Jede Seite fasziniert

Ausgabe Nr. 2734

,,Hipodrom“ heißt der neue Roman von Nora Iuga

Eine Sternstunde für die Schriftstellerin Nora Iuga (links) war die Übergabe des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland durch den damaligen Deutschen Botschafter Werner Hans Lauk am 30. September 2015 in Bukarest. Foto: Christel WOLLMANN-FIEDLER

,,Hipodrom“, ein Buch von Nora Iuga, in rumänischer Sprache verfasst, beinhaltet das Leben des damaligen Kindes in der Zwischenkriegszeit, sowie Erlebnisse als Deutschlehrerin an Hermannstädter Schulen mit deutscher Unterrichtssprache in der Zeit der kommunistischen Diktatur.

 Weiterlesen

Unvorstellbare Ungerechtigkeit

Ausgabe Nr. 2725

,,DDR-Frauen nach der Wende“: Ein neues Buch von Monika Herrmann

Herrmann, Monika: DDR-Frauen nach der Wende: Im mutigen Einsatz für die Rechte von Frauen und für bessere Lebensverhältnisse, BoD Norderstedt 2020, 104 Seiten, ISBN-13: 9783750495517.

 

Das Buch „DDR-Frauen nach der Wende“ der deutschen Schriftstellerin und Wissenschaftlerin Monika Herrmann verschafft uns einen Einblick in die 1990er Jahren nach der politischen Wende und Wiedervereinigung, und zwar aus der Sicht von Frauen aus Ostdeutschland.

 

Weiterlesen

„Ich liebe unendlich Gesellschaft…“

Kurzporträts der Rahel Varnhagen und der Franziska zu Reventlow (Teil I)

Ausgabe Nr. 2722

Rahel von Varnhagen (1771-1833)

Zwei literarisch und gesellschaftlich einflussreiche Frauen ihrer Zeit, die – im  Abstand von hundert Jahren –  fast auf den Tag genau – in Deutschland geboren wurden, verdienen es, der Vergessenheit entrissen zu werden. In ihrem jeweiligen Wirkungskreis traten sie aktiv für die Emanzipation der Frau ein, indem sie gegen die Rollenmuster rebellierten, die ihre Familien für sie vorgesehen hatten. Beide mussten viele Schwierigkeiten überwinden, stießen dabei auch auf Ablehnung, erwarben sich aber nicht nur Respekt, sondern auch Bewunderung und Beliebtheit. Der Beitrag in der aktuellen HZ-Ausgabe ist Rahel von Varnhagen, geb. Levin    gewidmet, in der nächsten Ausgabe wird Franziska von Reventlow gedacht.Weiterlesen

,,Mit Herz und Seele“

Gedenkveranstaltung zum 35. Todestag von Rolf Bossert

Ausgabe Nr. 2710

Einen Sonderbriefumschlag und einen Sonderstempel zum 35. Todestag des Dichters Rolf Bossert hat der Verein Echo der Deutschen Vortragsreihe Reschitza herausgebracht.

,,Dies ist keine Feierlichkeit, es ist ein Gedenken, eine Würdigung und eine Achtungsbezeugung für einen Freund und einen unserer Besten von der Aktionsgruppe Banat“, sagte der per Skype zugeschaltete Autor Hellmut Seiler bei der Veranstaltung zum 35. Todestag des Dichters Rolf Bossert, die von dem Verein Echo der Deutschen Vortragsreihe Reschitza und dem Demokratischen Forum der Banater Berglanddeutschen am 16. Februar online stattgefunden hat.Weiterlesen

Eine Geschichte von Liebe und Flucht

Der Roman ,,Einer, der Hans hieß“ von Dietfried Zink

Ausgabe Nr. 2708

 

Sucht man im Zusammenhang mit der Deportation unserer Landsleute nach Russland, im Januar 1945, nach schöngeistigen Darstellungen des Leidens und der Schrecken der Verschleppung zur Zwangsarbeit, so entdeckt man wohl kein anderes, welches das zwischenmenschlichen Geschehen und die Verwandlung des inneren Lebens der von der Deportation Betroffenen so überraschend thematisiert wie der Roman ,,Einer, der Hans hieß“ von Dietfried Zink. Und wohl keines, das so intensiv die Macht ihres inneren Lebens schildert, welches zunächst seinen Ausgang und darauf eine bedeutsame Erweiterung nimmt aus der Wechselwirkung von Zwecken und Trieben und ebenso von Vereinigung und Trennung  –  von Herausforderungen und von Handlungen somit, die die eigenen seelischen Zustände oder die des anderen beeinflussen. Weiterlesen

Vier Frauen, vier Lebenswege

Eine rumänisch-deutsche Familiengeschichte

Ausgabe Nr. 2705

Yvonne Hergane (links) bei ihrer ersten Teilnahme an den ,,Reschitzaer Deutschen Literaturtagen“ im Jahr 2019, mit der Temeswarer Autorin Edith Guip-Cobilanschi (rechts). Foto: Beatrice UNGAR

Edith, Marita, Ellie und Hanne sind vier Mütter, deren Lebensbögen sich über 120 Jahre spannen. Über vier Generationen hinweg verfolgt Yvonne Hergane in ihrem Debütroman „Die Chamäleondamen“, der Ende vergangenen Jahres im MaroVerlag in Deutschland erschienen ist, eine banatdeutsche Familiengeschichte, die in Reschitza beginnt und in Hamburg endet.Weiterlesen

Literarischer Chronist seiner Gemeinschaft

Der Schriftsteller Johann Lippet wird 70 / Von Luzian GEIER

Ausgabe Nr. 2704

Johann Lippet 1975.Foto: Archiv Luzian GEIER

Wiseschdia, rumänisch Vizejdia, zählt zu den kleinen und vom Hauptverkehr bis heute abgehängten Dörfern der Banater Heide. Solche Situationen prägen die Menschen der Gemeinschaft. Aus diesem Ort mit knapp 700 Einwohnern im Jahr 1940, Deutsche bis auf 4 Rumänen, stammte die Familie Lippet, der in der Fremde (Wels, Österreich) am 12. Januar 1951 das erste Kind, der Sohn Johann, geboren wurde. Fünf Jahre später kehrte die Familie ins Dorf der Vorfahren zurück, ein Ereignis mit Folgen für viel literarischen Stoff. „biographie. ein muster“ (Gedicht/e aus 1977, Kriterion Bukarest 1980, Reihe kriterion hefte) stand daher am Anfang der Buchveröffentlichungen des jungen Autors, der als Lyzeaner in Großsanktnikolaus und Germanistik-Student in Temeswar ab 1969 erste Gedichte in Zeitungen und danach in Anthologien (Temeswar 1972, 1979, Klausenburg 1976) veröffentlichte.Weiterlesen

Wo gehöre ich hin?

Online-Lesung mit Thomas Perle in der Münchner Stadtbibliothek

Ausgabe Nr. 2703

Thomas Perle gewann u. a. den Retzhofer Dramapreis 2019. Wie das Drama Forum uniT in Graz mitteilt, wurde er für sein Stück ,,karpatenflecken“ ausgezeichnet. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und verbunden mit einer Uraufführung am Wiener Burgtheater.               Foto: Nikola MILATOVIC

In der Münchner Stadtbibliothek hat am vergangenen Dienstag, den 8. Dezember d. J., eine Online-Lesung mit Thomas Perle stattgefunden. Im Rahmen des EU-Kulturprogramms war die Lesung Teil der bundesweiten Veranstaltungsreihe „Shared Heritage – Gemeinsames Erbe“. Der rumäniendeutsche Autor gab Texte aus seinem Sammelband „wir gingen weil alle gingen.“ zum besten.

Zudem präsentierte er einen bisher unveröffentlichten Text aus seiner Zeit als Katzendorfer Dorfschreiber. Weiterlesen

Celan sang rumänische Volkslieder

55 Stimmen von Zeitzeugen aus der Welt der Poesie

Ausgabe Nr. 2702

Petro Rychlo (Hg.): Mit den Augen von Zeitgenossen, Erinnerungen an Paul Celan, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main, 2020, 469 Seiten, ISBN: 978-3-518-42964-8

„Dann trank er zu einer Hammelkeule eine Flasche Mirabelle, einen starken Schnaps, seine Frau und wir tranken Bordeaux, er trank eine zweite Flasche Mirabelle, Bordeaux dazwischen, in der Pergola vor der Küche, am Himmel die Sommersterne. …er begann zu tanzen, sang rumänische Volkslieder, kommunistische Gesänge, ein wilder, gesunder, übermütiger Bursche.“ So konnte er auch sein, der große deutsche Dichter, der aus den Quartieren von Friedrich Hölderlin und Georg Trakl kam. Friedrich Dürrenmatt berichtet so von einem Besuch von Paul Celan in Neuchâtel.Weiterlesen

Die poetische Zweisprachigkeit erfahren

12 Studien zu Paul Celan von Andrei Corbea im Polirom-Verlag erschienen

Ausgabe Nr. 2700

Andrei Corbea: ,,nu vrea/cicatrice“. Studii despre Paul Celan la împlinirea a 100 de ani de la nașterea poetului. Polirom-Verlag, Jassy 2020, 384 Seiten, ISBN 9789734682829.

Der Polirom-Verlag hat einen neuen Band in rumänischer Sprache herausgegeben, der dem Dichter Paul Celan gewidmet ist und 12 Studien von Andrei Corbea umfasst. Das titelgebende Zitat – ,,nu vrea/cicatrice“ stammt aus dem Gedicht, ,,Stimmen“ (rumänische Fassung George State). Es handelt sich um die beiden letzten Zeilen: ,,will nicht/vernarben“. Corbea schreibt in dem Vorwort, diese stünden für das Wesentliche in Celans Nachlass. Dessen Gedichte erinnern oft an eine offene Wunde, die nicht vernarben kann.

Celans Biografie ähnelte diesen Zeilen und fand ihr Ende im April 1970 durch Selbstmord in der Seine, kurz vor seinem 50. Geburtstag. Davon hatte er mehr als die Hälfte in Rumänien verbracht. Weiterlesen