Wo sind sie geblieben?

Ausstellung zum Gemäldediebstahl aus dem Jahr 1968

Ausgabe Nr. 2801

Anthony van Dyck (1599-1641): Tod der Kleopatra (Öl auf Leinwand, 120×198 cm)

,,Diese Bilder wurden auch Ihnen gestohlen!“ heißt es auf einem quadratischen Transparent in der Heltauergasse, auf dem alle vier Bilder abgebildet sind, die nach dem Gemäldediebstahl im Jahr 1968 aus dem Brukenthalmuseum noch nicht aufgetaucht sind. Vier der damals acht gestohlenen Gemälde waren nämlich 1998 quasi aus dem Nichts in den USA aufgetaucht und wurden nach Rumänien zurückgebracht. Das geschah sogar mit der Präsidialmaschine des damaligen Staatspräsidenten Emil Constantinescu.Weiterlesen

Unermesslicher Schatz

Zum 125. Geburtstag des Fotografen Josef Fischer

Ausgabe Nr. 2801

Haltestelle Rozdești der Schmalspurbahn des Sägewerks Feltrinelli im Zoodt-Tal. Foto: Josef FISCHER

„Foto Fischer“ – das ist nicht nur in Hermannstadt ein Begriff. Die beiden Brüder Emil Fischer (1873–1965) und Josef Fischer (1898–1985) haben mit ihren professionellen Fotografien einen unermesslichen Schatz geschaffen. In unzähligen Bildern haben sie das vielfältige Gesicht Siebenbürgens – Menschen, Landschaft, Architektur, Ereignisse – festgehalten. So porträtierte der HZ-Redakteur Horst Weber die beiden Brüder treffend: ,,Die Fischers wurden so etwas wie die Chronisten dieses Jahrhunderts (Anm. d. Red: gemeint ist das 20. Jh.). Wann immer in der ,Haupt- und Hermannstadt‘ eine Musik- oder Theateraufführung war, ein hoher Würdenträger in sein Amt eingesetzt wurde oder ein Volksfest stattfand, wo immer in Siebenbürgen etwas Wichtiges passierte – ,der Herr Fischer‘ (Emil oder Josef) war dabei und betätigte den Auslöser.“ (In: ,,Bildchronist, nicht Fotoreporter“, DW Nr. 645/25. April 1980)Weiterlesen

Strategie des Überlebens

Ausstellungskatalog zu Kunst und Deportation

Ausgabe Nr. 2800

Irmgard Sedler: ,,Das Laub gesammelt aus fünf Herbsten“. Kunst und Deportation. Siebenbürger Sachsen in sowjetischen Arbeitslagern 1945-1949. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung herausgegeben vom Siebenbürgischen Museum Gundelsheim 2022, Verlag Renate Brandes, Altenriet, 272 Seiten, ISBN 978-3-948818-20-3, 37,50 Euro. Erhältlich im Museumsshop oder nach Anfrage gegen Rechnung zzgl. Versandkosten. Er kann auch direkt beim Verlag Renate Brandes oder über den Buchhandel bezogen werden.Näheres unter www.siebenbuer gisches-museum.de

Kurz vor Weihnachten 2022 erschien nun auch der Ausstellungskatalog „Das Laub gesammelt aus fünf Herbsten. Kunst und Deportation“. Diese Publikation, herausgegeben anlässlich der gleichnamigen Ausstellung, die vom 27. August bis 26. September 2021 im Haus der Geschichte Dinkelsbühl und vom 10. Dezember 2021 bis 24. April 2022 im Siebenbürgischen Museum auf Schloss Horneck in Gundelsheim zu besichtigen gewesen ist, beschreibt die Verbindung von Kunst und Deportation der Siebenbürger Sachsen in die sowjetischen Arbeitslager 1945 bis 1949. Neben dem primär ästhetischen Kunsterlebnis und der kunsthistorischen Reflexion gewährt sie dem Leser Anhaltspunkte zum wesentlichen Diskurs über den künstlerischen Akt als Strategie des Überlebens.Weiterlesen

Aus dem imaginären Bildersaal

Ausgabe Nr. 2800

Hans Fronius: Stundturm in Schässburg, 1970, Kreidezeichnung. Kunstdruckkarte des „Siebenbürgischen Künstlerarchivs“, Gundelsheim/Neckar.

Im imaginären Bildersaal des europäischen Südostens sehen wir uns nach Illustrationen für unseren winterlichen Rundbrief um und wählen, ohne viel zu zögern, Graphiken von Hans Fronius (1903-1988) aus. Der Zeichner und Maler Hans Fronius war, durch Herkunft und Lebensgang, ein Vertreter alten (kaiserlich-königlichen) und neueren Österreichertums. Sein Vater, Dr. Fritz Fronius, in Schässburg geboren, war Arzt, die Mutter entstammte einer Wiener Familie italienischen Ursprungs (Passini).Weiterlesen

Erinnerungskultur

Begleitkatalog zu Sonderausstellung von Peter Jacobi

Ausgabe Nr. 2799

Markus Lörz: Memoria. Denk- und Mahnmale des Bildhauers Peter Jacobi. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung herausgegeben vom Siebenbürgischen Museum Gundelsheim 2022, 84 Seiten, ISBN 978-3-9821131-2-8, 19,80 Euro. Erhältlich im Museumsshop oder nach Anfrage gegen Rechnung zzgl. Versandkosten. Näheres unter www.siebenbuergisches-museum.de

Der reich bebilderte Begleitkatalog zur aktuellen Sonderausstellung „Memoria. Denk- und Mahnmale des Bildhauers Peter Jacobi“  im Siebenbürgischen Museum Gundelsheim auf Schloss Horneck ist vor kurzem erschienen. In der Ausstellung präsentiert das Siebenbürgische Museum Werke eines der bedeutendsten zeitgenössischen Bildhauer siebenbürgischer Herkunft. Weiterlesen

Fotoausstellung „Sibiu Superangular“

Ausgabe Nr. 2797

Die Fotoausstellung „Sibiu Superangular“ wurde am Mittwoch, dem 23. November, im Foyer der Astra-Bibliothek eröffnet. Die Ausstellung wurde in Kooperation mit dem Nationalmuseum Cotroceni in Bukarest, der Presseagentur Agerpres und dem Brukenthalmuseum organisiert. Gezeigt werden bis zum 4. Dezember alte aber auch neue Aufnahmen von Hermannstadt schwarz-weiß sowie in Farbe. In der Ausstellung sind zahlreiche Fotografien zu sehen, die in den Ateliers der damaligen Zeit (19. Jahrhundert) von folgenden Hermannstädter Fotografen aufgenommen wurden: Alexander Maierhofer, Theodor Glatz, Kamilla Ásbóth, Gustav Albert Schivert, August Meinhardt, Rudolf Czeck, Wilhelm Auerlich, Emil Fischer. In der Ausstellung können auch Reproduktionen aus dem historischen Archiv von Agerpres bewundert werden, die alte Bilder aus den 1980-er Jahren zeigen – bisher unveröffentlichte Aufnahmen der Altstadt aber auch der neueren Wohnblockviertel sowie Portraits von Passanten und Einwohnern der Stadt.  Die Stadtlandschaft wird durch die Fotografien von Alexandra Gogu ergänzt, die aktuelle Bilder aus Hermannstadt präsentiert. Außerdem sind alte Fotoapparate, sowie alte Bücher über Fotografie in Schaukästen ausgestellt.                                

Foto: Cynthia PINTER

„Was ist eigentlich typisch deutsch?”

Wanderausstellung des Hamburger Fotografen Jörg Müller im Thaliasaal

Ausgabe Nr. 2797

Die Wassertalbahn in Oberwischau ist eine der Fotografien, die im Rumänien-Teil der Ausstellung „5x Deutschland” zu sehen ist. Die Ausstellung wurde vom Goethe-Institut gefördert und hier in Hermannstadt vom Deutschen Kulturzentrum Hermannstadt und der Hermannstädter Staatsphilharmonie organisiert.                                                  Foto: Jörg MÜLLER

Jörg Müllers Fotoausstellung 5x Deutschland in aller Welt” ist eine aktuelle Bestandsaufnahme deutschen Lebens auf fünf Kontinenten. Sie porträtiert die Nachfahren von Auswanderern, die Deutschland in den letzten Jahrhunderten verlassen haben, in Litkowka/Russland, Oberwischau/Rumänien, Pomerode/ Brasilien, Manitoba-Kolonie/Mexiko und in der Region um Wartburg/Südafrika. Mit dem Fotografen sprach HZ-Redakteurin Ruxandra S t ă n e s c u. Die Ausstellung ist im Thaliasaal bis zum 12. Dezember zu sehen.Weiterlesen

Zweimal Orth

Ausgabe Nr. 2796

Am ersten Tag des Ars Hungarica-Festivals stand ein bedeutendes Hermannstädter Ehepaar im Mittelpunkt: Der Grafiker Stefan Orth und die Musikerin Enikö Orth. Mehr dazu in unserer nächsten Ausgabe. Unser Bild: Stefan Orth mit S. E. Ungarns Botschafter Botond Zákonyi bei der Eröffnung der Ausstellung mit Illustrationen zu ,,Die Tragödie des Menschen“ von Imre Madách im Touristeninformationszentrum im Rathaus am Großen Ring.           Foto: Beatrice UNGAR

,,Fred Nuss“-Plakette geht nach England

Streiflichter vom 23. Internationalen Hermannstädter Fotosalon

Ausgabe Nr. 2794

Mit der ,,Fred Nuss“-Plakette ausgezeichnet wurde die englische Kunstfotografin Karen Gourlay für ihr Foto ,,Tony Kori“.

Die besten Bilder, die zum 23. Internationalen Hermannstädter Fotosalon aus aller Welt geschickt worden sind, kann man noch bis einschließlich 13. November in der Ausstellung im Foyer des Rathauses am Großen Ring bewundern, die am Samstag eröffnet worden ist. Die international besetzte Jury hatte Fotos aus 60 Ländern zu begutachten. Zu den Gewinnern gehören auch 17 Kunstfotografen aus Rumänien, darunter die Hermannstädter Jenö Major (FIAP Silber-Medaille) und Dan Stefan Nicolae Șușa (FIAP Bronze-Medaille).Weiterlesen

Aufbruchstimmung statt Schwerfälligkeit

Streiflichter von der Kunstmesse ,,Paris+ par Art Basel“ / Von Claus REHNIG

Ausgabe Nr. 2793

Im Grand Palais Ephémère fand vom 20. bis 23. Oktober die erste Auflage der Kunstmesse ,,Paris+ par Art Basel“ statt.

,,Selten war das Geschiebe auf einer Kunstmesse in Paris größer als auf der ersten ‚Paris+ par Art Basel‘. Hinter dem sperrigen Namen verbirgt sich nichts anderes als ein neuer Ableger der weltweit wichtigsten Messe für Gegenwartskunst, der Art Basel“, schwärmte Reporter Thomas Walde im ZDF-Mittagsmagazin am Freitag, dem 24. Oktober 2022. Und tatsächlich herrschte eine äußerst positive Stimmung bei der Nachfolgerin der FIAG, die Jahrzehnte lang die Geschicke dieser Pariser Kunstmesse leitete. Die Stadtverwaltung von Paris, die Paris wohl zur Weltkunst-Hauptstadt  wandeln will, gab diesmal den Zuschlag an Art Basel, die über größere Verbindungen zu internationalen Kunstsammlern verfügt. Weiterlesen

Die Welt von oben

Sonderausstellung im Astra-Freilichtmuseum

Ausgabe Nr. 2793

Blick in die Ausstellung mit Werken von Viorel Marginean im Kellergeschoss des Multikulturellen Pavillons am Haupteingang des Astra-Freilichtmuseums. FOTO: Ruxandra STĂNESCU

Ein Höhepunkt seiner Künstlerlaufbahn sei die Teilnahme an der Biennale in Paris 1967 im Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris, wo der Schriftsteller und damalige französische Kulturminister André Malraux  und der Kunstkritiker Jaques Lassaigne, damals Präsident der International Association of Art Critics und u. a. Autor einer Monografie des Künstlers Ștefan Luchian, seine Werke betrachteten. Dies betonte Viorel Mărginean (1933-2022) immer wieder in seiner bescheidenen aber bestimmten Art. Weiterlesen

Kunst überstrahlt den Rest

Ausgabe Nr. 2789

Streiflichter von der Kunstmesse Parallel Vienna in der Semmelweis-Frauenklinik

Die Bildhauerin Sorina von Keyserling…
Fotos: Heinz WEISS

Vor rund drei Jahren ist die Wiener Semmelweis-Frauenklinik im 18. Wiener Gemeindebezirk für immer geschlossen worden, denn sie wurde einem neuen und modernen Krankenhaus im Norden von Wien eingegliedert. Somit stehen in dem riesigen Grünareal Pavillons leer und man überlegt nun, den größtenteils denkmalgeschützen Räumlichkeiten neues Leben einzuhauchen. Doch bis es endgültig soweit ist, konnte in der ehemaligen Frauenklinik eine Niederkunft bzw. ein freudiges Ereignis gefeiert werden: die 10. Auflage der international renommierten Kunstmesse PARALLEL VIENNA wurde vom 6. bis 11. September 2022 ebendort ausgerichtet. Gezeigt wurden auch Werke zeitgenössischer Künstler aus Rumänien. Weiterlesen