Zwischen Trauer und Verheißung

Aussegnung der Orgel in der evangelischen Kirche Weingartskirchen/Vingard

Ausgabe Nr. 2696

Kurator Wilhelm Reindt und Pfarrer Wilhelm Meitert vor dem Gang zur Aussegnung der Orgel.Foto: Jürg LEUTERT

Eine kleine Schar traf sich am Montag, dem 26. Oktober 2020, 15 Uhr, in der evangelischen Kirche in Weingartskirchen/Vingard, ungefähr 15 km Luftlinie nordöstlich von Mühlbach gelegen, um die schöne, aber leider verkommene Orgel  auszusegnen. Durch den Beschluss des Mühlbacher Bezirkskonsistoriums (BKZ Nr. 29/2020), die Orgel zur Sicherung frei zu geben, hat ein jahrelanger Prozess hiermit einen Fortgang gefunden. Diese Perspektive nahm Ortspfarrer Wilhelm Meitert in seiner wohlformulierten Predigt auf: Aus – Segnen: Wir waren Zeugen einerseits eines Aus (Trauer), anderseits eines Segens (Verheißung). Weiterlesen

weiterleben, weitergehen, weiterarbeiten

Zur Pfarrklausur der EKR im Herbst 2020 / Von Elfriede DÖRR

Ausgabe Nr. 2696

Sitzungsort war der gepflasterte Platz vor dem Haus. Foto: Angelika BEER

Es hört auf zu regnen. Sofort nimmt jeder einen Stuhl und geht mit diesem raus. Die Tagung beginnt. Pfarrer und Pfarrerinnen der Evangelischen Kirche A. B in Rumänien treffen sich zur Herbstklausur im Elimheim in Michelsberg. Sitzungsort wird der gepflasterte Platz vor dem Haus, dort, wo sonst die Autos parken. Die Vorträge sind kurz und knapp, die Einführungen wenig ausschweifend, die Gruppenarbeiten häufig, und im Gehen. Weiterlesen

,,Wenn das Brot… als Rose blüht“

Bewegender Erntedankgottesdienst auf dem Pfarrhof in Heltau

Ausgabe Nr. 2693

Die Musik stand im Mittelpunkt des Erntedankgottesdienstes auf dem Pfarrhof in Heltau. Die rund 30 Gottesdienstteilnehmenden aller Altersklassen freuten sich über den schön geschmückten Altar blickten aber auch sehnsüchtig auf den eingerüsteten Kirchturm. Foto: Beatrice UNGAR

Als die Soldaten nachsahen, sollen Rosen statt Broten in dem Korb der Elisabeth von Thüringen gewesen sein, die Tag für Tag aus dem Schlossvorrat Brot zu den Armen brachte, bis ihre Schwiegermutter draufkam. So lautet die Legende von der Brot teilenden Adligen, die Stadtpfarrer Zoran Kézdi in seiner Predigt im Erntedankgottesdienst der Heltauer evangelischen Kirchengemeinde A. B. am Sonntag auf dem Pfarrhof erzählte. Weiterlesen

Schlüssel zum gelingenden Leben

Ein Wort aus Hermannstadt zur Tageslosung

Ausgabe Nr. 2681

Vikar Heinrich Rosinger ist zugleich der Vertreter von Kleinscheuern im Gemeindeverband Neppendorf. Deshalb hier einige Angaben zu der ehemals siebenbürgisch-sächsichen Gemeinde unweit von Hermannstadt. Zur evangelischen Kirchengemeinde A. B. Kleinscheuern gehören heute 9 Mitglieder. 1930 waren es noch knapp 1500 gewesen. Die 1353 erstmals urkundlich erwähnte Gemeinde gehörte zum Hermannstädter Kapitel und hat im Laufe der Geschichte auch sehr trübe Zeiten erlebt. So wurde sie z. B. 1600 von Fürst Mihai Viteazul (Michael der Tapfere) in Schutt und Asche gelegt. Die schmucke evangelische Kirche wurde ab 1280 als turmlose dreischiffige Basilika erbaut und wurde beim Erdbeben 1977 schwer beschädigt. Die renovierte Kirche wurde 1980 durch den damaligen Bischof D. Albert Klein wieder eingeweiht. Kleinscheuern kann sich auch mit einem der ältesten Kirchenbücher der Siebenbürger Sachsen rühmen: 1380 legte es Pfarrer Michael an. Neueren Datums ist die Wegenstein-Orgel, die 1913 von dem Orgelbauer Carl Leopold Wegenstein persönlich aufgestellt worden ist. Der Altar stammt aus dem Jahr 1714. Seit 1992 betreibt im evangelischen Pfarrhaus das Blaue Kreuz Rumänien das Nazareth-Haus, eine Reha-Einrichtung für suchtkranke Männer. Unser Bild: Eine Besonderheit in der schmucken evangelischen Kirche ist die kunstvoll verzierte Kelchkanzel, die 1777 hier aufgestellt worden ist.Foto: Angelika Sara BEER

Der Herr, euer Gott, ist der Gott der Götter und der Herr der Herren, der große, starke und furchtbare Gott, der kein Ansehen der Person kennt und keine Bestechung annimmt. (5. Mose 10,17)

Nachdem Mose die zwei neuen steinernen Tafeln – von Gott mit den Zehn Geboten beschrieben – empfangen hat, beschreibt er seinem Volk, wer Gott ist und was er von jedem Einzelnen fordert.

Der Schlüssel zum Wohlergehen

Wir sollen Gott fürchten, in allen seinen Wegen wandeln, ihn lieben und ihm von ganzem Herzen und von ganzer Seele dienen. Das ist der Schlüssel zum Wohlergehen jedes Einzelnen.

Gott ist und bleibt ein eifernder und gerechter Gott, das hatten sie inzwischen in der Wüste, auf dem Weg in das verheißene Land erfahren. Mose ermuntert die Menschen zu einer festen Gemeinschaft untereinander und mit ihrem Gott.Weiterlesen

Zur Freiheit befreit

Hans Klein veröffentlicht neuen Kommentar zum Brief des Paulus an die Galater

Ausgabe Nr. 2679

 

Der Brief des Paulus an die Galater. Übersetzt und erklärt von Hans Klein. Honterus-Verlag Hermannstadt, 2020, 215 Seiten, ISBN 978-606-008-045-9

Es ist sehr erfreulich, dass der emeritierte Theologieprofessor für Neues Testament Hans Klein schon bald nach seinem Buch, in dem er den Römerbrief ausgelegt hat, nun  im Hermannstädter Honterus Verlag eine sehr anregende  Auslegung des Galaterbriefes folgen lässt. Das über 200 Seiten umfassende Buch zeugt von tiefschürfender wissenschaftlicher Arbeit, ist aber nicht nur für Fachtheologen, sondern auch für interessierte Laien fesselnd und gut verständlich abgefasst. Der Autor lädt den Leser und die Leserin ein, sich mit ihm in die antike, hellenistische Geisteswelt der apostolischen Zeit zu versetzen, um das damalige Wort in seiner Besonderheit und praktischen Zuspitzung zu verstehen, es aber zugleich auf das eigene innere Leben anzuwenden und in diese unsere Zeit zu übertragen. Weiterlesen

Schlüssel zum gelingenden Leben

Ein Wort aus Neppendorf zum Wochenspruch

Ausgabe Nr. 2677

Die ursprüngliche in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts auf einer Anhöhe in der Dorfmitte erbaute gotische Saalkirche in Hamlesch war dem Heiligen Michael geweiht und ist 1631 niedergebrannt und wieder aufgebaut worden. 1875 wurde sie wegen Einsturzgefahr behördlich gesperrt und abgetragen. In dem Zeitraum 1897-1898 wird eine neue evangelische Kirche im neuromanischen Stil erbaut, die 1899 durch Bischof Friedrich Müller I. eingeweiht worden ist. Unser Bild: Der neuromanische Altar von 1898 hat als Mittelpunkt ein Kruzifix aus Metall und an den Seitentafeln sind die in der Andacht oben erwähnten Bibelsprüche in goldfarbenen Buchstaben aufgemahlt. Foto: Stefan BICHLER

„Christus spricht: Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“(Matthäus 11, 28)

Wie ein Gebirgsbach auf einer Wanderung

Was ist das eigentlich für ein eigentümliches Wort: erquicken? Selten bis nie ist es im Alltag zu hören und ich wüsste nicht, dass ich es – außer beim Zitieren dieses Wochenspruches – jemals verwendet habe. „Ich will euch erquicken“, sagt Jesus, der Christus, der Gesalbte: „Ich will euch erfrischen, stärken, an mir könnt ihr euch laben, ich will euch gütlich tun.“ Oder auch: „Ich will euch ausruhen lassen.“

Wir haben zwar Jesu Worte nicht im Original, wie er sie auf Aramäisch gesprochen hat, überliefert, doch steht in der ältesten, der griechischen Übersetzung ein interessanter Hinweis. In erquicken steckt das Wort Pause drin, anapauso: „Ich gebe euch eine Pause.“ Und diese Pause ist das, was erfrischt, erhebt und belebt. Wie ein Gebirgsbach auf einer Wanderung, in den ich meine Unterarme lege oder die Schuhe ausziehe und mit den Füßen darin wate.Weiterlesen

Schlüssel zum gelingenden Leben

Ein Wort aus Mediasch zum Monatsspruch Juni 2020

Ausgabe Nr. 2676

1550, als Mediasch das Stadtrecht erhielt, wurde der Trompeterturm („Tramiter“), der Hauptturm des Mediascher Kirchenkastells, um drei Stockwerke erhöht. Durch den Druck der zusätzlichen Stockwerke wuchs die Belastung des Fundaments, so dass dieses nicht mehr standhielt. Der Turm begann sich zu neigen und weicht heute in einer Höhe von 68,50 m um 2,30 m von der Senkrechten ab. 2015 wurden der Außenputz des Trompeterturms sowie das Dach renoviert. Foto: Beatrice UNGAR

Monatsspruch Juni 2020: „Du allein kennst das Herz aller Menschenkinder.“ (1. Könige 8,39)

Gott möchte bewahren

Wie hat meine Großmutter früher, als ich noch ein Kind war, gesagt? „Der liebe Gott sieht und weiß alles.“ Und da war es manchmal besser, lieber nichts zu tun, was verboten war, und das war ja auch der Sinn des Hinweises, dass Gott alles sieht, weshalb es keine Heimlichkeiten geben konnte bzw. sollte. Was ich damals als Kind nicht im Blick hatte, ist mir erst viel später klar geworden. Vor allem, wenn ich daran denke, dass es in einer anderen Bibelstelle heißt: „Von allen Seiten umgibst du mich und verstehst meine Gedanken von ferne.“ – Da ist nichts mehr von einer Kontrolle zu sehen, sondern nur der fürsorgliche, wohlwollende Blick Gottes auf uns Menschen. Gott möchte bewahren, sofern wir es zulassen. Er kennt unsere Freuden, Sorgen, Ängste und all das, was uns bedrückt. Er weiß, wie es uns ums Herz ist.Weiterlesen

Schlüssel zum gelingenden Leben

Ein Wort aus Hermannstadt zur Tageslosung

Ausgabe Nr. 2675

Die Arbeiten an der Südfront der evangelischen Stadtpfarrkirche sind gut vorangekommen. So sah sie am 2. Juni aus.                     Foto: Fred NUSS

Jesus Christus spricht: „Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft vollendet sich in der Schwachheit.“ (2. Korinther 12,9 – Tageslosung für Freitag, den 5. Juni 2020)

Lebens- versus Glaubenserfahrung,

Sprich- versus Bibelwort !?

„Kann alleine !“  – wenn das aus dem Mund einer Erstklässlerin kommt, dann darf ein Lehrerherz höher schlagen, das heißt, man darf die Früchte der erzieherischen Bemühungen an den Schülern entdecken. Erfolg und Resultate werden als Indikatoren für die Effizienz erzieherischer, beruflicher, wirtschaftlicher und sonstiger Aktivitäten gesehen. Aber in der Welt der Wirtschaft und Politik oder im Leistungssport z.B. ist nicht viel Raum für Schwache, sprich Erfolgslose. Andersrum: wenn wir in einem Disput auf die Durchsetzung unserer eigenen Sicht verzichten, aus Rücksicht, Bedacht oder wegen Konfliktvermeidung im Sinne von „Der/die Klügere gibt nach“ dann wird das als Schwäche interpretiert im Sinne der Erweiterung des Sprichwortes „Der Klügere gibt nach, … wenn er der Schwächere ist“.  Und… wer ist schon gerne schwach? Wer ist gerne von anderen abhängig? Wir hören das immer wieder: „Herr Pfarrer, alles ist zu ertragen, auch das Altwerden, solange wir nicht auf die Hilfe Anderer angewiesen sind…“ Wie bringt man dann als Seelsorger das Gespräch auf die Zusage Gottes durch Christus, dass gerade in den Schwachen sich Gottes Kraft als wirksam erweist?Weiterlesen

Schlüssel zum gelingenden Leben

Ein Wort aus Mediasch zu Pfingsten

Ausgabe Nr. 2674

Ihren ersten Gottesdienst im Alarmzustand feierte wie auch andere Gemeinden die evangelische Kirchengemeinde Neppendorf am Sonntag Exaudi auf dem Kirchhof.                                               Foto: Beatrice UNGAR

„Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth.“(Sacharja 4,6)

Das Pfingstfest ist das Geburtsfest der Kirche.

Zum Geburtstag blickt man machmal zurück und erinnert sich auch gerne wie es in Jahren davor war. Es ist ganz besonders, wenn man einen runden Geburtstag begeht und diesen auch im Kreise der Lieben feiern kann. Und dann wagt man vielleicht auch einen Ausblick, bei allen guten Wünschen die man bekommt, und wünscht sich selber was für die Jahre die kommen. Das Pfingstfest ist das Geburtstagsfest der Kirche. Darum dürfen wir alle, die wir Glieder einer Kirchengemeinde sind, uns heute besonders freuen. Wenn wir zurückblicken, muss festgehalten werden: Alles begann in Jerusalem. Von dort breitete sich die christliche Gemeinde über die ganze Welt aus. Auf allen Kontinenten, in allen Ländern verbreiteten sich und wuchsen christliche Gemeinden. Pfingsten ist das Fest der Erinnerung an die Herabkunft des Heiligen Geistes und damit ist die Geburtsstunde der Gemeinde Jesu verbunden. Gottes Geist mobilisiert weltweit Menschen für das Reich Gottes; bis in die weitestesten Sprachen und Völker hinein!Weiterlesen

,,Wie eine stumme Glocke, behutsam berührt“

EKR-Videogottesdienst am Sonntag Kantate wurde aus Hermannstadt ausgestrahlt

Ausgabe Nr. 2672

Das diesjährige Chortreffen für Groß und Klein sollte am Samstag, den 16. Mai, in Birthälm stattfinden. Corona-bedingt machten die Sängerinnen und Sänger aller Altersklassen per PC, Laptop oder Smartphone zugeschaltet beim EKR-Videogottesdienst am Sonntag mit. Die Collage oben hat Musikwart Jürg Leutert zusammengestellt.

Auf dem Bildschirm taucht zunächst die Religionspädagogin Karin Zimmermann auf, die aus einem Fenster am Schillerplatz ein bunt bemaltes Plakat zeigt mit der Einladung zum Kantate-Gottesdienst in der Hermannstädter Johanniskirche. Dann ertönen die Glocken dieser Kirche und man kann sehen, wie Küster Cristian Grecu sie läuten lässt. Drei Mädchen hüpfen um ihn herum und betteln, bis sie auch kurz an den Seilen ziehen dürfen. So konnte man am Sonntag, dem 10. Mai, den Einstieg in den Videogottesdienst der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien (EKR) erleben, den der Hermannstädter Kirchenbezirk gestaltete mit musikalischer Schützenhilfe aus vielen anderen Gemeinden der EKR.Weiterlesen

,,Dabei nicht ablassen zu beten“

Mediascher evangelisches Gemeindeleben in Zeiten der Corona-Krise

Ausgabe Nr. 2667

Stadtpfarrer Gerhard Servatius-Depner beim Bezirksgemeindefest 2019.

Die Mediascher evangelische Margarethengemeinde reagiert auf die weltweite Corona-Pandemie und schränkt das Gemeindeleben signifikant ein. Gottesdienste und Veranstaltungen finden bis auf Weiteres nicht statt. Auf diese Weise kommt die Gemeindeleitung dem betreffenden Beschluss des Innenministeriums vom 14. März 2020, zur Verhinderung der Verbreitung des Corona-Virus, vollumfänglich nach.

Wie das Gemeindeleben in Mediasch auch in diesem Ausnahmezustand stattfindet, erläutert Stadtpfarrer Gerhard Servatius-Depner in einem Interview mit Moni S c h n e i d e r – M i l d.

 

Gottesdienste, Veranstaltungen sowie regelmäßige Treffen und Termine, sind derzeit auf Eis gelegt. Wie geht ihr mit dieser schwierigen Situation um? Welche Herausforderungen seht ihr?

Die größte Herausforderung für mich und uns, als Seelsorger dieser Gemeinde, ist diese erzwungene, überhaupt nicht gewollte oder geplante Isolation und Distanz zu den Menschen! Diese Situation hat uns fast unvorbereitet überrascht. Dabei helfen uns sicher – und noch vielmehr als vorher – die modernen Medien, und zwar, um mit vielen Menschen in Verbindung zu bleiben. Doch die Nähe und das direkte Gespräch fehlen mir sehr. Da wären jetzt in der Passionszeit mehrere Besuche mit Feier des Hausabendmahls geplant. Leider müssen auch diese ausfallen. Gottesdienste und Andachten können in der bisher gewohnten und so selbstverständlichen Weise eine Zeit zwar nicht mehr gefeiert werden. Trotzdem erreichen wir viele. Ich war positiv überrascht, dass nicht wenige Senioren unserer Kirchengemeinde außer WhatsApp auch Facebook nutzen. Wir haben zügig eine neue Facebook-Seite für unsere Kirchengemeinde erstellt und schon begonnen, schriftliche und Video-Andachten zu veröffentlichen. Auch für die kommenden Sonntage wollen wir das tun, möglichst zweisprachig, wie auch in der Kirche aufgenommene, musikalische Andachten. Auch die Konfirmanden werden durch die Medien erreicht, mehr als bisher, ebenfalls erhalten die Schulkinder auf diesem Weg Aufgaben von ihren Lehrern.Weiterlesen

Bodenheizung, Bohrungen, Vitralien

Zwischenbilanz der Renovierungsarbeiten an der evangelischen Stadtpfarrkirche

Ausgabe Nr. 2666

So sah die Nordseite der evangelischen Stadtpfarrkirche vor der Montage der restaurierten Vitralien von außen aus. Zu sehen ist der neue Putz.
Foto: Beatrice UNGAR

Seit zwei Jahren ist die evangelische Stadtpfarrkirche wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Im März 2018 konnte nämlich nach der erfolgreichen Prozedur zur Beantragung der Mittel für das EU-Projekt mit der effektiven Arbeit begonnen werden. Zur Erinnerung: Der Finanzierungsvertrag wurde 2016 eingereicht und im April 2017 wurde der Vertrag über eine Gesamtsumme von 21.910.483 Lei unterzeichnet. Der Abschluss der Arbeiten war darin für Oktober 2020 vorgesehen, er wurde wegen der Verzögerung durch die archäologischen Arbeiten bis März 2021 verlängert. Die Arbeiten befinden sich jetzt sozusagen auf halber Strecke.Weiterlesen

Investition für Kirchenburg in Roseln

Interview mit Hauptanwalt Friedrich Gunesch über EU-Projekte in Siebenbürgen

Ausgabe Nr. 2664

 

Die Kirchenburg in Roseln/Ruja – die frühere Gemeinde ist heute verwaltungstechnisch ein Stadtteil von Agnetheln/Agnita.Foto: Niels STERN

Durch eine EU-Finanzierung wird die Kirchenburg in Roseln, der Heiligen Magdalena geweiht, saniert. Eines der Ziele des Projektes ist, die Besucherzahlen mindestens zu verdoppeln. Der Vertrag mit der Agentur für regionale Entwicklung Mitte (Agenția pentru Dezvoltare Regională Centru) wurde am 2. Februar 2018 unterzeichnet, gut zwei Jahre später beginnen nun die Renovierungsarbeiten.

Zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert, als Siebenbürgen noch Teil des mittelalterlichen Königreichs Ungarn war, begannen die Siebenbürger Sachsen ihre Kirchen zu befestigten, Kirchenburgen und Wehrkirchen auszubauen, als Schutz vor den Raubzügen des wachsenden Osmanischen Reiches. Um die 150 solcher Anlagen bestehen noch, eine davon ist die Kirchenburg in Roseln/Ruja im Kreis Hermannstadt. Roseln liegt mittig eingebettet zwischen Agnetheln und Probstdorf im Harbachtal. Gut 100 Jahre nach ihrem Bau zu Beginn des 15. Jahrhunderts wurde die Kirche befestigt; die oberen Mauern wurden mit Bastionen versehen, der Glockenturm im Westen wurde hinzugefügt und um die Kirche wurde eine Befestigungsmauer errichtet, welche im 19. Jahrhundert allerdings wieder abgerissen wurde.

Friedrich Gunesch, Hauptanwalt des Landeskonsistoriums der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien, sprach mit Niels Stern, Praktikant der  Hermannstädter Zeitung, über das Projekt.Weiterlesen