Salonwagen als Ausstellungsraum

Ausgabe Nr. 2740

Der älteste Salonwagen einer Schmalspurbahn in Rumänien steht seit einer Woche auf dem Kleinen Ring und dient dem Künstler Ștefan Radu Crețu als Ausstellungsraum. Bei dem Salonwagen vom Typ As 24 Baujahr 1880 handelt es sich um eine Schenkung der Stiftung Ostgleis an den Verein der Freunde der Schmalspurbahn Hermannstadt – Agnetheln (Prietenii Mocăniței) und wird auf der Strecke Holzmengen – Cornățel eingesetzt. Der Verein stellte auf Initiative des Hermannstädter Verschönerungsvereins (AIOS), der unterhalb des Ratturms seit mehreren Jahren das Projekt ,,Stadt der Künstler“ (Orașul Artiștilor) betreibt, diesen Wagen aus Anlass der Europäischen Mobilitätswoche zur Verfügung. Er steht noch bis Sonntag, den 26. September, auf dem Kleinen Ring.  Der Wagen gehörte  zu der Waldenburgerbahn, der auch unter dem Kosenamen ,,Waldenburgerli“ bekannten schmalsten Schmalspurbahn der Schweiz, die am Ostermontag, dem 5. April 2021, zum letzten Mal zwischen Waldenburg und Liestal verkehrt ist. Der Historiker Lorenz Degen sagte laut www.srf.ch, dass das ,,Waldenburgerli“ nie eine moderne Bahn gewesen sei und stellte fest: ,,Es ist ein trauriger Tag, weil ein Stück Tradition verloren geht. Auf der anderen Seite ist es aber auch freudiger Tag, weil das Tal eine moderne Bahn bekommt.“                                            

Foto: Beatrice UNGAR

Elemente der rumänischen Architektur

Daniel Ionescu fertigt in seiner Freizeit Keramikhäuser

Ausgabe Nr. 2738

Daniel Ionescu hat dieses Jahr auch ein paar tönerne Schäfchen eines Freundes verkauft, der nicht dabei sein konnte.     Foto: Ruxandra STĂNESCU

Daniel Ionescu aus Râmnicu Vâlcea ist seit Jahren mit figurativer Keramik auf dem Hermannstädter Töpfermarkt zu finden, seine Häuser und Kirchen sind unverwechselbar: von magnetklein bis handflächenhoch, mit Elementen der rumänischen Architektur, mit schwarzen Dächern und weißen Hauskörpern. Über seine Kunst sprach er mit HZ-Redakteurin Ruxandra S t ă n e s c u.Weiterlesen

„Das Laub gesammelt aus fünf Herbsten“

Kunst und Deportation – eine Sonderausstellung in Dinkelsbühl

Ausgabe Nr. 2737

Hans Eder: Bauarbeiter.

Die Vernissage der Ausstellung „Das Laub gesammelt aus fünf Herbsten“ hat am 27. August auf der Freilichtbühne am Wehrgang in Dinkelsbühl stattgefunden. Eingeladen waren alle Leihgeberinnen und Leihgeber und alle interessierten Bürgerinnen und Bürger. Die Kunstausstellung wird im Haus der Geschichte in Dinkelsbühl bis zum 26. September gezeigt. Sie ist eine Kooperation des Siebenbürgischen Museums mit dem Haus der Geschichte in Dinkelsbühl und dem Kulturreferat des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland. Sie wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, durch den Förderverein des Siebenbürgischen Museums sowie das Kulturwerk der Siebenbürger Sachsen in Bayern. Weiterlesen

Eine siebenbürgische Adelsfamilie

Sonderausstellung im Siebenbürgischen Museum Gundelsheim

Ausgabe Nr. 2736

Unbekannter Künstler: Anna Maria Conrad von Heydendorff, 1746, Öl auf Leinwand, Siebenbürgisches Museum, Dauerleihgabe. Foto: © Siebenbürgisches Museum

Die Sonderausstellung „Politik und Gelehrsamkeit. Die siebenbürgische Adelsfamilie Conrad von Heydendorff“ wird am Samstag, den 4. September, 17 Uhr, im Siebenbürgischen Museum Gundelsheim im  Anschluss an den Jahresempfang der siebenbürgischen Kultureinrichtungen auf Schloss Horneck feierlich eröffnet und wird daselbst bis zum 28. November 2021 zu sehen sein. Weiterlesen

Dreitägige Kulturwoche im Haferland

Ausgabe Nr. 2734

Schirmherr und Ehrengast war Staatspräsident Klaus Johannis

Der Haupttag der Haferland-Kulturwoche fand am Sonntag in und rund um die Kirchenburg in Deutsch-Kreuz statt. Unser Bild: Die Korona-Tanzgruppe aus Kronstadt sorgte mit schwungvollen siebenbürgisch-sächsischen Volkstänzen vor der Kirchenburg für gute Stimmung. Fotos: M&V Schmidt Stiftung

Einen ganz besonderen Anklang fand die neunte Auflage der Haferland-Kulturwoche, die unter dem Motto ,,Die Tradition geht weiter im Haferland“ vom 30. Juli bis 1. August 2021 stattfand. Die M&V Schmidt Stiftung hat es gemeinsam mit ihren Partnern aus dem In- und Ausland erneut geschafft, ein abwechslungsreiches Programm auf allerhöchstem Niveau zu bieten. Schwerpunkt war wie immer die Pflege und Bekanntmachung des siebenbürgisch-sächsischen Kulturerbes. Die Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft des Staatspräsidenten von Rumänien Klaus Johannis und des Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen Armin Laschet.

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Töpfern, Schlemmen, Fachsimpeln

Streiflichter von der 9. Auflage des Töpfertriathlons „Schön. Keramisch. Nützlich.”

Ausgabe Nr. 2732

Im Freilichtmuseum wurde am Sonntag nach dem Gottesdienst das Haus samt Haushalt aus Spermezeu, Bistritz/Bistrița Năsăud eingeweiht und für das Publikum eröffnet. Das neue Haus, das aus der Zwischenkriegszeit stammt, befindet sich in der Nähe der Kirche aus Bezded und ist sehenswert, denn es ist Bischofshaus, gestiftet von Macarie, dem rumänisch-orthodoxen Bischof von Nordeuropa (in Hintergrund). Das Haus wurde von Bischof Macarie nach der Messe auch eingeweiht, zusammen mit einem Priester- und Diakonrat. Danach wurden Ernte-Traditionen – Tänze und Lieder – von einem Ensemble gezeigt, gefolgt von einer Verkostung einiger Gerichte aus Spermezeu. Das traditionelle Haus von Spermezeu gehörte den Vorfahren des Bischofs Macarie und ist ein ethnographisches Denkmal, das für die Architektur des Țibleș-Tals repräsentativ ist und durch seine ethnologische und volkstümliche Architektur die Kultur und Zivilisation von Bistritz zeigt.                                                 Foto: Mugur FRǍȚILǍ

Auf dem Dorfmarkt im Freilichtmuseum wurde vom 21. bis 25. Juli d. J. die 9. Auflage des Töpfertriathlons „Schön. Keramisch. Nützlich.” organisiert, der diesmal dem Töpferzentrum Zillenmarkt/Zalău gewidmet wurde.

26 Töpferinnen und Töpfer aus Rumänien, Ungarn und der Republik Moldova traten gegeneinander an, sowohl an der Töpferscheibe, als auch bei einem Kochwettbewerb, wo sie an offenen Feuerstellen in Tongefäßen traditionelle Gerichte kochen mussten. Sonntag Vormittag wurden die Gewinner für beide Kategorien preisgekrönt. Von Donnerstag bis Sonntag gab es Verkaufsstände der Keramiker auf dem Dorfmarkt, was die Hermannstädter und Touristen sehr erfreute.Weiterlesen

100 Jahre Joseph Beuys

Der deutsche Künstler wurde im Deutschen Kulturzentrum Hermannstadt gewürdigt

Ausgabe Nr. 2730

Dan Perjovschi und Iris Ordean.                 Foto: die Verfasserin

In diesem Jahr feiert die Kunstwelt den deutschen Künstler Joseph Beuys (1921-1986), der vor 100 Jahren in Krefeld geboren wurde. Beuys hinterließ ein beeindruckendes Werk, als Zeichner, Bildhauer, Lehrer, Politiker und Aktivist. Das Deutsche Kulturzentrum Hermannstadt widmete ihm aus diesem Anlass in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut in Bukarest einen Abend mit dem rumänischen Künstler Dan Perjovschi und der Kuratorin Iris Ordean. Weiterlesen

Sisyphos, Oleg Popov und Nichita

Drei sehenswerte Sonderausstellungen in Hermannstadt eröffnet

Ausgabe Nr. 2730

Zur Eröffnung des 25. Carl Filtsch-Klavierwettbewerbs- und Kompositonsfestivals am Samstag präsentierten die beiden Kuratoren Alexandru Constantin Chituță (Brukenthalmuseum) und Dr. Irmgard Sedler (Siebenbürgisches Museum Gundelsheim) gemeinsam mit Konsul Hans Erich Tischler (v. l. n. r.) die Ausstellung des Künstlers Gert Fabritius, die noch bis zum 31. August im Thaliasaal zu besichtigen ist. Ein Bericht über die Jubiläumsauflage des Filtsch-Festivals folgt in der nächsten Ausgabe.Foto: Beatrice UNGAR

,,Wenn Sisyphos auf dem Berg steht und dem Stein nachsieht, der ihm gerade wieder entglitten ist und hinunterrollt, so freut er sich zuerst einmal über die schöne Aussicht“. So interpretiere der Künstler Gert Fabritius ,,das oft von vergeblichen, ja widersinnigen Mühen gekennzeichnete künstlerische Schaffen“, schrieb die Kuratorin Dr. Irmgard Sedler in ihrem Geleitwort im Katalog zur Ausstellung des Künstlers, die 2010 unter dem Titel ,,Dem Absurden ins Auge sehen“ im Museum im Kleihues-Bau der Museen der Stadt Kornwestheim zu sehen war. Damals feierte Fabritius seinen 70. Geburtstag. Zehn Jahre danach kuratierte zu seinem 80. die gleiche Irmgard Sedler eine Ausstellung mit jüngeren Werken von Fabritius.Weiterlesen

Gert Fabritius stellt im Rahmen des 25. Carl-Filtsch-Festivals aus

Ausgabe Nr. 2728

Gert Fabritius: Chaise du mal. Zeichnung auf Papier, 2019. Reproduktion: © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Am 10. Juli 2021 wird im Foyer der Hermannstädter Philharmonie die Ausstellung „O tempora, o mores!“ mit Zeichnungen von Gert Fabritius eröffnet. Besucher können in den darauffolgenden Wochen bis zum 31. August faszinierende Einblicke in das vielfältige Werk des Künstlers erhalten. Die Ausstellung wird im Rahmen des diesjährigen internationalen Carl-Filtsch-Festivals eröffnet. Gestaltungskraft und eine „ungebremste Lust am Zeichnen“ (Fabritius) prägen bis in die Gegenwart die Kunst des 1940 in Siebenbürgen geborenen Künstlers. Seine im Tagebuch-Rhythmus entstehenden Zeichnungen der letzten Jahre zeigen sich als befreiende künstlerische Handlung mit Blick auf sich selbst und die Unwägbarkeiten des alltäglichen Zeitgeschehens: Menschliches, Allzu-Menschliches, Reflexionen über die Tagespolitik, über „Gott und die Welt“ fügen sich – mal ironisch gewürzt mit Schlagzeilen aus der Presse, mal drastisch kommentiert und unter die Gürtellinie zielend – zu einem Bild persönlicher wie allgemein gesellschaftlich-aktueller Befindlichkeiten in Krisenzeiten. Dieses Befindlichkeitsbild fügt sich zum Ich-zentrierten Kaleidoskop im Zusammenspiel mythologischer Vorstellungen mit Versatzstücken aus Philosophie und Literatur.

Die Ausstellung ist in der Zusammenarbeit des Siebenbürgischen Museums Gundelsheim mit dem Brukenthalmuseum in Hermannstadt, der Saxonia Stiftung und dem Konsulat der Bundesrepublik Deutschland in Hermannstadt entstanden und wird gefördert von der Beauftragten für Kultur und Medien der Bundesrepublik Deutschland. Sie belegt den lebendigen Kulturaustausch zwischen Rumänien und Deutschland die enge Zusammenarbeit auf kulturellem Gebiet zwischen den beteiligten Institutionen.                        Siebenbürgisches Museum Gundelsheim

 

Offene Kunstwerke zum Anfassen

Gabriela von Habsburg stellt Skulpturen und Grafiken im Kunsthaus 7B aus

Ausgabe Nr. 2727

Nach dem Gespräch im Sitz des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt bot der Vorsitzende des Siebenbürgenforums, Martin Bottesch, Erzherzogin Gabriela von Habsburg und Thomas Emmerling, Kunstsammler und Betreiber der Galerie Kunsthaus 7B (v. l. n. r.), eine kurze Stadtführung.      Foto: Beatrice UNGAR

Wenn ein so hoher Gast wie die Künstlerin Gabriela von Habsburg nach mehr als zwei Jahren Vorbereitung tatsächlich persönlich zu der Eröffnung ihrer ersten Ausstellung in Rumänien anreist, kann man schon verstehen, dass der Kunstsammler Thomas Emmerling ins Schwärmen gerät und und bei der Vernissage verkündet: ,,Kunst ist nicht systemrelevant, Kunst ist existenzrelevant“. Schließlich beherbergt seine kleine aber feine Galerie Kunsthaus 7B im Gebäude der ehemaligen Schule in Michelsberg seit Sonntag diese Ausstellung. Weiterlesen

,,Visualisierte Absurdität“

Armin Mühsam stellte in der Galerie Kunsthaus 7B in Michelsberg aus

Ausgabe Nr. 2726

Armin Mühsam und sein derzeitiges Lieblingsbild, ,,Dialectic Classicism“ (Dialektischer Klassizismus).                                     Foto: die Verfasserin

Wie die Ruhe vor dem Sturm wirken seine Landschaftsbilder, kein Mensch weit und breit. Bloß Spuren der menschgemachten (Ein)Wirkung sind zu sehen: eine Leiter, ein Betonblock, der die Sicht versperrt, Kabel, Rohre. ,,Was wir in seinen Bildern sehen, ist all das, was von uns unserem profitotrientierten Wirtschaftsexperiment übrig bleiben wird“, schreibt Leanne Goebel treffend in dem Katalog zur Ausstellung ,,Historical Inevitability“ (Historische Unentrinnbarkeit), die der 1968 in Klausenburg geborene Künstler Armin Mühsam im Herbst 2012 in der Galerie Ambacher Contemporary in München gezeigt hat.Weiterlesen