„Sicht-Korridor“ geschnitten

Ausgabe Nr. 2424
 

Friedhofsaktion der evangelischen Kirchengemeinde

Wie viele Personen bilden eine Handvoll Leute? Am Samstag, dem 21. März, war bestimmt mehr als eine Handvoll Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde damit beschäftigt, auf dem Hermannstädter Zentralfriedhof Bäume zu pflanzen und ihm das passende Gesicht für die warme Jahreszeit zu geben.

 20 Personen, bewaffnet mit Gartenscheren, Spaten und Schaufeln, waren unter strahlender Sonne und blauem Himmel auf dem evangelischen Teil des Friedhofs unterwegs. Wer noch nie zuvor einen jungen Baum gesetzt hatte, wusste nach dem Schnellkurs sicher Bescheid: Loch graben, Schlamm anrühren, Wurzel hinein, Erde drüber und Wasser nachgießen.  Buchen, Eichen und besonders viele Linden wurden gepflanzt und der Frühlingssonne übergeben.Weiterlesen

Ostermorgen

Ausgabe Nr. 2424
 

Osterbotschaft von Pfr. Hans-Georg JUNESCH

 

Es ist die frühe Morgenstunde des Ostertages. Das unberührte Licht des neuen Tages wird mich bald umfassen, wird das verbrauchte Dunkel verdrängen. Ich erwarte, vom ersten Licht sanft durchflutet zu werden. Es ist die Gnade der ersten Stunde, vor der ich freudig stehe. Ein einzigartiges Ereignis bricht sich Bahn. Ich werde zu den Ersten gehören, die heute die Worte hören: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden.“

Was für eine Herausforderung: Die stärkste Macht der Welt wird außer Kraft gesetzt! Die Gesetzmäßigkeit von Werden und Vergehen wird durchbrochen. Wer kann das begreifen? Viele Ostermorgen sind seither vergangen. Und doch genieße ich, noch unberührt von der Ablenkung des Tages, das Gespür eines Neubeginns; für mich.

Ich liebe die Morgenstunde. In ihr findet sich ein Hauch des ersten Schöpfungstages wieder, als Gott das Licht von der Finsternis schied. Doch jeden Morgen die gleiche Frage: Was wird dieser Morgen Neues bringen? Wird nur das Alte neu erscheinen, vielleicht neu gewandet? Jenseits aller Kerzen und aller Sonnen scheint das Osterlicht, auf. Es kann alles durchdringen. Auch meine innerste Finsternis. Es kann sie erhellen und zum Strahlen bringen, jeden Morgen neu. Denn heute ist uns gesagt: „Fürchtet euch nicht!“

Heute geschieht in mir eine neue Schöpfung. Sie entspringt aus Liebe und Vergebung, aus Hoffnung und Gnade, aus Glaube und Vertrauen. Die Finsternis und der Tod sind besiegt. Ich kann ohne Todesangst leben, lautet die frohe Botschaft. Denn jeden Morgen weiß ich neu: „Christus ist auferstanden!“, auch für mich. Was braucht der Mensch noch mehr?

Eine psychologische Schwelle

Ausgabe Nr. 2423
 

Herbert Hruschka präsentierte alternatives Sanitärverfahren in Hammersdorf

 

Vergangene Woche war Herbert Hruschka, Stiftungsrat der WasserStiftung in Ebenhausen bei München zu Gast in Hammersdorf, um ein alternatives Sanitärverfahren vorzustellen wobei die Restprodukte die dann entstehen, sinnvoll im Garten bzw. in der Landwirtschaft wieder verwendet werden können. Es ging um Trockentrenntoilletten und eine Grauwasserbehandlungsanlage die dann hier möglicherweise auch gebaut werden sollen. Als Gastgeber dabei war Hermannstadts Stadtpfarrer Kilian Dörr.

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Erstes Konzert mit neuem Musikwart

Ausgabe Nr. 2422
 

Seinen Einstand als Musikwart der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien und Dirigent des Hermannstädter Bachchors gab am Sonntag im Gottesdienst in der Johanniskirche der Schweizer Musiker Jürg Leutert (am Dirigentenpult) mit der Aufführung des Dictums zu Laetare von Johannes Knall (1734-1794), der 23 Jahre lang Kurator der Hermannstädter evangelischen Kirchengemeinde war.                       

Foto: Fred NUSS

 

Anlass zur Freude

Ausgabe Nr. 2421
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Purimfest auch in Hermannstadt gefeiert

 

Mit „Hak Purim Sameach!” begrüßte man sich  herzlich am 5. März, bzw. 14. Adar des Jüdischen Kalenders, in dem Gemeindehaus der Hermannstädter jüdischen Gemeinde, wo das diesjährige Purimfest stattgefunden hat.

 Ein Tisch gedeckt mit allem, was das Herz begehrt, wenn der kleine Hunger vorhanden ist: von Früchten und Teigwaren bis hin zu Wein und Kaffee: alles da! Denn darum geht es ja beim Purimfest, so die jüdischen Gelehrten: „Man muss so viel Wein trinken, bis man nicht mehr unterscheiden kann, zwischen ‚Verflucht sei Haman‘ und ‚Gelobt sei Mordechai‘.“Weiterlesen

„Menschenwürdiges Wohnen im Alter“

Ausgabe Nr. 2417
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Doppelter Neubeginn für die Hermannstädter evangelische Kirchengemeinde

 

„Wir freuen uns sehr, dass wir jetzt zusammen sind um eine lange Arbeit, ein schönes Projekt abzuschließen und gleichzeitig um ein Neubeginn zu starten“, sagte Stadtpfarrer Kilian Dörr. Vergangenen Samstag wurden nämlich der Abschluss der Sanierungsarbeiten am Haus Nr. 9 in der Wintergasse im Beisein von Vertretern der Kirchengemeinde, Mietern sowie den Schweizer Helfern Hanns-Albrecht von Graefe und Rudolf Herold gefeiert.

 

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2015 das Jahr der Bildung ausgerufen

Ausgabe Nr. 2413
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Erstmals Zuwachs statt zahlenmäßige Abnahme der Evangelischen verzeichnet

 

2014 erstmals wurde in der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien erstmals nach 1990 im Vergleich zum Vorjahr ein Zuwachs bei der Seelenzahl verzeichnet, gab Bischof Reinhart Guib beim traditionellen Neujahrsempfang am Donnerstag der Vorwoche im Bischofspalais bekannt.Weiterlesen

„Wir sind ratlos damals und heute“

Ausgabe Nr. 2413
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Predigt von Bischof Reinhart Guib im Gedenkgottesdienst zu 70 Jahren seit der Russlanddeportation

 

70 Jahre Russland-Deportation! 75 Jahre Beginn und 70 Jahre  Ende des  Zweiten Weltkrieges! Wie viel Vernichtung und Zerstörung, wie viel Leid und Not haben diese Jahre und ihre Folgen über die ganze Welt und besonders Europa gebracht. Einen langen Bericht über die Millionen Menschenleben und Güter, die massenweise und aufs grausamste vernichtet wurden, möchte ich nicht bringen. Denn es könnte sein, dass wir erschüttert von so viel Leid und Not fast vergessen können, dass wir und unsere deutsche und evangelische Gemeinschaft von diesem Leid auch selbst betroffen oder mit betroffen wurden. Wer ist denn unter uns von dem Leid, dass der letzte Weltkrieg über die Menschen brachte verschont geblieben? Die Erlebnisgeneration sind unsere Mütter und Väter, Großmütter und Großväter, Brüder und Schwestern, Onkel und Tanten, von denen die meisten inzwischen verstorben sind, einige aber noch unter uns leben. Durch sie sind auch wir auch nach 70 Jahren mit betroffen und haben auch heute zu tragen an dem, was an Elend und Leid und als Folge, an Trennung und Auswanderung auf unser Volk zugekommen ist und bis heute in den Seelen und Leibern und in unserer Geschichte Wunden hinterlassen hat. Wenn ich über die Gemeinden fahre, höre ich heute noch die Alten von den schweren Zeiten erzählen und merke, dass auch die Zeit nicht alle Wunden heilt und Herzen auch heute verbittert sind und Leben ohne Zukunftsperspektive vorhanden ist.Weiterlesen

„Unser Erlöser ist da“

Ausgabe Nr. 2411
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Wort zum Advent 2014 / Von Petra STÖCKMANN

„Sehet auf und erhebet eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.“ (Lukas 21, 28) so lautete der Wochenspruch für den 2. Advent.

Ich habe dafür ein Bild von Walter Habdank ausgewählt, das eine ganz besondere Adventsgestalt zeigt: Noah.

Noah wartete auf seine Erlösung aus der Arche, in der er mit seiner Familie monatelang gefangen war – die ihm gleichzeitig aber die Rettung war. Als die Taube ihm den Ölzweig brachte, wusste er: Seine Erlösung ist nahe, bald könnte er mit seiner Familie die Arche verlassen und wieder auf der Erde leben. Wie mag es ihnen da ergangen sein? Haben sie sich gefreut – vor Freude gesungen und getanzt? Haben sie sich in den Armen gelegen und vor Freude geweint – endlich wieder frei, wieder festen Boden unter den Füßen, wieder Sonnenschein? Haben sie angefangen aufzuräumen, die Sachen zu packen, die Tiere vorzubereiten?  Oder haben sie sich gefürchtet und sich ängstlich gefragt: Was wird uns da erwarten? Wie wird es aussehen – wo werden wir dann wohnen, was werden wir essen, es war ja bestimmt alles zerstört von der Flut. Wie wird es jetzt weitergehen?Weiterlesen