,,Dieses Konzert hat mich umgehauen“

Streiflichter vom diesjährigen Hermannstädter Jazzfestival auf dem Großen Ring

Ausgabe Nr. 2687

Die im Jahre 2006 von dem Tenor Zoltán András gegründete Formation ,,Jazzapella“ begeisterte alle echten Jazzfans (v. l. n. r.): Alexandru Grăjdeanu (Bass), Oleg Lașcu (Kontrabass), Adina Răducan (Sopran), Zoltán András, Marta Popovici (Alt), Andrada Crețu (Sopran), Teo Manciulea (Tenor).            Foto: Fred NUSS

Das Hermannstädter Jazzfestival lockt Jahr für Jahr Gäste und Künstler aus aller Welt nach Siebenbürgen. In den 1980-ern verhalf es Hermannstadt sogar zum Beinamen „Rumäniens Jazz-Hauptstadt“. Zur 50. Auflage konnte das Festival zwar in diesem Jahr keine internationalen Musiker empfangen, erfreute sich aber am vergangenen Wochenende trotzdem zahlreicher Besucher auf den Großen Ring. Unter Einhaltung der geltenden Hygieneauflagen war es neun rumänischen Gruppen vom 21. bis 23. August möglich, ihr Repertoire zum Besten zu geben: Klassischer Jazz, Swing und Funk trafen auf Blues, Rock und moderne elektronische Musik.Weiterlesen

Ein Erfolg trotz Pandemie

11. Hungarikum-Tage stattgefunden

Ausgabe Nr. 2687

Die elfte Auflage der Hungarikum-Tage veranstaltete das Hermannstädter Ungarischen Kulturvereins HÍD vom 20. bis 23. August. Unser Bild: Während auf dem Dorfmarkt im Freilichtmuseum im Jungen Wald die Mannschaften Gulasch und andere traditionelle Kesselgerichte kochten, unterhielt das Ensemble ,,Operettissimo“ aus Klausenburg am Samstag das Publikum mit Arien aus beliebten Operetten.                                         Foto: Werner FINK

Vergangene Woche fand die elfte Auflage der Hungarikum-Tage statt und sie war trotz der nötigen Maßnahmen wegen der Coronavirus-Pandemie ein Erfolg. An dem traditionellen Gulasch-Kochwettbewerb am Samstag im Freilichtmuseum  im Jungen Wald nahmen zwar weniger Mannschaften als im vergangenen Jahr teil, die Kochwettbewerbslust und gute Laune wurden aber dadurch überhaupt nicht beeinträchtigt und die gekochten Gerichte waren im Nu aufgegessen. Weiterlesen

Verschleppung und Freikauf

Online-Gespräch über das Schicksal der deutschen Minderheit in Rumänien

Ausgabe Nr. 2687

Moderator Cosmin Budeancă mit Hannelore Baier und Ottmar Trașcă (v. l. n. r.).                                                  Foto: Daniel SECĂRESCU

Theater, Filme und Konzerte gibt es seit Beginn der Covid 19-Pandemie online live zu sehen. Die Organisatoren des Rosenauer Film- und Geschichte(n)-Festivals „Film și istorii Râșnov“, das vom 21. bis 30. August stattfindet, haben sich etwas Neues einfallen lassen. Sie schalteten auch höchstinteressante Gespräche online. So geschehen am Samstag, dem 22. August, als auf der Facebook-Seite des Festivals die Debatte „Deutsche in Rumänien nach dem Zweiten Weltkrieg“ live mitzuverfolgen war. Unter der Moderation von Cosmin Budeancă, Forscher bei der Kulturstiftung „Memoria“ in Bukarest, sprachen Hannelore Baier, Journalistin und Historikerin aus Hermannstadt, Remus Gabriel Anghel, Forscher am Institut für die Erforschung der nationalen Minderheiten in Klausenburg und Ottmar Trașcă vom Klausenburger Institut für Geschichte „George Barițiu“.Weiterlesen

Von Hunger, Diebstahl und Verrat

Ausstellung über Siebenbürger Sachsen in sowjetischen Arbeitslagern 1945-1949

Ausgabe Nr. 2687

Frauen in Arbeitskleidung – Pufaika und Schapka. Donbas 1945

Eine Ausstellung zur Russlanddeportation der Siebenbürger Sachsen hat das Siebenbürgische Museum in Zusammenarbeit mit dem Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e. V. und gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien erstellt. 75 Jahre nach Beginn der Verschleppung nimmt die Ausstellung unter dem Titel „Skoro damoi! Hoffnung und Verzweiflung. Siebenbürger Sachsen in sowjetischen Arbeitslagern 1945 –1949“ auf drei Ebenen das subjektive Erleben, die historischen Fakten sowie überlieferte Objekte und Fotografien in den Blick.

Die Ausstellung wird ab dem 5. September  d. J. einen Monat lang in Dinkelsbühl gezeigt, bevor sie ab dem 7. November für ein halbes Jahr in Gundelsheim am Neckar zu sehen ist.

Im Folgenden drucken wir mit freundlicher Genehmigung der Kuratorin Dr. Irmgard Sedler  ihren Begleittext zur Ausstellung ab.Weiterlesen

,,Unverblümt und knallhart ehrlich“

Claudiu Fălămaș trug im BIS-Theatergarten Texte von Charles Bukowski vor

Ausgabe Nr. 2687

Claudiu Fălămaș.                                                       Foto: Radu TOMPA

Der Hermannstädter Claudiu Fălămaș hat sich dem Theater und der Musik verschrieben. Am Donnerstag der Vorwoche zeigte er im BIS-Theatergarten seine Aufführung „Beat Bukowski“, um an Charles Bukowski zu erinnern. Die Aufführung verband Gedichte des amerikanischen Schriftstellers und Poeten mit musikalischer Untermalung durch Gitarre, Schlagzeug und Trompete. Dumpf hallte das Schlagzeug im Sekundentakt. Akkorde gesellten sich dazu, begleitet vom stetigen Plätschern des Regens. Dann ertönte eine Stimme: „Es gibt eine Einsamkeit auf dieser Welt, die so groß ist, dass man sie in der langsamen Bewegung der Zeiger einer Uhr sehen kann.“ Es ist die erste Zeile aus Charles Bukowskis Gedicht „Die Krise“.Weiterlesen

Besorgniserregende Realität

Neueste Theaterpremiere über staatliche Jugendheime in Rumänien

Ausgabe Nr. 2687

Szenenfoto mit Raluca Iani (links) und Iustinian Turcu. Foto: Dan ȘUȘA

„Ich erkenne das sofort. Die hier sind verloren!“ Ein Mann im weißen Kittel schwingt bedrohend seinen Schlagstock. Er heißt Mihai Petre und ist seit zehn Jahren im Jugendheim als Betreuer angestellt. Es gilt, die Neue, Mara Inescu, einzuweisen. Sie glaubt daran, den Jugendlichen helfen zu können, auf die rechte Bahn zu geraten. Im neuen Theaterstück von Alexandra Badea an der rumänischen Abteilung des Hermannstädter Radu Stanca-Nationaltheaters geht es um Gewalt, Prostitution, Korruption und die harte Realität in den rumänischen staatlichen Kinderheimen. „Maternal“ in der Regie von Radu Alexandru Nica hatte am 20., 21. und 22. August, Premiere und wurde online gesendet. Weiterlesen

,,Eine dringende Aufgabe“

Neuer Bildband von Georg Gerster und Martin Rill

Ausgabe Nr. 2687

Georg Gerster und Martin Rill: Schäßburg und die Große Kokel. Buchversand Südost/www.siebenbuergen-buch.de, 2020. 312 Seiten, ISBN 978-3-00-065486-2.

Auch in diesem Jahr überraschen uns Martin Rill und Georg Gerster mit einem neuen Bildband, Hardcover, 300 Seiten, 800 Farbabbildungen,  eine Übersichtskarte, 19 Ortsgrundrisse. Der Bildband „Schäßburg und die Große Kokel“ ergänzt die Reihe mit den Bänden: „Siebenbürgen im Flug“, „ Das Burzenland“, „Hermannstadt und das Alte Land“, „Das Repser und das Fogarascher Land“, „Einblicke ins Zwischenkokelgebiet“.Weiterlesen

Transylvania Classic

Rallye für Oldtimer und Elektroautos umbenannt

Ausgabe Nr. 2687

Dan Siminie/Stelian Bădilă in ihrem Ford A, Baujahr 1929 auf der Transfogararscher Hochstraße.                      Foto: Transylvania Classic

Die den Oldtimern und seit 2018 auch den Elektroautos vorbehaltene Rallye Sibiu Rally Romania, veranstaltet von dem Verein Club Sportiv Scorpion Motors Festival in Zusammenarbeit mit dem Retromobil Club România hat vom 21. bis 23. August in und um Hermannstadt stattgefunden. Hauptveranstalter Sorin Itu hat die Rallye seit heuer umbenannt in Transylvania Classic. Einerseits um Verwechslungen mit der Hermannstädter Rallye (eine Etappe der rumänischen Rallyemeisterschaft)  vorzubeugen und andererseits, um die Strecken jenseits der Kreisgrenze auszuweiten. Weiterlesen

Nachrichten

Ausgabe Nr. 2687

Foto: Fred NUSS

54. Töpfermarkt

Hermannstadt. – Am ersten Wochenende im September, heuer am Samstag, den 5.  September, und am Sonntag, den 6. September, jeweils von 9 bis 21 Uhr, findet auf dem Großen Ring der traditionelle Töpfermarkt statt. Es gibt Schautöpfern und Workshops. Der Zugang erfolgt durch ausgewiesene Eingänge, wo Besuchern und Teilnehmern die Körpertemperatur gemessen wird. Desgleichen herrscht auf dem Markt allgemeine Maskenpflicht und die Besucher müssen den entsprechenden Abstand und eine bestimmte Route einhalten. (BU)

 

Filme bei TIFF nur im Freien 

Hermannstadt. – Das diesjährige TIFF-Festival findet bis 30. August statt, die Filme werden dieses Jahr nur im Freien gezeigt: auf dem Großen Ring, auf dem Habermann-Markt, im Freilichtmuseum, auf dem offenen Parkplatz der  Promenada Mall (letztes Stockwerk) und auf der Terrasse (Terasa cu flori) des Ion Besoiu-Kulturzentrums”. Kartenvorverkauf auf tiff.eventbook.ro bzw. bei der Kassa am Großen Ring. Für die auf dem Großen Ring gezeigten Filme werden kostenlose Karten ausgestellt. Das genaue Programm ist unter https://sibiu.tiff.ro zu finden. (RS)Weiterlesen

Produktvielfalt wie immer garantiert

Streiflichter vom 37. Jahrmarkt der Handwerke im ASTRA-Freilichtmuseum

Ausgabe Nr. 2686

Die Leiterin des Ikonenmalereikreises ,,Veraicon” der orthodoxen Pfarrei Sf. M.M. Gheorghe aus Olteniţa/Landkreis Călărași, Ecaterina Mitran (rechts) mit zwei ihrer bei der Schülerolympiade im Letzten Jahr preisgekrönten Schülerinnen: Alina Bălan (1. v. l.) und Constantina Ivașcu.                                    Foto: Fred NUSS

Die 37. Auflage des Jahrmarktes der volkstümlichen Handwerke war insbesondere für die Aussteller eine kleine Entspannungspause in einem sonst sehr schweren Jahr. Denn die meisten Volkskünstler leben von dem Verkauf auf Märkten, die im Laufe des Jahres überall im Land stattfinden – insbesondere im Sommer. Die Corona-Pandemie hat vieles verändert. „Dieses Jahr war es sehr wichtig, dass wir die Volkskünstler und das Publikum zusammen bringen, denn man muss  bedenken, dass es ein delikates Jahr ist”, erklärte Alina Matei, die Hauptorganisatorin seitens des Freilichtmuseums.  „Es war ein sehr schweres Jahr für die Volkskünstler in Rumänien, weil sie an den kulturellen Ereignissen nicht teilgenommen haben, weil sie ihre Werke nicht vorstellen konnten. Wir sind überzeugt, dass hauptsächlich für diese die Veranstaltung des Jahrmarktes sehr wichtig war.”Weiterlesen