Ein Genießer und Neugieriger

Nachruf auf Franz Hodjak / Von Horst SAMSON

Ausgabe Nr. 2919

Franz Hodjak bei seiner Lesung in Dinkelsbühl 2013, wo er beim Heimattag mit dem Siebenbürgisch-sächsischen Kulturpreis ausgezeichnet wurde.                          Foto: Konrad KLEIN

Sonntag, den 6. Juli 2025, ist mein lieber alter Freund Franz Hodjak von uns gegangen. Dreieinhalb Stunden davor konnte ich ihm noch einmal über die Schulter und seine grauen Locken streichen, seinem tiefen, regelmäßigen Atem zuhören – es schien mir, überwältigt vom sonntäglichen, existentiell geprägten Augenblick im Beisein seiner fürsorglichen Frau Juli und seiner Tochter Astrid wie eine Kantate von Bach. Kurz nach 18 Uhr hatte er seinen Koffer voller Sand, Bücher und unveröffentlichter Typoskripte, sowie sein allerletztes handschriftliches, leider nicht mehr entzifferbares Gedicht definitiv gepackt. Weiterlesen→

Zwischen Aroma, Tanz und Identität

16. Auflage der Hungarikum-Tage im Astra-Freilichtmuseum

Ausgabe Nr. 2919

Für Kinder gab es kreative und edukative Programme in einer Jurte, organisiert von dem Kalibáskő-Verein aus Miercurea Ciuc/Csikszereda. Foto: Werner FINK

Die 16. Ausgabe der Hungarikum-Tage ging Sonntag mit einem vielfältigen und dichten Tagesprogramm zu Ende. Das Astra-Freilichtmuseum verwandelte sich von früh bis spät in ein offenes Dorf der Begegnung – mit Köchinnen und Köchen an großen Kesseln, Volkstänzern auf der Bühne, Jurten voller Kinderlachen und ungarischer Musik, die weit über die Teiche hallte.Weiterlesen→

Wertvolle Einblicke

Erfahrungsaustausch im Nationalpark Bayerischer Wald

Ausgabe Nr. 2919

Christoph Promberger (2. v. r.) führte die Delegation aus den Landkreisen Hermannstadt und Argeș durch den Nationalpark Bayerischer Wald.

Paul Kuttesch, der stellvertretende Vorsitzende des Hermannstädter Kreisrats nahm an einem Erfahrungsaustausch im Nationalpark Bayerischer Wald teil, der von der Stiftung Conservation Carpathia, vertreten durch Christoph Promberger, organisiert wurde. In der Zeit vom 23. bis 26. Juni 2025 besuchte die Delegation aus Rumänien, zu der Bürgermeister und Vertreter der lokalen öffentlichen Verwaltung aus den Landkreisen Hermannstadt und Argeș sowie Beamte des Hermannstädter Kreisrates, den Nationalpark. Ziel des Besuchs war es, bewährte Praktiken im Management von Schutzgebieten, nachhaltigem Tourismus und der Einbindung lokaler Gemeinschaften zu präsentieren und zu erlernen.Weiterlesen→

Erhebliche Übertreibungen

Wer war und woher kam der Buchdrucker Philippus pictor?

Ausgabe Nr. 2919

Holzschnitt: Christus und das Hermannstädter Wappen darstellend.

Hier geht es um eine besondere Persönlichkeit Hermannstadts, über die viel auch ohne Fachkenntnis und widersprüchlich geschrieben wurde. Erfassen lässt sie sich nur aus den Umständen seiner Lebenszeit.

Philippus ist ein neutestamentlicher Name, der im zehnten Kapitel des Matthäusevangeliums bei der Aufzählung der Jünger von Jesus genannt wird.

Unser Philippus hingegen lebte am Ausgang des 15. und in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Er hatte neben seinem Taufnamen noch keinen Familiennamen. Nach eigener Aussage und festgehalten im Hermannstädter Staatsarchiv stammte er aus der Moldau.Weiterlesen→

Unsagbares und Unsägliches

Nachlese zum 32. Internationalen Hermannstädter Theaterfestival

Ausgabe Nr. 2919

Szenenfoto aus „Winter” mit David Cristian (links) und Viviane Havrilla.      
Foto: Volker VORNEHM

Das 32. Internationale Hermannstädter Theaterfestival (FITS) ist am 29. Juni zu Ende gegangen, davon zehren könnte man allerdings, wenn man sich nur auf das Angebot konzentrieren würde, bis Jahresende. Einige Ausstellungen sind noch bis Ende August zu sehen, vier Produktionen des TNRS für das Nationale Theaterfestival ausgewählt. Weiterlesen→

Hermannstädter Radtour

Ausgabe Nr. 2919

Die 15. Auflage der Hermannstädter Radtour hat vom 3. bis 6. Juli stattgefunden. Die 24 Teams mussten insgesamt 590 km in drei Landkreisen bewältigen: Hermannstadt, Alba und Mureș. Unser Bild (v. l. n. r.): Der Drittplatzierte David De La Cruz (Spanien/Q36.5 Pro Cycling Team), der Sieger Matthew Riccitello (USA/Team: Israel – Premier Tech) und der Zweitplatzierte Odd Christian Eiking (Norwegen/Team: Unibet Tietema Rockets) bei der Siegerehrung am Sonntag auf der Bühne am Großen Ring.      

Foto: TCS

Nachrichten

Ausgabe Nr. 2919

Wanderjahre 2025

Der nächste geplante leichte Ausflug im Rahmen des Programms „Anii Drumeției“ (Wanderjahre) findet am Sonntag, dem 13. Juli, zwischen Sibiel und Fântânele statt und beginnt mit einer Obstverköstigung. Den Rückweg kann man in einem Pferdewagen zurücklegen. In Sibiel wird für die Gäste das Theaterstück „Anaz und der Drache“ des Bis-Theaters aufgeführt. Ein Ausflug mit einem höheren Schwierigkeitsgrad wird ebenfalls an diesem Wochenende in den Fogarascher Bergen organisiert, mit Bergführer Radu Zaharie auf der Trasse Porumbacului-Tal/Cariera – Negoiu-Hütte – Căldarea Sărăţii – Șaua Cleopatrei – Negoiu -Gipfel– Custura Sărăţii – Șerbota-Gipfel – Hütte Negoiu – Porumbacului-Tal. Anmeldungen unter www.aniidrumetiei.ro, hier ist auch das Programm bis Ende August zu finden. Unser Bild: Wanderung zwischen Birthälm und Reichesdorf.        Foto: AJTSWeiterlesen→

Applaus für dialogische Predigt

Streiflichter vom Kronenfest am Peter-und-Paulstag in Kerz

Ausgabe Nr. 2918

Vier Jugendliche aus Kerz trugen die mit Labkraut und Eichenblättern geschmückte Krone bei dem Umzug durch die Gemeinde. Foto Beatrice Ungar

„Johannisblumen gibt es nicht, ich habe auf Google nur Gelbes Waldstroh oder Echtes Labkraut als deutsche Bezeichnung für die im Rumänischen sânziene genannte Blume gefunden”, sagte eine der fleißigen Frauen vom Kerzer Handarbeitskreis beim Herrichten der Krone im Festzelt neben der Ruine der Zisterzienserabtei. Während sie Johannisblumen und Eichenlaub in die Krone flochten, sprachen sie auch über die notwendigen Vorbereitungen für das 24. Kronenfest, das als Bezirksgemeindefest vom Kirchenbezirk Hermannstadt der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien in Zusammenarbeit mit dem Demokratischen Forum der Deutschen in Hermannstadt und der evangelischen Kirchengemeinde Kerz am 29. Juni organisiert wurde und knapp 450 Besucherinnen und Besucher angezogen hat.Weiterlesen→

Mulțumesc! Danke! Thank You!

Die 32. Auflage des Hermannstädter Internationalen Theaterfestivals

Ausgabe Nr. 2918

Sieben Sterne wurden dieses Jahr vergeben, die seit Samstag auf der Ruhmesmeile im Harteneckpark zu sehen sind. Unser Bild (v. l. n. r.): der Schauspieler Kuranosuke Sasaki, Julien Chiappone-Luccesi (für Alexis Michalik), Roxana Mânzatu (für Eugène Ionesco), Festivalsleiter Constantin Chiriac, die Schauspielerin Kathleen Turner (USA), Bürgermeisterin Astrid Fodor, der Nobelpreisträger Wole Soyinka (Nigeria), der Schauspieler Bill Murray (USA).                                       Foto: Sebastian MARCOVICI

Beeindruckende Zahlen, zufriedene Besucher, entspannte Organisatoren: Die 32. Auflage des Internationalen Hermannstädter Theaterfestivals ist am Sonntag zu Ende gegangen, genau wie es begonnen hat, mit einer Drohnen- und Lasershow, in deren Mittelpunkt „Mulțumesc” (Danke) stand, das Motto des zehntägigen Festivals. 842 Veranstaltungen, 5.000 Künstler aus 82 Ländern und 100.000 Besucher pro Tag – eines der größten Theaterfestivals der Welt ist sicherlich das wichtigste Kulturevent des Jahres hier in Hermannstadt. Weiterlesen→

Gespräch mit Maria Luise Roth-Höppner

Ausgabe Nr. 2918

Die Journalistin Hannelore Baier führte am 24. Juni d. J. im Terrassensaal des Teutsch-Hauses ein Gespräch mit der Astronomin und Verlegerin Maria Luise Roth-Höppner (rechts), die an diesem Tag ihren 95. Geburtstag feierte. Dazu zeigte die TV-Moderatorin Christel Ungar-Țopescu zwei Filme mit der Jubilarin. Baier begann ihre am gleichen Tag in der ADZ veröffentlichte Würdigung wie folgt: „Die Geschichte der studierten Physikerin Maria Luise Roth-Höppner begann traumatisch nach dem Zweiten Weltkrieg: Der Vater Hans Otto Roth, einer der bekanntesten Siebenbürger Sachsen und eines der prominentesten sächsischen Opfer der Securitate, wurde politisch verfolgt und verhaftet. Damit standen auch die beiden Roth-Kinder auf der ’schwarzen Liste“ der Securitate und wurden 1958 zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie eine Kooperation ablehnten. Damals war Maria Luise Roth bereits Assistentin an der Technischen Hochschule Kronstadt. 1969 verließ sie Rumänien, kehrte jedoch nach der Revolution im Jahr 1991 prompt in die alte Heimat zurück.” Hier gründete sie gemeinsam mit ihrem Gatten Wolfgang Höppner (1945-2020) den hora-Verlag. Heute lebt die Jubilarin im Carl Wolff-Altenheim.                                             Foto: Beatrice UNGAR

 

,,Sie sind ein Teil von uns“

Buch über evangelische Persönlichkeiten erschienen

Ausgabe Nr. 2918

Ilse Philippi (Hg.): Evangelische Persönlichkeiten auf dem historischen evangelischen Teil des Hermannstädter Zentralfriedhofs mit einem Lageplan der Grabstätten, Honterus Verlag, Hermannstadt 2024, 99 Seiten, ISBN 978-606-008-181-4.
Auf dem Titelbild abgebildet ist die Marmorskulptur Trauernde (1934) der Kronstädter Künstlerin Margarete Depner (1885-1970) auf dem Grabstein von Lotte Binder. Das Buch liegt im Kiosk der evangelischen Stadtpfarrkirche auf und kann gegen eine Spende erworben werden.

Unter dem Motto „Verwurzelt in Hermannstadt. Offen für die Welt” hat vom 9. bis zum 11. Mai d. J. die 15. „Begegnung auf dem Huetplatz” stattgefunden, das Treffen der Hermannstädterinnen und Hermannstädter von nah und fern. In dessen Rahmen wurde am 10. Mai im Spiegelsaal des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt das Buch „Evangelische Persönlichkeiten auf dem historischen evangelischen Teil des Hermannstädter Zentralfriedhofs” vorgestellt. Weiterlesen→

Von Kirchenburg zu Kirchenburg

Heritage Run – laufen für einen guten Zweck

Ausgabe Nr. 2918

Offensichtlich hatten die Teilnehmenden Spaß beim Laufen durch die Birthälmer Kirchenburg.                                           Foto: Stiftung Kirchenburgen

Der erste sogenannte Heritage Run hat am 28. Juni in Birthälm stattgefunden. Die Stiftung Kirchenburgen der Evangelischen Kriche A. B. in Rumänien beabsichtigte damit, Interessierte – in diesem Fall sportlich orientierte Menschen – für die schönen Bauten der Siebenbürger Sachsen zu sensibilisieren und im Idealfall dazu zu bewegen, dieses besondere kulturell-historische Erbe auch finanziell zu unterstützen. Weiterlesen→

Sommerabende mit Film

Freiluftkino mit verlockendem Angebot

Ausgabe Nr. 2918

In einer abendlichen Pressekonferenz stellte Cristina Rotaru (links) die Terasse mit Blumen vor.                            Foto: Ruxandra STĂNESCU

Auf der „Terrasse mit Blumen” (Terasa cu flori) im Ion Besoiu-Kulturzentrum in Hermannstadt kann man bis Mitte September abends Filme im Freien sehen. Die Organisatoren waren bemüht, eine entspannte Atmosphäre zu schaffen. So z. B. kann man sowohl die Sitze, als auch die kleinen Tischlein je nach Gruppengröße bewegen. Snacks und Getränke kann man natürlich auch hier kaufen.Weiterlesen→