. Die Studierenden Denisa Maria Cantor, Eliza Maria Gherman, Helga Gabriela Paulger, Lorelei Anamaria Schiau und Viviana Gabriela Pascu haben unter der Leitung von Dr. Mirona Horiana Stănescu das Stück geschrieben und im Mai aufgeführt. Nach einem bewegten Ende mit Freudentränen führte HZ-Redakteurin Ruxandra S t ă n e s c u folgendes Gespräch.Weiterlesen