Am Anfang war die Welle

Gespräch mit der gebürtigen Hermannstädter Kunsttherapeutin Barbara Niedermaier

Ausgabe Nr. 2910

Barbara Niedermaier und ihr Ölbild „Buleasee”.     Foto: Beatrice UNGAR

„Das Kunstwerk muss gerade nur das ausdrücken, was die Seele erhebt und edel ergötzt, und nicht mehr. Die Empfindung des Künstlers muss allein darauf gerichtet sein, das Übrige ist falsch.” Diese Aussage von Bettina von Arnim könne sie voll und ganz unterschreiben, sagt die Kunsttherapeutin und Künstlerin Barbara Niedermaier, deren „Seelenlandschaften” getitelte Ausstellung noch bis zum 23. Mai d. J. im Terrassensaal im Teutschhaus in Hermannstadt zu besichtigen ist. Wer gerade in Venedig unterwegs ist, kann zwei Werke von Barbara Niedermaier im Rahmen des „Morphos. Temporary Identities”-Kunstmarktes im Palazzo Albrizzi-Capello betrachten. Inzwischen hat es auch eine Midissage im Besein der Künstlerin gegeben. Lesen Sie im Folgenden das Interview, das Barbara Niedermaier der HZ-Chefredakteurin Beatrice U n g a r gewährt hat.Weiterlesen

,,Alle sind Gewinner”

Die Landesphase der Deutsch-Olympiade hat in Mühlbach stattgefunden

Ausgabe Nr. 2910

Otilia Zavaczki (Oberwischau), Teodora Gălbinaru (Hermannstadt), Alexandra Tudor, Andreea Goța (Temeswar), Alexander Szepesi, Dr. Doris Sava und Verona Onofrei (v. l. n. r.).

Die Landesphase der Schüler-Olympiade für Deutsch als Muttersprache hat vom 22. bis 25. April in Mühlbach stattgefunden. An der Olympiade nahmen 131 Schüler teil, die von Schulen aus Bukarest, sowie aus den Kreisen Alba, Arad, Bihor, Bistrița-Năsăud, Kronstadt, Klausenburg, Caraș-Severin, Hunedoara, Ilfov, Maramureș, Mureș, Hermannstadt, Satu Mare, Sălaj und Timiș kamen. Die Bewertung der Arbeiten wurde von einer zentralen Kommission vorgenommen, bestehend aus Vertretern des Ministeriums für Bildung und Forschung sowie Lehrkräften. Den Vorsitz hatte Prof. Dr. Doris Sava von der „Lucian Blaga“-Universität aus Hermannstadt inne. Die gute Organisation der Olympiade war vor allem dem Team des Deutschen Lyzeums in Mühlbach, unter der Leitung von Direktorin Verona Maria Onofrei zu verdanken.Weiterlesen

Saisonbeginn am Bindersee

Ausgabe Nr. 2910

Die Sportanlagen am Bindersee sind seit dem 1. Mai wieder in Betrieb. Auch das Strandbad und die Promenade. Vom 1. bis zum 4. Mai war das Wetter entsprechend warm und schön, inzwischen ist es etwas abgekühlt und wer Akrobatien wie die auf unserem Bild sehen möchte, muss sich noch etwas gedulden. Geöffnet sind die Anlagen von Dienstag bis Sonntag zwischen 10 und 20 Uhr, Spaziergänger können sie bis 23 Uhr nutzen. Näheres unter laculbinder.ro

Foto: Presseamt der Stadt Hermannstadt

Schmuckstücke auf vier Rädern

17. Auflage der Frühlingsretroparade für Oldtimer

Ausgabe Nr. 2910

Einer der Publikumsmagnete war ein Mercedes-Benz Cabrio, in dem man auch Probesitzen durfte.      Foto: Cynthia PINTER

„Schau mal Mama, das Frosch-Auto!“, rief am Samstagmorgen ein kleines Mädchen begeistert und rannte zu dem türkisfarbenen Volkswagen Käfer, der in der Nähe des Brukenthalmuseums geparkt war. Vor allem Kinder ließen sich vor dem runden Oldtimer ablichten. Die Erwachsenen fanden eher sogenannte „Muscle Cars“, wie den roten Ford Mustang oder den weißen Cadillac Eldorado Cabrio mit roten Ledersitzen spannend als Fotokulisse. Grund für die Ausstellung dieser Oldtimer war die sogenannte „Retroparada Primăverii“ (Die Frühlingsretroparade), die am 3. Mai auf dem Großen Ring von der Hermannstädter Filiale des Vereins „Retromobil Club Romania“ organisiert wurde.Weiterlesen

Sieben Medaillen bei Europameisterschaft

Ausgabe Nr. 2910

Der Hermannstädter Bodybuilder Robert Mihai Frățilă (unser Bild) hat an der Europameisterschaft in Santa Susanna (Spanien) teilgenommen, die vom 30. April bis zum 5. Mai stattgefunden hat und brachte insgesamt sieben Medaillen nach Hause.

Die wichtigste Medaille, die der 21-Jährige Hermannstädter dieses Mal gewonnen hat, ist die Goldmedaille in der Kategorie Junior Men Games Classic Bodybuilding und Overall Champion bei den 21-23-Jährigen. Außerdem heimste er noch vier Silbermedaillen (in den Kategorien Classic Bodybuilding Junioren; Bodybuilding 75 kg Junioren, Men Classic Bodybuilding Senioren 175 cm; Men Games Classic Bodybuilding Senioren 180 cm) und eine Bronzemedaille (in der Kategorie Classic Physique Junioren) ein.

„Dies ist meine zweite Teilnahme an einer Europameisterschaft, bei der ich eine fantastische Erfahrung gemacht habe. Ich habe unvergessliche Momente erlebt und bin dankbar, dass ich die Möglichkeit hatte, mein Land mit Stolz zu vertreten. Die Anstrengung war groß, aber jedes Opfer war es wert für das, was ich erleben und erreichen konnte”, sagte Robert Frățilă der Hermannstädter Zeitung. Als nächstes wird der Hermannstädter Kraftsportler an der Landesmeisterschaft teilnehmen, die vom 28. Mai bis zum 1. Juni in Hermannstadt stattfinden wird.

Die rumänische Nationalhymne erklang während der vier Tage der Meisterschaft 25 Mal und die rumänischen Kraftsportler erhielten insgesamt 69 Auszeichnungen. Außerdem belegte das rumänische Team den ersten Platz im Medaillenspiegel von 28 teilnehmenden Ländern.

Text: Cynthia PINTER; Foto: Privat

Eines der folgenschwersten Ereignisse

Betrachtungen zu 80 Jahren seit dem Victory in Europe Day (kurz: VE Day)

Ausgabe Nr. 2910

Paul Milata: Zwischen Hitler, Stalin und Antonescu. Rumäniendeutsche in der Waffen-SS. 478 Seiten, Schiller Verlag Hermannstadt-Bonn 2023, broschierte Ausgabe, ISBN 978-3-9499583-48-3, 89 Lei/19,90 Euro.
Das Titelbild zeigt SS-Obergruppenführer Berger, wie er im Oktober 1943 in Wien zu Rekruten der Waffen-SS aus Siebenbürgen spricht.

Die bedingungslose Kapitulation Deutschlands am 8. Mai 1945 beendete fast alle Kampfhandlungen des Zweiten Weltkrieges in Europa. Etwa 3 Prozent der Weltbevölkerung war von 1939 bis 1945 getötet worden. Der 8. Mai kennzeichnet auch das Ende des sogenannten Zweiten Dreißigjährigen Krieges (1914-1945).

Auch für die Deutschen in Rumänien war der Zweite Weltkrieg eines der folgenschwersten Ereignisse ihrer Geschichte. Und auch hier gilt: Wer die Jahre 1939-1945 verstehen möchte, muss in das Jahr 1919 zurückblicken. Weiterlesen

Mehrleistung wird anerkannt

Deutschland fördert Lehrkräfte im deutschsprachigen Schulwesen in Rumänien

Ausgabe Nr. 2910

Botschafter Dr. Peer Gebauer (links) und Klaus-Harald Sifft bei der Unterzeichnung des Zuwendungsvertrags.          
Foto: @Deutsche Botschaft Bukarest

Mit dieser Förderung soll Deutsch auf muttersprachlichem Niveau an staatlichen Schulen und Bildungseinrichtungen in Rumänien gefördert und der Mangel an qualifizierten Lehrkräften verringert werden. Das Projekt zielt durch regelmäßige Fortbildung von deutschsprachigen Lehrkräften und moderne deutschsprachige Schulbücher darauf ab, Schülerinnen und Schülern in Rumänien auch in Zukunft den Erwerb der deutschen Sprache auf muttersprachlichem Niveau zu ermöglichen. Zudem sollen deutschsprachige junge Menschen motiviert werden, eine Lehrerkarriere anzustreben.Weiterlesen

Rainer Maria Rilkes ,,Gesang” auf Weltreise

Streiflichter von einem Fest für Lyrik und Kunst in Klausenburg

Ausgabe Nr. 2910

Gruppenbild der an dem Projekt beteiligten Lehrerinnen und Lehrer von der Apáczai-Csere-János-Schule.

Poesie wurde (auch) in diesem Frühling besonders großgeschrieben: Der 21. März ist traditionell der Welttag der Poesie, der 11. April der Tag der Ungarischen Dichtung – und im März erschien zudem das Buch „Viva la poesia!” von Papst Franziskus, eine Anthologie von Texten über Literatur und Dichtung. Kurz vor seinem Tod würdigte er darin die Kraft der Poesie: „Die Poesie hilft uns allen, Mensch zu sein – und wir brauchen sie heute so sehr.“ Diese poetische Stimmung war deutlich spürbar in der Kunstgalerie der Apáczai-Csere-János-Schule in Klausenburg, als dort am 16. April das internationale Posterfest zum österreichischen Jubiläumsdichter Rainer Maria Rilke als Höhepunkt der Veranstaltungsreihe Lyrikfest eröffnet wurde.Weiterlesen

Nachrichten

Ausgabe Nr. 2910

  1. ,,Begegnung auf dem Huetplatz“ und Maifest

Hermannstadt. – Unter dem Motto „Verwurzelt in Hermannstadt. Offen für die Welt” findet vom 9. bis zum 11. Mai d. J. die 15. „Begegnung auf dem Huetplatz”, wie das Treffen der Hermannstädter von nah und fern in Hermannstadt genannt wird,.Die wichtigsten Programmpunkte: Freitag, 9. Mai, ab 15 Uhr, Forumshaus: Infostände der Handarbeitskreise im Foyer des Forums; 16 Uhr: Eröffnungsveranstaltung; 19 Uhr, Teutsch-Haus: Vortrag von Thomas Șindilariu, „Andreanum – 800 Jahre Recht und Verfassung der Siebenbürger Sachsen“. Samstag, 10. Mai, 9.30 Uhr: Maifest (Aufmarsch über den Kleinen und Großen Ring, Heltauergasse, Harteneckgasse bis zum Parkplatz Thaliasaal und Programm im Jungen Wald, bis 17 Uhr); 11 Uhr, Spiegelsaal: Buchvorstellung – Ilse Philippi, „Evangelische Persönlichkeiten auf dem historischen evangelischen Teil des Hermannstädter Zentralfriedhofs“; 13 Uhr: Führung auf dem evangelischen Teil des Hermannstädter Zentralfriedhofs; 17 Uhr, Forumshaus: Vortrag von Hannelore Baier zur Deportation; 17 Uhr, Erasmus-Büchercafé: Lesung mit Heinrich Heini; 18 Uhr, ebenda: Buchvorstellung – Hans Klein Ausgerichtet auf das Kommende. Erinnerungen, 19 Uhr: Konzert in der ev. Stadtpfarrkirche. Sonntag, 11. Mai, 10 Uhr: Gottesdienst in der ev. Stadtpfarrkirche; 11 Uhr: Begegnung auf dem Huetplatz mit der Neppendorfer Blaskapelle, der Lehrertanzgruppe, der Tanzgruppe der Brukenthalschule und der Volkstanzgruppe des Jugendforums Hermannstadt. (BU)Weiterlesen

Passionsmusik und Eierschippeln

Rückblick auf den Palmsonntag, den Ostersonntag und den Ostermontag

Ausgabe Nr. 2909

Beim Eierschippeln in Neppendorf am Ostermontag machte das Wetter mit und alle hatten großen Spaß.
Foto: Beatrice UNGAR

Mit der Eröffnung des Ostermarktes auf dem Großen Ring begann am 11. April der Reigen der Veranstaltungen rund um Palmsonntag und Ostern in und um Hermannstadt. Da alle christlichen Konfessionen in diesem Jahr gemeinsam das Fest der Auferstehung des Herrn feierten herrschte eine besondere Stimmung. Zunächst war das natürlich auf dem schon erwähnten Ostermarkt zu spüren, danach auf dem Osterbasar im Spiegelsaal des DFDH am 12. April, am Samstag vor Palmsonntag. Weiterlesen

Mit keiner Arbeit überfordert gewesen

Interview mit dem Orgelbauer Hermann Binder

Ausgabe Nr. 2909

Das Ehepaar Dorothea und Hermann Binder.              
Foto: Werner FINK

„Eine Vielfalt von Orgeln unterschiedlichen Alters, Größe und Funktionsweise gehörten in den Bereich meiner Arbeiten für die Evangelische Kirche A. B. in Rumänien”, erklärt der Orgelbauer Hermann Binder, der am 28. April 1945 in Schäßburg geboren wurde. Zwischen 1963 und 1968 studierte er Physik in Klausenburg und war danach kurze Zeit Lehrer in Stolzenburg. Da die Evangelische Kirche A. B. in Rumänien dringend eine Fachkraft für die Wartung von Orgeln suchte, meldete er sich und wählte dafür eine Ausbildung zum Orgelbauer bei der Firma Alexander Schuke Orgelbau in Potsdam.

Die Aktivität als Orgelbauer in Siebenbürgen begann 1973 mit der Restaurierung der Orgel in Arbegen als Angestellter des Landeskonsistoriums der Evangelische Kirche A. B. in Rumänien (EKR). Im Jahr 1995 wurde die Werkstatt als GmbH eingetragen, um den Ablauf der Arbeiten besser gestalten zu können und Kunden außerhalb der EKR bedienen zu können. Im Jahr 2000 war er Mitbegründer des Vereins in Rumänien ansässiger Orgelbauer (AOR) und ebenfalls 2000 erschien sein Buch „Orgeln in Siebenbürgen“ im Gehann-Musik-Verlag Kludenbach, in der Reihe „Musikgeschichtliche Studien“. Seit 1973 ist er mit Dorothea Franke verheiratet und hat drei Töchter und fünf Enkelkinder. Zu seinem Werdegang führte HZ-Redakteur Werner F i n k mit Hermann Binder folgendes Gespräch:Weiterlesen